8.8/10

Kritik: Encanto

DISNEYS MAGISCHES MEISTERWERK

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Genres: Animation, Familie, Fantasy, Musical, Startdatum: 24.11.2021

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Mit ‚Encanto‘ bringt Disney den inzwischen 60. Spielfilm auf die große Leinwand, beziehungsweise auf den hauseigenen Streamingdienst und erzählt die Geschichte der magischen Familie Madrigal. Doch ist der filmische Liebesbrief an Kolumbien nur auf dem Papier magisch, oder schafft er es tatsächlich, das Publikum zu verzaubern?

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#ComingOfAge #Dramedy #BesterHobbyKoch

Willkommen in Encanto

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Pedro muss Alma Madrigal (María Cecilia Botero/Monica Bielenstein) mit ihren Drillingen Pepa (Carolina Gaitan/Cathlen Gawlich), Julieta (Angie Cepeda/Carolina Vera) und Bruno (John Leguizamo/Nico Mamone) vor der Zerstörung ihres Heimatdorfes fliehen. Als Pedro bei der Flucht umkommt, erscheint eine magische Kerze vor Alma, die das Leben der Madrigals für immer verändern soll.

Jahrzehnte später hat Alma mithilfe der magischen Kerze das kleine Dorf Encanto gegründet, in dem sie Geflüchteten eine Zuflucht bietet und sich mit ihrer Familie, in der jedes ihrer Kinder und Enkelkinder eine magische Gabe bekommt, um die Bürger:innen Encantos kümmert. Einzig Mirabel (Stephanie Beatriz/Magdalena Turba) hat keine magische Gabe erhalten. Als sie eine Vision von der Zerstörung Casitas, dem magischen Haus der Madrigals, und von Encanto hat, macht sie es sich zur Aufgabe, der Sache auf den Grund zu gehen und das Ende Encantos zu verhindern.

Eine magische Familie

Man könnte meinen, dass Encanto ein seichtes Abenteuer über ein normales Mädchen in einer magischen Familie ist, die ihre Kräfte zu verlieren droht. Gräbt man ein bisschen tiefer, ist Encanto ein überraschend tiefsinniger, wenn auch stellenweise vorhersehbarer Film über das Zusammenleben in Familien und den Problemen, die damit einhergehen. Was tun, wenn man nicht die Leistung erbringen kann, die von der Familie erwartet wird? Wie sehr soll man sich selbst aufgeben, um für die Familie da zu sein? Das sind treibende Fragen, auf die Encanto nach Antworten sucht und die dem Film eine angenehme Tiefe verleihen.

Dass die Geschichte über Familie so gut funktioniert, liegt auch an den Charakteren selbst, allen voran Mirabel. Als einzige nicht-magische Figur in einer Familie voller magischer Überflieger:innen ist sie ein sympathischer, emphatischer und optimistischer Einstiegspunkt in die Welt von Encanto, die man gerne bei ihrem Abenteuer begleitet. Generell stellt man schnell fest, dass sich die Madrigals angenehm wie eine Familie anfühlen: Es wird viel gezankt und genervt, dabei schwingt aber ständig das Gefühl tiefer Verbundenheit und Liebe füreinander mit.

Zugegeben, an die Emotionalität von Disneys früherem Werk Coco kommt Encanto stellenweise nicht ganz ran. Nichtsdestotrotz berührt die Geschichte rund um Mirabel und das Schicksal der Madrigals mit großen Fragen um das Leben als Familie, die sich wahrscheinlich jeder schon mal gestellt hat. Encanto funktioniert prima als Familienfilm für zwischendurch, wenn man mag, bietet der Film aber weitaus mehr.

Ein weiterer Punkt, der Encanto so besonders macht, ist die Darstellung der Kultur Kolumbiens. Der Film ist in jeglicher Hinsicht inspiriert von dem südamerikanischen Land und schafft es, für die farbenfrohe, optimistische und stolze Kultur des Landes zu begeistern. Und zumindest im Original hat man sich auch dafür entschieden, bei den Synchronsprecher:innen auf Talente aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern zu setzen, was der Authentizität und Repräsentation sehr gut tut.

Hätte Disney die Extrameile gehen wollen, hätte man sich neben Co-Regisseurin und Co-Drehbuchautorin Charise Castro Smith (Spuk in Hill House) nicht für Jared Bush und Byron Howard (Zoomania, Vaiana) entschieden, sonder vielleicht für eine kolumbianische Regie. Aber fairerweise muss man sagen: 1) machen die beiden ihren Job wie gewohnt sehr gut und 2) hat das Kreativteam die Hausaufgaben gemacht, sich zahlreiche Expert:innen an Bord geholt und für den Film den sogenannten „Colombian Cultural Trust“ gegründet, der bei der Produktion des Films beratend zur Seite stand.

Animationen aus dem Himmel

Hätten wir die inhaltliche Ebene abgehakt, werfen wir mal einen Blick auf die Animationen des 60. Disney Spielfilms. Oder am liebsten gleich tausende Blicke, denn Encanto ist eine wahre Augenweide. Eine verspielte und lebendige Welt, knallige, pulsierende Farben, liebevolle Details soweit das Auge reicht und fantastische Animationen, die jede Konversation und jeden Tanz rein optisch auf ein neues Level heben.

Mit Blick auf die Madrigals fällt besonders auf, wie viel Arbeit und Liebe in die Erschaffung und Animation der verschiedenen Familienmitglieder geflossen sein muss. Alle fühlen sich tatsächlich wie einzigartige Figuren an, die nicht nur rein optisch, sondern auch in der Art wie sie sich bewegen und interagieren komplett unterschiedlich sind. Auch in den Tanzsequenzen macht sich die Expertise der von Beginn der Produktion an engagierten Choreograf:innen bemerkbar, die jedem Tanz die Extraportion Authentizität verleihen.

Wie im realen Kolumbien ist Encanto sowohl in Sachen Haupt- als auch Nebencharaktere aus ethnischer Perspektive komplett divers besetzt, selten hat man Charaktere mit so unterschiedlichen Hautfarben und Haarstrukturen so präsent gesehen. Während Diversität in zu vielen Filmen als aufgezwungenen Extra wirkt, erzählt Encanto diese – ganz im Sinne der realen Vorlage – natürlich mit. Eine willkommene Abwechslung, die Disney für die Zukunft gerne beibehalten darf.

Musik in den Ohren

Natürlich können wir eine Kritik über Disneys neustes Werk nicht beenden, ohne über die Musik zu sprechen. Und was soll man hier groß sagen, außer „Bravo!“ Es verhält sich ähnlich wie mit der Animation: Entweder die Songs sind mindestens genau so gut wie bei dem Vorgänger, oder sie werden eben noch besser. Und sie werden noch besser! Und das ist auch kein Wunder, zeichnet doch mal wieder Lin-Manuel Miranda, seines Zeichens Musical-Genie der letzten Jahre (Hamilton, Vaiana, In the Heights), verantwortlich.

Ob poppige Songs wie „Welcome to the Family Madrigal/Willkommen bei Familie Madrigal“, „We don’t talk about Bruno/Nur kein Wort über Bruno“ und „Colombia, Mi Encanto“ oder ruhigere Stücke wie „Oruguitas“: Encanto ist vollgepackt mit spaßigen, einfühlsamen und mitreißenden Ohrwürmern, die jedem Charaktere einen Moment zum Scheinen geben und euch nach dem ersten Watch noch lange begleiten werden. Ladet euch am besten jetzt schon mal das Album zum Film runter.

Fazit

8.8/10
Sehr gut
Community-Rating:
Handlung 8.5/10
Emotionen 8.5/10
Charaktere 8/10
Animationen 10/10
Musik 9/10

‚Encanto‘ verzaubert auf ganzer Linie!

Encanto kann auf ganzer Linie überzeugen: Eine spaßige und emotionale Story, tolle Charaktere, fantastische Animationen und zahlreiche Songs mit Ohrwurm-Potential. Disneys 60. Spielfilm leistet sich so gut wie keine Fehltritte und ist der perfekte Film für einen Familienabend vor dem Fernseher. Lasst euch diese Perle nicht entgehen!

Artikel vom 9. Januar 2022

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