8.2/10

Kritik: Sex Education

EIN LETZES MAL ZUM SEX-DOKTOR

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Genres: Komödie, Startdatum: 21.09.2023

Interessante Fakten für…

  • Das eindrucksvolle Haus, in dem Otis und seine Mutter leben, kann man mieten. Es liegt im Westen von England und ist über 100 Jahre alt. Für eine Übernachtung muss man tief in die Tasche greifen, vier Nächte kosten stolze 5247 Euro.
  • Die Serie wurde in Südengland und in Wales gedreht.
  • Der Darsteller von Eric, Ncuti Gatwa, wird den neuen Doctor in der britischen Kultserie „Doctor Who“ spielen.

Die Netflix-Produktion „Sex Education“ zählt zu den beliebtesten Serien des Streaming-Anbieters. Mit der vierten Staffel endet die Geschichte rund um die Schüler und Schülerinnen der Moordale-Secondary School. Bekommt die Serie einen würdigen Abschluss?

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#Potterhead #Animefan #Booklover

Darum geht’s

Neue Schule, neue Probleme: Otis (Asa Butterfield), Eric (Ncuti Gatwa) und Co. müssen ihr letztes Schuljahr am Cavendish College abschließen. Dort stellt Otis zu seinem Erschrecken fest, dass es bereits eine Sexualtherapeutin auf dem Campus gibt. Daneben vermisst er Maeve (Emma Mackey), die für ein Schülerprogramm in die USA gegangen ist. Wird sie wirklich wieder nach England zurückkommen? Eric sieht sich währenddessen in einem Konflikt zwischen seinem Glauben und seiner sexuellen Orientierung gefangen. Otis Mutter Jean (Gillian Anderson) hadert nach der Geburt ihrer Tochter mit ihrer Mutterrolle und Adam (Connor Swindells) hat der Schule endgültig den Rücken gekehrt. Wird er seinen beruflichen Weg finden und sich mit seinem Vater versöhnen?

Ein schmerzlicher Abschied

Wenn eine Serie nach mehreren Staffeln ein Ende findet, dann tut das weh. Es fühlt sich an, als würde man sich von einem guten Freund verabschieden. Im Falle der Netflix-Produktion „Sex Education“ ist der Abschied besonders schmerzlich. Nicht, weil das Ende nicht befriedigend wäre, sondern, weil man die bunte, unterhaltsame und warmherzige Serie vermissen wird, die einen wichtigen Beitrag für die Repräsentation von queeren Charakteren im Fernsehen geleistet hat und in Sachen Aufklärung mehr Wissen vermittelt hat als die meisten Bio-Lehrer und Lehrerinnen.

Nachdem die Moordale Secondary School nach den Skandalen der letzten Staffel endgültig schließen musste, setzten unsere liebgewonnenen Charaktere ihren Abschluss an einer neuen Schule, dem Cavendish College, fort. Und das ist keine gewöhnliche Schule: Es gibt Yoga-Kurse, geschlechtsneutrale Toiletten, eine autofreie Zone– und niemand verliert ein böses Wort über seine Mitschüler. Die bunte, woke Schule trifft den Puls der Zeit und die Themen, die vor allem die Gen Z beschäftigen.

Das Ganze wird auch mal ins Lächerliche gezogen, zum Beispiel als Otis für seine Sex-Therapie Flyer auf dem Campus verteilt, und diese von den Schülern sofort weggeschmissen werden, da sie aus Papier sind. Der im Rollstuhl sitzende Isaac wirft der Schule Doppelmoral vor. Während es Geld für Yoga-Kurse gibt, ist der Aufzug, auf den der Schüler angewiesen ist, oft kaputt.

Maeve (Emma Mackey) träumt davon, Schriffstellerin zu werden. Kann ihr neuer Lehrer Thomas Molloy (Dan Levy) ihr dabei helfen?

Wichtige Themen bekommen eine Bühne

Was Sex Education ausmacht, ist die Art und Weise, wie die Serie verschiedene Aspekte rund um das Thema Sexualität erzählt, mit Humor, und mit viel Feingefühl. Es gibt bisexuelle, homosexuelle, nicht-binäre, asexuelle Charaktere, deren Geschichten bislang kaum in der TV-Landschaft zu sehen waren.

Auch in dieser Staffel werden eine Reihe von wichtigen Themen behandelt. Jean Milburn, Sexualtherapeutin und Otis Mutter, findet sich nach der Geburt ihrer Tochter nur schwer in ihre Rolle als Mutter ein. Sie leidet an einer postpartalen Depression– ein Thema, das mit vielen Vorurteilen behaftet ist. Oftmals wird in Film und Fernsehen die Mutterrolle idealisiert und romantisiert – umso wichtiger ist es, das hier gezeigt wird, dass es viele Frauen gibt, die nach der Geburt in ein tiefes Loch fallen. Toxische Beziehungen, Trauer, die vielen Hürden, mit denen Transsexuelle konfrontiert werden, sind weitere Themen, die die Serie feinfühlig anpackt.

Die Charaktere entwickeln sich weiter

Was Fans an der Serie lieben, sind vor allem die schrägen, vielschichtigen und liebenswürdigen Charaktere. Einige Schauspieler haben die Serie verlassen, wie zum Beispiel die Darstellerinnen der Ola (Patricia Allison) und Lily (Tanya Reynolds). Doch da das Ensemble groß ist, sind die Weggänge zu verkraften. Auch Figuren, die ursprünglich nur als Love-Interest einer Hauptfigur angefangen haben, wie zum Beispiel Isaac, bekommen ihre eigene Geschichte und werden nicht vergessen.

Nach vier Staffeln wird deutlich, wie sich die Figuren im Lauf der Zeit entwickelt haben. Ein Beispiel ist Adam, der sich vom fiesen Mobber zum Fan-Liebling etabliert hat. In der vierten Staffel ist er frisch getrennt von Eric. Er nimmt sich Zeit für sich, ebenso Eric, der seine queere Identität weiter entdeckt. Die Message: Um sich weiterzuentwickeln, ist es auch mal wichtig, alleine zu sein. Und: Man braucht nicht in einer Beziehung zu sein, um glücklich zu sein.

Die Writer schrecken auch vor unbequemen Entscheidungen nicht zurück. Mancher Fan wird mit dem Ende der Geschichte nicht zufrieden sein. Ich jedoch schätzte es, dass die Serie auf die Realitätsschiene setzt, statt uns ein kitschiges Ende á la Hollywood zu zeigen. Das wäre der Serie nicht gerecht geworden – und das wahre Leben ist nun mal keine Hollywood-Romanze.

Fazit

8.2/10
Stark
Community-Rating:
Handlung 7/10
Humor 8/10
Schauspieler 8/10
Tiefgang 9/10
Emotionen 9/10
Details:
Showrunner: Laurie Nunn,
FSK: 16 Epiosden: 8
Besetzung: Aimee Lou Wood, Asa Butterfield, Connor Swindells, Emma Mackey, Gillian Anderson, Ncuti Gatwa,

Mit Sex Education geht eine der besten Netflix-Serien zu Ende. Mit viel Herz und Humor wurden vier Staffeln lang Themen rund um Sexualität behandelt und queeren Personen eine Stimme gegeben. Schräge und liebenswürdige Charaktere runden das Ganze ab. Eine Serie, die an Schulen im Sexualunterricht gezeigt werden sollte.

Artikel vom 30. September 2023

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