7.5/10

Kritik: The Bear – Staffel 3

EINE STAFFEL AUF SPARFLAMME

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Genres: Drama, Familie, Startdatum: 26.06.2024

Interessante Fakten für…

  • Die Show wurde bereits um eine vierte Staffel verlängert bevor die dritte überhaupt ausgestrahlt wurde.
  • Die Schauspielerin von Sydney, Ayo Edebiri hatte in Folge 6 „Napkins“ ihr Regie-Debut.

An den Herden im Restaurant „The Bear“ wird wieder gekocht. Die Crew rund um Carmen, Sydney und Richie ist zurück, um die Fehler der Eröffnungsnacht des neuen Restaurants wieder geradezubiegen. Gelingt das ihnen und kann die dritte mit den gefeierten ersten Staffeln mithalten?

Darum geht’s

Die dritte Staffel von The Bear setzt genau dort an, wo Staffel 2 aufgehört hat. Nach dem katastrophalen Eröffnungsabend wird Carmy (Jeremy Allen White) aus dem Kühlraum befreit und muss mit den Konsequenzen der vorherigen Nacht klarkommen. Als Reaktion auf sein Versagen stellt er nicht verhandelbare Regeln für das Restaurant auf, die er auf seinen Erfahrungen in anderen Sterneküchen basiert, und nimmt sich fest vor, selbst einen Stern zu bekommen.

Die Nerven liegen blank

Carmy ist nach dem nervenaufreibenden Eröffnungsabend ziemlich niedergeschlagen und versucht, diese Emotionen mit noch strengeren Regeln zu kontrollieren. Die anderen sind davon alles andere als begeistert. Vor allem Richie (Ebon Moss-Bachrach) kann mit den für ihn unverständlichen Formalitäten der Sterneküche nichts anfangen. Doch auch der Rest der Crew merkt schnell, dass Regeln, wie zum Beispiel jeden Abend das Menü zu ändern, nur zu noch mehr Stress und hohen Ausgaben führen.

Carmys hochschwangere Schwester Natalie (Abby Elliott) versucht, einen Überblick über die Finanzen zu behalten, während ihr Onkel Cicero (Oliver Platt), dessen Geld Carmy verprasst hat, ihr im Nacken sitzt. Richie kommt mit Carmys zunehmender Gereiztheit und seiner Besessenheit, einen Michelin-Stern zu bekommen, nicht klar. Auch Sydney (Ayo Edebiri) ist genervt von Carmys ständigem Eingreifen in ihre Autorität in der Küche und zögert, den Partnerschaftsvertrag zu unterschreiben. Die Handlung ist lediglich am köcheln.

Die Handlung ist lediglich am köcheln

Doch nicht nur Sydney zögert ihre Entscheidung hinaus. Die ganze Staffel fühlt sich mehr wie eine Überbrückung zur bereits bestätigten vierten Staffel an. Der Plot wird nicht vorangetrieben, sondern stagniert an vielen Stellen.

Ein Stilmittel, das auch schon in den vorherigen Staffeln genutzt wurde und für das die Serie bekannt ist, trägt dazu bei: die Montagesequenzen. Dabei werden in schneller Schnittfolge Momentaufnahmen aneinandergereiht, meist um die Zeit zu manipulieren. In den ersten beiden Staffeln von The Bear wurde dieses Stilmittel oft eingesetzt, um die Hektik der Restaurantküche und Carmys steigendes Stresslevel zu unterstreichen, was sehr gut gelungen ist. In der dritten Staffel gibt es allerdings so viele Montagesequenzen, dass sie ihre Wirkung verlieren. Häufig hat man minutenlange Montagesequenzen, nach denen man den Eindruck hat, nichts Neues erfahren zu haben.

Zur stagnierenden Handlung kommt hinzu, dass einige Charaktere, die in den vorherigen beiden Staffeln beeindruckende Wandlungen durchlaufen haben, einfach beiseitegeschoben werden. Natürlich lag der Fokus der Serie schon immer auf Carmy, seiner Familie und Sydney, doch dort, wo die Serie sonst brillierte – nämlich in den vielen charmant geschriebenen Nebenfiguren mit ihren eigenen Geschichten – fiel diese Staffel schwach aus. Stattdessen rückt Carmy immer mehr in den Mittelpunkt und entwickelt sich während dieser Staffel gleichzeitig zum Bösewicht der Geschichte.

Charakterepisoden als Rettung

In den zwei Episoden, die sich jeweils auf die Geschichte eines Charakters beschränken, wie zuvor gesehen in Staffel eins (Marcus) und Staffel zwei (Richie), kann The Bear dann wieder punkten. In Episode 6 („Napkins“) erfahren wir, wie Tina ihren Platz in der Küche gefunden hat und warum ihr das gesamte Team so viel bedeutet. Und auch Natalie bekommt ihre eigene Episode (Episode 8, „Ice Chips“), in der auch Jamie Lee Curtis als Carmys und Natalies Mutter Donna wieder einen Gastauftritt hat.

In diesen Folgen spürt man wieder, was die Show ausmacht: präzises Erzählen, Nebencharaktere, die auch Tiefe bekommen, und ganz viel Herz für die Geschichten alltäglicher Personen.

Fazit

7.6/10
Ordentlich
Community-Rating:
Handlung 7/10
Schauspiel 9/10
Emotionen 7.5/10
Dialoge 7/10
Charaktere 7.5/10
Details:
Showrunner: Joanna Calo,
FSK: 12 Epiosden: 10
Besetzung: Abby Elliott, Ayo Edebiri, Ebon Moss-Bachrach, Jamie Lee Curtis, Jeremy Allen White, Olivia Coleman,

The Bear Staffel 3 hatte auf jeden Fall damit zu kämpfen, mit den absolut brillanten ersten Staffeln mitzuhalten. Gerade im Vergleich zu den ersten Staffeln hatte ich das Gefühl, dass es an einem gut durchdachten dramaturgischen Bogen fehlt, der die Staffel zusammenhält. Stattdessen plätschert die Handlung dahin und die für die Serie sonst so bekannte Spannung, Hektik und hochkochenden Emotionen fehlten in vielen Episoden. Insgesamt muss man natürlich trotzdem sagen, dass es Meckern auf hohem Niveau ist. Auch Staffel 3 hatte ihre guten Episoden und Momente. Es bleibt spannend, ob die Serie in der bestätigten vierten Staffel wieder an Fahrt aufnimmt oder ob langsam das Feuer unter dem Herd ausgeht.

Artikel vom 14. Juli 2024

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7.6/10
Ordentlich
Community-Rating:
Handlung 7/10
Schauspiel 9/10
Emotionen 7.5/10
Dialoge 7/10
Charaktere 7.5/10
Details:
Showrunner: Joanna Calo,
FSK: 12 Epiosden: 10
Besetzung: Abby Elliott, Ayo Edebiri, Ebon Moss-Bachrach, Jamie Lee Curtis, Jeremy Allen White, Olivia Coleman,
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