• Titelbild zur Kritik "The Room"
    © Versus Production
  • Horrorfilme mit gängigen Themen wie dem Haunted House, geheimen Räumen oder gruseligen Kindern scheinen in der Vergangenheit gut angekommen zu sein: Zuletzt bewies 'Spuk in Hill House', dass hinter dem Szenario des heimgesuchten Anwesens auch nach vielen Jahren noch Potential stecken kann. Ob das in 'The Room' der Fall ist, erfahrt ihr in unserer Kritik. Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht’s: Das junge Paar Kate (Olga Kurylenko) und Matt (Kevin Janssens) will raus aus der Stadt. Abseits von New York haben sie ein prachtvolles Anwesen erworben, das jedoch stark renovierungsbedürftig ist. Als sie mit den Arbeiten beginnen, entdecken sie einen merkwürdigen, fensterlosen Raum, der Wünsche zu erfüllen scheint. Die beiden genießen ihren neu erworbenen Reichtum, doch schon nach kurzer Zeit bemerkt Matt den Haken an der Sache: Alles, was in dem Raum entsteht, kann außerhalb des Hauses nicht existieren und verfällt. Nebenbei erfährt er von dem grausamen Schicksal der vorherigen Bewohner und muss mit einem fatalen Wunsch seiner Frau zurechtkommen: einem Baby! Ein einziges Durcheinander Zunächst weiß man nicht, worauf man sich überhaupt konzentrieren soll. Am Anfang des Films wirkt es fast so, als sei die Haupthandlung rund um den geheimnisvollen Raum, die Wünsche der Figuren und deren Auswirkungen konstruiert. Das könnte durchaus interessant sein, denn schnell befinden sich unsere beiden Protagonisten in einer Abwärtsspirale bestehend aus Extravaganz und Luxus, die jedoch nur eine Spur der Verwüstung und innere Leere hinterlässt. Die Chance, hier noch weiter auf die menschlichen Abgründe, die ein Leben im Überfluss mit sich bringt einzugehen, wurde leider nicht ergriffen.  Stattdessen kommt eine andere Perspektive des Films zum Vorschein, die zwar nicht gänzlich aus der Luft gegriffen scheint, trotzdem den Handlungsbogen wirrer gestaltet, als er eigentlich sein müsste. Das Kind, das in dem Raum durch Kates Wunsch entstanden ist und in der Außenwelt nicht überleben kann, prägt einen Großteil des Films und reißt das Steuer in eine komplett andere Richtung. Dieses Element für sich alleine macht Sinn, führt jedoch mit den anderen unlogischen Faktoren und den vielen Klischees des Films in eine Sackgasse. Werbung Eine Wendung führt zur nächsten Der Vorteil an einem Plot, der so kunterbunt zusammengewürfelt ist, ist in jedem Fall die Spannung. Nicht etwa, weil man mit den Figuren mitfiebert, sondern weil hinter jeder Ecke ein vollkommen neues Hindernis wartet, mit dem man nicht gerechnet hätte. In der ersten Hälfte des Films werden wir als Zuschauer von Szenario zu Szenario katapultiert, sodass die Ausgangssituation, nämlich der geheimnisvolle Raum, schnell vergessen scheint. Danach ahnt jedoch der ein oder andere Horrorfilm-Fan, worauf die ganze Geschichte in etwa hinausläuft, denn es wird (fast) kein Klischee ausgelassen. Das Ende hingegen ist wie der Beginn des Films wieder turbulent und vertrackt, jedoch auch verwirrend und hinterlässt zahlreiche Fragezeichen über unseren Köpfen. So wird man ratlos zurückgelassen und kann das Gesehene schwer einordnen. Natürlich muss auf der Leinwand nicht alles rational erklärbar und abgeschlossen sein, trotzdem hätte mehr Auflösung dem Film und auch uns als Zuschauern nicht geschadet. Ermüdende und geistlose Charaktere Gepaart mit dem Wildwuchs an Handlung, der uns hier vorgesetzt wird, geben die Charaktere leider kein besseres Bild ab. Zwar sind die Figuren von Kate und Matt sympathisch, jedoch erfahren wir nicht viel über die beiden. Sie ist Übersetzerin, er ist Künstler, sie verstehen sich zu Beginn des Films prima. Was nach Idylle und harmonischer Beziehung aussieht, ändert sich schnell, nachdem die Handlung eine ihrer zahlreichen Wendungen nimmt.  Wo allerdings ein Konflikt entstanden ist, den man hätte ausbauen und weiterentwickeln können, um hier den Figuren beim Wachsen und Zerbrechen zuzusehen, passiert leider nichts. Oft weiß der Zuschauer nicht, was im Inneren der beiden Protagonisten vorgeht und warum sie so handeln, wie sie es tun. Ein Eindruck über das schauspielerische Können von Olga Kurylenko und Kevin Janssens lässt sich so leider auch nicht gewinnen, denn wo nichts passiert, können sich Mimik und Gestik nicht entfalten. Dadurch wirkt nicht nur das Wesen von Kate und Matt oberflächlich und fade, sondern auch der gesamten Handlung wird eine Dimension von Tiefe geraubt, die den Film ausgefüllt hätte. Unausgeschöpftes Potenzial Immerhin eine Botschaft hinterlässt der Film, die uns auch nach dem Abspann begleiten kann: Jede Handlung bringt eine unausweichliche Konsequenz mit sich. Bedeutet hier: Mit schier unendlichen Wünschen sollte man vorsichtig umgehen, denn diese können auch ins Auge gehen. Das erfahren Kate und Matt am eigenen Leib und beide können sie nicht mit den Geistern, die sie riefen, umgehen. Außerdem bekommen sie die Auswirkungen des Lebens im Luxus zu spüren und merken, dass Geld und Besitz alleine nicht glücklich macht.  Hier zeigt der Film konsumkritische Züge und führt vor Augen, wozu Maßlosigkeit führen kann. Hätten die Macher diese Schiene im Film besser verfolgt und ausgebaut, wäre aus The Room ein vielschichtiges, mehrdimensionales Drama geworden. Leider ging dieses Potenzial zusammen mit den Charaktereigenschaften der Figuren im Labyrinth der Handlung verloren und somit auch ein Großteil der Logik.  Immerhin hübsch anzusehen Eines muss man dem Film allerdings lassen: Das Set und die Optik machen wirklich einen soliden Eindruck. Angefangen beim Haus, von dem viele von uns nur Träumen können, bis hin zu den Kostümen der Figuren: Hier wirkt alles stimmig. Auch der mysteriöse Raum sieht zum Fürchten aus, auch wenn der Sinn und Zweck der zahlreichen Verkabelungen unklar bleibt. Nebenbei birgt der Film tolle Montagesequenzen, die einfach unterhaltsam sind und deren unfreiwillige Komik langsam ins Groteske ausartet und somit das wahre Ausmaß von Wollust und Völlerei, der sich Kate und Matt hingeben, aufdecken. Das wirkt erfrischend und bereitet dem Zuschauer ein kurzweiliges Vergnügen in einem sonst eher seichten Film. Fazit: Schade drum! Klassiker wie Poltergeist oder The Amityville Horror, aber auch zeitgemäße Produktionen wie The Conjuring erfreuen sich größter Beliebtheit unter Horrorfans. Auch wenn The Room auf den ersten Blick wie einer dieser Filme wirken mag, in dem das Haus verflucht ist und die Besitzer das gleiche traurige Schicksal ereilen wird, wie ihre Vorgänger, lässt der Film sich kaum in die gleiche Kategorie einordnen. Sowohl Horror als auch Drama kommen hier leider zu kurz und angedeutete Facetten, die die Handlung zumindest verbessert hätten, bleiben leider unangetastet.  Mehr Struktur und Zusammenhang zwischen den Ereignissen hätten dem Film gut getan. Stattdessen war jeder Vorfall vollkommen lieblos in den Raum geworfen. Schön sieht das Ganze trotzdem aus!
    Kritik: The Room (2019)
    Handlung
    60%
    Spannung
    65%
    Charaktere
    45%
    Tiefgang
    50%
    Szenenbild
    85%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 15.04.2019
    Filmlänge: 100 Minuten
    FSK: 16
    Genre: , , ,
    Regisseur:
    Besetzung: , , ,
    Bildrechte: Versus Production
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Gesamtbewertung:

Mäßig
61%

Kritik: The Room (2019)

Ein einziges Augenrollen

Horrorfilme mit gängigen Themen wie dem Haunted House, geheimen Räumen oder gruseligen Kindern scheinen in der Vergangenheit gut angekommen zu sein: Zuletzt bewies 'Spuk in Hill House', dass hinter dem Szenario des heimgesuchten Anwesens auch nach vielen Jahren noch Potential stecken kann. Ob das in 'The Room' der Fall ist, erfahrt ihr in unserer Kritik.

Darum geht’s:

Das junge Paar Kate (Olga Kurylenko) und Matt (Kevin Janssens) will raus aus der Stadt. Abseits von New York haben sie ein prachtvolles Anwesen erworben, das jedoch stark renovierungsbedürftig ist. Als sie mit den Arbeiten beginnen, entdecken sie einen merkwürdigen, fensterlosen Raum, der Wünsche zu erfüllen scheint. Die beiden genießen ihren neu erworbenen Reichtum, doch schon nach kurzer Zeit bemerkt Matt den Haken an der Sache: Alles, was in dem Raum entsteht, kann außerhalb des Hauses nicht existieren und verfällt. Nebenbei erfährt er von dem grausamen Schicksal der vorherigen Bewohner und muss mit einem fatalen Wunsch seiner Frau zurechtkommen: einem Baby!

Ein einziges Durcheinander

Zunächst weiß man nicht, worauf man sich überhaupt konzentrieren soll. Am Anfang des Films wirkt es fast so, als sei die Haupthandlung rund um den geheimnisvollen Raum, die Wünsche der Figuren und deren Auswirkungen konstruiert. Das könnte durchaus interessant sein, denn schnell befinden sich unsere beiden Protagonisten in einer Abwärtsspirale bestehend aus Extravaganz und Luxus, die jedoch nur eine Spur der Verwüstung und innere Leere hinterlässt. Die Chance, hier noch weiter auf die menschlichen Abgründe, die ein Leben im Überfluss mit sich bringt einzugehen, wurde leider nicht ergriffen. 

Stattdessen kommt eine andere Perspektive des Films zum Vorschein, die zwar nicht gänzlich aus der Luft gegriffen scheint, trotzdem den Handlungsbogen wirrer gestaltet, als er eigentlich sein müsste. Das Kind, das in dem Raum durch Kates Wunsch entstanden ist und in der Außenwelt nicht überleben kann, prägt einen Großteil des Films und reißt das Steuer in eine komplett andere Richtung. Dieses Element für sich alleine macht Sinn, führt jedoch mit den anderen unlogischen Faktoren und den vielen Klischees des Films in eine Sackgasse.

Matt (Kevin Janssens) stockt erstmal seine Kunstsammlung auf.

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Eine Wendung führt zur nächsten

Der Vorteil an einem Plot, der so kunterbunt zusammengewürfelt ist, ist in jedem Fall die Spannung. Nicht etwa, weil man mit den Figuren mitfiebert, sondern weil hinter jeder Ecke ein vollkommen neues Hindernis wartet, mit dem man nicht gerechnet hätte. In der ersten Hälfte des Films werden wir als Zuschauer von Szenario zu Szenario katapultiert, sodass die Ausgangssituation, nämlich der geheimnisvolle Raum, schnell vergessen scheint. Danach ahnt jedoch der ein oder andere Horrorfilm-Fan, worauf die ganze Geschichte in etwa hinausläuft, denn es wird (fast) kein Klischee ausgelassen.

Das Ende hingegen ist wie der Beginn des Films wieder turbulent und vertrackt, jedoch auch verwirrend und hinterlässt zahlreiche Fragezeichen über unseren Köpfen. So wird man ratlos zurückgelassen und kann das Gesehene schwer einordnen. Natürlich muss auf der Leinwand nicht alles rational erklärbar und abgeschlossen sein, trotzdem hätte mehr Auflösung dem Film und auch uns als Zuschauern nicht geschadet.

Der geheime Raum lässt Wünsche wahr werden.

Ermüdende und geistlose Charaktere

Gepaart mit dem Wildwuchs an Handlung, der uns hier vorgesetzt wird, geben die Charaktere leider kein besseres Bild ab. Zwar sind die Figuren von Kate und Matt sympathisch, jedoch erfahren wir nicht viel über die beiden. Sie ist Übersetzerin, er ist Künstler, sie verstehen sich zu Beginn des Films prima. Was nach Idylle und harmonischer Beziehung aussieht, ändert sich schnell, nachdem die Handlung eine ihrer zahlreichen Wendungen nimmt. 

Wo allerdings ein Konflikt entstanden ist, den man hätte ausbauen und weiterentwickeln können, um hier den Figuren beim Wachsen und Zerbrechen zuzusehen, passiert leider nichts. Oft weiß der Zuschauer nicht, was im Inneren der beiden Protagonisten vorgeht und warum sie so handeln, wie sie es tun. Ein Eindruck über das schauspielerische Können von Olga Kurylenko und Kevin Janssens lässt sich so leider auch nicht gewinnen, denn wo nichts passiert, können sich Mimik und Gestik nicht entfalten. Dadurch wirkt nicht nur das Wesen von Kate und Matt oberflächlich und fade, sondern auch der gesamten Handlung wird eine Dimension von Tiefe geraubt, die den Film ausgefüllt hätte.

Die Beziehung von Kate und Matt leidet...

Unausgeschöpftes Potenzial

Immerhin eine Botschaft hinterlässt der Film, die uns auch nach dem Abspann begleiten kann: Jede Handlung bringt eine unausweichliche Konsequenz mit sich. Bedeutet hier: Mit schier unendlichen Wünschen sollte man vorsichtig umgehen, denn diese können auch ins Auge gehen. Das erfahren Kate und Matt am eigenen Leib und beide können sie nicht mit den Geistern, die sie riefen, umgehen. Außerdem bekommen sie die Auswirkungen des Lebens im Luxus zu spüren und merken, dass Geld und Besitz alleine nicht glücklich macht. 

Hier zeigt der Film konsumkritische Züge und führt vor Augen, wozu Maßlosigkeit führen kann. Hätten die Macher diese Schiene im Film besser verfolgt und ausgebaut, wäre aus The Room ein vielschichtiges, mehrdimensionales Drama geworden. Leider ging dieses Potenzial zusammen mit den Charaktereigenschaften der Figuren im Labyrinth der Handlung verloren und somit auch ein Großteil der Logik. 

Kann Reichtum wirklich glücklich machen?

Immerhin hübsch anzusehen

Eines muss man dem Film allerdings lassen: Das Set und die Optik machen wirklich einen soliden Eindruck. Angefangen beim Haus, von dem viele von uns nur Träumen können, bis hin zu den Kostümen der Figuren: Hier wirkt alles stimmig. Auch der mysteriöse Raum sieht zum Fürchten aus, auch wenn der Sinn und Zweck der zahlreichen Verkabelungen unklar bleibt.

Nebenbei birgt der Film tolle Montagesequenzen, die einfach unterhaltsam sind und deren unfreiwillige Komik langsam ins Groteske ausartet und somit das wahre Ausmaß von Wollust und Völlerei, der sich Kate und Matt hingeben, aufdecken. Das wirkt erfrischend und bereitet dem Zuschauer ein kurzweiliges Vergnügen in einem sonst eher seichten Film.

Das schöne, detailgetreue Setting lädt zum Träumen ein.

Fazit:

Schade drum!

Klassiker wie Poltergeist oder The Amityville Horror, aber auch zeitgemäße Produktionen wie The Conjuring erfreuen sich größter Beliebtheit unter Horrorfans. Auch wenn The Room auf den ersten Blick wie einer dieser Filme wirken mag, in dem das Haus verflucht ist und die Besitzer das gleiche traurige Schicksal ereilen wird, wie ihre Vorgänger, lässt der Film sich kaum in die gleiche Kategorie einordnen. Sowohl Horror als auch Drama kommen hier leider zu kurz und angedeutete Facetten, die die Handlung zumindest verbessert hätten, bleiben leider unangetastet. 

Mehr Struktur und Zusammenhang zwischen den Ereignissen hätten dem Film gut getan. Stattdessen war jeder Vorfall vollkommen lieblos in den Raum geworfen. Schön sieht das Ganze trotzdem aus!

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