Die besten Filme von Quentin Tarantino im Ranking

Ein Ausnahme-Regisseur, acht legendäre Filme
Spoilerfrei!
Lesedauer: 8 Mins.
Titelbild für Topliste die besten Filme mit Quentin Tarantino mit Bildern aus Death Proof, Django Unchained, Inglorious Basterds und Pulp Fiction

Quentin Tarantino ist einer der markantesten Regisseure der letzten Jahre. Seine stilisierten Filme sind sofort als seine erkennbar und ragen von hochwertig bis zu vollwertigen Meisterwerken. Und bevor wir uns nun seiner neuesten Schöpfung 'Once upon a time in Hollywood' widmen, betrachten wir nochmal seine Filmografie und ranken sie von den Schlechtesten zu den Besten – obwohl es bei Tarantino genau genommen keine Ausfälle gibt.

Zur Person:

Quentin Jerome Tarantino wurde am 27. März 1963 in Knoxville geboren. Er ist das einzige Kind von Connie und Tony Tarantino. Er wurde nach der Figur Quint Asper benannt, der Figur aus Gunsmoke, die von Burt Reynolds gespielt wurde. Die Eltern ließen sich früh scheiden und Quentin fuhr mit seiner Mutter nach Los Angeles. Dort heiratete sie den Musiker Curtis Zastoupil, der Quentin zu zahlreichen Filmvorführungen gebracht hat. Schon früh sah er eine Menge Filme u.a. Martial Arts und B-Movies und entwickelte eine enorme Liebe für Filme.

Quentin brachte die High School früh ab (vermutlich aufgrund seiner Legasthenie) und arbeitete eine Zeit lang in einem Pornokino. Danach fing eine Schauspielausbildung an. Später bekam er dank seines vielfältigen Filmwissens einen Job in der Video Archives-Videothek. Zu der Zeit arbeitete er mit Roger Avary zusammen und schrieb mit ihm u.a. einen Skript zu dem Film My Best Friend's Birthday, der jedoch abgebrannt ist.

Seine erste bezahlte Stelle als Drehbuchautor erhielt Tarantino von Robert Kurtzman für den Film From Dusk till Dawn. Seinen ersten großen Durchbruch erlangte er 1992 mit Reservoir Dogs, der von Kritikern hoch gelobt wurde. Mit dem 1994 erschienenen Film Pulp Fiction wurde Tarantino endgültig ein hochangesehener Regisseur. Mit diesem Film half er zudem der Schauspielkarriere vieler weiterer Schauspieler, einschließlich Samuel L. Jackson und John Travolta.

Tarantino zeichnet sich durch seinen unverkennbaren Filmstil aus. Er lässt sehr gerne seine Filmliebe und Kenntnisse von Filmdetails älterer Filme in seine Filme einfließen, die sich in zahlreichen Referenzen, Szenen und Genre-Hommagen wiederfinden. Viele seiner Filme sind nicht chronologische Genre-Mixe im Retro-Stil, stellen wörtliche und physische Gewalt auf trivialisierte Weise dar und fügen realistischen Szenarien eine übernatürliche Ebene hinzu. Zudem thematisieren seine Filme oft moderne Western mit Themen wie Gesetzlosigkeit und Rache.

Einen sehr hohen Stellenwert nehmen neben den visuell auffälligen Gewaltdarstellungen und der Vokalmusik der letzten Jahrzehnte zudem noch umfangreiche Dialoge ein, die die Authentizität der Charaktere und des Szenarios fördern und ebenso die Spannung aufbauen. Quentins zitierwürdige Dialoge gehören zu den markantesten Elementen seiner Filme.

Hinweis: Aufgezählt sind lediglich die Filme, in denen Tarantino als einziger Regisseur tätig war.


Platz 8: Death Proof – Todsicher (2007)

Handlung: Erzählt im Stil der B-Movie Filme der 70er Jahre verbringen drei Freundinnen ein aufregendes Wochenende in einer Bar in Texas. Sie machen einen drauf, nichts ahnend, dass sie schon seit einer Weile beobachtet werden. Der versetzten Pam (Rose McGowan) offenbart er sich schließlich als Stuntman Mike (Kurt Russel) und präsentiert sich vor der Gruppe als charmant, trotz seines einschüchternden Äußeren. Pam erhofft sich eine Fahrt in seinem „todsicheren“ Auto, dass für Stunts modifiziert wurde.

Sie ahnt nicht, dass diese Fahrt ihre Letzte sein wird, denn „todsicher“ ist hier nur der Fahrer.

Zitat: Hey, Pam, remember when I said this car was death proof? Well, that wasn't a lie. This car is 100% death proof. Only to get the benefit of it, honey, you REALLY need to be sitting in my seat. - Stuntman Mike (Kurt Russel)

Quentin-Fact: Der Film wurde zusammen mit dem Horrorfilm Planet Terror von Robert Rodriguez als Double Feature unter dem Namen Grindhouse ausgestrahlt, um dem Zuschauer ein möglichst überzeugendes Gefühl einer Filmvorführung des Exploitationfilm-Genres zu bieten. Da viele mit dem Double Feature nicht vertraut waren, verließen einige der Kinobesucher das Kino, ohne Death Proof gesehen zu haben.


Platz 7: The Hateful 8 (2015)

Handlung: Nicht lange nach dem Bürgerkrieg transportiert der Kopfgeldjäger John „Der Henker“ Ruth (Kurt Russel) in einer Kutsche die Gefangene Daisy Domerque (Jennifer Jason Leigh) in die nächste Stadt. Unterwegs nimmt er noch den Kopfgeldjäger Marquis Warren (Samuel L. Jackson) und den Sheriff Chris Mannix (Walton Goggins) mit, die sich wegen dem Bürgerkrieg an die Gurgel gehen. Doch aufgrund des Schneesturms müssen sie noch länger zusammenbleiben. Sie verstecken sich in einer Hütte mit vier weiteren Anwesenden.

Schnell steigt die Spannung zwischen den Anwesenden. Wer ist Freund, wer Feind? Und wer wird die stürmische Nacht überleben?

Zitat: The man who pulls the lever that breaks your neck will be a dispassionate man. And that dispassion is the very essence of justice. For justice delivered without dispassion is always in danger of not being justice. - Oswaldo Mobray

Quentin-Fact: Die Gitarre, die Kurt Russel zertrümmerte, war eine einzigartige Antiquität von 1870, die speziell aus einem Gitarrenmuseum ausgeliehen wurde und einen Wert von 40000$ hatte. Für die Szene sollte die Gitarre durch eine Kopie ausgetauscht werden, doch Kurt Russel wurde davor nicht informiert. Der geschockte Aufschrei von Jennifer Jason Leigh war daher nicht gespielt.

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Platz 6: Jackie Brown (1997)

Handlung: Basierend auf dem Roman Rum Punch von Elmore Leonard und in Anlehnung an das Genre der Blaxploitations-Filme handelt der Film von Jackie Brown (Pam Grier), einer Stewardess, die für den Waffenschmuggler Ordell Robbie (Samuel L. Jackson) heimlich Geld transportiert. Nachdem sie eine Haftstrafe verbüßen musste, will Ordell sie umbringen, doch Jackie ist auf Ihn vorbereitet und bietet ihm stattdessen an, seine 500000€ in die USA zu schmuggeln. Ein Plan wird ausgetüftelt, damit die Übergabe einwandfrei verläuft. Doch Jackie hat eigene Pläne.

Zitat: My ass may be dumb, but I ain't no dumbass. - Ordell Robbie (Samuel L. Jackson)

Quentin-Fact: Vieles von dem Design von Ordell Robbies war Samuel L. Jacksons Idee, einschließlich den langen Haaren und dem geflochtenen Bart. Zudem bezeichnet Samuel L. Jackson diesen Film als seinen liebsten Tarantino-Film.


Platz 5: Reservoir Dogs – Wilde Hunde (1992)

Handlung: Der Verbrecherboss Joe Cabot (Lawrence Tierney) und sein Sohn, der „nette Eddie“ (Chris Penn) heuern für einen Raubüberfall sechs Gangster an, jeder mit einem farbbasierten Decknamen. Doch der Überfall geht schief, Mr. Orange (Tim Roth) wird angeschossen und Mr. White (Harvey Keitel) bringt ihn in ein verlassenes Lagerhaus. Erschwert wird die Situation noch zusätzlich als der psychopatische Mr. Blond (Michael Madsen) einen gefesselten Polizisten mitbringt. Sie müssen sich nun entscheiden was zu tun ist, denn offenbar gibt es einen Maulwurf.

Zitat:

Mr. Pink: You kill anybody?

Mr. White: A few cops.

Mr. Pink: No real people?

Mr. White: Just cops.

Quentin-Fact: Aufgrund des minimalen Budgets brachten viele der Schauspieler ihre eigene Kleidung mit. Die charakteristischen schwarzen Anzüge wurden kostenlos von der Designerin aufgrund Ihrer Liebe für das Genre der Krimifilme zur Verfügung gestellt.

Ursprünglich sollte es einen Prequel-Film geben, der Reservoir Dogs und Pulp Fiction vereint. Er sollte um Vic Vega / Mr. Blonde und Vincent Vega handeln, die als Brüder offenbart werden. Die Filmidee wurde abgebrochen, da beide Schauspieler zu diesem Zeitpunkt viel zu alt für diese Rollen waren.

When people ask me if I went to film school, I tell them, "No, I went to films".

Quentin Tarantino

Platz 4: Kill Bill Vol. 1 & 2 (2003; 2004)

Handlung: Die „Braut“ (Uma Thurman) ist eine ehemalige Attentäterin, die seit ihrer Schwangerschaft allerdings ein normales Leben anfangen will. Ihre ehemalige Truppe, die Deadly Viper Assassination Squad, angeführt von dem namensgebendem Bill (David Carradine), sehen dies als Verrat. Deshalb tauchen sie bei ihrer Hochzeit auf und massakrieren alle Anwesenden. Sie selbst landet in einem Koma.

Nach vier Jahren jedoch wacht sie auf und will nur eines: Rache. Nachdem sie sich mit einem Katanaschwert von Waffenschmied Hattori Hanzo (Sonny Chiba)) ausgerüstet hat, jagt sie anhand ihrer „kill bill“ ihre ehemaligen Kollegen: Vernita Green (Vivica A. Fox), O-Ren Ishii (Lucy Liu), Budd (Michael Madsen) und Elle Driver (Daryl Hannah). Und am Ende des Weges wartet das wahre Ziel: Bill.

Zitat: "Revenge is never a straight line. It's a forest, And like a forest it's easy to lose your way... To get lost... To forget where you came in." - Hattori Hanzo

Quentin-Fact: Der Film sorgte für einen Bruch in der geschäftlichen Beziehung zwischen Tarantino und Thurman. Quentin forderte Sie auf, einen gefährlichen Autostunt zu machen, den Uma aus Sicherheitsgründen ablehnte. Trotz Tarantinos Bekräftigungen endete die Szene in einem Unfall. Erst nach 15 Jahren gelangte Uma an die Aufnahmen des Unfalls.


Platz 3: Inglourious Basterds (2009)

Handlung: 1941: Der zweite Weltkrieg ist im vollen Gange. Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) dirigiert eine Spezialeinheit bestehend aus jüdischen Soldaten und tötet Nazis überall im nazibesetzen Frankreich, was ihnen den Titel Basterds einbringt. Doch als sie von der Ankunft Adolf Hitlers (Martin Wuttke) für eine Kinopremiere erfahren, sehen sie eine Chance, den zweiten Weltkrieg zu beenden. Die jüdische Kinobesitzerin Shoshanna Dreyfus (Mélanie Laurent), die nur knapp dem gerissenen Oberst der SS Hans Landa (Christoph Waltz) entkam, will sich genauso an den Nazis rächen.

Zitat: I love rumors! Facts can be so misleading, where rumors, true or false, are often revealing. - Hans Landa

Quentin-Fact: Während des Castings für Colonel Hans Landa brachte Tarantino den Filmdreh fast ab, da er befürchtete, niemand könnte diese Rolle überzeugend spielen. Erst bei Christoph Waltz war sich Tarantino sicher, dass dieser die Rolle perfekt spielen würde.

Der deutsche Schauspieler Til Schweiger lehnte stets ab, für eine Filmrolle eine Naziuniform anzuziehen. Er sagte diesem Film nur deshalb zu, weil er in seiner Rolle Nazis töten konnte.

Quentin Tarantinos Oscar-Nominierungen
  • 'Pulp Fiction' (1995) - Beste Regie
  • 'Pulp Fiction' (1995) - Bestes Originaldrehbuch (Gewonnen)
  • 'Inglorious Basterds' (2010) - Beste Regie
  • 'Inglorious Basterds' (2010) - Bestes Originaldrehbuch
  • 'Django Unchained' (2013) - Bestes Originaldrehbuch (Gewonnen)

Platz 2: Django Unchained (2012)

Handlung: Im Jahre 1858 steht in den Südstaaten die Sklaverei noch an der Tagesordnung. In dieser feindlichen Atmosphäre lebt Django (Jamie Foxx) als Sklave vor sich hin. Das ändert sich jedoch als der als Zahnarzt getarnte Kopfgeldjäger Dr. King Schulz (Christoph Waltz) Django befreit, um mit ihm ein paar Banditen zu schnappen, die zugleich Djangos ehemalige Peiniger waren. Django geht den Deal ein, da er sich eine Chance erhofft, seine Frau Broomhilda (Kerry Washington) vor dem bösartigen Plantagenbesitzers Calvin Candy (Leonardo DiCaprio) und seinem verschlagenen Butler Stephen (Samuel L. Jackson) zu befreien.

Zitat: Kill white people and get paid for it? What's not to like? - Django (Jamie Foxx)

Quentin-Fact: Mit dem Antagonisten Calvin Candy spielte Leonardo DiCaprio eine ihm ungewohnte Rolle. Er hatte Probleme mit der schieren Bösartigkeit seines Charakters und musste manchmal sogar aufgrund der rassistischen Ausdrücke unterbrechen. Quentin Tarantino überzeugte ihn, in dem er ihn darauf hinwies, dass man es ihm ewig vorhalten würde, sollte er seine Rolle nicht so niederträchtig wie möglich spielen.


Platz 1: Pulp Fiction (1994)

Handlung: In drei Handlungssträngen wird die Geschichte von drei zwielichtigen Gestalten erzählt, die alle mit dem Gangsterboss Marsellus Wallace (Ving Rhames) zu tun haben.

Die Auftragskiller Jules (Samuel L. Jackson) und Vincent (John Travolta) wurden beauftragt, einen Aktenkoffer für Wallaces von seinen ehemaligen Geschäftspartnern zu holen. Für Vincent ist es nur ein gewöhnlicher Auftrag, für Jules jedoch eine göttliche Offenbarung, sein Leben zu ändern.

Vincent erhält die Aufgabe, mit Marsellus‘ Frau Mia (Uma Thurman) die Zeit zu verbringen. Ein gemütlicher Abend in einem 50er Jahre Restaurant endet jedoch unvorhersehbar als Mia Vincents Heroinvorrat findet.

Der Boxer Butch Coolidge (Bruce Willis) hintergeht Wallace als dieser trotz Vereinbarung einen Boxkampf gewinnt. Als Butch die goldene Uhr seines Vaters holen will, um endlich mit seiner Freundin aus der Stadt zu fliehen, steht ausgerechnet Wallace vor ihm – und er ist nicht erfreut.

Zitat:

Brett: What?

Jules: What country are you from?

Brett: What? What? Wh - ?

Jules: "What" ain't no country I've ever heard of. They speak English in What?

Brett: What?

Jules: English, motherfucker, do you speak it?

Brett: Yes! Yes!

Jules: Then you know what I'm sayin'!

Brett: Yes!

Jules: Describe what Marsellus Wallace looks like!

Brett: What?

Jules: Say 'what' again. Say 'what' again, I dare you, I double dare you motherfucker, say what one more Goddamn time!

Quentin-Fact: Es gab sehr viele Mythen bezüglich des Inhaltes des mysteriösen Aktenkoffers. Ursprünglich sollten es Diamanten sein, wobei die Vermutung aufkam, dass es sich um dieselben Diamanten wie aus Reservoir Dogs handelt. Aufgrund mangelnder Originalität wurde der Plan verworfen und der Inhalt offen gelassen. Schlussendlich sagte Tarantino einfach, dass darin das ist, was sich der Zuschauer vorstellt.

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