8.3/10

Kritik: Baymax! – Staffel 1

EIN BISSCHEN BAYMAX FÜR DIE SEELE

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Genres: Animation, Komödie, Startdatum: 29.06.2022

Interessante Fakten für…

  • Die Serie ist den zahlreichen Menschen gewidmet, die im Gesundheitswesen arbeiten und sich um Kranke kümmern.

Baymax ist wieder da! Diesmal soll der liebenswürdige Gesundheitsroboter aber nicht die Welt, sondern die Anwohner:innen von San Fransokyo vor ihren gesundheitlichen Wehwehchen retten. Wir verraten euch, warum die Serie genau das richtige für Tage ist, an denen euch scheinbar nichts ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann.

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#ComingOfAge #Dramedy #BesterHobbyKoch

Darum geht’s

Wenn Baymax nicht die Welt vor Superschurken retten muss, geht der gutmütige Roboter gerne mal seiner eigentlichen Bestimmung nach, nämlich der Betreuung kranker und verletzter Menschen. Baymax ist zur Stelle und hilft bei jedem noch so kleinen gesundheitlichen Problem – ob sie wollen oder nicht.

Eine warme Umarmung 

Eine wichtige Info vorab: Wer sich von Baymax! eine Fortführung der heroischen Abenteuer des liebenswürdigen Roboters erhofft, ist bei dieser Serie falsch. Die Kollektion aus Kurzfilmen erzählt nicht von den Superhelden-Aktivitäten des aufblasbaren Roboters, sondern vielmehr von seiner Arbeit als Gesundheitsroboter – und soll damit ein großes Danke an all die Menschen sein, die sich als Teil des öffentlichen Gesundheitswesens um kranke Menschen kümmern.

Eine Serie darüber, wie Menschen verarztet werden? Ist dass denn überhaupt spannend, wenn man nicht noch Drama á la Grey’s Anatomy ergänzt! Glücklicherweise ja! Denn erstens, der Akt der Fürsorge ist an sich ja schon heroisch genug und zweitens, sind die Geschichten rund um Baymax und seine Patient:innen mit so viel Herz, Wärme und Humor vollgepackt, das man gar nicht aus dem „Awww!“ rauskommt. Baymax! ist eine warme Umarmung, die einen an grauen Tagen an das Gute in der Welt erinnert. Verpackt in die von Disney gewohnten fantastischen Animationen, die den liebenswürdigen Roboter und die vor Diversität strahlende Stadt San Fransokyo in ein wunderschönes Licht tauchen, ergibt sich hier ein kleines Juwel, dem man sich über die kurze Laufzeit von – knapp zehnminütigen Geschichten gerne mal hingeben mag.

Baymax – der Michael Myers der guten Laune

Dass eine Serie über gesundheitliche Probleme so gut funktioniert, liegt ohne Zweifel an dem titelgebenden Baymax selbst. Unermüdlich jagt der friedliebende Roboter jedem „Oh!“, „Uh!“ oder „Aua!“ hinterher, um seinen Opfern… ähm Patient:innen so lange beiseite zu stehen, bis es diesen endlich wieder besser geht. In dieser Hinsicht erinnert Baymax an eine friedliebende, harmoniebedürftige und verspielte Version von Michael Myers oder dem Terminator, der nicht aufgibt, bis er seinen Patient:innen wieder ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat. Baymax ist Krankenpfleger, Therapeut und personifizierte Umarmung in einem und entzückt so nicht nur die Anwohner:innen San Fransokyos, sondern auch das Publikum.

Baymax ist sich in seiner Mission um das Wohlseins aller für nichts zu schade und sorgt so nicht nur für einige sehr berührende Momente sondern auch für unglaublich viel Witz. Sei es die Terminator-ähnliche Suche nach einer Katze, die einen Bluetooth-Kopfhörer verschluckt hat oder eine wilde Verfolgungsjagd eines Patienten, der eigentlich gar kein Patient sein will – der Mix aus Warmherzigkeit, Emotionen und Humor greift hier perfekt ineinander und sorgt im anstrengenden Alltag für eine angenehme Verschnaufpause.

Wenn Disney über die erste Periode spricht

Überraschend, vor allem im Hinblick darauf, dass es sich hier um eine Disney-Serie handelt, ist auch die Bandbreite der Probleme, mit denen sich die Menschen San Fransokyos konfrontiert sehen. Von angeknacksten Knöcheln bis hin zu ernsthaften Phobien und deren Wurzeln ist so gut wie jedes Problem mit dabei. Die Serie nähert sich den Problemen immer sehr auf Augenhöhe und versucht zum Kern der Wehwehchen vorzudringen, was für zahlreiche berührende Momente sorgt.

Natürlich ist die Fallhöhe und die Gefahr öffentlicher Empörung bei einer kleinen Disney-Serie geringer als bei einem Animationsfilm, der im Kino landet, und darüber hinaus sollte man nicht über die zahlreichen moralischen Baustellen im Mouse-House hinwegsehen. Nichtsdestotrotz ist es schön zu sehen, dass Disney sich mehr und mehr traut, auch solchen Geschichten eine Bühne zu geben.

Besonders schön ist es auch, dass sich Baymax! trotz des sehr präsenten Humors nie über die Probleme der Protagonist:innen lustig macht, sondern vielmehr darüber, wie Baymax und seine Patient:innen damit umgehen. So ist beispielsweise nicht die Tatsache, dass Sofia (Lilimar) ihre erste Periode hat der Kern des Witzes, sondern dass Baymax mit einer Armada von Tampons und Binden ankommt, um dem jungen Mädchen beizustehen. 

Fazit

8.3/10
Stark
Community-Rating:
Handlung 8/10
Humor 8.5/10
Emotionen 8.5/10
Charaktere 8/10
Animation 8.5/10
Details:
Showrunner: Don Hall,
FSK: 0 Episoden: 6
Besetzung: Brian Tee, Emily Kuroda, Jaboukie Young-White, Lilimar, Maya Rudolph, Ryan Potter, Scott Adsit, Zeno Robinson,

Baymax! ist die Serie, die man an Tagen braucht, in denen einem scheinbar nichts ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann. Mit der stimmigen Mischung aus Herz und Humor und wie üblich starken Animationen entführt Baymax in sechs Kurzgeschichten in eine wohlig-warme Welt und führt simpel und doch eindrucksvoll vor Augen, dass es uns allen besser geht, wenn wir füreinander da sind.

Artikel vom 22. Juli 2022

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