Kritik: James Bond 007: Keine Zeit zu sterben

Das Ende der Craig-Ära
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • James Bond (Daniel Craig) im Smoking
    Universal Pictures International (2021)
  • Mit 'James Bond 007: Keine Zeit zu Sterben' unter der Regie von Cary Joji Fukunaga schließt Daniel Craig die Rolle des legendären Geheimagenten endgültig ab. Kann Craig noch ein letztes Mal ordentlich durchstarten, oder ist es für seinen Bond doch die Zeit gekommen zu sterben? Wenig Zeit? Zum Fazit! Keine Zeit für den Ruhestand Nach der Festnahme von Spectre-Anführer Ernst Stavro Blofeld (Christoph Waltz) ist James Bond (Daniel Craig) in den Ruhestand gegangen, um mit Madeleine Swann (Léa Seydoux) ein neues Leben anzufangen. Doch wer glaubt, dass sich für Bond alles zum Guten gewendet hat, irrt sich gewaltig. Spectre ist noch lange nicht tot und führt in Italien einen Anschlag auf Bond aus. Da er vermutet, dass Madeleine ihn verraten hat, verlässt er sie. Seitdem lebt er fünf Jahre lang alleine. Das ändert sich jedoch, als er vom CIA-Agenten Felix Leiter (Jeffrey Wright) kontaktiert wird. Von diesem erhält er den Auftrag, einen entführten Wissenschaftler ausfindig zu machen, der für die Herstellung einer gefährlichen Biowaffe verantwortlich ist. Natürlich steht hierfür Spectre unter Verdacht, doch schon bald wird klar, dass jemand anderes die Strippen zieht. Jemand viel gefährlicheres, der es selbst auf Spectre abgesehen hat. Für diesen Fall braucht Bond jede Hilfe, die er kriegen kann, weshalb er zurück zum MI6 geht. Dort hat man bereits Ersatz für ihn gefunden: Nomi (Lashana Lynch) ist die neue 007 und sehr erpicht darauf, diesen Ehrentitel weiter zu behalten. Beide werden sich rechtzeitig miteinander engagieren müssen, denn sie haben buchstäblich "keine Zeit zu Sterben". Und außerdem weiß Bond: Früher oder später kommt er an einer Konfrontation mit Madeleine nicht vorbei... Werbung James 'Blond' lebt nur fünf Mal 15 Jahre ist das her, als man Daniel Craig als James Bond angeheuert hat. Eine ziemlich kontroverse Entscheidung zur damaligen Zeit: Dieser Bond wirkte älter, kleiner und dann war er auch noch blond! Doch nach James Bond 007: Casino Royale waren alle Zweifel verflogen. Danach war es ein auf und ab mit guten Teilen (Skyfall) und weniger guten Teilen (Ein Quantum Trost, Spectre) doch Daniel Craigs James Bond hat sich nichts desto trotz sehr gut etabliert. Und da es nicht nur sein letzter Bond-Teil, sondern auch der 25ste Bond Film ist, wollte man hier was Großes bringen. Und das wird auch Zeit, zumal der Film wegen der Pandemie oft verschoben wurde (was ironisch ist, da es im Film um eine Virus-Waffe geht). Gerade hier wollte man Bond wieder mehr Tiefe geben. Man wollte einen Bond zeigen, der von den früheren Ereignissen sichtbar geprägt wurde und gleichzeitig möglichst stark auf die früheren Teile verweisen. Denn obwohl dieser Bond tatsächlich auch seine emotionaleren Momente hat, so zeigt er auch Eigenschaften älterer Bonds, darunter auch einige Bond-One-Liner, die für den wortkargeren Daniel Craig sonst untypisch gewesen wären. Doch abgesehen davon wollte man mit dem letzten Teil neue Wege bestreiten und dabei Risiken eingehen, die schon fast an einen The Last Jedi angrenzen – wenn auch nicht ganz so extrem. Denn ja, der Film wird die Fans spalten. Nicht eine Bond Girl. DAS Bond-Girl! Doch reden wir mal kurz nicht über Bond. Lang wurde darüber diskutiert, die 007-Rolle mit einer Frau zu besetzen und der Film gibt uns ein Gefühl dafür, wie es aussehen könnte. Mit Nomi (Lashana Lynch) hat die MI6 sich eine neue 007 geholt. Und jetzt wo das Thema geklärt ist (und Twitter endlich die Klappe halten kann), können wir uns genauer mit der Figur beschäftigen. Sie wird clever als ein vermeindliches Bond Girl eingeführt, um sich dann als seine Nachfolgerin zu offenbaren und gleich einen Konkurrenzkampf aufzubauen. Doch vor allem die Sprüche, dass er zur alten Zeit gehöre, wären vielleicht bei einem älteren Bond überzeugender gewesen. Beim realistischeren Craig-Bond wirkt es kleinlich. Glücklicherweise hält dieser Wettstreit nicht an und auch Nomi drängt sich nicht in den Vordergrund. Stattdessen nimmt sie eine unterstützende Rolle an und macht einen passablen Eindruck, auch wenn sie dadurch ironischerweise wie ein Bond-Girl wirkt. Für eine potenzielle Hauptrolle würde es nicht reichen, dafür wurde sie nicht genug beleuchtet. "Klar, dass Sie auf ihn geschossen haben.", "Ja, jeder versucht es wenigstens einmal." Nomi zu Moneypenny in Keine Zeit zu sterben Lizenz zum Heiraten Reden wir mal über die wichtigere Frau in Bonds Leben: Madeleine Swann. Diese wird stärker beleuchtet, als es noch in Spectre der Fall war und sie stellt klar die emotionaleren Momente des Filmes dar. Doch auch hier neigt sie gelegentlich zur Übertreibung. Die ein oder andere Träne war dann doch ein bisschen zu viel und an manchen Stellen wirkt sie nicht wie eine Frau, die mit dem kriminellen Leben vertraut ist. Auch hätte man sie ruhig etwas mehr mit Bond zusammen sehen können. Doch was die Bond-Girls in Keine Zeit zu sterben angeht, muss man eine besonders betonen: Ana de Armas als Paloma. Sie hat zwar nur eine kleine Rolle, doch die hat es in sich. Als unterstützende CIA-Agentin ist sie schrullig, sympathisch, witzig und gleichzeitig sehr kompetent. Da fragt man sich wirklich, wieso man sie nicht auf die Mission mitnehmen konnte. Dann hätte man die Probleme schneller gelöst, denn der Film ist... Genug Zeit zu Sterben ...zu lang. Mit fast drei Stunden übersteigt er die Länge der anderen Teile und er hat leider nicht den Inhalt, um die Dauer zu rechtfertigen. Zwar hat der Film einen bombastischen Einstieg mit hervorragender Aktion und mehreren intensiven Momenten. Und auch später, wenn wir zum ersten Mal eine Kostprobe der Fähigkeit des Schurken bekommen, bleibt die Spannung auf einem hohen Niveau. Doch ab der Hälfte zieht es sich in die Länge. Es gibt viel Expositionen und viele Einblicke in Bonds Liebesprobleme. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch sind diese nicht so überzeugend aufgebaut, als das man dem so viel Zeit widmen könnte. Generell hat man das Gefühl, dass man den falschen Dingen zu viel Zeit gewidmet hatte, während man andere vernachlässigt hat. Mit der richtigen Gewichtung hätte man Keine Zeit zu Sterben locker auf zwei Stunden kürzen können. James Bond jagt Mr. Robot Was ist James Bond ohne einen Bond Schurken? Aus diesem Grund hat man zurecht hohe Erwartungen. Und diese werden größtenteils erfüllt. Lyutsifer Safin (Rami Malek) ist eine unheimliche Gestalt, die im Schatten wandelt, bis sie sich mit furchterregenden Mitteln bemerkbar macht. Dies ist vor allem dem einprägsamen Schauspiel von Mr. Robot - Star Rami Malek zu verdanken. Er redet mit einer ruhigen, monotonen und emotionslosen Stimme, die es dennoch schafft, den Raum mit einer erschreckenden Intension zu befüllen. Er ist kaltblütig und kalkulierend und das auf eine beunruhigende Weise. Das passt auch hervorragend zu seinen bevorzugten Terror-Methoden. Ohne groß ins Spoiler-Territorium abzudriften: Die Kombination aus Biowaffen und Nanotechnologie, die sowohl gefährlich als auch erschreckend präzise sind, ist erstaunlich einfallsreich mit viel unheimlichem Potenzial. Damit hätte er hervorragend in ein Sci-Fi-Horror Szenario gepasst. Doch obwohl Safin Potenzial hat, wird es nicht ausgeschöpft. Dafür gibt man ihm nicht genug Zeit, sich zu etablieren, wodurch seine Verbindung zu Bond unausgereift erscheint. Das macht seine finalen Dialoge und Konfrontationen mit Bond nicht ganz so intensiv, wie sie hätten sein können. Stattdessen wirken sie, als würde man sich auf ein paar alte Bond Klischees verlassen. Auch sein Masterplan wurde schlussendlich nicht genug beleuchtet. Machten seine bisherigen Taten durchaus Sinn und waren seine Waffen erstaunlich vielfältig, so wirkt sein finaler Plan relativ einfach und schlecht nachvollziehbar. Schlussendlich erscheint dieser generisch. Dasselbe gilt auch für den letzten Kampf, der an einen klassischeren James Bond erinnert. Nicht ganz das, was man von Craigs letzter Herausforderung erwartet. Fazit: Die finale Wertung: 007 von 10 Auch ein realistischer James Bond muss mal weichen und so verabschiedet sich Daniel Craig mit einem Knall, wenn auch nicht mit einem Feuerwerk. Man bringt seine Heldenreise zum entsprechenden Abschluss, auch wenn man sich hier auf ein paar Risiken eingelassen hat. Generell hat man versucht, die Einsätze höher zu schrauben und einen Mix aus verschiedenen Bond-Generationen zu kreieren. Und obwohl es an mehreren Stellen funktioniert hat, so hat es den Film eindeutig zu sehr in die Länge gezogen. Alles in allem ist Keine Zeit zu Sterben eine intensive und actiongeladene Vorstellung mit emotionalen Momenten, jedoch auch mit Fehlern, die sehr einfach zu erkennen sind. Daher kann man getrost sagen: Mission abgeschlossen!
    Kritik: James Bond 007: Keine Zeit zu sterben
    Handlung
    60%
    Spannung
    75%
    Schauspieler
    75%
    Action
    80%
    Visuelle Umsetzung
    70%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 30.09.2021
    Filmlänge: 163 Minuten
    FSK: 12
    Genre: , , , , ,
    Regisseur:
    Besetzung: , , , , , , , , ,
    Bildrechte: Universal Pictures International (2021)
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Ordentlich
72%

Mit 'James Bond 007: Keine Zeit zu Sterben' unter der Regie von Cary Joji Fukunaga schließt Daniel Craig die Rolle des legendären Geheimagenten endgültig ab. Kann Craig noch ein letztes Mal ordentlich durchstarten, oder ist es für seinen Bond doch die Zeit gekommen zu sterben?

Keine Zeit für den Ruhestand

Nach der Festnahme von Spectre-Anführer Ernst Stavro Blofeld (Christoph Waltz) ist James Bond (Daniel Craig) in den Ruhestand gegangen, um mit Madeleine Swann (Léa Seydoux) ein neues Leben anzufangen. Doch wer glaubt, dass sich für Bond alles zum Guten gewendet hat, irrt sich gewaltig. Spectre ist noch lange nicht tot und führt in Italien einen Anschlag auf Bond aus. Da er vermutet, dass Madeleine ihn verraten hat, verlässt er sie. Seitdem lebt er fünf Jahre lang alleine. Das ändert sich jedoch, als er vom CIA-Agenten Felix Leiter (Jeffrey Wright) kontaktiert wird. Von diesem erhält er den Auftrag, einen entführten Wissenschaftler ausfindig zu machen, der für die Herstellung einer gefährlichen Biowaffe verantwortlich ist. Natürlich steht hierfür Spectre unter Verdacht, doch schon bald wird klar, dass jemand anderes die Strippen zieht. Jemand viel gefährlicheres, der es selbst auf Spectre abgesehen hat. Für diesen Fall braucht Bond jede Hilfe, die er kriegen kann, weshalb er zurück zum MI6 geht. Dort hat man bereits Ersatz für ihn gefunden: Nomi (Lashana Lynch) ist die neue 007 und sehr erpicht darauf, diesen Ehrentitel weiter zu behalten. Beide werden sich rechtzeitig miteinander engagieren müssen, denn sie haben buchstäblich "keine Zeit zu Sterben". Und außerdem weiß Bond: Früher oder später kommt er an einer Konfrontation mit Madeleine nicht vorbei...

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James 'Blond' lebt nur fünf Mal

15 Jahre ist das her, als man Daniel Craig als James Bond angeheuert hat. Eine ziemlich kontroverse Entscheidung zur damaligen Zeit: Dieser Bond wirkte älter, kleiner und dann war er auch noch blond! Doch nach James Bond 007: Casino Royale waren alle Zweifel verflogen. Danach war es ein auf und ab mit guten Teilen (Skyfall) und weniger guten Teilen (Ein Quantum Trost, Spectre) doch Daniel Craigs James Bond hat sich nichts desto trotz sehr gut etabliert. Und da es nicht nur sein letzter Bond-Teil, sondern auch der 25ste Bond Film ist, wollte man hier was Großes bringen. Und das wird auch Zeit, zumal der Film wegen der Pandemie oft verschoben wurde (was ironisch ist, da es im Film um eine Virus-Waffe geht).

Gerade hier wollte man Bond wieder mehr Tiefe geben. Man wollte einen Bond zeigen, der von den früheren Ereignissen sichtbar geprägt wurde und gleichzeitig möglichst stark auf die früheren Teile verweisen. Denn obwohl dieser Bond tatsächlich auch seine emotionaleren Momente hat, so zeigt er auch Eigenschaften älterer Bonds, darunter auch einige Bond-One-Liner, die für den wortkargeren Daniel Craig sonst untypisch gewesen wären.

James Bond (Daniel Craig) und Paloma (Ana de Armas) in einer Bar

James Bond (Daniel Craig) ist wieder am Start. Jetzt braucht man nur etwas mehr von Paloma (Ana de Armas)

Doch abgesehen davon wollte man mit dem letzten Teil neue Wege bestreiten und dabei Risiken eingehen, die schon fast an einen The Last Jedi angrenzen – wenn auch nicht ganz so extrem. Denn ja, der Film wird die Fans spalten.

Nicht eine Bond Girl. DAS Bond-Girl!

Doch reden wir mal kurz nicht über Bond.

Lang wurde darüber diskutiert, die 007-Rolle mit einer Frau zu besetzen und der Film gibt uns ein Gefühl dafür, wie es aussehen könnte. Mit Nomi (Lashana Lynch) hat die MI6 sich eine neue 007 geholt. Und jetzt wo das Thema geklärt ist (und Twitter endlich die Klappe halten kann), können wir uns genauer mit der Figur beschäftigen. Sie wird clever als ein vermeindliches Bond Girl eingeführt, um sich dann als seine Nachfolgerin zu offenbaren und gleich einen Konkurrenzkampf aufzubauen. Doch vor allem die Sprüche, dass er zur alten Zeit gehöre, wären vielleicht bei einem älteren Bond überzeugender gewesen. Beim realistischeren Craig-Bond wirkt es kleinlich. Glücklicherweise hält dieser Wettstreit nicht an und auch Nomi drängt sich nicht in den Vordergrund. Stattdessen nimmt sie eine unterstützende Rolle an und macht einen passablen Eindruck, auch wenn sie dadurch ironischerweise wie ein Bond-Girl wirkt. Für eine potenzielle Hauptrolle würde es nicht reichen, dafür wurde sie nicht genug beleuchtet.

"Klar, dass Sie auf ihn geschossen haben.", "Ja, jeder versucht es wenigstens einmal."

Nomi zu Moneypenny in Keine Zeit zu sterben

Lizenz zum Heiraten

Reden wir mal über die wichtigere Frau in Bonds Leben: Madeleine Swann. Diese wird stärker beleuchtet, als es noch in Spectre der Fall war und sie stellt klar die emotionaleren Momente des Filmes dar. Doch auch hier neigt sie gelegentlich zur Übertreibung. Die ein oder andere Träne war dann doch ein bisschen zu viel und an manchen Stellen wirkt sie nicht wie eine Frau, die mit dem kriminellen Leben vertraut ist. Auch hätte man sie ruhig etwas mehr mit Bond zusammen sehen können. Doch was die Bond-Girls in Keine Zeit zu sterben angeht, muss man eine besonders betonen: Ana de Armas als Paloma. Sie hat zwar nur eine kleine Rolle, doch die hat es in sich. Als unterstützende CIA-Agentin ist sie schrullig, sympathisch, witzig und gleichzeitig sehr kompetent. Da fragt man sich wirklich, wieso man sie nicht auf die Mission mitnehmen konnte. Dann hätte man die Probleme schneller gelöst, denn der Film ist...

Genug Zeit zu Sterben

...zu lang. Mit fast drei Stunden übersteigt er die Länge der anderen Teile und er hat leider nicht den Inhalt, um die Dauer zu rechtfertigen. Zwar hat der Film einen bombastischen Einstieg mit hervorragender Aktion und mehreren intensiven Momenten. Und auch später, wenn wir zum ersten Mal eine Kostprobe der Fähigkeit des Schurken bekommen, bleibt die Spannung auf einem hohen Niveau. Doch ab der Hälfte zieht es sich in die Länge. Es gibt viel Expositionen und viele Einblicke in Bonds Liebesprobleme. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch sind diese nicht so überzeugend aufgebaut, als das man dem so viel Zeit widmen könnte. Generell hat man das Gefühl, dass man den falschen Dingen zu viel Zeit gewidmet hatte, während man andere vernachlässigt hat. Mit der richtigen Gewichtung hätte man Keine Zeit zu Sterben locker auf zwei Stunden kürzen können.

James Bond jagt Mr. Robot

Was ist James Bond ohne einen Bond Schurken? Aus diesem Grund hat man zurecht hohe Erwartungen. Und diese werden größtenteils erfüllt. Lyutsifer Safin (Rami Malek) ist eine unheimliche Gestalt, die im Schatten wandelt, bis sie sich mit furchterregenden Mitteln bemerkbar macht. Dies ist vor allem dem einprägsamen Schauspiel von Mr. Robot - Star Rami Malek zu verdanken. Er redet mit einer ruhigen, monotonen und emotionslosen Stimme, die es dennoch schafft, den Raum mit einer erschreckenden Intension zu befüllen. Er ist kaltblütig und kalkulierend und das auf eine beunruhigende Weise.

Lyutsifer Safin (Rami Malek) guckt bedrohlich

Lyutsifer Safin (Rami Malek) hat große Pläne, sowohl für Bond als auch für Spectre.

Das passt auch hervorragend zu seinen bevorzugten Terror-Methoden. Ohne groß ins Spoiler-Territorium abzudriften: Die Kombination aus Biowaffen und Nanotechnologie, die sowohl gefährlich als auch erschreckend präzise sind, ist erstaunlich einfallsreich mit viel unheimlichem Potenzial. Damit hätte er hervorragend in ein Sci-Fi-Horror Szenario gepasst.

Doch obwohl Safin Potenzial hat, wird es nicht ausgeschöpft. Dafür gibt man ihm nicht genug Zeit, sich zu etablieren, wodurch seine Verbindung zu Bond unausgereift erscheint. Das macht seine finalen Dialoge und Konfrontationen mit Bond nicht ganz so intensiv, wie sie hätten sein können. Stattdessen wirken sie, als würde man sich auf ein paar alte Bond Klischees verlassen. Auch sein Masterplan wurde schlussendlich nicht genug beleuchtet. Machten seine bisherigen Taten durchaus Sinn und waren seine Waffen erstaunlich vielfältig, so wirkt sein finaler Plan relativ einfach und schlecht nachvollziehbar. Schlussendlich erscheint dieser generisch. Dasselbe gilt auch für den letzten Kampf, der an einen klassischeren James Bond erinnert. Nicht ganz das, was man von Craigs letzter Herausforderung erwartet.

Fazit:

Die finale Wertung: 007 von 10

Auch ein realistischer James Bond muss mal weichen und so verabschiedet sich Daniel Craig mit einem Knall, wenn auch nicht mit einem Feuerwerk. Man bringt seine Heldenreise zum entsprechenden Abschluss, auch wenn man sich hier auf ein paar Risiken eingelassen hat. Generell hat man versucht, die Einsätze höher zu schrauben und einen Mix aus verschiedenen Bond-Generationen zu kreieren. Und obwohl es an mehreren Stellen funktioniert hat, so hat es den Film eindeutig zu sehr in die Länge gezogen.

Alles in allem ist Keine Zeit zu Sterben eine intensive und actiongeladene Vorstellung mit emotionalen Momenten, jedoch auch mit Fehlern, die sehr einfach zu erkennen sind. Daher kann man getrost sagen: Mission abgeschlossen!

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