Vorschau-Kritik: Beforeigners – Mörderische Zeiten – Staffel 1

Fantasy mit Bildungsauftrag
Spoilerfrei!
Lesedauer: 3 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Kritik "Beforeigners"
  • Ab dem 14. März wird die norwegische HBO-Serie 'Beforeigners' in der ARD-Mediathek verfügbar sein. Wir haben schonmal erste Blicke in die neuen Folgen riskiert. Ob die Fantasy-Serie mit Bildungsauftrag was taugen könnte, erfahrt ihr hier. Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht’s Was passiert, wenn plötzlich Menschen aus der Vergangenheit auftauchen? Höhlenmenschen, Wikinger oder Bürgerliche aus dem 19. Jahrhundert: Sie alle müssen sich mit der Situation zurechtfinden… und die Gesellschaft der Gegenwart muss das auch. Einige Jahre vergehen, die Welt hat sich an Zeitmigranten weitestgehend gewöhnt, hadert aber noch an einigen Stellen mit der stetig wachsenden Zahl an Neuankömmlingen. Das gemischt-temporale…
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  • Staffelstart: 13.03.2021
    Episoden: 6
    FSK: 16
    Genre: , ,
    Showrunner: ,
    Besetzung: ,
    Bildrechte: HBO Nordic
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Ab dem 14. März wird die norwegische HBO-Serie 'Beforeigners' in der ARD-Mediathek verfügbar sein. Wir haben schonmal erste Blicke in die neuen Folgen riskiert. Ob die Fantasy-Serie mit Bildungsauftrag was taugen könnte, erfahrt ihr hier.

Darum geht’s

Was passiert, wenn plötzlich Menschen aus der Vergangenheit auftauchen? Höhlenmenschen, Wikinger oder Bürgerliche aus dem 19. Jahrhundert: Sie alle müssen sich mit der Situation zurechtfinden… und die Gesellschaft der Gegenwart muss das auch. Einige Jahre vergehen, die Welt hat sich an Zeitmigranten weitestgehend gewöhnt, hadert aber noch an einigen Stellen mit der stetig wachsenden Zahl an Neuankömmlingen. Das gemischt-temporale Ermittlerduo, zusammengesetzt aus der aus der Wikingerzeit stammenden Alfhildr (Krista Kosonen) und Lars (Nicolai Cleve Broch), versuchen nun einen Mord, der im engen Zusammenhang mit den Zeitmigranten steht, aufzuklären. Um das zu schaffen, müssen viele Hürden und Vorurteile überkommen werden.

Der Pathologe (Øystein Røger, re.) hat einen überraschenden Hinweis für Lars Haaland (Nicolai Cleve Broch) und Alfhildr (Krista Kosonen).

Lohnt es sich?

Man muss schon sagen: die Idee ist echt spannend. Gesellschaftlich aktuelle Probleme wie die Flüchtlingskrise oder Cultural (oder eher dann Temporal?) Appropriation werden hier angesprochen und es fühlt sich an, als dass man nahezu an der Hand genommen wird. Es werden im Schritttempo nochmal in komplett neuem Kontext diese Themen erklärt. Wer weiß… vielleicht verstehen ja Leute dann, warum die Begründung „mein Verein ist nicht rassistisch, wir haben eine Schwarze Person als Mitglied“ nicht valide ist.

Wie die Hauptperson und frische Polizistin Alfhildr diese Situationen wahrnimmt, in denen sie bei der Polizei als Token vorgeführt oder sie Zeugin wird, wie Menschen aus der Gegenwart, sich anderen Zeiten zugehörig fühlen wollen, bringt die Schauspielerin Krista Kosonen sehr gut herüber – und das kriegt sie ganz ohne Worte hin. Die kulturellen (oder temporalen) Unterschiede zwischen den beiden Kolleg:innen werden witzig und pointiert in die Handlung mit eingebracht. Aber auch andere Probleme wie Mobbing am Arbeitsplatz und Traumabewältigung werden angesprochen, ohne dabei aufdringlich zu wirken. Dennoch geben sie der Serie ihren ernsten Touch.

Polizeikommissar Lars Haaland (Nicolai Cleve Broch) und seine multitemporale Kollegin Alfhildr (Krista Kosonen) befragen Ankömmlinge. Bild: HBO Nordic/ Kristoffer Eliassen

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…oder nich‘.

Wer sich jetzt aber denkt, die Serie erfüllt Dark oder Babylon Berlin – Standards, den müssen wir leider enttäuschen. Ja, die Idee ist gut, die Charaktere sind sehr sympathisch, aber irgendwie fühlt sich die Serie nicht komplett an. Das liegt einmal daran, dass das große Mysterium, also warum diese Menschen überall auftauchen, nicht wirklich im Mittelpunkt steht. Das ist eher der Status-Quo, in den die Handlung eingebettet ist. Dazu kommt, dass die Farben nicht schön herauskommen. Mit all dem aufwendigen Kostümdesign würde man sich mehr Fokus auf die allgemeine farbliche Optik legen. Zwar ist der Inhalt authentisch und Wikingerfans kommen hier auf ihre Kosten, aber all dieser Aufwand kommt nicht raus, wenn die Farben blass wirken. Augenscheinlich heroische Momente gehen dadurch verloren und die Menschen auf dem Bildschirm sehen unspektakulär und verkleidet aus.

Was leider auch negativ ins Gewicht fällt, ist der Mangel an Diversität. BIPoC sind gar nicht erst Teil des Hauptcastes und diejenigen, die eine Rolle haben, sind entweder nur oberflächlich portraitiert… oder böse. Von einer Serie die sehr offensichtlich soziale Spannungen in der Gesellschaft aufgreifen möchte, könnte man sich in die Richtung mehr erwarten. Und nein, temporale Diversität zählt nicht.

Vor über 1000 Jahren: Urd (Ágústa Eva Erlendsdóttir) kämpft als Wikinger-Kriegerin gegen die Christen. Bild: HBO Nordic

Fazit:

Ist eine Chance wert!

Alles in allem kann ich die norwegische Serie aber weiterempfehlen. Zwar hat sie eine eher langweilige Optik, aber die Idee, die Hauptcharaktere und die vielen Infos um Wikinger (wenn man Wikinger denn mag) lohnen einen Blick in die HBO Serie. Also wer ihr eine Chance geben möchte, kann mal eine Pause von Netflix und Co. nehmen und am 13. März um 23:40 im Ersten einschalten, oder einfach in der Mediathek am nächsten Tag reinschauen.

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