5.7/10

Kritik: Child of Kamiari Month

Kannas Reise in die Mittelmäßigkeit

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Genres: Abenteuer, Animation, Fantasy, Startdatum: 08.02.2022

Interessante Fakten für…

  • Der Film wurde mit drei Crowdfunding-Kampagnen finanziert.
  • Insgesamt soll der Film rund 500.000.000 ¥, was ungefähr 3.806.104 € entspricht, gekostet haben.

Mit dem Anime „Child of Kamiari Month“ versucht Netflix, Fans Ghibli-esker Geschichten vor den Bildschirm zu locken. Ob die magische Geschichte über die Teenagerin Kanna den großen Vorbildern gerecht werden kann?

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#ComingOfAge #Dramedy #BesterHobbyKoch

Darum geht’s

Seit ihre Mutter Yayoi (Ko Shibasaki/Kaya Marie Möller), ihres Zeichens passionierte Läuferin, verstorben ist, tut sich die 12-Jährige Kanna (Aju Makita/Josephine Martz) mit der Verarbeitung des Verlustes und dem ehemals gemeinsamen Hobby schwer. Als sich der Todestag jährt, wird Kanna nach dem Anziehen des alten Amuletts ihrer Mutter unerwartet in ein Geheimnis eingeweiht: Ihre Mutter war eine Nachfahrin der Götter und wurde mit der wichtigen Aufgabe betraut, das Festmahl für die alljährliche Götterversammlung vorzubereiten.

Diese Aufgabe kommt nun Kanna zu. Gemeinsam mit Shiro (Maaya Sakamoto/Josephine Schmidt), einem Geist in Kaninchen-Form, macht sie sich auf eine Reise quer durch Japan, um die Aufgabe ihrer Mutter zu erfüllen und sie bei der Götterversammlung vielleicht sogar wiederzusehen.

Ein Wettlauf gegen die Langeweile?

Child of Kamiari Month hat viele Zutaten, denen man in zahlreichen im Westen erfolgreichen Animes schon häufiger über den Weg gelaufen ist: starke Einbindung der Mythologie Japans, im Verlust und Trauer als emotionales Leitthema und eine starke, junge Protagonistin, Sidekicks inklusive. Theoretisch ist also alles da, um Netflix’ neusten Anime zu einem großen Erfolg werden zu lassen.

Doch nur weil man gute Zutaten hat, heißt das nicht, dass auch das Endprodukt gut wird. Und so ist es leider auch bei Child of Kamiari Month. Nach dem fast schon zu ausführlichen Einstieg wirkt das Einsammeln der göttlichen Gaben und das Erreichen des Ziels bis auf wenige Ausnahmen wie ein Abhaken von Stationen, das uns zu wenig Zeit zum Erleben der Welt und Charaktere lässt. Kannas innerer Kampf, ausgelöst durch den Tod ihrer Mutter, ist einer der spannendsten und besten Teile des Films, der stellenweise auch wirklich packt und berührt, schafft es aber allein nicht, den Film zu tragen. Dafür bleibt Kanna als Charakter auch viel zu eindimensional, was leider für den Großteil der Figuren gilt.

Child of Kamiari Month ist keinesfalls schlecht, aber wenn einem erstmal auffällt, wie viel besser Filme wie Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke und Co. sind, welche die gleichen oder ähnliche Zutaten nutzen und erzählen, wird es für Netflix’ Anime schwierig.

Denn dadurch – und hier wird es fast schon ein bisschen unfair für Child of Kamiari Month – wird man zwangsläufig auch mit den Anime-Giganten gemessen. Und hier kann der Film leider nicht mithalten und wirkt schlichtweg zu flach und generisch. Die anderthalb Stunden sind sicherlich keine verschwendete Zeit, den nächsten großen Wurf sollte man hier aber nicht erwarten.

Optisches Mittelmaß

Auch im Optischen setzt Child of Kamiari Month keine neuen Maßstäbe. Der Film sieht solide aus, hat stellenweise sogar sehr schöne Sequenzen, erinnert von der Optik her schlussendlich aber doch eher an eine durchschnittliche Anime-Serie. 

Der Detailgrad und die Brillanz des Bildes, die man von Werken wie Weathering With You von Makoto Shinkai kennt, sucht man hier aber vergebens. Und das ist in diesem Fall besonders ärgerlich, denn mit durchschnittlichen Animationen lässt sich eben nur schwer über durchschnittlichen Inhalt hinwegtrösten.

Fazit

5.7/10
Enttäuschend
Community-Rating:
Handlung 5.5/10
Emotionen 5.5/10
Tiefgang 5.5/10
Animation 6/10
Visuelle Umsetzung 6/10
Details:
Regisseur: Takana Shirai,
FSK: 0 Filmlänge: 99 Min.
Besetzung: Aju Makita, Ko Shibasaki, Maaya Sakamoto, Miyu Irino,

Child of Kamiari Month ist im wahrsten Sinne des Wortes Mittelmaß. Aus den richtigen inhaltlichen Zutaten macht der Anime-Film nicht viel und holt nur das Mindeste aus der an sich spannenden Prämisse raus. Das gleiche gilt für die Optik, die besonders im Vergleich mit den zuletzt erschienenen Anime-Filmen nicht mithalten kann und nur guter Durchschnitt bleibt. Hat man alles schon gesehen, nur leider besser.

Artikel vom 19. Februar 2022

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