Kritik: Eternals

Monster, Götter und Aliens
Spoilerfrei!
Lesedauer: 4 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Nach verschobenem Starttermin, sind die 'Eternals' nun endlich im Kino zu sehen. Nicht nur eine, sondern gleich zehn neue Figuren finden damit ihren Weg in das Marvel Cinematic Universe. Doch kann der neue Film von 'Nomandland' Regisseurin Chloé Zhao überzeugen? Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht's 5000 v. Chr. hat der Celestial Arishem zehn unsterbliche Kämpfer:innen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Eternals, auf die Erde geschickt, um die Menschheit vor den sogenannten "Deviants" zu beschützen. Die Eternals sind eigens dafür da, die Welt von diesen gefährlichen Kreaturen zu befreien, dürfen ihre Kräfte jedoch nicht dafür einsetzen, die Menschheit vor Kriegen und anderen selbstverschuldeten Gefahren zu bewahren. Nachdem sie vermeintlich alle Deviants beseitigt haben, gingen sie alle für mehrere hundert Jahre ihre eigenen Wege und bauten ihr Leben unter den Menschen auf. Als jedoch in London wieder Deviants auftauchen, müssen die Eternals erneut zusammen finden und sich neben der Bekämpfung der Monster auch ihren inneren Dämonen und der Vergangenheit stellen. Werbung Die Kritiken zu Eternals fallen sehr gemischt aus. Das mag daran liegen, dass der Film Vieles richtig macht, jedoch in der Umsetzung einige Mängel aufweist. Es scheint fast, als hätte sich Marvel hier ausnahmsweise etwas zu viel vorgenommen, denn neben Action, einfachen Witzen und liebenswürdigen Charakteren, hat Chloé Zhao versucht, besonders mehr Tiefe und emotionale Charakterentwicklungen einzubringen. Der Anspruch ist durchaus lobenswert, doch mit ganzen zehn neuen Charakteren ist das schlichtweg nicht zufriedenstellend auszuführen. Das Spiel mit der Grauzone So stehen viele der Kritikpunkte im Widerspruch miteinander. Fangen wir hierfür bei den Charakteren an. Wie bereits erwähnt, portraitiert Zhao spannende und vielschichtige Charaktere. Nehmen wir als Beispiel Sprite (Lia McHugh), die zwar ebenso alt ist, wie alle anderen Eternals, aber auf ewig die Optik eines Kindes behält. Ihr Frust und passive Aggression wurde nicht nur schauspielerisch, sondern auch in der Inszenierung immer wieder spürbar. Oder auch Thena (Angelina Jolie), die nach außen hin die perfekte Kriegerin darstellt, doch bei näherer Betrachtung immer mehr psychisch verfällt. Doch neben diesen, nennen wir sie Geschwister, wirkt die Person mit der meisten Screentime, die ruhige Sersi (Gemma Chan), fast blass. Doch auch hier traue ich der Regisseurin zu, dass sie eben dies beabsichtigt hat. Es gibt nahezu keine Charaktere, die vollends gut oder böse sind, wodurch viele Aktionen und Plottwists unvorhersehbar bleiben und den größten Teil der Spannung ausmachen. Schauspielerisch ist der Cast durch die Reihe hinweg großartig. Sie alle verkörpern ihre Rolle perfekt und Eternals kann sich den Hut aufsetzen als der diverseste Film 2021. Es ist schön zu sehen, dass die Tatsache, dass Makkari (Lauren Ridloff) gehörlos ist, oder Phastos (Brian Tyree Henry) schwul, nicht thematisiert, sondern als vollkommen normal dargestellt werden. Wie selbstverständlich kommunizieren alle in Gebärdensprache mit Makkari. An dieser Stelle ein riesiges Danke an alle Kreativen, die an diesem Film beteiligt waren: wir brauchen mehr Repräsentation dieser Art auf den großen Leinwänden dieser Welt. Ein bisschen too much... Das klingt zwar alles sehr gut, doch eben bei der Fülle an spannenden Charakteren liegt das große Problem: es sind zu viele. Als Zuschauer:in hat man kaum Zeit, sich mit einer Person emotional verbunden zu fühlen. Dadurch behandelt Eternals zwar sehr tiefgreifende und emotionale Themen, doch man hat als Zuschauer:in gar nicht die Zeit sich in diese verschiedenen Probleme hineinzuversetzen. Dazu kommen viele kitschige Momente, die wahrscheinlich hätten heroisch sein sollen, doch durch übertriebene Soundeffekte mir nicht nur einmal ein Augenrollen entlockt haben. Abgesehen von diesen kitschigen und fehl am Platz wirkenden epischen Szenen, hat Eternals durchaus auch einige witzige Momente zu bieten. Bis jetzt habe ich noch nie einen Film gesehen, der so gekonnt eine Bollywood Szene untergebracht hat. Richtet man seinen Blick nun aber an diesen witzigen Sequenzen, tollen Cast, Costume Design und Visual Effects vorbei, auf die Handlung, weist diese einige Makel auf. Wer sich an Guardians of the Galaxy erinnert, weiß, dass Celestials kein neuer Begriff im MCU ist, denn Quills, alias Starlords (Chris Pratt) Vater Ego war einer von ihnen. Doch die menschliche Erscheinung, gespielt von Kevin Michael Richardson, hat nichts mit diesen sechs-äugigen, roboterähnlichen Aliens zu tun, wie sie in Eternals zu sehen sind. Hier hätte man wenigstens eine Brücke schlagen, oder daran erinnern können. Auch der Handlungsstrang ist verwirrend, denn innerhalb des Filmes wird mehrere Male in die Vergangenheit gesprungen. Immer wieder wird der eigentliche Handlungsstrang unterbrochen und einen großen Mehrwert, außer der Versuch, die Beziehungen der Eternals untereinander etwas besser zu verstehen, bringt das nicht. Denn trotz dieser Rückblenden, bekommen die einzelnen Probleme und Thematiken rund um die einzelnen Charaktere zu wenig Aufmerksamkeit, sodass die meisten, vor allem inneren Konflikte kaum zufriedenstellend zu Ende geführt werden. Fazit: Nicht der Beste Film im MCU In vielerlei Hinsicht macht Eternals einiges richtig. Neben einer überragenden Optik, Costume Design und Action, sollte dieser Film Vorreiter für Diversität auf der Kinoleinwand werden. Doch auf der anderen Seite hat sich der Film etwas zu viel vorgenommen. Als Zuschauer:in kratzt man emotional nur an den Oberflächen der vielen neuen Charaktere. Zwar hätte man die Einführung dieser neuen Held:innen im MCU etwas behutsamer gestalten können, doch trotzdem freut man sich, sie alle hoffentlich bald wiederzusehen. Wer weiß, was Marvel noch so mit ihnen vor hat...
    Kritik: Eternals
    Handlung
    60%
    Charaktere
    80%
    Emotionen
    55%
    Tiefgang
    60%
    Visuelle Umsetzung
    90%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 04.11.2021
    Filmlänge: 157 Minuten
    FSK: 12
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    Bildrechte: Marvel Studios
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Gesamtbewertung:

Ganz okay
69%

Nach verschobenem Starttermin, sind die 'Eternals' nun endlich im Kino zu sehen. Nicht nur eine, sondern gleich zehn neue Figuren finden damit ihren Weg in das Marvel Cinematic Universe. Doch kann der neue Film von 'Nomandland' Regisseurin Chloé Zhao überzeugen?

Darum geht's

5000 v. Chr. hat der Celestial Arishem zehn unsterbliche Kämpfer:innen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, die Eternals, auf die Erde geschickt, um die Menschheit vor den sogenannten "Deviants" zu beschützen. Die Eternals sind eigens dafür da, die Welt von diesen gefährlichen Kreaturen zu befreien, dürfen ihre Kräfte jedoch nicht dafür einsetzen, die Menschheit vor Kriegen und anderen selbstverschuldeten Gefahren zu bewahren. Nachdem sie vermeintlich alle Deviants beseitigt haben, gingen sie alle für mehrere hundert Jahre ihre eigenen Wege und bauten ihr Leben unter den Menschen auf. Als jedoch in London wieder Deviants auftauchen, müssen die Eternals erneut zusammen finden und sich neben der Bekämpfung der Monster auch ihren inneren Dämonen und der Vergangenheit stellen.

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Die Kritiken zu Eternals fallen sehr gemischt aus. Das mag daran liegen, dass der Film Vieles richtig macht, jedoch in der Umsetzung einige Mängel aufweist. Es scheint fast, als hätte sich Marvel hier ausnahmsweise etwas zu viel vorgenommen, denn neben Action, einfachen Witzen und liebenswürdigen Charakteren, hat Chloé Zhao versucht, besonders mehr Tiefe und emotionale Charakterentwicklungen einzubringen. Der Anspruch ist durchaus lobenswert, doch mit ganzen zehn neuen Charakteren ist das schlichtweg nicht zufriedenstellend auszuführen.

Das Spiel mit der Grauzone

So stehen viele der Kritikpunkte im Widerspruch miteinander. Fangen wir hierfür bei den Charakteren an. Wie bereits erwähnt, portraitiert Zhao spannende und vielschichtige Charaktere. Nehmen wir als Beispiel Sprite (Lia McHugh), die zwar ebenso alt ist, wie alle anderen Eternals, aber auf ewig die Optik eines Kindes behält. Ihr Frust und passive Aggression wurde nicht nur schauspielerisch, sondern auch in der Inszenierung immer wieder spürbar. Oder auch Thena (Angelina Jolie), die nach außen hin die perfekte Kriegerin darstellt, doch bei näherer Betrachtung immer mehr psychisch verfällt. Doch neben diesen, nennen wir sie Geschwister, wirkt die Person mit der meisten Screentime, die ruhige Sersi (Gemma Chan), fast blass. Doch auch hier traue ich der Regisseurin zu, dass sie eben dies beabsichtigt hat. Es gibt nahezu keine Charaktere, die vollends gut oder böse sind, wodurch viele Aktionen und Plottwists unvorhersehbar bleiben und den größten Teil der Spannung ausmachen.

'Eternals' hat fast zu viele neue, spannende Charaktere.

Schauspielerisch ist der Cast durch die Reihe hinweg großartig. Sie alle verkörpern ihre Rolle perfekt und Eternals kann sich den Hut aufsetzen als der diverseste Film 2021. Es ist schön zu sehen, dass die Tatsache, dass Makkari (Lauren Ridloff) gehörlos ist, oder Phastos (Brian Tyree Henry) schwul, nicht thematisiert, sondern als vollkommen normal dargestellt werden. Wie selbstverständlich kommunizieren alle in Gebärdensprache mit Makkari. An dieser Stelle ein riesiges Danke an alle Kreativen, die an diesem Film beteiligt waren: wir brauchen mehr Repräsentation dieser Art auf den großen Leinwänden dieser Welt.

Ein bisschen too much...

Das klingt zwar alles sehr gut, doch eben bei der Fülle an spannenden Charakteren liegt das große Problem: es sind zu viele. Als Zuschauer:in hat man kaum Zeit, sich mit einer Person emotional verbunden zu fühlen. Dadurch behandelt Eternals zwar sehr tiefgreifende und emotionale Themen, doch man hat als Zuschauer:in gar nicht die Zeit sich in diese verschiedenen Probleme hineinzuversetzen. Dazu kommen viele kitschige Momente, die wahrscheinlich hätten heroisch sein sollen, doch durch übertriebene Soundeffekte mir nicht nur einmal ein Augenrollen entlockt haben. Abgesehen von diesen kitschigen und fehl am Platz wirkenden epischen Szenen, hat Eternals durchaus auch einige witzige Momente zu bieten. Bis jetzt habe ich noch nie einen Film gesehen, der so gekonnt eine Bollywood Szene untergebracht hat.

Kingo (Kumail Nanjiani) sorgt für den Comic Relief und auch seine Bollywood Szene lässt nicht zu wünschen übrig.

Richtet man seinen Blick nun aber an diesen witzigen Sequenzen, tollen Cast, Costume Design und Visual Effects vorbei, auf die Handlung, weist diese einige Makel auf. Wer sich an Guardians of the Galaxy erinnert, weiß, dass Celestials kein neuer Begriff im MCU ist, denn Quills, alias Starlords (Chris Pratt) Vater Ego war einer von ihnen. Doch die menschliche Erscheinung, gespielt von Kevin Michael Richardson, hat nichts mit diesen sechs-äugigen, roboterähnlichen Aliens zu tun, wie sie in Eternals zu sehen sind. Hier hätte man wenigstens eine Brücke schlagen, oder daran erinnern können.

Zwar ist 'Eternals' an einigen Stellen etwas kitschig, aber das Costume Design kann sich allemal sehen lassen!

Auch der Handlungsstrang ist verwirrend, denn innerhalb des Filmes wird mehrere Male in die Vergangenheit gesprungen. Immer wieder wird der eigentliche Handlungsstrang unterbrochen und einen großen Mehrwert, außer der Versuch, die Beziehungen der Eternals untereinander etwas besser zu verstehen, bringt das nicht. Denn trotz dieser Rückblenden, bekommen die einzelnen Probleme und Thematiken rund um die einzelnen Charaktere zu wenig Aufmerksamkeit, sodass die meisten, vor allem inneren Konflikte kaum zufriedenstellend zu Ende geführt werden.

Fazit:

Nicht der Beste Film im MCU

In vielerlei Hinsicht macht Eternals einiges richtig. Neben einer überragenden Optik, Costume Design und Action, sollte dieser Film Vorreiter für Diversität auf der Kinoleinwand werden. Doch auf der anderen Seite hat sich der Film etwas zu viel vorgenommen. Als Zuschauer:in kratzt man emotional nur an den Oberflächen der vielen neuen Charaktere. Zwar hätte man die Einführung dieser neuen Held:innen im MCU etwas behutsamer gestalten können, doch trotzdem freut man sich, sie alle hoffentlich bald wiederzusehen. Wer weiß, was Marvel noch so mit ihnen vor hat...

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