Review: Er ist wieder da

Mutig aber machbar

Filmkritik zu Er ist wieder da

Nach dem das Buch "Er ist wieder da", womit Adolf Hitler gemeint ist, einen weltweiten Erfolg feiern durfte und der 2.Weltkrieg genau vor 70 Jahren beendet wurde, war es fast schon eine logische Konsequenz den Roman zu verfilmen und dieses Jahr in die Kinos zu bringen.

Das Thema "Hitler" in einen witzigen Satire-Film zu packen ist mutig aber auch gleichzeitig im perfekten Rahmen umgesetzt. Adolf Hitler war in gewisser Weise ein brillanter Redner der die Gabe hatte, Menschen von seiner Ideologie überzeugen zu können. Gleichzeitig wissen wir natürlich, was der böse Gedanke dahinter war. Ersteres zeigt dieser Film in einer Mischung aus gestellten und echten Szenen, indem Oliver Masucci als Adolf Hitler vor einer Menschenmenge seine Idee von einem "besseren" Deutschland preisgibt. Vor dem gestellten Publikum noch ganz witzig, erkennt man vor dem echten Publikum, dass in Deutschland immer noch in jeglicher Bildungsschicht rechtes Gedankengut vorhanden ist und am liebsten von diesen ausgelebt werden möchte.

Dem Film hätte jedoch ein wenig mehr Ideenreichtum gut getan. Das Buch diente zwar als Grundlage, jedoch sind auch viele Szenarien hinzugefügt worden. Einige Erkenntnisse, die der Film über die deutsche Gesellschaft zeigt, wurden schon vielfach diskutiert. Demnach hätte die Konfrontation von Hitler mit dem "echten Publikum" ruhig ein bisschen provokanter ausfallen können um den Besucher noch inniger den Spiegel der Gesellschaft vorzuhalten.

Trotzdem hat der Film auch lustige Szenen u.a. mit einem Wink zum Film "Der Untergang". Christopf-Maria Herbst legt wieder einmal mehr eine top schauspielerische Leistung hin in seiner Nebenrolle als Christoph Sensenbrink, einen Vize-Vorstandsvorsitzenden eines Fernsehsenders.

Insgesamt bleibt zu sagen, dass "Er ist wieder da" einen Kinogang durchaus wert ist, da er mit seinem historischen (und doch brisanten) Thema ganz Deutschland ansprechen sollte. Ein bisschen mehr Biss (beispielsweise wie in "Borat") hätte die Komödie dennoch vertragen können.

Der Film ist was für mich, wenn ich: Polit-Satire mag, Christopf-Maria-Herbst-Fan bin, einen Spiegel für die deutsche Gesellschaft brauche, über schwarzen Humor lachen kann.

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