TOP 9

Die besten Non-Horror Found-Footage-Filme

ALLES ECHT, VERSPROCHEN!

Found Footage ist gleich Horror? Wir haben uns nach Found Footage Filmen umgesehen, die nicht darauf aus sind, Angst und Schrecken zu verbreiten. Zwar ist das nicht sehr üblich, aber umso spannender, wenn Filmemacher:innen ein Stilmittel mal anders verwenden. Hier die Top neun Filme, die – aus unterschiedlichen Gründen – lohnen.

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#KebabimKino #Arthaus #Cronenberg

9 Open Windows (2014)

  • Genre: Thriller, Techno-Thriller
  • Regie: Nacho Vigalondo
  • FSK: 16

Worum geht’s?

Der Computer- und Internet-begeisterte Nick (Elijah Wood) ist enttäuscht, als das gewonnene Treffen mit seiner Lieblingsschauspielerin Jill Goddard (Sasha Grey) abgesagt wird. Als ihn ein mysteriösen Hacker namens Chord kontaktiert und ihm Überwachungsmaterial, das mit Jill Goddard in Verbindung steht, zuschickt, ist Nick nicht begeistert, aber auch nicht abgeneigt. Doch es kommt natürlich, wie es kommen muss und nach kurzer Zeit ist Nick ganz tief in ein gefährliches Netz aus Spionage und Überwachung verstrickt…

Warum du ‚Open Windows‘ sehen solltest

Open Windows steht in einer ganz besonderen Tradition innerhalb des Found-Footage-Genres und hat diese eigentlich begründet: der Desktop-Film. Die gesamte Handlung wird dadurch erzählt, dass wir sehen, was auf dem Computer des Protagonisten zu sehen ist. Durch verschiedene offene Fenster entsteht so ein starkes Nebeneinander verschiedener Ebenen. Neben Videoaufnahmen und Videotelefonaten werden Suchanfragen, Chats und Ähnliches eingebaut. Open Windows ist zwar kein Meisterwerk, rein filmisch nur Mittelmaß. Aber als erster Film, der diese Art des Found-Footage vorführt, ist er dennoch ein sehr spannendes Stück Filmgeschichte und durchaus die Filmlektüre wert!

8 Chronicle – Wozu bist Du fähig? (2012)

  • Genre: Sciene-Fiction, Jugend-Drama
  • Regie: Josh Trank
  • FSK: 12

Worum geht’s?

Die drei Teenager Andrew (Dane DeHaan), Matt (Alex Russell) und Steve (Michael. B Jordan) entdecken eines Nachts ein merkwürdiges leuchtendes Objekt, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Am nächsten Tag sind sie sich nicht mehr ganz sicher, was eigentlich passiert ist. Doch irgendetwas hat sich mit ihnen verändert…

Warum du ‚Chronicle – Wozu bist Du fähig‘ sehen solltest

Was in der Tristesse der jugendlichen Depression anfängt, wächst sich schnell zu ganz großkalibrigen Sci-Fi aus. Chronicle setzt die gefunden Optik der Bilder, die übrigens auch in den „normalen“ Szenen aufwändig nachträglich erzeugt wurde, ein, um die unmöglichen Geschehnisse realer erscheinen zu lassen. Das Ergebnis ist aber nicht nur für Filmtricks sehenswert, sondern auch, um der Geschichte über jugendliche Gefühlsirrungen und -wirrungen, Wut, Freund- und Feindschaften willen, die durch übernatürliche Elemente nur um ein Vielfaches vergrößert werden.

7 Searching (2018)

Worum geht’s?

David Kim (John Cho) sorgt seit dem Tod seiner Frau allein für seine Tochter Michelle (Michelle La), die für ihn nun umso wichtiger geworden ist. Als sie eines morgens verschwindet, vermutet die Polizistin Vick (Debra Messing), sie sei wahrscheinlich weggelaufen. Doch daran kann David nicht glauben und beginnt die Suche nach seiner Tochter!

Warum du ‚Searching‘ sehen solltest

Wie auch Open Windows ist Searching ein Desktop-Film, der alle Ereignisse vermittelt, indem er wiedergibt, was auf dem Display des Protagonisten zu sehen ist. Das ist in diesem Falle ganz besonders sehenswert, weil der Film es sehr gekonnt versteht, durch diesen visuellen Effekt ein Gefühl von Dringlichkeit und Unausweichlichkeit zu erzeugen. Es geht hier weniger um die Erzeugung von Glaubwürdigkeit, sondern viel mehr um „Nicht wegklicken können“.

6 Tex Montana Will Survive (2015)

  • Genre: Comedy
  • Regie: Jeremy Gardner, Christian Stella
  • FSK: unbekannt

Worum geht’s?

Fernsehpersönlichkeit und vermeintlicher Survivalexperte Tex Montana (Jeremy Gardner) sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, dass seine Abenteuer in der Wildnis nur gestellt seien, dass er ein Hochstapler sei. Als ihm daraufhin der Sender kündigt und seine Sendung absetzt, ist Tex nicht nur in seiner Existenz bedroht, vor allem sieht er sich in seiner Ehre verletzt. Sein Plan: allein mit einer Kamera in die Wildnis und in der ultimativen Survival-Doku alle Zweifel ausräumen. Was kann da nur schiefgehen?

Warum du ‚Tex Montana Will Survive‘ sehen solltest

Aus drei Gründen solltet ihr reinschauen: Erstens ist es ein ganz seltener Fall, eine Found-Footage-Komödie! Das allein ist schon als Kuriosität sehenswert. Doch die taugt auch was. Denn zweitens versteht Tex Montana Will Survive es ganz ausgezeichnet, das uralte Prinzip der Komik des Scheiterns anzuwenden. Das peinliche Gehabe des Blenders Tex zu beobachten ist gleichermaßen komisch und unangenehm. Und drittens gibt es das unterhaltsame Low-Budget-Projekt in voller Länge umsonst bei Youtube! (Allerdings nur auf Englisch…)

5 Troll Hunter (2010)

  • Genre: Fantasy, Thriller, Monster
  • Regie: André Øvredal
  • FSK: 12

Worum geht’s?

Die drei Student:innen Finn (Hans Morten Hansen), Kalle (Tomas Alf Larsen) und Johanna (Johanna Mørck) wollen eine Dokumentation über den Bärenjäger Hans (Otto Jespersen) drehen. Als sie ihm in den Wald folgen, sind auf einmal Geräusche, Gebrüll und Krach zu hören. Die drei wissen erst nicht recht, was los ist. Dann rennt Hans ihnen plötzlich entgegen und schreit: Troll!

Warum du ‚Troll Hunter‘ sehen solltest

In der Ausgangssituation– drei Student:innen, die einen Film über etwas drehen wollen und dafür im Wald unterwegs sind, Filmmaterial, das im Nachhinein gefunden wurde– erinnert der Film an die Mutter aller Found-Footage-Filme Blair Witch Project. Doch Troll Hunter strickt aus diesen Fäden eine ganz andere Handlung. Der Film ist nicht vornehmlich seines beklemmenden Horrors wegen zu empfehlen (und auch nicht seiner Effekte wegen, das muss leider auch gesagt werden), sondern aufgrund seiner atmosphärischen Dichte und seinen geradezu existenziellen Glanzmomenten.

4 Cloverfield (2008)

  • Genre: Science-Fiction, Monster, Katastrophe
  • Regie: Matt Reeves
  • FSK: 12

Worum geht’s?

Eine Gruppe junger New Yorker schmeißen ihrem Freund Rob (Michael Stahl-David) eine Abschiedsparty vor seinem geplanten Umzug nach Japan. Es gibt eine Szene, als Robs Exfreundin Beth (Odette Yustman) ihren neuen Freund mitbringt. Doch als ein vermeintliches Erdbeben zu spüren ist und der Strom ausfällt, ist das Thema schnell vergessen und der Abend nimmt eine ganz andere Richtung…

Warum du ‚Cloverfiled‘ sehen solltest

Weil es ein verdammt guter Film ist! Cloverfield nimmt die Idee des gefundenen Filmmaterials und treibt es als Prinzip an seine Grenzen. Als Zuschauer:in ist man hautnah an den immer unfassbareren Ereignissen. Dass dabei nie die Perspektive der Protagonisten verlassen wird, wir immer nur mit ihnen durch das Geschehen laufen und mit ihren Augen durch den Camcorder schauen können, macht die Größe und das Unausweichliche immer wieder drastisch klar.

3 Project X (2012)

  • Genre: Highschool, Comedy
  • Regie: Nima Nourizadeh
  • FSK: 16

Worum geht’s?

Highschooler Thomas (Thomas Mann) hat Geburtstag. Da seine Eltern übers Wochenende wegfahren, planen seine Freunde Costa (Oliver Cooper) und J.B. (Jonathan Daniel Brown) eine große Party für ihn zu schmeißen. Ihre Motive sind dabei nicht ganz uneigennützig, denn sie planen, die eigene Beliebtheit zu steigern. Spätestens als Thomas‘ Vater mit Tschechows Gewehr wedelt und die Jungen davor warnt, auf den Mercedes Acht zu geben, ist klar, dass die Party kein gutes Ende nehmen wird…

Warum du ‚Project X‘ sehen solltest

Project X ist evtl. der Highschool-Partyfilm. Hier passiert gar nicht so viel Anderes als in anderen Highschoolfilmen. Irgendwie viel Unangenehmes und viel Unangebrachtes. Aber tatsächlich ist es das Arrangement des „echten“ Filmmaterials, das etwas Besonderes daraus macht. Durch die simulierte Echtheit schafft der Film es tatsächlich, ein kleines Stück über die bekannten Grenzen und das geradezu Formelhafte der immer gleichen Highschoolfilme hinauszuwachsen.

2 District 9 (1980)

  • Genre: Science-Fiction, Action, Dystopie, Drama
  • Regie: Neill Blomkamp
  • FSK: 16

Worum geht’s?

Johannesburg im Jahre 1982: ein gigantisches Raumschiff taucht unheilverkündend über der Stadt auf. Erst passiert nichts weiter. Als aber eine Forschungseinheit das Raumschiff betritt, finden sich darin Millionen außerirdische Wesen. Die unterernährten Kreaturen sind fern von den bedrohlichen Überwesen, die man erwarten würde. Einige Jahre später, die Aliens sind inzwischen heimisch in Südafrika, sind die Spannungen zwischen den Menschen und den Aliens gewaltig und geprägt von Rassismus und Gewalt. Im Auftrag des Waffenherstellers Multinational United soll Wikus van de Merwe (Sharlto Copley) das Camp der Aliens an einen neuen Ort verlegen. Die Begegnung mit den Außerirdischen wird für Wikus jedoch nachhaltige Folgen haben…

Warum du ‚District 9‘ sehen solltest

Zugegeben, es handelt sich nicht um einen reinen Found-Footage-Film. District 9 mischt immer wieder klassisch gefilmte Spielszenen mit pseudo-echten Interviews, Nachrichtenbeiträgen und „gefundenen“ Aufnahmen des Geschehens. Er hat sich dennoch diesen hohen Platz auf unserer Liste verdient, weil diese Mischung ganz essentiell für das Gelingen des Films ist. Erst durch die beschriebene Verschränkung der filmischen Sichtweisen und den meisterhaften Umgang mit der gefunden Optik, wird der Film zu Science-Fiction von Weltformat. Die hochpolitische Auseinandersetzung mit sozialen Fragen nach Gleichheit, Gerechtigkeit und Menschlichkeit, die District 9 verhandelt, wirken erst durch die Nähe, die das gefundene Material erzeugt, so richtig und nachhaltig.

1 End of Watch (2012)

  • Genre: Action, Thriller, Drama
  • Regie: David Ayer
  • FSK: 16

Worum geht’s?

Los Angeles der Gegenwart – eine Stadt voller Kriminalität und sozialen Unruhen. Die beiden Polizisten Brian Taylor (Jake Gyllenhaal) und Mike Zavala (Michael Peña) sind Partner und gute Freunde. Nachdem sie in einen Schusswechsel verwickelt waren, beginnen sie für ein universitäres Forschungsprojekt damit, ihre tägliche Arbeit aufzuzeichnen und ihren Alltag zu dokumentieren.

Warum du ‚End of Watch‘ sehen solltest

Es ist in gewissem Sinne das Versprechen aller Filme auf dieser Liste, dass das Gezeigte ganz besonders wahr ist. End of Watch treibt dieses Versprechen jedoch mit geradezu ethnologischer Ausführlichkeit auf die Spitze. Das Mittel des „gefunden“ Materials wird kombiniert mit dem vermeintlichen Alltag der Polizisten, um maximal nah an das Untersuchungsobjekt heranzukommen. Im Zentrum steht weniger die Handlung, als viel mehr das Beobachten selbst. Eine sehr lohnende Kinoerfahrung, die das Medium des erzählenden Films auf seine Grenzen hin abklopft.

Wie ist deine Meinung zum Found-Footage-Genre? Schreib uns in den Kommentaren!

Topliste vom 13. Dezember 2021

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