Kritik: Squid Game – Staffel 1

Das reinste Kinderspiel
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Kritik: "Squid Game - Staffel 1"
    © Netflix (2021)
  • Der Überraschungs-Hit 'Squid Game' vom Regisseur Hwang Dong-hyuk schlug bereits nach kürzester Zeit auf Netflix ein wie eine Bombe. Ist der Hype um die südkoreanische Serie im Battle Royal Stil gerechtfertigt oder sind das nur billige Spielereien? Wenig Zeit? Zum Fazit! Es ist nur ein Spiel! Das Leben ist wahrlich kein Spiel für Seong Gi-hun (Lee Jung-jae). Verarmt und hochverschuldet möchte er seine Mutter und seine Tochter aus einer geschiedenen Ehe unterstützen. Dass er dafür nicht von Glücksspielen die Finger lassen kann, hilft der Situation nicht weiter. Als er nach einem weiteren niederschmetternden Tag auf den Zug wartet, setzt sich ein gut gekleideter Mann zu ihm. Dieser schlägt ihm ein Spiel für Kinder vor. Wenn Gi-hun gewinnt, bekommt er etwas Geld. Wenn nicht, darf ihm der Mann eine Ohrfeige verpassen. Nach mehreren gescheiterten Spielen gewinnt Gi-hun endlich das Geld, worauf ihm der Mann einen hohen Gewinn anbietet. Er müsse lediglich an einen bestimmten Treffpunkt kommen und an paar Kinderspielen teilnehmen. Völlig verzweifelt willig er ein und kommt zum vereinbarten Treffpunkt. Dort steigt er in den Wagen – und wird sogleich betäubt. Als er aufwacht, findet er sich an einem unbekannten Ort wieder mit hunderten von anderen Spielern. Allesamt sind wie er: Verzweifelt, hochverschuldet und sehen das als ihre letzte Chance. Umso überraschender ist es für ihn, als er seinen alten Kinderfreund Cho Sang-woo (Park Hae-soo) trifft. Dieser hatte studiert und müsste eigentlich erfolgreich sein. Dennoch hat er sich aus irgendeinem Grund auf diese Spiele eingelassen. Doch kaum haben sie sich getroffen, schon kommt das Einschreiben und gleich danach das erste Spiel: Rotes Licht, grünes Licht, bei dem sich die Teilnehmer nur bewegen dürfen, wenn die Roboterpuppe am anderen Ende des Raumes nicht hinsieht. Kinderspiel, kennt man ja noch von früher. Da kann man auch ein bisschen lockerer spielen. Und schon ist der erste Schuss gefallen - buchstäblich! Übrigens: jetzt Podcast zur Serie anhören https://www.youtube.com/watch?v=vt5r3pNBLos Lecken bis zum Ziel Die einfachste Regel: Wer verliert stirbt! Als lebensgefährliches Spiel reiht sich Squid Game u.a. in Ränge von Die Tribute von Panem und Battle Royal ein. Was sich hier jedoch zu Gunsten von Squid Game unterscheidet, ist sein Einfallsreichtum und seine Unberechenbarkeit. Jede dieser vermeintlichen Kinderspiele und ihr genauer Ablauf, sowie ihre bizarren Kulissen sind eine Überraschung – sowohl für die Mitspieler:innen als auch die Zuschauer:innen. Das lässt viele Faktoren offen: Welche Teams soll man bilden? Spielt die Reihenfolge eine Rolle? Wie aggressiv soll man gegenüber den anderen Spielern sein? Können mehrere gewinnen? Dies bringt viel Variation in ein Szenario, dass sich häufig auf ein Alle-gegen-alle-Spiel runterbrechen lässt. Schlussendlich sind die Aufgaben recht simpel. Man rennt von A nach B, springt von Platte zu Platte und leckt sich durch Süßigkeiten. Normalerweise sind es Spiele, die man in der Kindheit gespielt hat – nur mit dem Unterschied, dass die ganze Zeit eine Knarre auf die Spieler:innen gerichtet ist. Und genau das macht es so herrlich bizarr. Werbung Leben am Abgrund – eine Doku Doch richten wir unser Augenmerk auf die eigentlich Partizipient:innen der Spiele. Aus den hunderten von Spielern kristallisiert sich vor allem eine Gruppe Teilnehmer mit unterschiedlichen Herkünften und Motivationen heraus, die wir genauer kennenlernen. Da wäre zum Beispiel Kang Sae-byeok (Jung Ho-yeon), die mit ihrem Bruder aus Nordkorea geflüchtet ist, oder auch der pakistanische Immigrant Ali Abdul (Anupam Tripathi), der seine Frau und Kind versorgen möchte. Besonders auffällig ist der freundliche alte Mann Oh Il-nam (Oh Young-soo), der an einem Hirntumor leidet und noch einmal die Erinnerungen seiner Kindheit aufleben lassen möchte. Gemeinsam mit dem heiteren Gi-hun und dem ernsten Sang-woo bilden sie eine starke Gruppendynamik. Vor allem fällt auf, dass der Aufenthaltsort immer mehr einem Schulhof ähnelt. Die Teilnehmer verbringen Zeit miteinander, bilden Freundschaften und müssen sich gegen "Schläger" wehren, vor allem gegen den soziopathischen Gangster Jang Deok-su (Heo Sung-tae) und seinen Handlangern. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto bewusster wird es den Anwesenden, dass sie immer noch ein Spiel spielen – und da gibt es Gewinner und Verlierer. Wo ist der wahre Tintenfisch-Horror? Bei dem Hype um Squid Game ging es vor allem um zwei Dinge: Die übermäßige Brutalität und die herausragende Gesellschaftskritik. Bei Ersterem muss man sagen, dass die Gewalt brutal, aber bodenständig ist. Menschen werden in Nahaufnahme erstochen, erschossen oder stürzen in den Tod und man sieht gelegentlich aufgeschlitzte Leichen. Es wird jedoch nie so brutal, dass es lächerlich wird. Stattdessen findet sich der wahre Horror im Zwischenmenschlichen. Es zeigt, wie schnell die Entmenschlichung erfolgen kann, und zu was der Mensch fähig ist, um zu überleben und zu gewinnen. "Hör mir gut zu. Ich bin kein Pferd. Ich bin ein Mensch." Seong Gi-hun in Squid Game Ob das nun die überragende Kapitalismus-Kritik ist, wie sie von vielen gerne bezeichnet wird, sei dahingestellt (dafür wird es doch zu dick aufgetragen), dennoch lässt sich ein gesellschaftskritischer Umgang klar erkennen. Ob nun selbstverschuldet oder nicht – die Serie zeigt, wie schnell man in eine ausweglose Situation rutschen kann. Was nämlich die 'Squid Games' im Vergleich zu den anderen Todesspielen auszeichnet, ist die Freiwilligkeit. Alle Spieler sind freiwillig gekommen und selbst danach können sie durch ein mehrheitliches Votum wieder gehen. Das bedeutet: Die Teilnehmer würden lieber für eine riesige Geldsumme an einem erniedrigenden Spiel auf Leben und Tod teilnehmen, als in ihr erbärmliches Leben zurückzukehren. Hier liegt der wahre Horror von Squid Game. Keine Ablenkung bei den Spielen! Die Spiele sind eine intensive und erschütternde Erfahrung – solange es bei den Spielen bleibt. Denn Squid Game hat die Angewohnheit, weitere Nebenhandlungen laufen zu lassen. Da wäre zum Beispiel Hwang Jun-ho (Wi Ha-joon), ein Polizist, der nach seinem verschwundenen Bruder sucht und sich dafür in die Spiele eingeschlichen hat. Gelegentlich wird man unsanft aus der Handlung geworfen, um Jun-ho zu folgen, der bizarre Aktivitäten im Hintergrund aufdeckt. Das trägt vielleicht zum Weltenaufbau bei, dennoch wirkt es ablenkend, zumal das nicht in eine Richtung führt. So ähnlich planlos geht es mit der Nebenhandlung um die geheime Organentnahme-Aktion einiger der Handlanger zu. Und je weniger wir über das lächerliche Auftreten der sogenannten VIP's gegen Ende reden, desto besser. Ebenso eigenartig sind einige der Wendungen. Auch wenn einige davon mehr oder weniger überraschend sind, fragt man wirklich, ob sie nötig waren und wie wahrscheinlich sie im Nachhinein tatsächlich sind. Gelegentlich wirkt es, als würde man zu stark auf die zweite Staffel hin arbeiten. Und das obwohl die erste Staffel an sich abgeschlossen wirkt. Man wird wohl sehen, ob diese Entwicklungen große Auswirkungen auf die zweite Staffel haben werden. Fazit: Ein erschütterndes Spiel des Lebens Wie weit würde man gehen, um der Aussichtslosigkeit zu entkommen? Auf diese Frage bietet Squid Game eine kreative, wie erschreckende Interpretation. Ein Setting, dass schon sehr häufig durchgespielt wurde, findet in der südkoreanischen Serie glücklicherweise eine neue Originalität. Dabei ist es vor allem der Kontrast zwischen den kindlichen Kulissen und der erschütternden Brutalität, mit der die Spiele abgehalten werden. Sowohl physisch als auch emotional kommen die Teilnehmer an ihre Grenzen und die Serie scheut nicht davor zurück, diese im gesamten Umfang darzustellen. Zwar kann man der Serie ein paar unnötig langgezogene Nebenhandlungen und einige fragwürdige Entscheidungen vorwerfen, doch der Gesamteindruck wird nicht sonderlich beeinflusst. Und auch wenn die Kapitalismus-Kritik zu dick aufgetragen ist, so hinterlässt die Serie dennoch einen bleibenden gesellschaftskritischen Kommentar. Man könnte auch sagen: Squid Game ist buchstäblich ein Gesellschaftsspiel!
    Kritik: Squid Game – Staffel 1
    Handlung
    80%
    Spannung
    90%
    Charaktere
    85%
    Tiefgang
    85%
    Visuelle Umsetzung
    80%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 17.09.2021
    Episoden: 9 in 1+ Staffeln
    FSK: 16
    Genre: , , , ,
    Showrunner:
    Besetzung: , , , , , , ,
    Bildrechte: Netflix 2021
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Stark
84%

Der Überraschungs-Hit 'Squid Game' vom Regisseur Hwang Dong-hyuk schlug bereits nach kürzester Zeit auf Netflix ein wie eine Bombe. Ist der Hype um die südkoreanische Serie im Battle Royal Stil gerechtfertigt oder sind das nur billige Spielereien?

Es ist nur ein Spiel!

Das Leben ist wahrlich kein Spiel für Seong Gi-hun (Lee Jung-jae). Verarmt und hochverschuldet möchte er seine Mutter und seine Tochter aus einer geschiedenen Ehe unterstützen. Dass er dafür nicht von Glücksspielen die Finger lassen kann, hilft der Situation nicht weiter. Als er nach einem weiteren niederschmetternden Tag auf den Zug wartet, setzt sich ein gut gekleideter Mann zu ihm. Dieser schlägt ihm ein Spiel für Kinder vor. Wenn Gi-hun gewinnt, bekommt er etwas Geld. Wenn nicht, darf ihm der Mann eine Ohrfeige verpassen. Nach mehreren gescheiterten Spielen gewinnt Gi-hun endlich das Geld, worauf ihm der Mann einen hohen Gewinn anbietet. Er müsse lediglich an einen bestimmten Treffpunkt kommen und an paar Kinderspielen teilnehmen. Völlig verzweifelt willig er ein und kommt zum vereinbarten Treffpunkt. Dort steigt er in den Wagen – und wird sogleich betäubt.

Als er aufwacht, findet er sich an einem unbekannten Ort wieder mit hunderten von anderen Spielern. Allesamt sind wie er: Verzweifelt, hochverschuldet und sehen das als ihre letzte Chance. Umso überraschender ist es für ihn, als er seinen alten Kinderfreund Cho Sang-woo (Park Hae-soo) trifft. Dieser hatte studiert und müsste eigentlich erfolgreich sein. Dennoch hat er sich aus irgendeinem Grund auf diese Spiele eingelassen. Doch kaum haben sie sich getroffen, schon kommt das Einschreiben und gleich danach das erste Spiel: Rotes Licht, grünes Licht, bei dem sich die Teilnehmer nur bewegen dürfen, wenn die Roboterpuppe am anderen Ende des Raumes nicht hinsieht.

Eine große Roboterpuppe steht mit dem Rücken zu einer Menschenmenge

Nur nicht von der Riesenpuppe erwischen lassen.

Kinderspiel, kennt man ja noch von früher. Da kann man auch ein bisschen lockerer spielen.

Und schon ist der erste Schuss gefallen - buchstäblich!

Übrigens: jetzt Podcast zur Serie anhören

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Lecken bis zum Ziel

Die einfachste Regel: Wer verliert stirbt! Als lebensgefährliches Spiel reiht sich Squid Game u.a. in Ränge von Die Tribute von Panem und Battle Royal ein. Was sich hier jedoch zu Gunsten von Squid Game unterscheidet, ist sein Einfallsreichtum und seine Unberechenbarkeit. Jede dieser vermeintlichen Kinderspiele und ihr genauer Ablauf, sowie ihre bizarren Kulissen sind eine Überraschung – sowohl für die Mitspieler:innen als auch die Zuschauer:innen. Das lässt viele Faktoren offen: Welche Teams soll man bilden? Spielt die Reihenfolge eine Rolle? Wie aggressiv soll man gegenüber den anderen Spielern sein? Können mehrere gewinnen? Dies bringt viel Variation in ein Szenario, dass sich häufig auf ein Alle-gegen-alle-Spiel runterbrechen lässt.

Schlussendlich sind die Aufgaben recht simpel. Man rennt von A nach B, springt von Platte zu Platte und leckt sich durch Süßigkeiten. Normalerweise sind es Spiele, die man in der Kindheit gespielt hat – nur mit dem Unterschied, dass die ganze Zeit eine Knarre auf die Spieler:innen gerichtet ist. Und genau das macht es so herrlich bizarr.

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Leben am Abgrund – eine Doku

Doch richten wir unser Augenmerk auf die eigentlich Partizipient:innen der Spiele. Aus den hunderten von Spielern kristallisiert sich vor allem eine Gruppe Teilnehmer mit unterschiedlichen Herkünften und Motivationen heraus, die wir genauer kennenlernen. Da wäre zum Beispiel Kang Sae-byeok (Jung Ho-yeon), die mit ihrem Bruder aus Nordkorea geflüchtet ist, oder auch der pakistanische Immigrant Ali Abdul (Anupam Tripathi), der seine Frau und Kind versorgen möchte. Besonders auffällig ist der freundliche alte Mann Oh Il-nam (Oh Young-soo), der an einem Hirntumor leidet und noch einmal die Erinnerungen seiner Kindheit aufleben lassen möchte. Gemeinsam mit dem heiteren Gi-hun und dem ernsten Sang-woo bilden sie eine starke Gruppendynamik. Vor allem fällt auf, dass der Aufenthaltsort immer mehr einem Schulhof ähnelt. Die Teilnehmer verbringen Zeit miteinander, bilden Freundschaften und müssen sich gegen "Schläger" wehren, vor allem gegen den soziopathischen Gangster Jang Deok-su (Heo Sung-tae) und seinen Handlangern.

Gi-hun (Lee Jung-jae) mit weiteren Teilnehmern bei den Kinderspielen

Gi-hun (Lee Jung-jae) war nicht klar, wie viel er tatsächlich für Geld tun würde.

Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto bewusster wird es den Anwesenden, dass sie immer noch ein Spiel spielen – und da gibt es Gewinner und Verlierer.

Wo ist der wahre Tintenfisch-Horror?

Bei dem Hype um Squid Game ging es vor allem um zwei Dinge: Die übermäßige Brutalität und die herausragende Gesellschaftskritik.

Bei Ersterem muss man sagen, dass die Gewalt brutal, aber bodenständig ist. Menschen werden in Nahaufnahme erstochen, erschossen oder stürzen in den Tod und man sieht gelegentlich aufgeschlitzte Leichen. Es wird jedoch nie so brutal, dass es lächerlich wird. Stattdessen findet sich der wahre Horror im Zwischenmenschlichen. Es zeigt, wie schnell die Entmenschlichung erfolgen kann, und zu was der Mensch fähig ist, um zu überleben und zu gewinnen.

"Hör mir gut zu. Ich bin kein Pferd. Ich bin ein Mensch."

Seong Gi-hun in Squid Game

Ob das nun die überragende Kapitalismus-Kritik ist, wie sie von vielen gerne bezeichnet wird, sei dahingestellt (dafür wird es doch zu dick aufgetragen), dennoch lässt sich ein gesellschaftskritischer Umgang klar erkennen. Ob nun selbstverschuldet oder nicht – die Serie zeigt, wie schnell man in eine ausweglose Situation rutschen kann. Was nämlich die 'Squid Games' im Vergleich zu den anderen Todesspielen auszeichnet, ist die Freiwilligkeit. Alle Spieler sind freiwillig gekommen und selbst danach können sie durch ein mehrheitliches Votum wieder gehen. Das bedeutet: Die Teilnehmer würden lieber für eine riesige Geldsumme an einem erniedrigenden Spiel auf Leben und Tod teilnehmen, als in ihr erbärmliches Leben zurückzukehren. Hier liegt der wahre Horror von Squid Game.

Keine Ablenkung bei den Spielen!

Die Spiele sind eine intensive und erschütternde Erfahrung – solange es bei den Spielen bleibt. Denn Squid Game hat die Angewohnheit, weitere Nebenhandlungen laufen zu lassen. Da wäre zum Beispiel Hwang Jun-ho (Wi Ha-joon), ein Polizist, der nach seinem verschwundenen Bruder sucht und sich dafür in die Spiele eingeschlichen hat. Gelegentlich wird man unsanft aus der Handlung geworfen, um Jun-ho zu folgen, der bizarre Aktivitäten im Hintergrund aufdeckt. Das trägt vielleicht zum Weltenaufbau bei, dennoch wirkt es ablenkend, zumal das nicht in eine Richtung führt. So ähnlich planlos geht es mit der Nebenhandlung um die geheime Organentnahme-Aktion einiger der Handlanger zu. Und je weniger wir über das lächerliche Auftreten der sogenannten VIP's gegen Ende reden, desto besser.

Maskierte Handlanger in rose Uniform

Bloß nicht von den Playstation-Masken täuschen lassen. Diese Handlanger haben ganz andere Spiele im Sinn.

Ebenso eigenartig sind einige der Wendungen. Auch wenn einige davon mehr oder weniger überraschend sind, fragt man wirklich, ob sie nötig waren und wie wahrscheinlich sie im Nachhinein tatsächlich sind. Gelegentlich wirkt es, als würde man zu stark auf die zweite Staffel hin arbeiten. Und das obwohl die erste Staffel an sich abgeschlossen wirkt. Man wird wohl sehen, ob diese Entwicklungen große Auswirkungen auf die zweite Staffel haben werden.

Fazit:

Ein erschütterndes Spiel des Lebens

Wie weit würde man gehen, um der Aussichtslosigkeit zu entkommen? Auf diese Frage bietet Squid Game eine kreative, wie erschreckende Interpretation. Ein Setting, dass schon sehr häufig durchgespielt wurde, findet in der südkoreanischen Serie glücklicherweise eine neue Originalität. Dabei ist es vor allem der Kontrast zwischen den kindlichen Kulissen und der erschütternden Brutalität, mit der die Spiele abgehalten werden. Sowohl physisch als auch emotional kommen die Teilnehmer an ihre Grenzen und die Serie scheut nicht davor zurück, diese im gesamten Umfang darzustellen. Zwar kann man der Serie ein paar unnötig langgezogene Nebenhandlungen und einige fragwürdige Entscheidungen vorwerfen, doch der Gesamteindruck wird nicht sonderlich beeinflusst. Und auch wenn die Kapitalismus-Kritik zu dick aufgetragen ist, so hinterlässt die Serie dennoch einen bleibenden gesellschaftskritischen Kommentar.

Man könnte auch sagen: Squid Game ist buchstäblich ein Gesellschaftsspiel!

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