Kritik: The Mandalorian – Staffel 2

Versöhnung zwischen Fans und Disney
Spoilerfrei!
Lesedauer: 4 Mins.
  • Titelbild für Kritik The Mandalorian Staffel 2
  • Zu 'The Mandalorian' gibt es eigentlich keine zwei Meinungen - für das 'Star Wars'-Universum die absolute Ausnahme. Warum diese Serie so viel Liebe abbekommt und inwiefern Staffel 2 die Erste übertrumpft, erfährst du in der Kritik.  Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht’s Mando (Pedro Pascal) hat eine neue Mission: das “Kind” zu den letzten verbliebenen Jedis zu bringen. Doch die sind natürlich nicht so einfach zu finden. Auf der Quest, kreuz und quer durch die Galaxis, begegnet Mando alten Bekannten und Feinden. Doch der imperiale Moff Gideon (Giancarlo Esposito) sitzt ihm im Nacken; er will das mächtige Kind für grausame Experimente benutzen.   Werbung Drei Zutaten The Mandalorian mischt drei Genres zu einem bunten und leckeren Cocktail, der natürlich ohne Alkohol und somit für die ganze Familie genießbar ist. Denn diese Serie ist Disneys größter Erfolg, aus Star Wars tatsächlich generationenübergreifende Unterhaltung zu machen, wohingegen die letzten Filme mit ihrer nostalgischen Sentimentalität eher auf die älteren Zielgruppen geschossen haben.  Der Western: Revolverhelden und der Staub der Prärie The Mandalorian ist ein Western - sowohl von innen, als auch von aussen. Der Held ist ein einsamer Outlaw, heimat- und rastlos, doch schnell am Abzug, viel mehr physisch als kommunikativ. Liebe hat keinen Platz in seinem Leben, das regiert wird von Selbstjustiz. Er ist unnahbar, seine Hülle aus Stahl. Oder aus Beska, wie auch immer. Regisseur Jon Favreau schmeißt eine ordentliche Prise Staub vor die Kameralinse, denn auch aus cinematischer Sicht erinnert The Mandalorian an einen Western. Langsam rollende Kamerafahrten, die das Ankommen des Helden in einer schmorenden Wüstensiedlung ankündigen, bringen uns schon gleich zur ersten Folge in die richtige Stimmung.   Der Actionfilm: Rasante Set-Pieces, coole Karren Diese Serie ist ein Traum für Jungs und Junggebliebene: Jede Folge begeistert den inneren Lego-Modellbauer mit abgefahrenen Fortbewegungsmitteln. Seien es klapprige Raumschiffe, die entlang der Atmosphäre kratzen, Luft-Motorräder, die über Dünen heizen, oder große Laster, beladen mit instabilem Atommüll: Jeder der zahlreichen Regisseure, wie z.B. Robert Rodriguez, zaubern atemberaubende Actionszenen, die in ihrer Rasanz an Filme wie Mad Max: Fury Road erinnern.  Der Monsterfilm: Godzilla wäre neidisch Das klassische ‘Monster der Woche’ ist eigentlich out, spätestens, nachdem Seriengrößen wie Breaking Bad und Game of Thrones ihren Plot über ganze Staffeln ausrollten und damit das Unwort “Bingewatching” prägten. Diesen Weg geht The Mandalorian nicht. Tatsächlich ist “der Weg” der Serie recht eigenartig.  Wie schon Staffel 1, fühlt sich auch Staffel 2 an wie ein Kinofilm, den man mit ein paar Mini-Storys zur Mitte der Staffel aufgepimpt hat. Das Ergebnis ist ein seltsamer Hybrid aus Spielfilm und ‘Monster der Woche’, zerhackt in mundgerechte Folgen à 30 bis 40 Minuten.  Tatsächlich habe ich mir alle Folgen der zweiten Staffel aufgespart und dann ohne Unterbrechung hintereinander angeschaut. Das Ergebnis: Test bestanden! Der kindliche Unterhaltungsfaktor jeder einzelnen Folge ist gigantisch.  Phantastische Aliens und wo sie zu finden sind Die Welt erscheint in jedem Moment haptisch und dreidimensional, dank der liebevoll handgefertigten Masken und Puppen, die das Star Wars-Universum bevölkern.  Überall kreucht und fleucht ein absurdes Alien, jedes so liebevoll gestaltet, wie wir es von George Lucas’ Welt gewohnt sind. Da nickt man als Erwachsener auch die abstrusesten Schöpfungen ab, wie z.B. eine menschengroße, kartenspielende Ameise namens “Dr. Unterkiefer”.  Doch die vielen Tentakel und Froscheier nicht überdecken nicht das Herz der Serie, das den Puls durch alle Folgen vorgibt: Die Vater-Baby-Beziehung zwischen Mando und Grogu.  Sooo süüüüüüüüüüüüß *.* Ja, Baby Yoda ist immer noch ein Gimmick. Doch wäre die Serie nur halb so gut, würde der grüne Wonnebrocken fehlen. Er ist weiterhin für alle Lacher und Seufzer verantwortlich. Dennoch verleiht Staffel 2 dem Wesen nicht nur endlich einen Namen, sondern auch eine eigenständige Story. “Grogu” handelt immer öfter eigenständig und aus eigenem Willen, statt einfach nur die Macht einzusetzen, sobald die Story es verlangt.  Bewegendes Finale Die letzten zehn Minuten der zweiten Staffel erinnern an die letzten Minuten aus Rogue One. Nur ist es dieses Mal nicht Darth Vader, der in einem epischen Moment seine vernichtenden Fähigkeiten zur Schau stellt.  Ein intimer Moment zwischen Mando, Grogu und einer gewissen dritten Partei rührt Fans zu Tränen. Sind das die üblichen Nerd-Tränen, die aufgrund der sentimentalen Neigung zum Star Wars-Franchise entstehen? Ja und nein. Auch ohne die große Referenz, die in den letzten Minuten präsentiert wird, ist der Abschluss der zweiten Staffel ein emotionaler Höhepunkt.  Fazit: 'The Mandalorian' ist Disneys unterhaltsamstes 'Star Wars'-Produkt In vielerlei Hinsicht ist The Mandalorian eine klassische TV-Serie, die keine großen Ambitionen im Storytelling hat, sondern einfach nur Spaß machen will. Dennoch sind alle visuellen und praktischen Effekte absolut atemberaubend. Man sieht, hört und fühlt die fantasievolle Welt, die in dieser Serie in acht unterhaltsamen Bottle-Episoden erforscht wird. Schade, dass die dritte Staffel erst nach dem nächsten Spin-Off The Book of Boba Fett fortgesetzt wird. 
    Kritik: The Mandalorian – Staffel 2
    Handlung
    65%
    Action
    90%
    Humor
    80%
    Visuelle Umsetzung
    95%
    Charaktere
    80%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 30.10.2020
    Episoden: 16 in 2+ Staffeln
    FSK: 12
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    Showrunner:
    Besetzung: , ,
    Bildrechte: Disney
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Gesamtbewertung:

Stark
82%

Zu 'The Mandalorian' gibt es eigentlich keine zwei Meinungen - für das 'Star Wars'-Universum die absolute Ausnahme. Warum diese Serie so viel Liebe abbekommt und inwiefern Staffel 2 die Erste übertrumpft, erfährst du in der Kritik. 

Darum geht’s

Mando (Pedro Pascal) hat eine neue Mission: das “Kind” zu den letzten verbliebenen Jedis zu bringen. Doch die sind natürlich nicht so einfach zu finden. Auf der Quest, kreuz und quer durch die Galaxis, begegnet Mando alten Bekannten und Feinden. Doch der imperiale Moff Gideon (Giancarlo Esposito) sitzt ihm im Nacken; er will das mächtige Kind für grausame Experimente benutzen.  

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Drei Zutaten

The Mandalorian mischt drei Genres zu einem bunten und leckeren Cocktail, der natürlich ohne Alkohol und somit für die ganze Familie genießbar ist. Denn diese Serie ist Disneys größter Erfolg, aus Star Wars tatsächlich generationenübergreifende Unterhaltung zu machen, wohingegen die letzten Filme mit ihrer nostalgischen Sentimentalität eher auf die älteren Zielgruppen geschossen haben. 

Der Western: Revolverhelden und der Staub der Prärie

The Mandalorian ist ein Western - sowohl von innen, als auch von aussen. Der Held ist ein einsamer Outlaw, heimat- und rastlos, doch schnell am Abzug, viel mehr physisch als kommunikativ. Liebe hat keinen Platz in seinem Leben, das regiert wird von Selbstjustiz. Er ist unnahbar, seine Hülle aus Stahl. Oder aus Beska, wie auch immer.

Regisseur Jon Favreau schmeißt eine ordentliche Prise Staub vor die Kameralinse, denn auch aus cinematischer Sicht erinnert The Mandalorian an einen Western. Langsam rollende Kamerafahrten, die das Ankommen des Helden in einer schmorenden Wüstensiedlung ankündigen, bringen uns schon gleich zur ersten Folge in die richtige Stimmung.  

Der Actionfilm: Rasante Set-Pieces, coole Karren

Diese Serie ist ein Traum für Jungs und Junggebliebene: Jede Folge begeistert den inneren Lego-Modellbauer mit abgefahrenen Fortbewegungsmitteln. Seien es klapprige Raumschiffe, die entlang der Atmosphäre kratzen, Luft-Motorräder, die über Dünen heizen, oder große Laster, beladen mit instabilem Atommüll: Jeder der zahlreichen Regisseure, wie z.B. Robert Rodriguez, zaubern atemberaubende Actionszenen, die in ihrer Rasanz an Filme wie Mad Max: Fury Road erinnern. 

Der Monsterfilm: Godzilla wäre neidisch

Das klassische ‘Monster der Woche’ ist eigentlich out, spätestens, nachdem Seriengrößen wie Breaking Bad und Game of Thrones ihren Plot über ganze Staffeln ausrollten und damit das Unwort “Bingewatching” prägten. Diesen Weg geht The Mandalorian nicht. Tatsächlich ist “der Weg” der Serie recht eigenartig. 

Sandwurm aus The Mandalorian Staffel 2

Die erste Folge der zweiten Staffel begeistert mit einer der gigantischsten Monster-Szenen aller Zeiten.

Wie schon Staffel 1, fühlt sich auch Staffel 2 an wie ein Kinofilm, den man mit ein paar Mini-Storys zur Mitte der Staffel aufgepimpt hat. Das Ergebnis ist ein seltsamer Hybrid aus Spielfilm und ‘Monster der Woche’, zerhackt in mundgerechte Folgen à 30 bis 40 Minuten. 

Tatsächlich habe ich mir alle Folgen der zweiten Staffel aufgespart und dann ohne Unterbrechung hintereinander angeschaut. Das Ergebnis: Test bestanden! Der kindliche Unterhaltungsfaktor jeder einzelnen Folge ist gigantisch. 

Phantastische Aliens und wo sie zu finden sind

Die Welt erscheint in jedem Moment haptisch und dreidimensional, dank der liebevoll handgefertigten Masken und Puppen, die das Star Wars-Universum bevölkern. 

Überall kreucht und fleucht ein absurdes Alien, jedes so liebevoll gestaltet, wie wir es von George Lucas’ Welt gewohnt sind. Da nickt man als Erwachsener auch die abstrusesten Schöpfungen ab, wie z.B. eine menschengroße, kartenspielende Ameise namens “Dr. Unterkiefer”. 

Doch die vielen Tentakel und Froscheier nicht überdecken nicht das Herz der Serie, das den Puls durch alle Folgen vorgibt: Die Vater-Baby-Beziehung zwischen Mando und Grogu. 

Mando und Grogu in einem Szenenbild aus The Mandalorian Staffel 2

Mando und Grogu wachsen sich ans Herz.

Sooo süüüüüüüüüüüüß *.*

Ja, Baby Yoda ist immer noch ein Gimmick. Doch wäre die Serie nur halb so gut, würde der grüne Wonnebrocken fehlen. Er ist weiterhin für alle Lacher und Seufzer verantwortlich. Dennoch verleiht Staffel 2 dem Wesen nicht nur endlich einen Namen, sondern auch eine eigenständige Story. “Grogu” handelt immer öfter eigenständig und aus eigenem Willen, statt einfach nur die Macht einzusetzen, sobald die Story es verlangt. 

Bewegendes Finale

Die letzten zehn Minuten der zweiten Staffel erinnern an die letzten Minuten aus Rogue One. Nur ist es dieses Mal nicht Darth Vader, der in einem epischen Moment seine vernichtenden Fähigkeiten zur Schau stellt. 

Ein intimer Moment zwischen Mando, Grogu und einer gewissen dritten Partei rührt Fans zu Tränen. Sind das die üblichen Nerd-Tränen, die aufgrund der sentimentalen Neigung zum Star Wars-Franchise entstehen? Ja und nein. Auch ohne die große Referenz, die in den letzten Minuten präsentiert wird, ist der Abschluss der zweiten Staffel ein emotionaler Höhepunkt. 

Fazit:

'The Mandalorian' ist Disneys unterhaltsamstes 'Star Wars'-Produkt

In vielerlei Hinsicht ist The Mandalorian eine klassische TV-Serie, die keine großen Ambitionen im Storytelling hat, sondern einfach nur Spaß machen will. Dennoch sind alle visuellen und praktischen Effekte absolut atemberaubend. Man sieht, hört und fühlt die fantasievolle Welt, die in dieser Serie in acht unterhaltsamen Bottle-Episoden erforscht wird. Schade, dass die dritte Staffel erst nach dem nächsten Spin-Off The Book of Boba Fett fortgesetzt wird. 

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