7.4/10

Kritik: Dragon Age: Absolution – Staffel 1

Was kommt nach der Inquisition?

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Genres: Action, Animation, Fantasy, Startdatum: 09.12.2022

Interessante Fakten für…

  • Die Serie basiert auf der Spielreihe Dragon Age
  • Die Show spielt nach der Auflösung der Inquisition in Dragon Age Inquisition: Trespasser
  • Fairbanks bekannt aus dem dritten Teil Dragon Age: Inquisition scoutet Miriam für seine Mission.

Basierend auf der Game-Reihe „Dragon Age“ von Bioware geht es mit der Animationsserie „Dragon Age: Absolution“ auf Netflix nun weiter. Nach der Auflösung der Inquisition macht sich Hira mit ihrer letzten Mission auf die Suche nach einem alten magischen Artefakt und braucht dabei Unterstützung von Ex-Sklavin Miriam. Ist die Serie für Fans ein Muss?

Darum geht’s

Die Geschichte führt uns in die große weite Welt von Thedas. Dort spielten bereits die vorherigen Games der Spielreihe. Absolution knüpft nach Dragon Age Inquisition: Trespasser an und soll als seichter Übergang in den angekündigten vierten Teil der Bioware-Serie führen: Dragon Age: Dreadwolf. Die Serie spielt in Tevinter, einem zwar bekannten Ort aus den Spielen, doch hat es in den Games nie den Weg dorthin vorher gegeben. Das Imperium von Tevinter ist der dunklen Magie verschrieben, auch Sklaverei ist in der Region kein Fremdwort.

Elfensöldnerin Miriam ist einst aus der Slakverei von Tevinter geflohen und soll nun zusammen mit einer Truppe bestehend aus Menschen, Zwerg und Qunari einen der mächtigsten Magister des Landes um ein wertvolles, uraltes Artefakt berauben. Die meisten von ihnen sind in Tevinter auch nicht unbedingt gerne gesehen – ob sie wohl entdeckt werden?

Die fantastische Welt von Thedas

Die Animationsserie wurde vom südkoreanischen Studio „Reddog Culture House“ erarbeitet. Zwar wirkt die Serie soweit flüssig, doch fehlen manchmal etwas mehr Emotionen in den Gesichtern der Charaktere. Ich hätte mir auch einige größere Unterschiede zwischen den Menschen gewünscht. Wirklich einzigartig sind nur Qunari Qwydion und Zwerg Lacklon. Dafür sind die alten Dämonen, Geister und natürlich auch Drachen super animiert. Das melancholische Gefühl, sich zurück in die Spielreihe gezogen zu fühlen, kam bei mir zu 100 % auf. Die architektonischen Meisterleistungen des Imperiums von Tevinter rauben einem das ein oder andere Mal den Atmen. Altbekannte Orte sind super wiederzuerkennen und man hat Freude daran, sie anzuschauen. Tolle Leistung!

Gefühlschaos

Queere Beziehungen sind in der Geschichte von Thedas keine Seltenheit, so auch zwischen Miriam und Hira und einigen anderen witzigeren Beziehungen zwischen Charakteren. Bereits vor dem Start von Absolution wird angedeutet, dass Miriam und Hira eine gemeinsame Geschichte haben. Diese ist von vielen schwierigen und erfreulichen Erlebnissen gezeichnet. Die Liebe für Hira treibt Miriam erst zu der Entscheidung, nach Tevinter zurückzukehren. Viele der Taten unserer temperamentvollen Persönlichkeiten sind von Emotionen und Gefühlen geprägt und dabei wird die ein oder andere dumme Wahl getroffen.

Einige der plötzlichen Gefühlsschwankungen fühlen sich gezwungen an und dadurch wirkt zum Beispiel Rezaren, der Magister aus Tevinter, eher platt. Leider unterstützt der eher mangelhafte Ausdruck in den Gesichtern nicht wirklich… Mit etwas mehr Zeit in der Storyentwicklung hätte hier viel mehr Flair aufkommen können.

Harte Lektüre für Neueinsteiger

Für richtige Fans, die bereits alle drei Teile der Spielreihe gespielt haben, ist die ganze Show ein Klacks zu verstehen und weckt Erinnerungen. So allerdings nicht für Neueinsteiger – wer nicht zumindest einen Teil gespielt hat, wird nur schwer die Welt oder die Charaktere verstehen können. Auch die genannten Orte sind nicht in ihrer Wichtigkeit und Bedeutung einfach zu verstehen. Ein paar ruhigere Momente, in denen etwas zur Welt von Thedas oder zumindest von Tevinter erklärt worden wäre, hätten der Show für Dragon Age Anfänger definitiv geholfen.

Allerdings ist die Serie eventuell auch für den ein oder anderen Game-Fan schwieriger zu sehen. Wer nicht alle drei Teile gespielt hat, wird definitiv gespoilert und verliert eventuell etwas den überraschenden Spannungsfaktor in den Games selbst. Für Casual-Game-Fans wäre sicherlich eine Spoilerwarnung sinnvoll gewesen.

Zu schnell, zu viel auf einmal

Es geht Schlag auf Schlag in der Serie. Von einem Kampf springt unsere Gruppe in den nächsten. Es bleibt kaum Zeit zum Atmen. Nebencharaktere, die Interesse wecken wie Roland oder Qunari Qwydion bleiben mit ihren Storys auf den Nebenstraßen liegen. Von einem Plottwist zum nächsten geht die Reise und deswegen fühlt sich das Tempo der Show sehr gehetzt an. Ich muss auch sagen, dass ich die Manipulation und die „nett“ gemeinten Erpressungen gegenüber dem Hauptcharakter Miriam nur mehr schlecht, als recht fand. Die Arme tat mir in der Show richtig leid, denn sie wurde so ziemlich in alle ihre Entscheidungen gedrängt und machte dabei den ein oder anderen großen oder kleinen Fehler. Ich wünsche ihr wirklich, dass sie bald auf ihrer Käsefarm in Frieden leben kann.

Ein bisschen mehr Storytelling und Worldbuilding hätte sicherlich nicht geschadet. Allerdings lässt das Ende viel Raum für Interpretation und vor allem eine weitere folgende Staffel.

Fazit

7.4/10
Ordentlich
Community-Rating:
Handlung 6.5/10
Animation 8.5/10
Emotionen 6.5/10
Tiefgang 7.5/10
Spannung 8/10
Details:
Showrunner: Mairghread Scott,
FSK: 16 Episoden: 6
Besetzung: Ashley Burch, Josh Keaton, Keston John, Kimberly Brooks, Matt Mercer, Phil Lamarr, Sumalee Montano, Zehra Fassal,

Empfehle ich die Serie für Dragon Age Fans? Definitiv. Sie lockt mit ihrer Vorgeschichte, dank den bisherigen Games und die Kampfszenen können sich sehen lassen.

Ich freue mich darauf zu sehen, wie sich diese Geschehnisse in die Geschichte von Dragon Age IV: Dreadwolf einreihen werden. Ein Wiedersehen mit Miriam, Roland, Lacklon und Qwydion sowie Hira und Tassia würde mich sehr freuen – besonders die betreffenden Entscheidungen. Mein größter Kontrapunkt ist wohl das schnelle Erzähltempo, das zulasten der Charakterentwicklung einiges an guter Story frisst. Hätte die Show mehr als sechs Folgen bekommen, so wäre das ganze wohl etwas besser verlaufen. Meine Hoffnung gilt der zweiten Staffel, mit mehr Folgen für Tiefgang, bitte!

Artikel vom 20. Dezember 2022

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