Kritik: The Fury

Diesen Klassiker sollte jeder Horror-Fan kennen

FSK 16

Spoilerfrei!

Kinoplakat von The Fury 1978

Wenig Zeit? Am Textende gibt's das Fazit.

Brian de Palma schuf in den 70ern den Horror-Klassiker Carrie, und prägte durch seine Kombination aus Horror und visueller Brillanz das Genre. The Fury erschien kurz darauf und enthält erneut einige Trademarks aus Carrie, erreicht aber nicht ganz dessen Niveau.

Brian de Palma galt lange Zeit als Meister des abseitigen Horrors, bis er sich in den 80ern vermehrt auch mehrheitstauglicheren Stoffen widmete. Diese Hinwendung zum Mainstream war ein ambivalentes Unterfangen, das einerseits zur Produktion zeitloser Klassiker (The Untouchables, Scarface) führte, andererseits künstlerische und finanzielle Desaster hinterließ (Mission to Mars, Black Dahlia). Als Konstante lässt sich ein Hang zur Provokation und zum (oft unbeabsichtigten) Skandal ausmachen.

Übernatürliches, Paranoia und Para-Wissenschaft

The Fury (deutscher Titel: Teufelskreis Alpha) stammt aus de Palmas Anfangsphase, in der er oft Horror-Stoffe mit „übernatürlichen“ Themen mischte; so auch im Durchbruchsfilm Carrie (1976), dem Klassiker, der diese schräge Mischung aus blutrotem Terror, Parapsychologie und satirischen Untertönen zum ersten Mal einem größeren Publikum zugänglich machte.

The Fury ist zwar ernsthafter, vermischt aber erneut Schreckliches mit Übernatürlichem:

Peter Sandza (Kirk Douglas) hat einen Sohn, der mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren wurde. Nicht lange dauert es, bis eine Regierungsorganisation darauf aufmerksam wird, und durch einen perfide ausgeheckten Plan dem Vater den Sohn wegnimmt. Der Sohn soll denken, sein Vater sei tot, und sich den Experimenten fügen, die mit ihm geplant sind. Peter hat allerdings überlebt, und macht das Wiederfinden seines Sohnes zur Lebensaufgabe. Er erfährt, dass es ein Mädchen mit Fähigkeiten, ähnlich denen des Sohnes gibt, das ihm bei der Suche helfen kann. Doch das Wiedersehen läuft nicht wie erhofft…

Gelungenes Finale

The Fury ist kein schlechter Film, doch erst in den letzten 20 Minuten läuft de Palma zu gewohnter Form auf: Erst da gelingt es ihm, sein überragendes visuell-kinematographisches Talent zur Geltung zu bringen, in einem perfekt komponierten Finale, dass sich durchaus mit dem berühmten Ende aus Carrie messen kann. Ansonsten nimmt sich der Regisseur über weite Teile des Filmes zurück, und überlässt auch den Darstellern Raum: Vor Allem die Darstellung von Amy Irving ist positiv hervorzuheben.

Für Neulinge, die mit dem Werk dieses Regisseurs wenig vertraut sind, seien einige Schlagworte genannt, die seine Filme ausmachen:

  • visuelle Perfektion
  • innovative Kameratechniken (er gilt als Erfinder der Split-Screen-Technik; die Einbruchs-Szene aus Mission: Impossible kennt wohl jeder, und stammt von ihm)
  • Kamerafahrten
  • voyeuristische Perspektiven
  • exzessive und überzeichnete Gewaltdarstellungen
  • intellektuelle Zugänge

Oft wird de Palma auch als „Erbe“ Alfred Hitchcocks bezeichnet, der dessen Zugang weiterentwickelt und einer filmischen (Selbst-)Reflexion unterzogen hat.

'The Fury' ist der Urtypus eines Horror-Films

The Fury ist ein gelungener Horror-Streifen, der sich vor Allem durch visuelle Qualitäten auszeichnet. Als Nachfolger von Carrie erreicht er nicht ganz dessen Niveau, sehenswert ist er aber dennoch. Zu empfehlen ist Fury vor allem Horror-Fans, die etwas über die Anfangszeit des Genres erfahren möchten. Aber auch Cineasten und Filmliebhaber, die sich gerne an technischer Virtuosität erfreuen, kommen auf ihre Kosten.

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