Review: Steve Jobs

Genauso genial wie der Apple-Gott?

Titelbild zur Filmkritik an Steve Jobs

Der Apfel Gottes hat's in die Kinos geschafft. Man fragt sich zurecht, ist es einer dieser genialen Marketingcoups von Apple oder nur eine weitere Muss-Man-Nicht-Gesehen-Haben-Biografie die verfilmt wurde? Oder ist es gar nichts von Beiden? Eines hat dieser Film allemal: Überraschungspotential für alle. Für die, die Steve Jobs' Leben auf Schritt und Tritt verfolgt haben und für jene, die es nicht getan haben. Wieso? Lest selbst!

Anders als bei Actionfilmen, Fantasy-Trilogien oder Dramaserien gibt es bei Verfilmungen von Biografien nicht viel Spielraum um eigene Ideen des Regisseurs unterzubringen - zumindest nicht bei jenen Filmen, die der Wahrheit nahe sein wollen. Deshalb sollte das Leben des Protagonisten schon interessant genug sein, damit der Zuschauer bei einem 123 minütigen Film nicht die Augen zufallen vor Langeweile. Ich kann euch beruhigen, so war es nicht.

Der Film und die Realität

Natürlich kann ein Film dieser Art nicht jedes einzelne Detail aufgreifen, die wichtigsten Eckpunkte sollten aber schon vorkommen. So stieg der Film im Jahre 1984 in das Leben von Steve Jobs (Michael Fassbender) ein, kurz vor der Präsentation des neuen Macintosh. Zuvor war der Apple II 7 Jahre die absolute Einnahmequelle von Apple und Jobs wollte nun eine neue Produktlinie einführen. Leider sahen die Verkaufszahlen nach der Keynote nicht so aus wie gewünscht. Jobs wollte jedoch an der Strategie des Macintosh festhalten und bestand darauf daran weiterzuentwickeln. So vehement, bis er vom Vorstand einstimmig gefeuert wurde. Soweit im Film. Die Wirklichkeit sieht ein bisschen anders aus. Sowieso sind viele Filmszenen so im echten Leben nie passiert. Das Leben von Jobs wurde durch das Drehbuch also doch ein bisschen manipuliert.

Steve Jobs kommt nicht gut weg

So sind wohl alle spannenden und nervenaufreibenden Situationen in Steve Jobs' Leben vor oder nach einer Präsentation passiert. Denn die Biografie spielt gefühlt nur an diesen beiden Orten ab - vor und hinter der Bühne. Viel Familiäres, viel Drama um seine Tochter, die er lange nicht als seine Tochter anerkannt hatte, sowie Streitereien mit Steve Wozniak, dem Mitbegründer von Apple. "Als ob sich alle kurz vorher betrinken und mir dann sagen, was sie wirklich denken.", sagt Film-Jobs in einer Szene vor der Keynote 1998. Trotzdem bekommt man durch den Film eine Ahnung wie der Perfektionismus, die Arroganz und die Sturheit von Jobs war. Vielmehr könnte man behaupten, Jobs sei ein Arschloch zu seinen Mitarbeitern und zu seiner Familie gewesen. Sprich: Jobs kommt in diesem Film wirklich nicht gut weg - menschlich gesehen.

Fazit: Steve Jobs unterhält

Alles in allem ist es ein unterhaltsamer Film mit guten, bekannten Schauspielern (Jeff Daniels als John Scully & Kate Winslet als Joanna Hoffman) und einem guten Regisseur (Danny Boyle). Hier und da hätte eine Brise mehr Wahrheit und Original-Mitschnitte aus Steves Leben die Sache interessanter gemacht, aber als Laie sollte das einem nicht auffallen.

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