Kritik: Palm Springs

Gefangen in der Hochzeitschleife
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Monate nach dem ursprünglichen Release schafft es 'Palm Springs' endlich auf deutsche Streamingdienste. Die Fantasy-Komödie lockt mit einer frischen Herangehensweise an das Zeitschleifenkonzept á la 'Täglich grüßt das Murmeltier'. Kann der Film neue Ideen liefern oder erleben wir nur eine weitere Zeitschleife einer Zeitschleife? Wenig Zeit? Zum Fazit! Worum geht's? Die Hochzeit von Tala (Camila Mendes) und Abe (Tyler Hoechlin) könnte perfekter nicht sein. Die gut gelaunten und zahlreichen Gäste lassen in der luxuriösen Hotelanlage die Seele baumeln, die Sonne reflektiert glitzernd auf dem Wasser der himmelblauen Pools und ein frisches eisgekühltes Dosenbier ist nie weiter als einen kurzen Handgriff entfernt. Ein Tag, von dem sich alle wünschen, dass er niemals endet..., oder?  Nicht ganz! Denn inmitten der himmlischen Hochzeitsidylle lernen wir Nyles (Andy Samberg) kennen, der für den Großteil der Hochzeitsgesellschaft nicht mehr als das uninteressante Anhängsel der Trauzeugin ist, womit er sich kaum mehr als eine Randposition auf der Hochzeit verdient. Doch das soll längst nicht sein größtes Problem sein: Denn Nyles steckt in einer Zeitschleife fest. Seitdem er sich spät in der Nacht nach der Trauung allein in eine geheimnisvoll leuchtende Höhle verirrte, erlebt er die Vermählung von Tala und Abe auf Dauerschleife. Das Besondere dabei: Nyles weiß selbst nicht mehr, seit wann diese Schleife bereits sein Lebensinhalt ist. 10, 100 oder vielleicht 1000 Wiederholungen? Wir erfahren darüber genauso wenig, wie er selbst sich daran erinnern kann. So hat er sich schon längst mit seiner Situation abgefunden und treibt motivationslos und mit einer ordentlichen Portion Zynismus durch die immer gleichen Menschen, Orte, Szenarien und Pools. Erst die Schwester der Braut Sarah (Christin Milioti), die mehr oder weniger zufällig in dieselbe Zeitschleife gerät, bedeutet eine einschneidende Veränderung für Nyles. Von nun an teilen die beiden ein gemeinsames Schicksal, suchen nach einem Ausweg aus ihrer Situation und lernen die jeweils andere Person mit der Zeit immer besser kennen. Werbung Lieben, ehren und achten... für alle Zeit. Die Grundstruktur von Palm Springs ist ein alter Hut. Der Protagonist gerät in eine Zeitschleife, durch die er einen Tag immer und immer wieder erlebt. Langsam beginnt er seine Umgebung auswendig zu lernen und interagiert mit ihr wie ein allwissender Hellseher, bis die ständige Wiederholung eine unvermeidbare Langeweile und Gefühle der Eintönigkeit hervorruft. Um dem temporalen Gefängnis schließlich zu entfliehen, beschließt er (nach der genretypischen Selbstmordreihe) die Schleife zu brechen. Obwohl dieses Konzept, das Täglich grüßt das Murmeltier in den frühen Neunzigern zum Status eines zeitlosen Klassikers verhalf, sich allmählich selbst wie eine Dauerschleife anfühlt, finden einige wenige Filme einen Weg, die Formel aufzufrischen. In den Spuren des Actionkrachers Edge of Tomorrow oder der großartigen Netflix-Serie Russian Doll möchte nun auch Palm Springs wandern, und sich dabei auf die komödiantischen Wurzeln der Idee zurückbesinnen. "Wir haben keine andere Wahl, als zu existieren. Also denke ich, dass es das Beste ist, einfach zu lernen, wie man das Leben erduldet." Nyles in Palm Springs Täglich grüßt die Genreschleife Dabei stützt sich der Film besonders auf zwei Veränderungen des Zeitschleifengrundrezeptes: Zum einen die Hintergrundgeschichte, von der wir als Publikum kaum etwas erfahren. Während wir von Täglich grüßt das Murmeltier Protagonist Phil (Bill Murray) viele Details wie Beruf, Charaktereigenschaften und einige weitere Eckpfeiler seiner Lebensgeschichte wissen, bleibt uns Nyles ein Geheimnis. Das Einzige, was wir mit Sicherheit sagen können: Er hat den Tag der Hochzeit so oft erlebt, dass er ihn bis in die letzte Kleinigkeit verinnerlicht hat. Die Menschen, die Location, selbst die übertriebenen Moves der Gäste auf der Tanzfläche: Alles wird zu seiner Bühne, und das schon vor Beginn des Films. So erleben wir die kleinen Geheimnisse und Eigenheiten dieser Welt auch nicht durch seine Augen, sondern viel mehr durch Sarahs, die dadurch zur eigentlichen Identifikationsfigur und klassischen Protagonistin der Handlung wird. Dadurch, dass Sarah schließlich auch in die tückische Zeitschleife gerät, betritt sie mit uns zusammen Nyles Königreich, wodurch wir erst mehr über ihn und die Hintergründe der Hochzeit erfahren. Nicht nur in der Zeit verfangen In diesen zwei aufeinanderprallenden Perspektiven steckt der eigentliche Geniestreich und die zweite, frische Idee des Filmes. Eine herkömmliche Zeitschleifenhandlung stellt eine Figur in den Mittelpunkt des Geschehens und jagt diese anschließend durch endlose Wiederholungen desselben Tages. Das Konzept, zwei Reisende auf der einsamen Insel der Zeit stranden zu lassen, klingt vorerst wie eine kleine Veränderung, bewirkt jedoch eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Die Chemie zwischen Nyles und Sarah ist lebendig, urkomisch und verleiht dem Film eine unglaublich unterhaltsame Dynamik. Das liegt vor allem daran, wie beide Figuren angelegt sind. Nyles, der ein und denselben Tag schon gefühlt 1000 Mal erlebt hat, hat längst aufgegeben, einen Weg aus seiner Situation heraus und in ein normales Leben zurückzufinden. Stattdessen liegt der frustrierte und zynische Dauerurlauber nur noch auf einer aufblasbaren Schwimmmatte und lässt sich mit einem Dosenbier durch den Pool treiben. Nur Sarah, die nach ihrem verhängnisvollen Trip in die Zeitschleifenhöhle erst beginnt, sich in ihrer neuen Situation zu orientieren, bringt schließlich neuen Wind in Nyles Leben. Die Reibung, die zwischen dem alteingesessenen Zyniker und der entsetzten Sarah entsteht, führt zu zahllosen Szenen voller Charme und herzlichen, aber auch pechschwarzem Humor. Am stärksten wird Palm Springs jedoch, wenn es der Film schafft, aus dem Gegensatz der Charaktere nicht ausschließlich komödiantische Momente zu schaffen, sondern eine zartfühlende Liebesgeschichte über zwei Menschen zu erzählen, die nicht nur in der Zeit festzustecken scheinen. Schritt für Schritt werden wir weiter in Nyles und Sarahs Hintergrundgeschichte eingeweiht und Erfahren von ihren Verstrickungen in die (eventuell nur oberflächlich himmlische) Hochzeit. Je tiefer wir in die Geschichte eintauchen, desto mehr wird die Zeitschleife allmählich selbst zur Metapher für die emotionale Verfassung und die Lebenssituation unserer Helden. Dies wird besonders in einigen Szenen der zuckersüßen Melancholie am nächtlichen Lagerfeuer deutlich, die zweifellos die Höhepunkte des Filmes sind. Schon Zeit zu gehen? So wird Palm Springs zu einem schnelllebigen und vielseitigen Abenteuer, das ein altbackenes Konzept ofenwarm neu präsentiert. Doch genau wie die Zeitschleife irgendwann durchbrochen werden muss, kann sich auch die Handlung nicht ewig auf den vielen, frischen Ansätzen ausruhen. Und genau an diesem Punkt, wo der Film über die Idee der Zeitschleife hinausgeht und nach einer Lösung des Konfliktes sucht, fühlt er sich plötzlich sehr gehetzt an. Während wir noch in den grandiosen zwischenmenschlichen Momenten zwischen Nyles und Sarah schweben, tut sich ein neuer Aspekt auf, und der Film endet abrupt. Das wertet die wundervollen Szenen der ersten 70-80 Minuten kaum ab, jedoch fällt hier auf, dass Palm Springs ein Film ist, der seinen Fokus hauptsächlich auf seine Figuren legt. Dass dieser Fokus kleine Plot Holes (wie fangen die Tage für Nyles und Sarah gleichzeitig wieder an, wenn sie vorher nicht am selben Zeitpunkt sterben?) oder eine nicht ganz so elegante Auflösung mitbringt, kann zwar stellenweise auffallen, tut dem Film jedoch kaum etwas von seiner charmanten Art und liebevollen Atmosphäre ab. Fazit: Erfrischendes Sommerkino Palm Springs ist der Geheimtipp des diesjährigen Kinosommers. Die kurzweilige Reise in die endlose Hochzeitschleife überzeugt mit frischen Ideen, tollen Charakteren und einer lässig entspannten Pool-Atmosphäre. Dem gewitzten Drehbuch gelingt es darüber hinaus noch, die vielen Rom-Com typischen Eigenschaften mit sanften, einfühlsamen Momenten und philosophischen Gedankenspielen zu kombinieren, ohne dabei etwas von seiner Leichtigkeit einzubüßen. Wer während des Filmes über ein, zwei Logiklöcher hinwegsehen kann, sollten ohne zu zögern zum eiskalten Dosenbier greifen und den Sommer 2021 mit dieser kleinen Filmperle so richtig genießen.
    Kritik: Palm Springs
    Handlung
    75%
    Schauspiel
    70%
    Humor
    75%
    Emotionen
    85%
    Tiefgang
    70%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 10.06.2021
    Filmlänge: 90 Minuten
    FSK: 16
    Genre: , , ,
    Regisseur:
    Besetzung: , , , ,
    Bildrechte: Hulu
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Gut
75%

Monate nach dem ursprünglichen Release schafft es 'Palm Springs' endlich auf deutsche Streamingdienste. Die Fantasy-Komödie lockt mit einer frischen Herangehensweise an das Zeitschleifenkonzept á la 'Täglich grüßt das Murmeltier'. Kann der Film neue Ideen liefern oder erleben wir nur eine weitere Zeitschleife einer Zeitschleife?

Worum geht's?

Die Hochzeit von Tala (Camila Mendes) und Abe (Tyler Hoechlin) könnte perfekter nicht sein. Die gut gelaunten und zahlreichen Gäste lassen in der luxuriösen Hotelanlage die Seele baumeln, die Sonne reflektiert glitzernd auf dem Wasser der himmelblauen Pools und ein frisches eisgekühltes Dosenbier ist nie weiter als einen kurzen Handgriff entfernt. Ein Tag, von dem sich alle wünschen, dass er niemals endet..., oder?  Nicht ganz! Denn inmitten der himmlischen Hochzeitsidylle lernen wir Nyles (Andy Samberg) kennen, der für den Großteil der Hochzeitsgesellschaft nicht mehr als das uninteressante Anhängsel der Trauzeugin ist, womit er sich kaum mehr als eine Randposition auf der Hochzeit verdient. Doch das soll längst nicht sein größtes Problem sein: Denn Nyles steckt in einer Zeitschleife fest. Seitdem er sich spät in der Nacht nach der Trauung allein in eine geheimnisvoll leuchtende Höhle verirrte, erlebt er die Vermählung von Tala und Abe auf Dauerschleife.

Eins ist sicher: Selbst die schönste Hochzeit wollen Sarah (Christin Milioti) und Nyles (Andy Samberg) nicht für immer erleben.

Das Besondere dabei: Nyles weiß selbst nicht mehr, seit wann diese Schleife bereits sein Lebensinhalt ist. 10, 100 oder vielleicht 1000 Wiederholungen? Wir erfahren darüber genauso wenig, wie er selbst sich daran erinnern kann. So hat er sich schon längst mit seiner Situation abgefunden und treibt motivationslos und mit einer ordentlichen Portion Zynismus durch die immer gleichen Menschen, Orte, Szenarien und Pools. Erst die Schwester der Braut Sarah (Christin Milioti), die mehr oder weniger zufällig in dieselbe Zeitschleife gerät, bedeutet eine einschneidende Veränderung für Nyles. Von nun an teilen die beiden ein gemeinsames Schicksal, suchen nach einem Ausweg aus ihrer Situation und lernen die jeweils andere Person mit der Zeit immer besser kennen.

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Lieben, ehren und achten... für alle Zeit.

Die Grundstruktur von Palm Springs ist ein alter Hut. Der Protagonist gerät in eine Zeitschleife, durch die er einen Tag immer und immer wieder erlebt. Langsam beginnt er seine Umgebung auswendig zu lernen und interagiert mit ihr wie ein allwissender Hellseher, bis die ständige Wiederholung eine unvermeidbare Langeweile und Gefühle der Eintönigkeit hervorruft. Um dem temporalen Gefängnis schließlich zu entfliehen, beschließt er (nach der genretypischen Selbstmordreihe) die Schleife zu brechen. Obwohl dieses Konzept, das Täglich grüßt das Murmeltier in den frühen Neunzigern zum Status eines zeitlosen Klassikers verhalf, sich allmählich selbst wie eine Dauerschleife anfühlt, finden einige wenige Filme einen Weg, die Formel aufzufrischen. In den Spuren des Actionkrachers Edge of Tomorrow oder der großartigen Netflix-Serie Russian Doll möchte nun auch Palm Springs wandern, und sich dabei auf die komödiantischen Wurzeln der Idee zurückbesinnen.

"Wir haben keine andere Wahl, als zu existieren. Also denke ich, dass es das Beste ist, einfach zu lernen, wie man das Leben erduldet."

Nyles in Palm Springs

Täglich grüßt die Genreschleife

Dabei stützt sich der Film besonders auf zwei Veränderungen des Zeitschleifengrundrezeptes: Zum einen die Hintergrundgeschichte, von der wir als Publikum kaum etwas erfahren. Während wir von Täglich grüßt das Murmeltier Protagonist Phil (Bill Murray) viele Details wie Beruf, Charaktereigenschaften und einige weitere Eckpfeiler seiner Lebensgeschichte wissen, bleibt uns Nyles ein Geheimnis. Das Einzige, was wir mit Sicherheit sagen können: Er hat den Tag der Hochzeit so oft erlebt, dass er ihn bis in die letzte Kleinigkeit verinnerlicht hat. Die Menschen, die Location, selbst die übertriebenen Moves der Gäste auf der Tanzfläche: Alles wird zu seiner Bühne, und das schon vor Beginn des Films.

Nyles (Andy Samberg) kann sich nach den unendlichen Wiederholungen des immer selben Tages nur noch langweilen.

So erleben wir die kleinen Geheimnisse und Eigenheiten dieser Welt auch nicht durch seine Augen, sondern viel mehr durch Sarahs, die dadurch zur eigentlichen Identifikationsfigur und klassischen Protagonistin der Handlung wird. Dadurch, dass Sarah schließlich auch in die tückische Zeitschleife gerät, betritt sie mit uns zusammen Nyles Königreich, wodurch wir erst mehr über ihn und die Hintergründe der Hochzeit erfahren.

Nicht nur in der Zeit verfangen

In diesen zwei aufeinanderprallenden Perspektiven steckt der eigentliche Geniestreich und die zweite, frische Idee des Filmes. Eine herkömmliche Zeitschleifenhandlung stellt eine Figur in den Mittelpunkt des Geschehens und jagt diese anschließend durch endlose Wiederholungen desselben Tages. Das Konzept, zwei Reisende auf der einsamen Insel der Zeit stranden zu lassen, klingt vorerst wie eine kleine Veränderung, bewirkt jedoch eine nicht zu unterschätzende Wirkung. Die Chemie zwischen Nyles und Sarah ist lebendig, urkomisch und verleiht dem Film eine unglaublich unterhaltsame Dynamik. Das liegt vor allem daran, wie beide Figuren angelegt sind. Nyles, der ein und denselben Tag schon gefühlt 1000 Mal erlebt hat, hat längst aufgegeben, einen Weg aus seiner Situation heraus und in ein normales Leben zurückzufinden. Stattdessen liegt der frustrierte und zynische Dauerurlauber nur noch auf einer aufblasbaren Schwimmmatte und lässt sich mit einem Dosenbier durch den Pool treiben. Nur Sarah, die nach ihrem verhängnisvollen Trip in die Zeitschleifenhöhle erst beginnt, sich in ihrer neuen Situation zu orientieren, bringt schließlich neuen Wind in Nyles Leben. Die Reibung, die zwischen dem alteingesessenen Zyniker und der entsetzten Sarah entsteht, führt zu zahllosen Szenen voller Charme und herzlichen, aber auch pechschwarzem Humor.

Zu zweit lässt sich die Zeitschleife schon viel besser aushalten.

Am stärksten wird Palm Springs jedoch, wenn es der Film schafft, aus dem Gegensatz der Charaktere nicht ausschließlich komödiantische Momente zu schaffen, sondern eine zartfühlende Liebesgeschichte über zwei Menschen zu erzählen, die nicht nur in der Zeit festzustecken scheinen. Schritt für Schritt werden wir weiter in Nyles und Sarahs Hintergrundgeschichte eingeweiht und Erfahren von ihren Verstrickungen in die (eventuell nur oberflächlich himmlische) Hochzeit. Je tiefer wir in die Geschichte eintauchen, desto mehr wird die Zeitschleife allmählich selbst zur Metapher für die emotionale Verfassung und die Lebenssituation unserer Helden. Dies wird besonders in einigen Szenen der zuckersüßen Melancholie am nächtlichen Lagerfeuer deutlich, die zweifellos die Höhepunkte des Filmes sind.

Schon Zeit zu gehen?

So wird Palm Springs zu einem schnelllebigen und vielseitigen Abenteuer, das ein altbackenes Konzept ofenwarm neu präsentiert. Doch genau wie die Zeitschleife irgendwann durchbrochen werden muss, kann sich auch die Handlung nicht ewig auf den vielen, frischen Ansätzen ausruhen. Und genau an diesem Punkt, wo der Film über die Idee der Zeitschleife hinausgeht und nach einer Lösung des Konfliktes sucht, fühlt er sich plötzlich sehr gehetzt an. Während wir noch in den grandiosen zwischenmenschlichen Momenten zwischen Nyles und Sarah schweben, tut sich ein neuer Aspekt auf, und der Film endet abrupt.

Ach wie gern ich noch mehr Zeit mit Nyles (Andy Samberg) und Sarah (Christin Milioti) verbracht hätte. Aber auch eine filmische Zeitschleife endet irgendwann.

Das wertet die wundervollen Szenen der ersten 70-80 Minuten kaum ab, jedoch fällt hier auf, dass Palm Springs ein Film ist, der seinen Fokus hauptsächlich auf seine Figuren legt. Dass dieser Fokus kleine Plot Holes (wie fangen die Tage für Nyles und Sarah gleichzeitig wieder an, wenn sie vorher nicht am selben Zeitpunkt sterben?) oder eine nicht ganz so elegante Auflösung mitbringt, kann zwar stellenweise auffallen, tut dem Film jedoch kaum etwas von seiner charmanten Art und liebevollen Atmosphäre ab.

Fazit:

Erfrischendes Sommerkino

Palm Springs ist der Geheimtipp des diesjährigen Kinosommers. Die kurzweilige Reise in die endlose Hochzeitschleife überzeugt mit frischen Ideen, tollen Charakteren und einer lässig entspannten Pool-Atmosphäre. Dem gewitzten Drehbuch gelingt es darüber hinaus noch, die vielen Rom-Com typischen Eigenschaften mit sanften, einfühlsamen Momenten und philosophischen Gedankenspielen zu kombinieren, ohne dabei etwas von seiner Leichtigkeit einzubüßen. Wer während des Filmes über ein, zwei Logiklöcher hinwegsehen kann, sollten ohne zu zögern zum eiskalten Dosenbier greifen und den Sommer 2021 mit dieser kleinen Filmperle so richtig genießen.

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