Kritik: The Boys – Staffel 2

Superheld:Innen mal anders!
Spoilerfrei!
Lesedauer: 4 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Serie "The Boys" Staffel 2
    © Amazon Studios
  • Amazon Prime Video landete mit der ersten Staffel 'The Boys' einen echten Erfolg. Der Gegenentwurf zu den moralisch einwandfreien Held:Innen des MCUs begeisterte Kritiker:Innen und das Publikum weltweit. Ob die Geschichte rund um den Kampf der Boys gegen die schrecklichsten Superheld:Innen der Welt auch in der zweiten Staffel noch überzeugt, erfahrt ihr in unserer Kritik. Wenig Zeit? Zum Fazit! Keine Pause für die Boys Nach den turbulenten Ereignissen der ersten Staffel werden die des Kampfes müden Boys - Hughie (Jack Quaid), Mother’s Milk (Las Alonso), Frenchie (Tomer Capon), Weibchen/Kimiko (Karen Fukuhara) und Butcher (Karl Urban) - fälschlicherweise zu gesuchten Verbrecher:Innen…
    Kritik: The Boys – Staffel 2 tba
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    Handlung
    75%
    Schauspiel
    90%
    Dialoge
    80%
    Tiefgang
    75%
    Action
    80%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 04.09.2020
    Episoden: 16 in 2+ Staffeln
    FSK: 16
    Genre: , , ,
    Showrunner:
    Besetzung: , , , , , , , , , , , , ,
    Bildrechte: Amazon Studios
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Gesamtbewertung:

Gut
80%

Amazon Prime Video landete mit der ersten Staffel 'The Boys' einen echten Erfolg. Der Gegenentwurf zu den moralisch einwandfreien Held:Innen des MCUs begeisterte Kritiker:Innen und das Publikum weltweit. Ob die Geschichte rund um den Kampf der Boys gegen die schrecklichsten Superheld:Innen der Welt auch in der zweiten Staffel noch überzeugt, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Keine Pause für die Boys

Nach den turbulenten Ereignissen der ersten Staffel werden die des Kampfes müden Boys - Hughie (Jack Quaid), Mother’s Milk (Las Alonso), Frenchie (Tomer Capon), Weibchen/Kimiko (Karen Fukuhara) und Butcher (Karl Urban) - fälschlicherweise zu gesuchten Verbrecher:Innen erklärt. Währenddessen bekommt die Heldengruppe Seven, weiterhin angeführt vom Soziopathen Homelander (Antony Starr), Zuwachs in Form der Superheldin Stormfront, die die junge Meme-Generation für das Team des Konzerns Vaught begeistern soll. Der versucht die US-Regierung davon zu überzeugen, Superheld:Innen im Militär einzusetzen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, hat Butcher, nachdem er erfährt, dass seine Frau Becca nicht tot ist, sondern von Homelander an einem abgesicherten Ort festgehalten wird, noch ein persönliches Hühnchen mit dem „Helden“ zu rupfen.

Die Boys verstecken sich in ihrem Unterschlupf vor den Seven und Vaught.

Die Boys müssen sich nicht nur vor den Seven und Vaught, sondern auch vor der Regierung verstecken.

Held:Innen mit Ecken und Kanten

In einer von perfekten Superheld:Innen überfüllten Medienlandschaft war und ist The Boys nach wie vor eine aufregende Abwechslung. Den moralisch verkommenen und dadurch weitaus echter wirkenden Charakteren dabei zuzusehen, wie sie ihre Fähigkeiten in erster Linie für ihr eigenes Wohl einsetzen, macht Spaß, schockiert und regt das ein oder andere Mal zum Nachdenken an. Was Macht mit Menschen anstellt ist nur eines von mehreren Gedankenspielen, mit denen die Serie auf clevere Art und Weise spielt.

Probleme von heute in der Super-Edition!

Doch abseits des Katz-und-Maus-Spiels zwischen den Boys und den Seven hat die Serie mal wieder weitere Geschichten zu bieten, die sich mit dem aktuellen Zeitgeschehen befassen. Während man sich in Staffel Eins sehr mit sexuellem Missbrauch durch Prominente auseinandersetzte, knöpfen sich die neuen Folgen Themen wie Radikalisierung durch soziale Medien, drohenden Kriegen oder geheucheltem sozialen Engagement von Unternehmen vor. Das Einbinden solch aktueller Themen lässt The Boys angenehm frisch wirken und ist einer der Gründe, warum die Superheld:Innen-Serie mehr ist, als die nächste schicke Action-Serie.

Die emotional spannendste und mitreißendste Geschichte dreht sich um die kranke Vierecksbeziehung zwischen Butcher, Becca, Homelander und Stormfront. In deren Mittelpunkt steht Beccas und Homelanders aus einer Vergewaltigung hervorgegangener Sohn Ryan. Hat Ryan Superkräfte? Sinnt Butcher nur auf Rache an Homelander, oder auch gar an Ryan? Wie lange wird es Becca schaffen, Homelander im Zaum zu halten? Und was hat überhaupt Stormfront mit alledem zu tun? Diese und noch viele weitere spannende Fragen werden im Laufe der Staffel näher beleuchtet - mit zum Teil erschreckenden Antworten.

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Ist wirklich alles super?

Doch nicht alles an den neuen Folgen ist perfekt. Auch wenn die Staffel mehr Highlights bereithält, als einige Serie in ihrem ganzen Run, entwickelt sich alles doch vor allem in den ersten Folgen ein wenig schleppend. Einen Hauch zu lange hängt man als Zuschauer:In ein wenig hilflos in der Luft und fragt sich, wo The Boys einen hinführen möchte oder worum es eigentlich geht. Bitte nicht falsch verstehen: Es ist nicht schlimm, wenn die Handlung nicht vom ersten Moment an offensichtlich ist oder sich eine Serie Zeit für Etablierung jeglicher Art nimmt. Das sollte allerdings immer im entsprechenden Maß geschehen. Hier hätte The Boys ein wenig mehr Klarheit gutgetan.

Neue Charaktere, neue Abgründe!

In Sachen Charakterisierung macht die zweite Staffel Vieles richtig. Neuzugängen wie Stormfront wird ausreichend Zeit geschenkt, um sie innerhalb der doch schnell vorbeiziehenden acht Folgen zu einem vollkommen ausgereiftem Charakter zu machen. Die bereits aus der ersten Staffel bekannten „Guten und Bösen“ gewähren dem Publikum wiederum noch tiefere Einblicke in ihre verschrobene Psyche. Allen voran muss hier Homelander erwähnt werden, der in den neuen Folgen der Hit-Serie so viele tolle Szenen und Lines geschenkt bekommt, dass man sich an seinem Wahnsinn gar nicht sattsehen mag.

Antony Starr und Erin Moriarty in der Serie The Boys.

Vor Fans gibt sich Homelander (Antony Starr) freundlich, doch Starlight (Erin Moriarty) kennt sein wahres Gesicht.

Wie es zuvor vielleicht schon anklang, ist und bleibt Antony Starr, der den verkommenen Homelander spielt, das Highlight der Serie. Es ist unglaublich wie Starr es schafft, die Abgründe und Perversionen von Homelanders Gedankenwelt auf den Bildschirm zu zaubern. Mit seinem Schauspiel zieht Starr das Publikum sofort in seinen Bann und schafft es, so gut wie jedem seiner Co-Stars das Rampenlicht zu stehlen. Und das ist eine echt starke Leistung, gibt es in der gesamten Serie doch wirklichen niemanden, der eine schlechte Schauspielleistung abliefert.

Die Ladies regeln das!

Auch können Dominique McElligott als verbitterte Queen Maeve und Erin Moriarty als ehemals optimistische Heldin Starlight überzeugen. Trotz ihrer im Kern guten Absichten wurden und werden sie durch Homelander und Vaught ständig daran gehindert, wahre Heldinnen zu sein, was beide immer mehr verzweifeln lässt. Sowohl McElligott als auch Moriarty schaffen es, diese Desillusionierung und Resignation in Bezug auf das „wahre“ Superheld:Innen-Business gut auf die Bildschirme zu bringen.

Neben den beiden fällt vor allem Karen Fukuhara als tödliche Weibchen aka Kimiko besonders positiv auf, sorgt sie doch trotz ihrer stummen Rolle für einige der emotionalsten Szenen der neusten Staffel. Vaughts zynische Werbekampagne „Die Ladies regeln das!“ passt also eigentlich ganz gut.

Fazit:

'The Boys' - Staffel 2 setzt noch einen drauf!

Trotz einiger Längen und einem schleppenden Start kann die zweite Staffel The Boys wieder mit einer packenden Handlung, menschlichen Abgründen und überzeugenden Schauspielleistungen überzeugen. Von diesen Superheld:Innen bekommt man nicht genug.

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