Kritik: The Expanse – Staffel 5

Das bessere Star Trek
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Kritik "The-Expanse" - Staffel 5
    @ 2020 Amazon Prime Video
  • Die letzte Staffel vor der finalen zeigt noch einmal alle Stärken einer Sci-Fi-Serie, die wohl die realistischste von allen ist. Man muss es aushalten, dass 'The Expanse' den Finger in die Wunde der Schwächen der Menschheit legt. Die Erbsünde, die die Menschen antreibt und letztendlich auseinandertreibt – nämlich Gier und Egoismus – ist auch in der fernen Zukunft noch so präsent und unbesiegt wie heute. Mehr dazu in der Kritik.  Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht's Leider ist es auch in Staffel 5 so, dass die Struktur immer so auseinander fleddert, wie dies von Anfang an bei der Serie so ist. Klar, das Szenario gibt es vor: Erde, Mars und Gürtel – drei Völker gemeinsamen Ursprungs, die sich aber schon lange feindlich gegenüberstehen – das biblische Muster liegt auf der Hand. Dazwischen fliegt die Rocinante und ihre Crew als Vermittler, mehr oder weniger erfolgreich. Da das geliebte Schiff nun zwecks Überholung im Trockendock liegt, haben die Crewmitglieder Zeit, ein bisschen ihre eigenen Wege zu gehen und ihre jeweilige Vergangenheit aufzuarbeiten. Holden (Steven Strait), bleibt wie der gute Kapitän, der er ist, bei dem Schiff auf Tycho und wird so Zeuge bei der Auferstehung eines neuen Feindes, der dem alten - Fred Johnson (Chad L. Coleman) – auf hinterlistige Weise den Garaus macht (Kain und Abel all over again). Nebenschauplatz ist Luna, wo Avasarala (Shohreh Aghdashloo) – in nach wie vor farbenfroher Eleganz – als Botschafterin degradiert wurde, dass das nicht so bleibt, ist ja klar. Werbung Die Marsianer Bobby und Alex Auf dem Mars arbeitet Bobby (Frankie Adams) in einem scheinbar niedrigen Job in den Werften, es wird aber bald klar, dass sie eine Agenda hat als Undercover Agentin. Sie ist einem Waffenschmuggel auf der Spur, dessen fatale Auswirkungen sie nicht verhindern kann. In diesen ersten Episoden überzeugt die Schauspielerin wieder durch ihre physische Präsenz, während sie später leider auf eine mehr statische Rolle im Sitz des Raumschiffs Razorback reduziert wird. Da hätte ich gern mehr von ihr gesehen. Alex (Cas Anvar) nutzt die freie Zeit, um seine Ex und seinen Sohn zu besuchen, was nur eine kleine, nicht sehr erleuchtende Szene ausmacht. Wichtiger ist die Vorlesung des Admirals Sauveterre (Tim DeKay, bekannt aus White Collar) und ehemaligen Mentors, in die er zufälligerweise reinstolpert. Diese Szene hinterlässt ein ungutes Gefühl drohender Gefahr. Letztendlich landen Bobby und Alex an Bord der Razorback, um der Roxinante und später Naomi zu Hilfe zu eilen. Amos Amos kehrt auf die Erde zurück, nach Boston, woher er stammt und versucht die Frau zu finden, die ihn erzogen hat. Dabei trifft er auf einen alten Jugendfreund und ihre Gespräche werfen ein Licht auf die Verhältnisse, in denen Amos aufgewachsen ist, was ihn zu dem harten Typen gemacht hat, der er jetzt ist. Und auf der Erde sieht es nicht gut aus. Elend, Kriminalität und soziale Ungerechtigkeit bestimmen den Alltag, es scheint sich also nicht sehr viel geändert zu haben. Amos besucht auch Clarissa Mao (Nadine Nicole), zu der er ein zwiespältiges Verhältnis hatte, im Gefängnis. Auch hier haben die Setbauer tolle Arbeit geleistet, die triste und kalte Atmosphäre ist bedrückend. Als die Katastrophe die Erde trifft und das Gefängnis zerstört, ist jeder auf sich gestellt, natürlich geht man sich sofort gegenseitig an die Gurgel. Amos und Clarissa finden sich auf einem Irrweg durch die winterliche Landschaft, um letztendlich einen Fluchtweg mit einigen wenigen weg von diesem unwirtlichen Planeten zu finden. Naomi Diese Storyline ist die bewegendste und am schwersten zu ertragendste von allen. Dominique Tipper bekommt hier die einmalige Gelegenheit, ca. die Hälfte der Gesamthandlung auf ihren Schultern zu tragen. Obwohl der Fluss hier bewusst ausgebremst wird, um das psychologische Dilemma auszuleuchten, kann sie dann aber langsam und sicher wieder Fahrt aufnehmen, um den Zuschauer am Ende Fingernagel beißend auf der Stuhlkante zu halten. Ihr Überleben bleibt bis ganz zum Schluss äußerst ungewiss. Es geht im Groben um ihren Sohn Filip (Jasai Chase-Owens), den sie als Kleinkind in den Händen von ihrem Ex Marco Inaros (Keon Alexander) zurücklassen musste. The Expanse war schon immer genial in der Erfindung von perfiden Bösewichten, sei es das Geisterwesen Protomolecule oder andere machtgeile Anführer früherer Staffeln. Aber Marco ist mit Abstand der gruseligste (und hübscheste). Man möchte sich kaum vorstellen, wie es für die hiesige Welt ausgegangen wäre, wenn ein besagter Expräsident des mächtigsten Landes etwas jünger, gutaussehender und intelligenter gewesen wäre. Welche Anziehungskraft so ein charismatischer Anführer nach wie vor auf Menschen haben kann, wird hier ausführlich beleuchtet. Letztendlich gelingt ihr die Flucht und sie ist über mehrere Staffeln der Unbarmherzigkeit des Weltalls ausgesetzt, während sie in einem Raumschiff dahintreibt und verzweifelt versucht, Holden, der auf dem Weg zu ihr ist, vor der perfiden Falle zu retten. Diese Szenen, wenn ihr immer wieder der Sauerstoff ausgeht, verursachen beim Zuschauer fast körperliches Mitleiden und das hilflose Treiben und Ersticken im Weltall ist mit die stärkste Szene, die ich seit Langem gesehen habe. Der Weltraum, unendliche Weiten…. Ein ikonischer Satz aus der alten Star Trek Serie, der hier so anschaulich ausgemalt wird, wie es die olle Serie nie konnte. Was es für den menschlichen Körper bedeutet, dieser lebensfeindlichen Umgebung ausgesetzt zu sein, hat man schon früher bei The Expanse erfahren, etwa als die starke Bobby zum ersten Mal ihre Füße auf die Erde setzte und die Anziehungskraft erfuhr. In Staffel 5 bekommt der Zuschauer das nun ausführlich ausgemalt, wenn Naomi ohne Schutzanzug den Sprung in den Weltraum wagt und später in einem deaktivierten Raumschiff hilflos durchs All treibt. Aber auch eine andere Person muss die gesundheitliche Konsequenz erfahren. Dies war wohl der überraschendste Cut für eine Hauptperson, wer allerdings in den Medien verfolgte, dass einer des Casts die unliebsame Aufmerksamkeit der Me-Too-Bewegung durch einen älteren Twitterfeed auf sich gezogen hat, wird verstehen, warum die Produktionsfirma hier leider die Reißleine ziehen musste. Was Staffel 5 großartig macht – und was nicht Wenn man was kritisieren kann, dann sind es die alten Schwächen der Serie – eine Handlung, die sich zwischen den verschiedenen Schauplätzen verteilt und nie wirklich zusammenkommt. Ein Plot, der sehr weitschweifend ist und bei dem ein ungeübter Zuschauer schon mal den Überblick verliert. Ein Erzähltempo, das zeitweise bewusst zurückgenommen wird, um Charakterentwicklung und persönlicher Interaktion Platz zu bieten. Aber dem gegenüber stehen großartige und sehr realistische Sets und gut animierte Weltraumschlachten – wenn z.B. die Rocinante ihre Heckkanone abfeuert und die Feinde mit einem Schwarm von Sprengsätzen überzieht – nice! Und last but not least – die erstaunlich dreidimensionalen Nebencharaktere – allen voran Carina Drummer, die das Charisma von Marco noch übertrifft, wenn sie, ohne was zu sagen, ihr Gegenüber mit schwarzumrandeten Augen durchbohrt, man spürt förmlich die unterdrückte Wut. Am Ende dieser Staffel finden sich alle Akteure auf Luna ein und dieses seltene Ereignis wird von Arasalava extra hervorgehoben, indem sie ausspricht, dass es genau dies ist, worum es sich zu kämpfen lohnt – die Gemeinsamkeit der Menschen, egal woher sie kommen. Dass der Weg in der 6. und letzten Staffel hart und beschwerlich wird angesichts eines übermächtigen Gegners, ist dann wohl jedem klar und hinterlässt den Zuschauer mit unguten Vorahnungen. Fazit: 'The Expanse' expandiert zum Serien-Epos Die fünfte Staffel baut die Stärken der Serie weiter aus und bietet grandiose Schauwerte, auch wenn die Story durch die aufgedröselten Handlungsstränge hin und wieder an Tempo verliert. Umso trauriger, dass die Serie nach der sechsten Staffel wohl ihr Ende findet. Damit geht die Verfilmung nämlich eine deutliche Abkürzung im Vergleich zur Buchvorlage.  Erinnerungen an die finale Staffel von Game of Thrones keimen auf, doch angesichts der hervorragenden Entwicklung über die letzten Staffeln und die nun größer gewordenen Stakes, kann ich mir kaum vorstellen, dass die sechste Staffel diese hier nicht auch noch in Sachen Epik und Tiefgang übertrumpfen wird.
    Kritik: The Expanse – Staffel 5
    Handlung
    80%
    Spannung
    75%
    Emotionen
    90%
    Visuelle Umsetzung
    95%
    Schauspiel
    90%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 16.12.2020
    Episoden: 57 Episoden in 5+ Staffeln
    FSK: 0
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    Bildrechte: 2019 Amazon Prime Video
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Gesamtbewertung:

Sehr gut
86%

Die letzte Staffel vor der finalen zeigt noch einmal alle Stärken einer Sci-Fi-Serie, die wohl die realistischste von allen ist. Man muss es aushalten, dass 'The Expanse' den Finger in die Wunde der Schwächen der Menschheit legt. Die Erbsünde, die die Menschen antreibt und letztendlich auseinandertreibt – nämlich Gier und Egoismus – ist auch in der fernen Zukunft noch so präsent und unbesiegt wie heute. Mehr dazu in der Kritik. 

Darum geht's

Leider ist es auch in Staffel 5 so, dass die Struktur immer so auseinander fleddert, wie dies von Anfang an bei der Serie so ist. Klar, das Szenario gibt es vor: Erde, Mars und Gürtel – drei Völker gemeinsamen Ursprungs, die sich aber schon lange feindlich gegenüberstehen – das biblische Muster liegt auf der Hand. Dazwischen fliegt die Rocinante und ihre Crew als Vermittler, mehr oder weniger erfolgreich.

Da das geliebte Schiff nun zwecks Überholung im Trockendock liegt, haben die Crewmitglieder Zeit, ein bisschen ihre eigenen Wege zu gehen und ihre jeweilige Vergangenheit aufzuarbeiten. Holden (Steven Strait), bleibt wie der gute Kapitän, der er ist, bei dem Schiff auf Tycho und wird so Zeuge bei der Auferstehung eines neuen Feindes, der dem alten - Fred Johnson (Chad L. Coleman) – auf hinterlistige Weise den Garaus macht (Kain und Abel all over again).

Nebenschauplatz ist Luna, wo Avasarala (Shohreh Aghdashloo) – in nach wie vor farbenfroher Eleganz – als Botschafterin degradiert wurde, dass das nicht so bleibt, ist ja klar.

Werbung



Die Marsianer Bobby und Alex

Auf dem Mars arbeitet Bobby (Frankie Adams) in einem scheinbar niedrigen Job in den Werften, es wird aber bald klar, dass sie eine Agenda hat als Undercover Agentin. Sie ist einem Waffenschmuggel auf der Spur, dessen fatale Auswirkungen sie nicht verhindern kann. In diesen ersten Episoden überzeugt die Schauspielerin wieder durch ihre physische Präsenz, während sie später leider auf eine mehr statische Rolle im Sitz des Raumschiffs Razorback reduziert wird. Da hätte ich gern mehr von ihr gesehen.

Alex (Cas Anvar) nutzt die freie Zeit, um seine Ex und seinen Sohn zu besuchen, was nur eine kleine, nicht sehr erleuchtende Szene ausmacht. Wichtiger ist die Vorlesung des Admirals Sauveterre (Tim DeKay, bekannt aus White Collar) und ehemaligen Mentors, in die er zufälligerweise reinstolpert. Diese Szene hinterlässt ein ungutes Gefühl drohender Gefahr.

Letztendlich landen Bobby und Alex an Bord der Razorback, um der Roxinante und später Naomi zu Hilfe zu eilen.

Amos

Amos kehrt auf die Erde zurück, nach Boston, woher er stammt und versucht die Frau zu finden, die ihn erzogen hat. Dabei trifft er auf einen alten Jugendfreund und ihre Gespräche werfen ein Licht auf die Verhältnisse, in denen Amos aufgewachsen ist, was ihn zu dem harten Typen gemacht hat, der er jetzt ist. Und auf der Erde sieht es nicht gut aus. Elend, Kriminalität und soziale Ungerechtigkeit bestimmen den Alltag, es scheint sich also nicht sehr viel geändert zu haben.

Wes Chatham als Amos in einem Szenenbild auf der Erde für Kritik The Expanse Staffel 5

Amos (Wes Chatham) ist sowieso eher der "down-to-earth"-Typ.

Amos besucht auch Clarissa Mao (Nadine Nicole), zu der er ein zwiespältiges Verhältnis hatte, im Gefängnis. Auch hier haben die Setbauer tolle Arbeit geleistet, die triste und kalte Atmosphäre ist bedrückend. Als die Katastrophe die Erde trifft und das Gefängnis zerstört, ist jeder auf sich gestellt, natürlich geht man sich sofort gegenseitig an die Gurgel. Amos und Clarissa finden sich auf einem Irrweg durch die winterliche Landschaft, um letztendlich einen Fluchtweg mit einigen wenigen weg von diesem unwirtlichen Planeten zu finden.

Naomi

Diese Storyline ist die bewegendste und am schwersten zu ertragendste von allen. Dominique Tipper bekommt hier die einmalige Gelegenheit, ca. die Hälfte der Gesamthandlung auf ihren Schultern zu tragen. Obwohl der Fluss hier bewusst ausgebremst wird, um das psychologische Dilemma auszuleuchten, kann sie dann aber langsam und sicher wieder Fahrt aufnehmen, um den Zuschauer am Ende Fingernagel beißend auf der Stuhlkante zu halten. Ihr Überleben bleibt bis ganz zum Schluss äußerst ungewiss.

Dominique Tipper als Naomi Nagata in einem Szenenbild aus The Expanse Staffel 5

Dominique Tipper als Naomi Nagata in einem Szenenbild aus The Expanse Staffel 5

Es geht im Groben um ihren Sohn Filip (Jasai Chase-Owens), den sie als Kleinkind in den Händen von ihrem Ex Marco Inaros (Keon Alexander) zurücklassen musste. The Expanse war schon immer genial in der Erfindung von perfiden Bösewichten, sei es das Geisterwesen Protomolecule oder andere machtgeile Anführer früherer Staffeln. Aber Marco ist mit Abstand der gruseligste (und hübscheste). Man möchte sich kaum vorstellen, wie es für die hiesige Welt ausgegangen wäre, wenn ein besagter Expräsident des mächtigsten Landes etwas jünger, gutaussehender und intelligenter gewesen wäre. Welche Anziehungskraft so ein charismatischer Anführer nach wie vor auf Menschen haben kann, wird hier ausführlich beleuchtet.

Letztendlich gelingt ihr die Flucht und sie ist über mehrere Staffeln der Unbarmherzigkeit des Weltalls ausgesetzt, während sie in einem Raumschiff dahintreibt und verzweifelt versucht, Holden, der auf dem Weg zu ihr ist, vor der perfiden Falle zu retten. Diese Szenen, wenn ihr immer wieder der Sauerstoff ausgeht, verursachen beim Zuschauer fast körperliches Mitleiden und das hilflose Treiben und Ersticken im Weltall ist mit die stärkste Szene, die ich seit Langem gesehen habe.

Der Weltraum, unendliche Weiten….

Ein ikonischer Satz aus der alten Star Trek Serie, der hier so anschaulich ausgemalt wird, wie es die olle Serie nie konnte. Was es für den menschlichen Körper bedeutet, dieser lebensfeindlichen Umgebung ausgesetzt zu sein, hat man schon früher bei The Expanse erfahren, etwa als die starke Bobby zum ersten Mal ihre Füße auf die Erde setzte und die Anziehungskraft erfuhr.

In Staffel 5 bekommt der Zuschauer das nun ausführlich ausgemalt, wenn Naomi ohne Schutzanzug den Sprung in den Weltraum wagt und später in einem deaktivierten Raumschiff hilflos durchs All treibt. Aber auch eine andere Person muss die gesundheitliche Konsequenz erfahren. Dies war wohl der überraschendste Cut für eine Hauptperson, wer allerdings in den Medien verfolgte, dass einer des Casts die unliebsame Aufmerksamkeit der Me-Too-Bewegung durch einen älteren Twitterfeed auf sich gezogen hat, wird verstehen, warum die Produktionsfirma hier leider die Reißleine ziehen musste.

Was Staffel 5 großartig macht – und was nicht

Wenn man was kritisieren kann, dann sind es die alten Schwächen der Serie – eine Handlung, die sich zwischen den verschiedenen Schauplätzen verteilt und nie wirklich zusammenkommt. Ein Plot, der sehr weitschweifend ist und bei dem ein ungeübter Zuschauer schon mal den Überblick verliert. Ein Erzähltempo, das zeitweise bewusst zurückgenommen wird, um Charakterentwicklung und persönlicher Interaktion Platz zu bieten.

Aber dem gegenüber stehen großartige und sehr realistische Sets und gut animierte Weltraumschlachten – wenn z.B. die Rocinante ihre Heckkanone abfeuert und die Feinde mit einem Schwarm von Sprengsätzen überzieht – nice! Und last but not least – die erstaunlich dreidimensionalen Nebencharaktere – allen voran Carina Drummer, die das Charisma von Marco noch übertrifft, wenn sie, ohne was zu sagen, ihr Gegenüber mit schwarzumrandeten Augen durchbohrt, man spürt förmlich die unterdrückte Wut.

Am Ende dieser Staffel finden sich alle Akteure auf Luna ein und dieses seltene Ereignis wird von Arasalava extra hervorgehoben, indem sie ausspricht, dass es genau dies ist, worum es sich zu kämpfen lohnt – die Gemeinsamkeit der Menschen, egal woher sie kommen. Dass der Weg in der 6. und letzten Staffel hart und beschwerlich wird angesichts eines übermächtigen Gegners, ist dann wohl jedem klar und hinterlässt den Zuschauer mit unguten Vorahnungen.

Fazit:

'The Expanse' expandiert zum Serien-Epos

Die fünfte Staffel baut die Stärken der Serie weiter aus und bietet grandiose Schauwerte, auch wenn die Story durch die aufgedröselten Handlungsstränge hin und wieder an Tempo verliert. Umso trauriger, dass die Serie nach der sechsten Staffel wohl ihr Ende findet. Damit geht die Verfilmung nämlich eine deutliche Abkürzung im Vergleich zur Buchvorlage.  Erinnerungen an die finale Staffel von Game of Thrones keimen auf, doch angesichts der hervorragenden Entwicklung über die letzten Staffeln und die nun größer gewordenen Stakes, kann ich mir kaum vorstellen, dass die sechste Staffel diese hier nicht auch noch in Sachen Epik und Tiefgang übertrumpfen wird.

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Ein Kommentar
  • Cronos
    13 Februar 2021 at 10:01

    Na ja, so toll ist Staffel 5 nun auch wieder nicht. Holden, Alex und Bobbie haben ab der Mitte der Staffel fast nichts mehr zu tun. Sie haben über vier Episoden hinweg nur Cameo-Auftritte. Amos hat auf der Erde ein bisschen mehr zu tun, aber seine Vergangenheit erforscht er auch nur in einer Episode. Danach ist er mit Clarissa unterwegs, was sich nun wirklich stark hinzieht und sehr zäh und langweilig ist. Besondere Charakterentwicklung findet da nicht statt. Und Drummer? Meine Güte, DAS ist doch nun wirklich nicht mehr die Drummer die wir aus den bisherigen Staffeln kennen. Diese „neue“ Drummer hier ist ein merkwürdiger und seltsamer Charakter, der nicht in die Serie passt. DAS soll die Anführerin einer Gürtler-Fraktion sein? Na, gute Nacht. Kein Wunder das Inaros die alle im Sack hat. Auch Bull und Monica haben viel Screentime, aber warum Monica entführt werden sollte wird nicht mehr erklärt. Immerhin kann sich Bull schon mal an den Pilotensitz auf der Roci gewöhnen. Zudem passt die Chemie zwischen Holden und Monica viel besser als zwischem ihm und Naomi (Seitensprung in Staffel 6 oder so). Ich hoffe mal das ist Absicht, denn sonst wäre es saudämlich von den Produzenten so etwas zu drehen.

    Bleibt also noch Naomi und ihre missratene Familie. Da wäre ihr „bester“ Freund Cyn, der sie natürlich verraten hat und nun Gewissensbisse hat. Was ihn selbstverständlich nicht davon abhält weiter gegen sie zu arbeiten. Dann ihr Ex-Lover Marcos Inaros, so eine Mischung aus Castro und bin Laden ist. Und ihr gemeinsamer Sohn Filip, der sich nach schier endlosen Debatten dann doch für einen Job als „Sohn-des-Messias“ zu entscheiden. Toll… also eher nicht. Naomi darf unterdessen heulen und noch mehr heulen und dann noch Schmerzen erleiden (und heulen).

    Während also ein Teil der Crew mit ein paar Cameos auskommen muss und der andere Teil entweder heult oder durch den Wald latscht, überschlagen sich im Finale dann die Ereignisse. Hier werden so viele Handlungsstränge zusammengeführt, das man wirklich die Orientierung verlieren kann. Alex wird mal kurz abserviert, Naomi gerettet und dann… Cliffhanger!

    Fazit: Also alles in allem nicht schlecht, aber von der wunderbaren Serie der ersten drei Staffeln ist das hier doch weit entfernt.

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