Review: The Walking Dead – Staffel 2

Erobern die Zombies den Serienmarkt?

The Walking Dead Staffel 2 Wallpaper

Neue Staffel, neue Autoren: The Walking Dead ging 2011 in die zweite Runde. Der Cast, das Setting und die Producer blieben gleich, doch wurde für das Skript ein komplett neues Team angeheuert. Was sich AMC wohl dabei gedacht hat? Immerhin kam die Pilotstaffel beim breiten Publikum schon ziemlich gut an. Dazu wurde die Staffellänge von sechs auf 13 Episoden großzügig verlängert. Wie wirkt sich das auf das Zombie-Epos aus?

Rick Grimes (Andrew Lincoln) und seine Gruppe von Überlebenden einer Zombie-Apokalypse befinden sich immer noch auf einem gefährlichen Road Trip. Als ein Mitglied schwer verletzt wird, suchen sie Zuflucht auf einer abgelegenen Farm. Zu ihrer Erleichterung werden sie vom Besitzer Hershel (Scott Wilson) und seiner Familie freundlich empfangen. Der neue Unterschlupf scheint dazu noch vor den „Beißern“ gut abgesichert zu sein. Rick merkt jedoch schnell, dass Farmer Hershel ein dunkles Geheimnis in seiner Farm versteckt… und auch gruppenintern entstehen immer mehr Spannungen, welche das Überleben aller aufs Spiel setzen.

Und wieder das wichtigste zuerst: Die Zombies sind immer noch sehr hübsch und reizend (natürlich auf ihre ganz eigene, eklige Art). Man wartet jedoch sehr lange auf einen derart spektakulären Zombie-Angriff, wie man ihn z.B. in der Pilotfolge der ersten Staffel zu sehen bekam. Stattdessen werden alle Zombie-Statisten fair auf die Folgen verteilt. Pro Episode gibt es meist einen spektakulär verwesten „Boss-Beißer“ zu sehen. Doch gerade in der ersten Hälfte der Staffel wirkt dies meist nur als Mittel zum Zweck. Denn die Zombies sind hier oft nur Beiwerk.

In Wirklichkeit konzentriert sich die halbe Staffel auf die Charaktere und deren Beziehungen. Jeder Charakter findet sein Platz in der Gruppe, es bilden sich größere und kleinere Streitigkeiten, Romanzen, usw.. Der Versuch der Serie Tiefe zu verleihen ist gut gemeint, funktioniert jedoch nur mit großen Abstrichen. Gerade die ersten vier bis fünf Folgen schlürfen mindestens genauso langsam vor sich hin, wie die Zombies selbst. Es wird endlos diskutiert und geredet, und man fragt sich, wann es nun endlich mal ordentlich abgeht. Dieses Gefühl stellt sich gerade deswegen ein, da das „Drama“ in The Walking Dead sehr aufgesetzt und hölzern wirkt. Doch wenn man gerade schon kurz davor ist die Serie aufzugeben, explodiert die Handlung mit einer großen, unerwarteten und dramatischen Wendung.

Rechtzeitig zur Staffelmitte kommt nun alles ins Rollen, und die Ereignisse überschlagen sich. Letztendlich hat das langsame Anrollen der Handlung sogar etwas gut getan, denn jetzt ist man voll drin. Das Finale ist in Sachen Intensität nun auch das spektakulärste, was The Walking Dead bis dato zu bieten hatte, und macht definitiv Lust auf mehr.

Ansonsten behält die Serie seine kleinen Macken, wie zum Beispiel die etwas körnigen Dialoge, oder leicht nervige Charaktere. Doch auch hier macht Staffel 2 es einen Tick besser, und lässt einige Zuschauerlieblinge herauskristallisieren (allen voran der mies gelaunte, aber ultrasymphatische „Daryl“, gespielt von Norman Reedus).

Fazit

Es bleibt zu sagen, dass (trotz eines öden Starts) Staffel 2 nochmal eine Schippe drauflegt, und allgemein einfach tiefer und einbeziehender ist, als die sehr kurze Pilotstaffel. Wer The Walking Dead im Binge-Watch-Modus durchschaut, wird spätestens hier in die Serie eintauchen.

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