8.3/10

Kritik: Thor: Tag der Entscheidung

SCHON WIEDER EINER DIESER „SPASS-FILME“

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Genres: Action, Comic, Fantasy, Startdatum: 31.10.2017

Interessante Fakten für…

  • Regisseur Taika Waititi sagte in einem Interview mit MTV News: „Ich würde sagen, dass wir wahrscheinlich achtzig Prozent des Films improvisiert haben, oder wir haben improvisiert und Dinge hineingeworfen.“

Das Marvel-Bombardement nimmt kein Ende. Auch wenn sich die Ära der Comic-Filme mit den abschließenden ‚Infinity Wars‘-Filmen einem Ende zu neigen scheint, bäumt sich das MCU nochmal kräftig auf und baut seine Siegessträhne mit ‚Thor: Tag der Entscheidung‘ weiter aus. Warum Thor 3 der mit Abstand beste ist, erfahrt ihr in der Kritik.

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#PotterUltra #SchwerMetaller #Storyteller

Darum geht’s

Thor (Chris Hemsworth) kehrt nach Asgard zurück. Dort regiert Loki (Tom Hiddleston, The Night Manager) unbemerkt in der Gestalt des Allvaters Odin (Anthony Hopkins), bis ihn der Donnergott zur Rede stellt. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach dem echten Odin, der im Zwangsexil seine Kraft einbüßen musste. Das hat Konsequenzen: Hela, die Göttin des Todes, (Cate Blanchett, Der Hobbit) nutzt das fragile Kräfteverhältnis, um Asgard an sich zu reißen.

Papa Odin ist nicht da: Skurge (Karl Urban) und Hela (Cate Blanchett) übernehmen Asgard.

Skurge (Karl Urban) und Hela (Cate Blanchett) stehen in einer Halle in Asgard in einem Szenenbild für Kritik Thor Tag der Entscheidung

Thor und Loki müssen sich wohl oder übel verbünden, denn Ragnarok, der Untergang Asgards, steht vor der Tür. Doch bevor sie Asgard retten können, werden sie von Hela ins kalte Universum gestoßen und finden sich auf dem Müll-Planeten Sakaar wieder. Dort gibt es Sklaverei, Gladiatorenkämpfe und ein großes, grünes Wiedersehen…

Nordische Mythologie…

Warum man sich in Deutschland für den todlangweiligen Alternativ-Titel Tag der Entscheidung entschieden hat, kann nur dadurch erklärt werden, dass man deutschen Zuschauern den exotischen Original-Titel Thor: Ragnarok nicht zugetraut hat. Dabei ist doch gerade das mythologische Element ein Selling Point der Thor-Filme. Umso besser, dass sich der dritte und finale Thor ausgiebiger mit den nordischen Sagen beschäftigt als seine Vorgänger. Götter, Feuerriesen und Walküren – genau das wollen wir sehen!

Episch: Walküren reiten gegen Hela in die Schlacht.

Walküren reiten auf geflügelten Pferden aus einer Wolke in Richtung von Hela in einer düsteren Umgebung in einem Szenenbild für Kritik Thor Tag der Entscheidung

… und stylischer Trash der 80er

Thor war schon immer eine der innovativeren Marvel-Reihen. Ähnlich wie das DC-Pendant Wonder Woman, kombiniert Thor mythische Elemente mit quietschbuntem Comic-Unsinn. Während sich die ersten beiden Thor-Filme noch etwas zurückgehalten haben, macht Thor: Tag der Entscheidung einen auf Guardians of the Galaxy und präsentiert sich als gut gelaunte und total abgedrehte Science-Fiction-Komödie mit Retro-Touch. Da hätte der Soundtrack ruhig etwas mutiger in die Oldies-Mottenkiste greifen können, denn bis auf den Immigrant Song von Led Zeppelin gibt es nicht viel Ohrwurm-Potential.

Heiter und ernst – schön verpackt

Natürlich muss ein Comic-Film mehr können, als nur das Publikum zum lachen zu bringen. Deswegen nutzt Marvel stets Drama-Elemente, um die abgefahrene Geschichte zu erden. Diese Mischung aus komischen und dramatischen Momenten funktioniert hier sogar weitaus besser als in Guardians of the Galaxy 2. Während der sich immer wieder in seinen eigenen Selbstreferenzen verheddert und dadurch an Glaubwürdigkeit einbüßt, hält Thor: Tag der Entscheidung den Genre-Spagat, ohne sich die Hose zu reißen. Idris Elba als Heimdall evakuiert Dorfbewohner in bester Aragorn-Manier, während sich auf einem anderen Planeten Thor und Hulk die Köpfe in einer Alien-Arena einschlagen – und es beißt sich nicht.

Thor (Chris Hemsworth) und Hulk (Mark Ruffalo) sind gezwungen, in einer Gladiatoren-Arena gegeneinander anzutreten.

Walküren reiten auf geflügelten Pferden aus einer Wolke in Richtung von Hela in einer düsteren Umgebung in einem Szenenbild für Kritik Thor Tag der Entscheidung

So vorhersehbar unvorhersehbar

Obwohl Thor: Tag der Entscheidung auf jeden Fall zu den lustigeren Marvel-Filmen gehört und die Gag-Dichte beachtlich ist, zeigen sich hier die Abnutzungserscheinungen des Franchises am deutlichsten. Das liegt weniger an der Qualität der Witze, sondern daran, dass sie vorhersehbar geworden sind. Gags, die eigentlich einen überraschenden Lacher aus dem Publikum gewinnen sollen (z.B. die Hulk vs. Loki Szene aus Die Avengers) wirken hier lange nicht mehr so frisch. Lachen tut man trotzdem.

Allmächtige Besetzung

Der Blick auf die Cast-Liste ist durchaus beeindruckend. Nicht nur sind Chris Hemsworth, Tom Hiddleston und Mark Ruffalo endlich wieder vereint – auch die Besetzung der Nebencharaktere ist göttlich. Anthony Hopkins kehrt als weiser Odin zurück, Idris Elba als Wächter Heimdall und Cate Blanchett als Todesgöttin Hela, bzw. Frau Galadriel, wenn sie den Ring behalten hätte. Sie hätte vielleicht mehr Screentime verdient, doch erobert sie jede ihrer Szenen mit unverschämt fieser Sexiness. Damit gehört sie zu den besten MCU-Schurken, neben Loki und… naja, eigentlich nur Loki.

Jeff Goldblum als Grandmaster von Sakaar bringt mit seiner tuntigen Art die meiste Komik in den Film. Auch die dauerbetrunkene Walküre (Tessa Thompson) ist eine hervorragende Addition des Casts.

Topaz (Rachel House), Grandmaster (Jeff Goldblum) und Valkyrie (Tessa Thompson) empfangen den gestrandeten Thor auf dem Müllplaneten Sakaar.

Topaz (Rachel House), Grandmaster (Jeff Goldblum) und Valkyrie (Tessa Thompson) in einer Reihe vor einer Glaswand in einem Szenenbild für die Kritik Thor Tag der Entscheidung

Natürlich gibt es auch das ein oder andere erwartete und unerwartete Cameo. Doch dazu verrate ich natürlich nichts.

Fazit

8.3/10
Stark
Community-Rating:
Handlung 8/10
Spannung 8/10
Visuelle Umsetzung 9/10
Schauspieler 8.5/10
Humor 8/10
Details:
Regisseur: Taika Waititi,
FSK: 12 Filmlänge: 130 Min.
Besetzung: Anthony Hopkins, Cate Blanchett, Chris Hemsworth, Idris Elba, Karl Urban, Mark Ruffalo, Tessa Thompson, Tom Hiddleston,

Zwar setzt das MCU den Trend fort, sich mit jedem Film ein klein wenig neu zu erfinden, doch die Leichtigkeit und viele der Gags wirken mittlerweile etwas abgetreten. Dennoch ist der dritte Thor-Film ein durchgehend unterhaltendes und wunderbar opulentes Comic-Fest, das mit einer (verhältnismäßig) interessanten Geschichte und tollen Schauspielern definitiv interessant genug für einen Kinogang ist. Man kann ohne Zweifel behaupten: Thor, dieses Mal sogar weitgehend ohne Hammer und Haare, war noch nie mächtiger!

Artikel vom 6. November 2017

1 Kommentar
  1. Robert
    Robert sagte:

    Es gibt Filme an die man sich gern erinnert, weil sie gut waren und es gibt Filme an die man sich lieber nicht erinnert, da sie so grottenschlecht waren. Zu Letzterem gehört für mich „Thor – Tag der Entscheidung“. Es ist fast nichts von der ursprünglichen Thor Geschichte erhalten. Selbst die einst treuen Weggefährten werden nur in kurzen Einspielsequenzen gezeigt und vernichtet. In einem Nebensatz erfährt man, dass Jane Thor verlassen hat. Punkt. Das war’s.

    „Thor – Tag der Entscheidung“ ist ein misslungener Marvel-Einheitsbrei aus Klamauk, Computeranimationen und Sound à la Tron Legacy. Aber kein Bestandteil ist passend zu Thor. Mein Fazit: So nicht! Thema komplett verfehlt. Setzen, Sechs!

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