Review: The Walking Dead – Staffel 5

Ein Kampf gegen die Langeweile

Ein Poster von The Walking Dead Staffel Fünf

Alles hat irgendwann ein Ende… außer The Walking Dead. Tatsächlich ist die Comicvorlage eine endlos lange Endzeitgeschichte, deren Schluss so weit entfernt ist, wie Rick von einer Vollrasur (*hust*).

Nachdem sich unsere Gruppe von Hauptcharakteren unter ausweglosen Umständen in der Schein-Zuflucht „Terminus“ wiedervereint, tüfteln sie schon an einem gewagten Fluchtplan. Denn auch die Bewohner von Terminus fressen Menschen, ganz ohne Zombies zu sein. Die skrupellose Carol (Melissa McBride) lief als einzige nicht in die Falle der Kannibalen. Ihr Plan: Terminus abfackeln und Rick (Andrew Lincoln) uns seine Freunde zu befreien. 

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Wem die Inhaltsangabe etwas knapp vorkam, das ist der Plot der ersten Folge. Die hat’s auch in sich. Mit einem rasanten Tempo, schockierender Brutalität und einer Priese Emotionen, ist es ohne Frage die beste erste Folge seit der ersten Staffel.

Aber wie geht es weiter? Zäh. Wie schon gegen Ende der vierten Staffel langsam aber sicher die Luft entwich, schafft es Staffel 5 gerade mal bis zur zweiten/dritten Folge. Die Charaktere sind wieder in der endlosen apokalyptischen Wildnis verloren, die offensichtlich nur aus normalem Mischwald und paar Landstraßen besteht. Aber nicht nur die Charaktere sind verloren, auch die Handlung weis nicht so recht, in welche Richtung es zur Spannung geht. Stattdessen werden einige Subplots angerissen, paar neue Charaktere vorgestellt (darunter Seth Gilliam als Geistlicher Gabriel), aber es fehlt einfach an einer interessanten Grundhandlung, wie es sie zum Beispiel in Staffel 3 gab.

Selbst die Darsteller haben keine Angst mehr vor Zombies

Leider stellt sich nach 50 Episoden The Walking Dead auch eine unangenehme Routine ein. Die „Beißer“ wirken mittlerweile nur noch wie bemitleidenswerte „Schlurfer“, die erst gefährlich werden, wenn sie sich in 30-facher Überzahl befinden. Es ist immer das selbe: Beißer kommt angehumpelt, Rick steckt ihm schnell ein Messer in den Kopf, der Beißer gurgelt noch bisschen und ist tot. Oder Daryl schießt einen Pfeil in den Kopf, und zieht ihn wieder raus. Es ist natürlich nachvollziehbar, dass die Umwelt die Hauptcharaktere abgehärtet und stumpf gemacht hat, aber auch der Zuschauer fühlt kaum noch die Gefahr. Zu Beginn der Serie war diese noch ständig präsent, jetzt wird es nur noch bedrohlich, sobald andere, böse gesinnte Menschen den Weg der Gruppe kreuzen.

Auf jede „Metzelfolge“ kommen, wie bei The Walking Dead üblich, auch ein bis zwei „Charakterepisoden“. Normalerweise waren diese immer etwas unbeliebt, doch mittlerweile bieten sie eine Erleichterung gegenüber den immer selben Zombieangriffen.

Teufelskreis

Wie auch schon bei Staffel 3 und 4, wurden die 16 Folgen von Staffel 5 in zwei Blöcken ausgestrahlt. Die erste Hälfte endete mit einem bösen Schock, und man war nun also trotzdem gespannt, wie es wohl weitergeht. Glücklicherweise findet die Staffel mit Beginn der zweiten Hälfte endlich ihren Kurs… wenn auch viel zu spät. Die eingeschlagene Richtung ähnelt zwar ziemlich stark den Ereignissen aus Staffel 3 (Woodbury), und es wirkt so, als sei die Handlung von The Walking Dead in einem endlosen Teufelskreis gefangen. Abgesehen davon, wird die Serie nun trotzdem einigermaßen interessant.

Sowie man dem Finale immer näher entgegenkommt, werden alte Stärken der Serie endlich wiederbelebt. Raue Action, unvorhersehbare Wendungen, und wieder ein Cliffhanger, der einen auf Staffel 6 warten lässt.

Fazit

Auch wenn Staffel 5 gegen Ende noch mühselig die Kurve bekommt, gerät The Walking Dead etwas aus der Hand. Man verlässt sich zu sehr darauf, dass die Fans ihre ins Herz geschlossenen Charaktere unterstützen und somit mitfiebern… auch wenn die Handlung keine wirklich neuen Einfälle zu bieten hat (ausgenommen das willkürliche und schockierende Ableben von Hauptcharakteren). Wenn die Serie in Zukunft immer noch mit den großen Konkurrenten (Game of Thrones, usw.) mithalten will, dann müssen neue Einfälle her. Ansonsten ist bald nur noch der innerste Fankreis übrig.

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