8.1/10

Kritik: The Cuphead Show! – Staffel 2

EINE TASSE VOLLER ÄRGER

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Genres: Abenteuer, Animation, Komödie, Startdatum: 19.08.2022

Interessante Fakten für…

  • In der Originalfassung wird die Hölle als „Underworld“ bezeichnet, um die Eltern nicht zu verärgern. In der Audiodeskription wird die Hölle jedoch in einigen Episoden immer noch „Hölle“ genannt.

Kurze Kaffeepause und weitergehts: Die schrägen Abenteuer von Cuphead und Mugman gehen munter weiter. Weiß „The Cuphead Show“ weiterhin zu unterhalten oder eignen sich Tassen doch nicht als Serienprotagonisten?

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#FantasyFanatic #Comicserien #AfterCredit

Darum geht’s

Die Freundschaft mit der trickreichen Fräulein Kelch/Ms. Chalice (Grey Griffin/Franciska Friede) schien eine gute Gelegenheit zu sein, ein paar kostenlose Snacks zu ergattern. Doch der Plan geht schief und Tassilo/Cuphead (Tru Valentino/Alexander Merbeth) und Pottkopf/Mugman (Frank Todaro/Nils Rieke) enden im Gefängnis. Nun müssen die beiden Brüder aus dem Gefängnis rauskommen, bevor Opa Kessel/Elder Kettle (Joe Hanna/Achim Buch) etwas bemerkt, und Ms. Chalice zur Rede stellen. So können sie die Angelegenheit hoffentlich hinter sich bringen und sich endlich wieder in verrückte Abenteuer stürzen. Doch bei all dem dürfen sie eines nicht vergessen: Der Teufel (Luke Millington-Drake/Jörn Linnenbröker) ist immer noch scharf auf Cupheads Seele…

Tasse und Kelch

Nach nur einem halben Jahr geht es nun weiter mit der Serienadaption des Videospiels Cuphead. Und das passt auch vom Zeitpunkt her, denn kürzlich wurde die Videospielerweiterung Cuphead: The Delicious Last Course veröffentlicht, durch die auch Ms. Chalice sich zur Truppe hinzugesellt hat.

Chalice selbst ist ein interessante Figur, zumal sie absolut undurchschaubar ist. Mit Tanz und Gesang wickelt sie Leute um den Finger und bekommt so das, was sie will. Daher ist auch ihr Verhältnis zu Cuphead und Mugman fragwürdig. Hat sie tatsächlich Gefallen an den Brüdern gefunden oder nutzt sie diese nur aus? Oder beides? Ihre undurchsichtige Vergangenheit und Fähigkeit, sich in einen Geist zu verwandeln, bringt noch ein zusätzliches Mysterium ein, dass in Zukunft hoffentlich genauer erläutert wird.

Das nächste Level

Bereits mit der Einführung im Gefängnis merkt man, dass sie die Showrunner mehr zutrauen. Die Handlungsstränge werden ausgefallener und die Settings vielfältiger, sodass man die Brüder in immer absurdere Situationen stecken kann. Mal finden sich die Tassen in einer verwünschten Süßigkeitenwelt wieder und mal reisen sie mit einem Piratenkapitän über das Meer, damit dieser einem Seemonster seine Liebe gestehen kann.

Und auch die Abenteuer Zuhause, die bis jetzt ziemliche Dämpfer in der bisherigen Staffel waren, nehmen deutlich stärker Fahrt auf. So endet beispielsweise eine offene Haustür damit, das man mit einer deutschen Ratte mit militärischem Hintergrund um das Haus auf Leben und Tod kämpft. Sachen gibt’s!

Nicht Zuhause nachmachen, Kinder!

Wie am Setting haben die Showrunner auch beim Humor deutlich aufgedreht. Die Comedy ist in der zweiten Staffel auffällig schräger, heftiger und auch gemeiner geworden. Ähnlich wie in den alten Cartoons, bei denen sich die Charaktere heftige Wunden zufügen, ohne dass das bleibende Konsequenzen hat. Und tatsächlich passt der schwarze Humor zum quirligen Ton der Serie.

Dieser dunklere Humor spiegelt sich auch in den Charakteren wieder. Weniger überraschend ist es beim Teufel, der in seiner Wut andere Dämonen niederbrutzelt. Heftiger wird es jedoch bei ruhigeren Charakteren. Wenn beispielsweise Elder Kettle komplett durchdreht, nachdem ein bestimmtes Ereignis in seiner Vergangenheit aufgedeckt wird, wirkt das deutlich verstörender. Die Showrunner schaffen es hervorragend, Comedy mit Schockmomenten zu kombinieren.

The Mugman Show!

Mit der zweiten Staffel entpuppt sich auch der heimliche Star der Serie: Mugman. Der zuvor bedachte aber ängstliche Mugman durchlebt hier seine stärkste Charakterentwicklung. Er wird mutiger, entschlossener und auch unterhaltsam verrückter. Das kann sich auch ins Negative entwickeln, so auch wenn Mugman mal seine Ruhe haben will, doch auch so entwickelt er sich zur interessanteren Tasse.

Gleichzeitig erkennt man eine veränderte Dynamik zwischen den Geschwistern. Während Mugman eine tiefgründigere und vielschichtigere Persönlichkeit entwickelt, wird Cuphead immer egoistischer und rücksichtsloser. Man merkt, dass das Verhältnis der beiden immer einseitiger wird und es sich immer stärker auf Mugman Gemütszustand auswirkt. Man kann davon ausgehen, dass dieser Konflikt noch in Zukunft die Handlung antreiben wird.

Fortsetzung folgt?

Nachdem die Geschichte so langsam Fahrt angenommen hat, stellt sich nun die Frage: Entwickelt die Serie eine fortlaufende Handlung? Obwohl in der ersten Staffel die Auseinandersetzung mit dem Teufel ein fortlaufendes Thema war, war die meisten Episoden in sich abgeschlossen. In der zweiten Staffel ist die Angelegenheit jedoch verzwickter: Obwohl sich hier viel mehr andauernde Entwicklungen ergeben, ist nicht klar, ob diese fortgeführt werden, oder nur ein Teil einer abgeschlossenen Episode waren.

So werden beispielsweise Chalice’s geisterhafte Fähigkeiten demonstriert, jedoch nicht wirklich erklärt und es ist nicht klar, ob sie in Zukunft erklärt werden. Ähnlich geht es mit der Gefängnishandlung: Trotz dem großen thematischen Aufbau wird dieser Handlungsstrang nach dem Abschluss schnell wieder vergessen, bevor er viele Episoden später unerwarteter Weise wieder aufgenommen wird – nur um dann in der nächsten Episode wieder komplett vergessen zu werden.

Ebenfalls hat die zweite Staffel die Angewohnheit, bestimmte Episoden in einem dramatischen Moment abzubrechen, ohne diese in der nächsten Episode aufzulösen. Es dient als Schockmoment und erklärt nicht, wie die Tassenbrüder da wieder rauskommen. Wenn es um reine (schwarze) Comedy geht, wie in den alten episodischen Cartoons, dann ist es passend. Wenn man jedoch ein fortlaufendes Serienformat aufbauen möchte, wirken solche unerklärten Entwicklung leicht befremdlich.

Dennoch ist der Cliffhanger am Ende der zweiten Staffel mehr als passend – vom dramatischen und thematischen Standpunkt her.

Fazit

8.1/10
Stark
Community-Rating:
Handlung 7.5/10
Charaktere 8.5/10
Humor 8/10
Animation 8.5/10
Visuelle Umsetzung 8/10

Mit The Cuphead Show! – Staffel 2 drehen die Showrunner den Wahnsinn noch weiter auf! Die Cartoonserie um zwei verrückte Tassen wurde noch schräger, die Abenteuer noch umfassender und die Comedy noch heftiger. Man merkt einen deutlich schwärzeren Humor, ohne jedoch ins Böswillige abzudriften. Zudem wird die Dynamik zwischen Cuphead und Mugman stärker auf die Probe gestellt und es bleibt abzuwarten, wie sich das in der nächsten Staffel auswirken wird.

Und sobald sich die Drehbuchautoren entscheiden, ob sie eine serialisierte Handlung einführen wollen oder nicht, können wir gespannt abwarten, wie es um die Tassenbrüder geschehen wird.

Artikel vom 19. September 2022

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