7.7/10

Kritik: The Cuphead Show! – Staffel 3

IMMERNOCH HALBVOLL?

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Genres: Abenteuer, Animation, Komödie, Startdatum: 18.11.2022

Interessante Fakten für…

  • Dave Wasson, der die Serie mitentwickelt hat und den Charakter „Handlanger“ synchronisiert, schuf 2001 auch die Cartoon Network-Serie Time Squad.

Auch im dritten Teil lassen sich die Tassenbrüder nicht beirren und machen dem Teufel das Leben schwer. Kann „The Cuphead Show!“ auch ein drittes Mal punkten, oder hat es sich bereits ausgetrunken?

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#FantasyFanatic #Comicserien #AfterCredit

Darum geht’s

Tassilo/Cuphead (Tru Valentino/Alexander Merbeth) hat es nun wirklich übertrieben: Als er den Dreizack des Teufels (Luke Millington-Drake/Jörn Linnenbröker) findet, kann er nicht anders und treibt teuflischen Schabernack damit. Der Spaß vergeht Cuphead ganz schnell als sich der erzürnte Teufel revanchiert und dessen Bruder Pottkopf/Mugman (Frank Todaro/Nils Rieke) entführt. Nun muss es der schockierte Cuphead wieder richten und seinen Bruder irgendwie retten.

Schafft Cuphead seinen Bruder zu retten, bevor der Teufel dessen Willen gebrochen hat? Oder sind es doch wieder die Tassengeschwister die den Willen des Teufels brechen?

Noch alle Tassen im Schrank?

Kaum wurde Mugman entführt, schon geht es zur Befreiung. The Cuphead Show! gönnt sich keine Verschnaufpause. Und das wortwörtlich, denn drei Staffeln in einem Jahr ist eine bemerkenswerte Leistung. Dabei hat diese oldschool-inspirierte Serie alle möglichen Settings ausprobiert: von alltäglicher Situationskomik, über irrwitzige Abenteuer, bis hin zu episodenübergreifenden Handlungssträngen. Die dritte Staffel greift hierbei vor allem auf Letzteres zurück. Wir werden daran erinnert, dass die Episoden einen chronologischen Ablauf haben, die nicht nur die Rache des Teufels betrifft. So versuchen die Geschwister einmal einen heruntergekommenen King Dice (Wayne Brady) wieder auf Vordermann zu bringen oder müssen sich ein andermal vor dem Zorn eines psychopatischen Babys in Acht nehmen. Es fühlt sich an, als würden bestimmte lose Handlungsstränge zu Ende gebracht werden.
Vor allem auf einen wurde sehr stark Bezug genommen:

The Devil Show!

Wenn es jemanden gibt, der sich in der dritten Staffel hervorhebt, dann ist es der Teufel. Dieser hat eine rasante Entwicklung hinter sich. Anfangs war er der gefürchtete Herrscher der Hölle, dem lediglich eine Seele durch die Lappen ging. Doch diese eine Seele war genug, um ihn langsam aber sicher zu brechen. Durch die vielen Fehlschläge hat er nicht nur den Anspruch auf Cupheads Seele verloren, nun demütigt dieser den Teufel auch noch, indem er dessen Dreizack an sich reißt.

Die dritte Staffel zeigt, wie sehr diese Ereignisse den Teufel verändert haben. Er zeigt immer geringeres Interesse an der Aufrechterhaltung der Hölle und geht stattdessen immer mehr anderen Interessen nach, so auch seiner Liebe für das Show Business. Die Jagd nach den Tassen hat nun mittlerweile wenig mit dem Job zu tun und ist nur noch ein persönlicher und obsessiver Kreuzzug. Das zeigt den Teufel von einer neuen Seite und bietet Raum für interessante Interaktion. So auch mit dem loyalen Handlanger (David Wasson) und dem Pedanten (Andrew Morgado), dem (Überraschung!) pedantischen Buchprüfer aus der Hölle, der immer zum unpassendsten Zeitpunkt den Teufel an sein Versagen erinnert. Da kann man einiges sehr gut nachempfinden.

Und spätestens wenn man eine Weihnachtsepisode mit dem Teufel im Mittelpunkt gesehen hat, ist klar: Den Teufel kann man in jedes Szenario reinstecken, viel bizarrer wird es eh nicht mehr.

Schon ausgetrunken?

Wenn man der dritten Staffel etwas vorwerfen könnte, dann ist es der geringere Umfang. Gerade die zweite Staffel strotzte nur so von abwechslungsreichen Settings und interessanten Charakteren. Hier gibt es nur wenig davon. Wie schon in der ersten Staffel spielt der Großteil der Handlung in der Stadt, ohne dass es sonderlich Neues zu entdecken gibt. Und statt mit neuen Charakteren konfrontiert zu werden, wird auf Charaktere der ersten Staffel Bezug genommen. Interessante Ansätze, aber da hätte man mehr machen sollen. King Dice alleine wird es beispielsweise nicht reißen…

Was wird nun aus den Tassen?

Man muss hier fairerweise sagen, das einige Geschichten zu Ende gebracht werden, die sich über die letzten drei Staffeln langsam aufgebaut haben, statt unbehandelt in der Luft hängen zu bleiben. Und diese betrifft vor allen Dingen Fräulein Kelch (Grey Griffin/Franciska Friede) und ihren mysteriöser Ursprung. Dieser wird aufgeklärt und sorgt für ein einprägsames Finale.

Was man sich jedoch gewünscht hätte, ist eine stärkere Entwicklung von einigen der Hauptcharaktere. Vor allem Mugman, der gerade in der letzten Staffel ein paar sehr düstere Seiten seiner Persönlichkeit gezeigt hat, zeigt erstaunlich wenig von diesen Charakterzügen. Das ist schade, zumal er dort am meisten Potenzial gezeigt hat. Außerdem wurde Cupheads leichtsinniges Verhalten nicht wirklich beleuchtet, auch wenn er nicht mehr ganz so rücksichtslos ist, wie noch in der letzten Staffel. Und selbst Opa Kessels (Joe Hanna/Achim Buch) Handlungsstrang wurde relativ abrupt abgeschlossen. Gerade wenn man seine pyromanisch geprägte Vergangenheit bedenkt, hätte man gern gesehen, zu was er noch fähig ist.

Zwar hat man uns schlussendlich ein gelungenes Finale präsentiert und das mit einem erstaunlich amüsanten Twist. Doch wie ein potenzieller Abschluss der Serie füllt sich die dritte Staffel nicht an. Eher wie eine Staffel irgendwo dazwischen.

Fazit

7.7/10
Gut
Community-Rating:
Handlung 7/10
Charaktere 8.5/10
Komik 7.5/10
Musik 7/10
Animation 8.5/10
Details:

The Cuphead Show! hat einen langen Weg hinter sich und das in kürzester Zeit. Die Videospieladaption im Oldschool-Flair holte alles heraus, was es an wilder Animation, verrückten Charakteren, schrägem Humor und catchigen Musikeinlagen zu bieten hatte. Und auch die dritte Staffel hatte nicht wenig davon. Hinzu kommt eine zufriedenstellende Auflösung zum Schluss und einem deutlich größeren Auftritt des Teufels.

Dennoch wird bei der dritten Staffel klar, dass langsam die Luft raus ist (oder die Flüssigkeit aus den Tassen?) Die Episoden sind nicht mehr so aufwendig gestaltet wie noch in der letzten Staffel und auch von der Entwicklung der Hauptcharaktere hätte man mehr gesehen. Zwar reicht es für einen zufriedenstellenden Abschluss, doch wenn es mit der Cuphead Show so erfolgreich weitergehen soll wie mit dem Cuphead Videospiel, braucht es einen deutlich größeren Einsatz.

Oder sind die Tassen schlussendlich doch halbleer?

Artikel vom 2. Dezember 2022

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