Kritik: Old

Auch Zeit kann totschlagen
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Old heißt der neue Film der wandelnde Hollywood-Wundertüte M. Night Shyamalan. Ob der Regisseur damit an frühe erfolge wie The Sixth Sense anknüpfen kann oder ob der Film in Windeseile in die Vergessenheit altert, erfahrt ihr in dieser Kritik. Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht's Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Trent und Maddox reisen Guy und Prisca zu einem luxuriösen Resort inmitten einer traumhaften Tropen- und Strandatmosphäre. Das Entspannen unter Palmen und die köstlichen Gerichte im prachtvollen lokalen Restaurant reicht der Familie allerdings noch nicht für die zeitlos perfekte Ferienerinnerung, und so unternimmt sie gemeinsam mit einer Gruppe anderer Reisender einen Ausflug zu einem verstecktem Strandabschnitt, tief im Naturschutzgebiet, die ihnen von der Hotelleitung als unberührtes Naturparadies angepriesen wird. Dort angekommen stellt sich allerdings schnell heraus, dass irgendetwas an der malerischen Strandidylle alles andere als in Ordnung zu sein scheint. Was mit im Sand vergrabenen Besteckteilen beginnt, die den Rost eines jahrelangen Verwitterungsprozesses aufweisen, entwickelt sich in Windeseile zu einer Reihe schockierender Vorfälle, die der Gruppe schließlich die erschütternde Erkenntnis vor Augen führt: An diesem Strand verläuft die Zeit anders und jedem von ihnen rinnen die eigenen Lebensjahre wie Sand durch die Finger. Werbung Das Shyamalan-Phänomen M. Night Shyamalan ist aus der zeitgenössischen Filmgeschichte unmöglich wegzudenken. In regelmäßigen Abständen versorgt uns der für seine Twists bekannte Gruselregisseur mit brandneuen Thrillern, die uns das Fürchten lehren. Das klingt erstmal alles schön und gut, wenn der eiskalte Schauer, der einen während Shyamalans Filmen heimsucht, öfter von den beabsichtigen Schockern und Twists des Filmes, als von der Realisation stammen würde, dass das Geschehen auf der Leinwand selten mehr als hanebüchener Unsinn ist. Zugegeben, auch ich finde Sixth Sense grandios und auch Unbreakable kann ich vieles abgewinnen, doch die Tiefen, in die sich Shyamalans Filmografie kurz darauf stürzte, werfen schnell die Frage auf, warum wir seine Filme 20 Jahre später immer noch anschauen. Und damit kommen wir bei Old, und einer Prämisse an, die tatsächlich einiges an Potenzial hat. Ein Thriller, der uns unseren eigenen Alterungsprozess in grauenhaftem Zeitraffer vor Augen führt und der menschlichen Urangst der persönlichen Sterblichkeit den Spiegel vorhält. Eine Angst, die wir fast alle in irgendeiner Weise in uns tragen. Sogar Shyamalan selbst verarbeitet im typisch selbst geschriebenen Drehbuch nach eigener Aussage verschiedenste Ängste, die unter anderem mit dem Alterungsprozess seiner Eltern zusammenhängen. So weit, so spannend, doch wer im fertigen Film auf eine derartige Tiefe wartet, wird schlussendlich nur selbst mit grauen Haaren und Falten dasitzen. Schon vor dem Film ist die Prämisse alt Eine der größten Schwächen des Filmes ist dabei nur bedingt ihm selbst zuzuschreiben. Denn alles, was wir durch das Marketing von Old zu sehen bekamen, könnte die Prämisse des Filmes nicht deutlicher zur Schau stellen. Das Filmposter zeigt einen jungen Körper, der sich über ausgemergelte, von Falten gezeichnete Gliedmaßen zu einem Skelett entwickelt, der Trailer machte die auffällig schnelle Veränderung der Kinder zum zentralen Element und der Filmtitel... naja, sagen wir Old ist weit von einem Oscar für die subtilste Headline des Jahres entfernt. Irgendetwas stimmt mit diesem Strand nicht! Prisca (Vicky Krieps) in Old   Anhand der Tatsache, dass es praktisch unmöglich ist, das Kino zu betreten, ohne wenigstens einen Ansatz des Konzeptes von Old zu kennen, könnte man denken, dass der Film das Thema des Alterungsstrandes als Aufhänger nutzt, um von den Geheimnissen hinter diesem Mysterium zu erzählen, bis klar wird: dieses Thema IST das Geheimnis. Old braucht ewig, bis bei den Charakteren endlich der Groschen fällt, dass sich die Zeit an dem Strand anders verhält. Fast die gesamte erste Hälfte des Filmes irren sie entsetzt von links nach rechts und zerbrechen sich den Kopf darüber, was Seltsames um sie herum geschieht, während ich mit detailliertem Hintergrundwissen über den Kerngedanken des Filmes im Kinosaal sitze und auf die zündende Erkenntnis warte. Spätestens wenn nach fast 50 Minuten Laufzeit noch die Vermutung aufgestellt wird, dass die (offensichtlich mehrere Jahre gealterten!) Kinder vielleicht etwas Falsches gegessen haben könnten, ist dann Zeit für die erste Hand, die klatschend gegen die Stirn saust. Ist die Katze dann endlich aus dem Sack, tritt die Story für den Großteil der restlichen Laufzeit auf der Stelle und verkommt zu einer „Guckt mal! So kann man auch durch schnelles Altern sterben“-Montage. Dabei haben die unterschiedlichen Szenen, die das Konzept des Alterns erforschen, durchaus Unterhaltungswert und ohne das Vorwissen würden die Figuren eventuell nur noch halb so begriffsstutzig daherkommen. Doch dadurch, dass Old im Vorhinein nichts verschleiert, nimmt der Film sich seine eigene Spannung und das zentrale Mysterium. So bleibt bei Dialogen wie „Wie ALT muss ein Kind sein, um tauchen zu dürfen“ oder „ich kann kaum erwarten, wie du klingst, wenn du ALT bist“ statt Foreshadowing nur das Bild eines verschwörerisch zwinkernden Shyamalan in meinem Gedächtnis, der mich auf seinen eigenen Scharfsinn aufmerksam machen möchte. Subtil wie ein Vorschlaghammer Wer etwas mit Shyamalans Filmografie vertraut ist, wird sich anhand derartig plumper Dialoge allerdings nicht groß wundern. Wie viele seine Filme ist Old zwar sehr kompetent inszeniert und sieht in manchen Momenten sogar atemberaubend schön aus, doch die Figuren und ihre Interaktionen könnten hölzerner kaum sein. Das fällt besonders bei den Urlauber*innen außerhalb der zentralen Familie auf, die es in der Figurenzeichnung kollektiv nicht über klischeebeladene Abziehbilder hinausschaffen. So schlägt eine Psychotherapeutin in der Gruppe mehrfach vor, den ganzen Konflikt doch einfach durch einen Gesprächskreis zu lösen (sie ist schließlich Therapeutin) und der offensichtlich Wahnsinnige der Runde reduziert seinen Beitrag zum Film ab einen gewissen Punkt darauf, mit weit aufgerissenen Augen nach dem Titel eines Filmes mit Marlon Brando und Jack Nicholson zu fragen. Das ist besonders schade, da Old gegen Ende tatsächlich Momente erzählt, die in sich geschlossen sogar berühren könnten, wenn sie nicht kilometertief unter dem Wahnsinn des restlichen Filmes begraben wären. Wie soll ich mit Figuren mitfühlen, die sich für 90 Prozent des Filmes wie wild gewordene Karikaturen aufführen? Bei einer derartigen Vorlage wundert es dann auch nicht, dass selbst talentierte Darsteller*innen wie Alex Wolff (Hereditary!) und Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit!) ins absolute Overacting abrutschen. Einfach nicht hinterfragen Und schließlich ist da noch der obligatorische Twist, der zu Shyamalans Filmen dazugehört wie die grauen Haare zur Großmutter. Genaueres werde ich dazu natürlich nicht verraten, doch die Art und Weise, wie Old das Mysterium um den Strand und unsere Held*innen, vor und während des Endes auflöst, sorgt zwar für ein, zwei Aha-Momente, ist in seiner Umsetzung aber arg konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Statt einer eleganten Antwort auf die Rätsel des Filmes mündet hier vieles in absurden Erklärbärdialogen, die uns Regeln und Konzepte vor die Nase setzen, die wir als Publikum dann einfach zu akzeptieren haben. Wer sich allerdings nur einen Moment nimmt, um die Grundsätze des Filmes zu hinterfragen, wird feststellen, wie wackelig bereits die Grundpfeiler waren, auf denen Old seine Handlung aufbaute.   Fazit: Ein Schritt vor, zwei zurück Nach dem tendenziellen Qualitätsaufschwung in Shyamalans jüngster Filmografie bedeutet Old wieder einen großen Rückschritt für den Kultregisseur. Zwar sorgt die interessante Prämisse stellenweise für oberflächlich unterhaltsame Gruselmomente, was den Film vor einem filmischen Totalausfall im Stil von "The Happening" oder "After Earth" rettet, doch kleine Spannungshäppchen für zwischendurch reichen für fast zwei Stunden Laufzeit nicht aus. Old verlässt sich so blindlings auf sein Konzept und dessen packende Wirkung, dass er vergisst, darüber hinaus eine sinnvolle Geschichte mit interessanten Figuren zu erzählen. Wer sich den Film dennoch ansehen möchte, sollte die Erwartungen dementsprechend niedrig halten und den Film für den überzeichneten Trip in die Unsinnigkeit nehmen, der nun mal ist. Denn eines kann man Old trotz allem nicht absprechen: mit der richtigen Einstellung hat er das Potenzial für die bisher beste unfreiwillige Komödie des Jahres.
    Kritik: Old
    Handlung
    50%
    Schauspiel
    40%
    Dialoge
    30%
    Horror
    65%
    Spannung
    45%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 29.07.2021
    Filmlänge: 118 Minuten
    FSK: 16
    Genre: , , ,
    Regisseur:
    Besetzung: , , , , , ,
    Bildrechte: Universal Studios
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Gesamtbewertung:

Schwach
46%

Old heißt der neue Film der wandelnde Hollywood-Wundertüte M. Night Shyamalan. Ob der Regisseur damit an frühe erfolge wie The Sixth Sense anknüpfen kann oder ob der Film in Windeseile in die Vergessenheit altert, erfahrt ihr in dieser Kritik.

Darum geht's

Gemeinsam mit ihren beiden Kindern Trent und Maddox reisen Guy und Prisca zu einem luxuriösen Resort inmitten einer traumhaften Tropen- und Strandatmosphäre. Das Entspannen unter Palmen und die köstlichen Gerichte im prachtvollen lokalen Restaurant reicht der Familie allerdings noch nicht für die zeitlos perfekte Ferienerinnerung, und so unternimmt sie gemeinsam mit einer Gruppe anderer Reisender einen Ausflug zu einem verstecktem Strandabschnitt, tief im Naturschutzgebiet, die ihnen von der Hotelleitung als unberührtes Naturparadies angepriesen wird. Dort angekommen stellt sich allerdings schnell heraus, dass irgendetwas an der malerischen Strandidylle alles andere als in Ordnung zu sein scheint. Was mit im Sand vergrabenen Besteckteilen beginnt, die den Rost eines jahrelangen Verwitterungsprozesses aufweisen, entwickelt sich in Windeseile zu einer Reihe schockierender Vorfälle, die der Gruppe schließlich die erschütternde Erkenntnis vor Augen führt: An diesem Strand verläuft die Zeit anders und jedem von ihnen rinnen die eigenen Lebensjahre wie Sand durch die Finger.

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Das Shyamalan-Phänomen

M. Night Shyamalan ist aus der zeitgenössischen Filmgeschichte unmöglich wegzudenken. In regelmäßigen Abständen versorgt uns der für seine Twists bekannte Gruselregisseur mit brandneuen Thrillern, die uns das Fürchten lehren. Das klingt erstmal alles schön und gut, wenn der eiskalte Schauer, der einen während Shyamalans Filmen heimsucht, öfter von den beabsichtigen Schockern und Twists des Filmes, als von der Realisation stammen würde, dass das Geschehen auf der Leinwand selten mehr als hanebüchener Unsinn ist. Zugegeben, auch ich finde Sixth Sense grandios und auch Unbreakable kann ich vieles abgewinnen, doch die Tiefen, in die sich Shyamalans Filmografie kurz darauf stürzte, werfen schnell die Frage auf, warum wir seine Filme 20 Jahre später immer noch anschauen.

Die Charaktere in Shyamalans neuem Thriller altern mit einem Wimpernschlag gefühlte 5 Jahre.

Und damit kommen wir bei Old, und einer Prämisse an, die tatsächlich einiges an Potenzial hat. Ein Thriller, der uns unseren eigenen Alterungsprozess in grauenhaftem Zeitraffer vor Augen führt und der menschlichen Urangst der persönlichen Sterblichkeit den Spiegel vorhält. Eine Angst, die wir fast alle in irgendeiner Weise in uns tragen. Sogar Shyamalan selbst verarbeitet im typisch selbst geschriebenen Drehbuch nach eigener Aussage verschiedenste Ängste, die unter anderem mit dem Alterungsprozess seiner Eltern zusammenhängen. So weit, so spannend, doch wer im fertigen Film auf eine derartige Tiefe wartet, wird schlussendlich nur selbst mit grauen Haaren und Falten dasitzen.

Schon vor dem Film ist die Prämisse alt

Eine der größten Schwächen des Filmes ist dabei nur bedingt ihm selbst zuzuschreiben. Denn alles, was wir durch das Marketing von Old zu sehen bekamen, könnte die Prämisse des Filmes nicht deutlicher zur Schau stellen. Das Filmposter zeigt einen jungen Körper, der sich über ausgemergelte, von Falten gezeichnete Gliedmaßen zu einem Skelett entwickelt, der Trailer machte die auffällig schnelle Veränderung der Kinder zum zentralen Element und der Filmtitel... naja, sagen wir Old ist weit von einem Oscar für die subtilste Headline des Jahres entfernt.

Irgendetwas stimmt mit diesem Strand nicht!

Prisca (Vicky Krieps) in Old

 

Anhand der Tatsache, dass es praktisch unmöglich ist, das Kino zu betreten, ohne wenigstens einen Ansatz des Konzeptes von Old zu kennen, könnte man denken, dass der Film das Thema des Alterungsstrandes als Aufhänger nutzt, um von den Geheimnissen hinter diesem Mysterium zu erzählen, bis klar wird: dieses Thema IST das Geheimnis. Old braucht ewig, bis bei den Charakteren endlich der Groschen fällt, dass sich die Zeit an dem Strand anders verhält. Fast die gesamte erste Hälfte des Filmes irren sie entsetzt von links nach rechts und zerbrechen sich den Kopf darüber, was Seltsames um sie herum geschieht, während ich mit detailliertem Hintergrundwissen über den Kerngedanken des Filmes im Kinosaal sitze und auf die zündende Erkenntnis warte. Spätestens wenn nach fast 50 Minuten Laufzeit noch die Vermutung aufgestellt wird, dass die (offensichtlich mehrere Jahre gealterten!) Kinder vielleicht etwas Falsches gegessen haben könnten, ist dann Zeit für die erste Hand, die klatschend gegen die Stirn saust.

Niemand der Reisenden scheint auch nur die leiseste Ahnung zu haben was um sie herum geschieht und wie sie damit umgehen sollen.

Ist die Katze dann endlich aus dem Sack, tritt die Story für den Großteil der restlichen Laufzeit auf der Stelle und verkommt zu einer „Guckt mal! So kann man auch durch schnelles Altern sterben“-Montage. Dabei haben die unterschiedlichen Szenen, die das Konzept des Alterns erforschen, durchaus Unterhaltungswert und ohne das Vorwissen würden die Figuren eventuell nur noch halb so begriffsstutzig daherkommen. Doch dadurch, dass Old im Vorhinein nichts verschleiert, nimmt der Film sich seine eigene Spannung und das zentrale Mysterium. So bleibt bei Dialogen wie „Wie ALT muss ein Kind sein, um tauchen zu dürfen“ oder „ich kann kaum erwarten, wie du klingst, wenn du ALT bist“ statt Foreshadowing nur das Bild eines verschwörerisch zwinkernden Shyamalan in meinem Gedächtnis, der mich auf seinen eigenen Scharfsinn aufmerksam machen möchte.

Subtil wie ein Vorschlaghammer

Wer etwas mit Shyamalans Filmografie vertraut ist, wird sich anhand derartig plumper Dialoge allerdings nicht groß wundern. Wie viele seine Filme ist Old zwar sehr kompetent inszeniert und sieht in manchen Momenten sogar atemberaubend schön aus, doch die Figuren und ihre Interaktionen könnten hölzerner kaum sein. Das fällt besonders bei den Urlauber*innen außerhalb der zentralen Familie auf, die es in der Figurenzeichnung kollektiv nicht über klischeebeladene Abziehbilder hinausschaffen. So schlägt eine Psychotherapeutin in der Gruppe mehrfach vor, den ganzen Konflikt doch einfach durch einen Gesprächskreis zu lösen (sie ist schließlich Therapeutin) und der offensichtlich Wahnsinnige der Runde reduziert seinen Beitrag zum Film ab einen gewissen Punkt darauf, mit weit aufgerissenen Augen nach dem Titel eines Filmes mit Marlon Brando und Jack Nicholson zu fragen.

Stellenweise kann Old auch anders. Aber die emotionalen Szenen gehen leider total unter.

Das ist besonders schade, da Old gegen Ende tatsächlich Momente erzählt, die in sich geschlossen sogar berühren könnten, wenn sie nicht kilometertief unter dem Wahnsinn des restlichen Filmes begraben wären. Wie soll ich mit Figuren mitfühlen, die sich für 90 Prozent des Filmes wie wild gewordene Karikaturen aufführen? Bei einer derartigen Vorlage wundert es dann auch nicht, dass selbst talentierte Darsteller*innen wie Alex Wolff (Hereditary!) und Thomasin McKenzie (Jojo Rabbit!) ins absolute Overacting abrutschen.

Einfach nicht hinterfragen

Und schließlich ist da noch der obligatorische Twist, der zu Shyamalans Filmen dazugehört wie die grauen Haare zur Großmutter. Genaueres werde ich dazu natürlich nicht verraten, doch die Art und Weise, wie Old das Mysterium um den Strand und unsere Held*innen, vor und während des Endes auflöst, sorgt zwar für ein, zwei Aha-Momente, ist in seiner Umsetzung aber arg konstruiert und an den Haaren herbeigezogen. Statt einer eleganten Antwort auf die Rätsel des Filmes mündet hier vieles in absurden Erklärbärdialogen, die uns Regeln und Konzepte vor die Nase setzen, die wir als Publikum dann einfach zu akzeptieren haben. Wer sich allerdings nur einen Moment nimmt, um die Grundsätze des Filmes zu hinterfragen, wird feststellen, wie wackelig bereits die Grundpfeiler waren, auf denen Old seine Handlung aufbaute.

 

Fazit:

Ein Schritt vor, zwei zurück

Nach dem tendenziellen Qualitätsaufschwung in Shyamalans jüngster Filmografie bedeutet Old wieder einen großen Rückschritt für den Kultregisseur. Zwar sorgt die interessante Prämisse stellenweise für oberflächlich unterhaltsame Gruselmomente, was den Film vor einem filmischen Totalausfall im Stil von "The Happening" oder "After Earth" rettet, doch kleine Spannungshäppchen für zwischendurch reichen für fast zwei Stunden Laufzeit nicht aus. Old verlässt sich so blindlings auf sein Konzept und dessen packende Wirkung, dass er vergisst, darüber hinaus eine sinnvolle Geschichte mit interessanten Figuren zu erzählen. Wer sich den Film dennoch ansehen möchte, sollte die Erwartungen dementsprechend niedrig halten und den Film für den überzeichneten Trip in die Unsinnigkeit nehmen, der nun mal ist. Denn eines kann man Old trotz allem nicht absprechen: mit der richtigen Einstellung hat er das Potenzial für die bisher beste unfreiwillige Komödie des Jahres.

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