Kritik: Last Night in Soho

Durch die neonrote Nostalgiebrille
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
  • Wie objektiv kann der Blick in die Vergangenheit wirklich sein? Mit 'Last Night in Soho' wagt sich Kult-Regisseur Edgar Wright erstmals ins Horror-Genre und nimmt die Nostalgie der 1960er unter die Lupe. Lohnt sich der Trip in das Neon-beschienene London? Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht's Die Zusage für ihren Studienplatz am London Collage of Fashion bedeutet für Ellie (Thomasin McKenzie) die Erfüllung all ihrer Träume. Voller Begeisterung verlässt sie ihre Heimat im abgeschiedenen Cornwall und stürzt sich in den Rausch der Weltstadt. Eine Stadt, welche sie allerdings anders vorfindet, als sie es sich immer erträumte. Denn die Gegenwart konnte die junge Modestudentin noch nie begeistern. Ihr Herz schlug schon immer für das London der 60er Jahre – die Swinging Sixties. Durch Poster in ihrem Zimmer, alte Schallplatten oder ihre nostalgischen Modeentwürfe: Ellie liebt und lebt die Vergangenheit.  Kurz nach ihrer Ankunft bezieht sie das Obergeschoss eines alten Hauses, welches direkt den Anschein erweckt, als wäre es seit den 60ern in der Zeit stehen geblieben. Als sie sich dort abends ins Bett legt, erwacht sie plötzlich als die junge Sandy (Anya Taylor Joy), die inmitten des bunten Strudels der 1960er eine Karriere als Sängerin anstrebt. Von nun an scheinen beide durch viele Jahrzehnte hindurch verbunden zu sein und Ellie erlebt ihre geliebten 60er hautnah und von bisher ungeahnten Seiten. Die Gesellschaft im Rückspiegel Aus alt mach neu: seit bereits mehreren Jahren richtet die Filmwelt ihren Blick in die Vergangenheit. Ob 80er Atmosphäre in Stranger Things oder Remakes von Klassikern wie Ghostbusters oder Halloween, kaum ein Gefühl treibt die moderne Hollywood-Maschinerie so reibungslos an wie die Nostalgie für alte Zeiten. "Wenn ich mir aussuchen könnte wann und wo ich lebe, dann hier. In London. In den Sechzigern." Ellie in Last Night in Soho Auch die Filmografie des Last Night in Soho Regisseurs Edgar Wright, beweist eine große Leidenschaft für das Vergangene. Mit Scott Pilgrim schuf Wright eine Liebeserklärung an Comics und Retro-Videospiele, Hot Fuzz bewies seine Begeisterung für oldschool Actionklassiker und durch die Venen von Baby Driver pumpte der rhythmische Sound der Charts vergangener Jahrzehnte. Mit Last Night in Soho will Wright all diese Einflüsse kombinieren und lässt uns gemeinsam mit seiner Protagonistin in die scheinbare Magie der 1960er Jahre eintauchen. Swinging Sixties Dafür entführt uns der Film zurück in die lebendige Welt der 1960er, die er schlichtweg atemberaubend in Szene setzt. Riesige Kulissen von charmant angestaubten Retro-Locations, unzählige Statisten in wunderschönen Kostümen und alles eingetaucht in die warmen Töne der Neonlichter, man merkt Last Night in Soho die Liebe zum Detail in jeder Sekunde an. Letztendlich führt jedoch Wrights brillante Inszenierung dazu, dass diese Welt für uns, wie für Ellie, einem farbenfrohen Rausch gleicht. Wenn Sandy zu Bands wie The Kinks über die Tanzflächen der Nachtclubs gleitet und die Kamera ohne Schnitte dynamisch um sie herum und durch die Menschenmassen fliegt, entfaltet der Film eine einzigartige Sogwirkung, die nur wenige Regisseur:innen so stilsicher umsetzen könnten. Seien es die einfallsreichen Match-Cuts, hinreißende optische Spielereien wie vielfach gebrochene Spiegelbilder oder die atmosphärischen Aufnahmen der Londoner Straßen, Last Night in Soho steckt voller visueller Kreativität und zieht uns augenblicklich in seine nostalgische Traumwelt hinein. Nostalgie und Wirklichkeit So dauert es nicht lange, bis auch wir mit einer rosaroten Brille in die Vergangenheit schauen und die 60er gemeinsam mit Ellie glorifizieren. Ein Gefühl, welches uns der Film bereits kurz danach hinterfragen lässt. Was wissen wir eigentlich wirklich über das Leben dieser Zeit? Vermitteln Artefakte wie Musik und Mode ein realistisches Bild oder ist der Blick zurück durch Nostalgie verklärt? Die erste Hälfte von Last Night in Soho lässt uns die 60er durch die verliebten Augen seiner Protagonistin sehen, bevor er beginnt diese Idealisierung zu dekonstruieren. Wright nutzt Sandys Handlungsstrang, um Ellies Geschichte in der Gegenwart zu kommentieren, wodurch sich wiederum ihre Perspektive auf die Vergangenheit verändert. Je dünner die Grenzen zwischen beiden Erzählungen wird, desto mehr beginnen sie sich gegenseitig zu ergänzen und ein realistisches Gesamtbild hinter der rosaroten Nostalgie-Brille zu formen. So wird Last Night in Soho in seiner ersten Hälfte zu einer oft brillanten Dekonstruktion der schönfärbenden Erinnerungskultur unserer Gesellschaft. Zurück in die 60er bitte Leider zeigen sich bei dieser inhaltliche Verschachtelung beider Zeitebenen auch die ersten Probleme des Films. Dadurch, dass es Last Night in Soho gelingt, uns derart intensiv für die Vergangenheit zu begeistern, fühlt sich die Gegenwart schnell weniger interessant an. Während Sandys Geschichte rund um das Streben nach einer Gesangskarriere direkt fesselt, tritt das Drehbuch für Ellies Handlungsstrang viel auf der Stelle, bevor es wieder an Sandy anschließen kann. So entstehen klischeebelastete Nebenplots wie die Mean-Girls artigen Mobbing-Mädchen an Ellies Collage, die sich anfühlen, als wären sie aus einer beliebigen Netflix-Orginals B-Ware entkommen. Inhaltlich ergibt es zwar durchaus Sinn, dass wir uns gemeinsam mit der Protagonistin in die Vergangenheit zurückwünschen, doch die Lücken zwischen den Rückblenden sollten sich dennoch nicht wie Filler-Material anfühlen. So entsteht gleichzeitig eine große Diskrepanz zwischen den Handlungsebenen, wie auch zwischen den Figuren und ihren Darsteller:innen: während Anya Taylor Joy als Sandy pausenlos faszinieren kann und selbstsicher von Bühne zu Bühne schwebt, bleibt Thomasin McKenzie als naiv nostalgische Ellie eher der uninteressant staunende Fish out of Water zwischen den Zeiten.  In der Gegenwart nichts Neues Diese Unausgeglichenheit beider Geschichten macht es letztendlich auch weniger verwunderlich, dass der Film am organischen Zusammenführen der Handlungsstränge scheitert. Plötzlich weiß Last Night in Soho nicht mehr, wo es nach dem genialen Set-up der ersten Hälfte hingehen soll. Handlungsstränge führen ins Nichts, Nebenfiguren wie der von Matt Smith gespielte Jack werden blass und einseitig und das Genre verschiebt sich von einer vieldeutigen Mysterie zu flachen Horror-Schockmomenten. Ein Grund dafür liegt neben den bereits erwähnten Schwächen im Drehbuch bei Wrights Unerfahrenheit mit dem Horror-Genre. Für weite Teile des letzten Akts setzt der Film auf kaum einfallsreiche Horror-Formeln und austauschbare Effekte. So wird Ellie beispielsweise von Schemen-artigen Gestalten heimgesucht, die schon bei ihrem ersten Auftreten kaum für Gänsehaut sorgen und dennoch für weite Strecken die Spannung aufrecht halten sollen. Während Thomasin McKenzie also mit vor Angst aufgerissenen Augen von Szenerie zu Szenerie flieht, geht das riesige Potenzial der ersten Hälfte mit jedem panischen Schritt etwas mehr verloren. Zwar blitzen hier und da vielversprechende Momente auf, doch Last Night in Soho gelingt es nie, sich für eine Identität zu entscheiden: die vielschichtige Nostalgie-Dekonstruktion oder der adrenalinreiche Horror-Thriller, beides zusammen funktioniert hier leider nicht. Fazit: Zwei Filme in zwei Zeiten Mit Last Night in Soho wagt Edgar Wright seine ersten Schritte aus dem Comedy-Genre und verbindet seine Stilsicherheit und Kreativität mit einem Horror-Thriller. Optisch funktioniert dies brillant. Das Setting der 1960er ist detailverliebt, lebendig und atemberaubend in Szene gesetzt. Inhaltlich gerät der Film nach einer genialen ersten Hälfte jedoch ins Taumeln. Genau wie seine Handlung ist Last Night in Soho so sehr zwischen zwei Zeiten und damit zwei Filmen hin- und hergerissen, dass die Balance beider Elemente schließlich in einem tonalen Chaos endet. Die fantastische erste Stunde des Filmes und die beinahe hypnotische Inszenierung machen den nostalgischen Trip in die 60er dennoch zu einem sehenswerten Film, den man sich besonders als Edgar Wright Fan ansehen sollte.
    Kritik: Last Night in Soho
    Handlung
    55%
    Schauspiel
    70%
    Visuelle Umsetzung
    90%
    Horror
    45%
    Tiefgang
    70%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 11.11.2021
    Filmlänge: 117 Minuten
    FSK: 16
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    Besetzung: , ,
    Bildrechte: Universal
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Gesamtbewertung:

Ganz okay
66%

Wie objektiv kann der Blick in die Vergangenheit wirklich sein? Mit 'Last Night in Soho' wagt sich Kult-Regisseur Edgar Wright erstmals ins Horror-Genre und nimmt die Nostalgie der 1960er unter die Lupe. Lohnt sich der Trip in das Neon-beschienene London?

Darum geht's

Die Zusage für ihren Studienplatz am London Collage of Fashion bedeutet für Ellie (Thomasin McKenzie) die Erfüllung all ihrer Träume. Voller Begeisterung verlässt sie ihre Heimat im abgeschiedenen Cornwall und stürzt sich in den Rausch der Weltstadt. Eine Stadt, welche sie allerdings anders vorfindet, als sie es sich immer erträumte. Denn die Gegenwart konnte die junge Modestudentin noch nie begeistern. Ihr Herz schlug schon immer für das London der 60er Jahre – die Swinging Sixties. Durch Poster in ihrem Zimmer, alte Schallplatten oder ihre nostalgischen Modeentwürfe: Ellie liebt und lebt die Vergangenheit. 

Kurz nach ihrer Ankunft bezieht sie das Obergeschoss eines alten Hauses, welches direkt den Anschein erweckt, als wäre es seit den 60ern in der Zeit stehen geblieben. Als sie sich dort abends ins Bett legt, erwacht sie plötzlich als die junge Sandy (Anya Taylor Joy), die inmitten des bunten Strudels der 1960er eine Karriere als Sängerin anstrebt. Von nun an scheinen beide durch viele Jahrzehnte hindurch verbunden zu sein und Ellie erlebt ihre geliebten 60er hautnah und von bisher ungeahnten Seiten.

Die Gesellschaft im Rückspiegel

Aus alt mach neu: seit bereits mehreren Jahren richtet die Filmwelt ihren Blick in die Vergangenheit. Ob 80er Atmosphäre in Stranger Things oder Remakes von Klassikern wie Ghostbusters oder Halloween, kaum ein Gefühl treibt die moderne Hollywood-Maschinerie so reibungslos an wie die Nostalgie für alte Zeiten.

"Wenn ich mir aussuchen könnte wann und wo ich lebe, dann hier. In London. In den Sechzigern."

Ellie in Last Night in Soho

Auch die Filmografie des Last Night in Soho Regisseurs Edgar Wright, beweist eine große Leidenschaft für das Vergangene. Mit Scott Pilgrim schuf Wright eine Liebeserklärung an Comics und Retro-Videospiele, Hot Fuzz bewies seine Begeisterung für oldschool Actionklassiker und durch die Venen von Baby Driver pumpte der rhythmische Sound der Charts vergangener Jahrzehnte. Mit Last Night in Soho will Wright all diese Einflüsse kombinieren und lässt uns gemeinsam mit seiner Protagonistin in die scheinbare Magie der 1960er Jahre eintauchen.

Swinging Sixties

Dafür entführt uns der Film zurück in die lebendige Welt der 1960er, die er schlichtweg atemberaubend in Szene setzt. Riesige Kulissen von charmant angestaubten Retro-Locations, unzählige Statisten in wunderschönen Kostümen und alles eingetaucht in die warmen Töne der Neonlichter, man merkt Last Night in Soho die Liebe zum Detail in jeder Sekunde an.

Elegant, verführerisch und selbstsicher. Sandy (Anya Taylor Joy) bewegt sich über die Londoner Bühnen, als wäre sie dort geboren.

Letztendlich führt jedoch Wrights brillante Inszenierung dazu, dass diese Welt für uns, wie für Ellie, einem farbenfrohen Rausch gleicht. Wenn Sandy zu Bands wie The Kinks über die Tanzflächen der Nachtclubs gleitet und die Kamera ohne Schnitte dynamisch um sie herum und durch die Menschenmassen fliegt, entfaltet der Film eine einzigartige Sogwirkung, die nur wenige Regisseur:innen so stilsicher umsetzen könnten. Seien es die einfallsreichen Match-Cuts, hinreißende optische Spielereien wie vielfach gebrochene Spiegelbilder oder die atmosphärischen Aufnahmen der Londoner Straßen, Last Night in Soho steckt voller visueller Kreativität und zieht uns augenblicklich in seine nostalgische Traumwelt hinein.

Nostalgie und Wirklichkeit

So dauert es nicht lange, bis auch wir mit einer rosaroten Brille in die Vergangenheit schauen und die 60er gemeinsam mit Ellie glorifizieren. Ein Gefühl, welches uns der Film bereits kurz danach hinterfragen lässt. Was wissen wir eigentlich wirklich über das Leben dieser Zeit? Vermitteln Artefakte wie Musik und Mode ein realistisches Bild oder ist der Blick zurück durch Nostalgie verklärt?

Ellie (Thomasin McKenzie) sieht die Welt plötzlich durch Sandys (Anya Taylor Joy) Augen.

Die erste Hälfte von Last Night in Soho lässt uns die 60er durch die verliebten Augen seiner Protagonistin sehen, bevor er beginnt diese Idealisierung zu dekonstruieren. Wright nutzt Sandys Handlungsstrang, um Ellies Geschichte in der Gegenwart zu kommentieren, wodurch sich wiederum ihre Perspektive auf die Vergangenheit verändert. Je dünner die Grenzen zwischen beiden Erzählungen wird, desto mehr beginnen sie sich gegenseitig zu ergänzen und ein realistisches Gesamtbild hinter der rosaroten Nostalgie-Brille zu formen. So wird Last Night in Soho in seiner ersten Hälfte zu einer oft brillanten Dekonstruktion der schönfärbenden Erinnerungskultur unserer Gesellschaft.

Zurück in die 60er bitte

Leider zeigen sich bei dieser inhaltliche Verschachtelung beider Zeitebenen auch die ersten Probleme des Films. Dadurch, dass es Last Night in Soho gelingt, uns derart intensiv für die Vergangenheit zu begeistern, fühlt sich die Gegenwart schnell weniger interessant an. Während Sandys Geschichte rund um das Streben nach einer Gesangskarriere direkt fesselt, tritt das Drehbuch für Ellies Handlungsstrang viel auf der Stelle, bevor es wieder an Sandy anschließen kann. So entstehen klischeebelastete Nebenplots wie die Mean-Girls artigen Mobbing-Mädchen an Ellies Collage, die sich anfühlen, als wären sie aus einer beliebigen Netflix-Orginals B-Ware entkommen.

Inhaltlich ergibt es zwar durchaus Sinn, dass wir uns gemeinsam mit der Protagonistin in die Vergangenheit zurückwünschen, doch die Lücken zwischen den Rückblenden sollten sich dennoch nicht wie Filler-Material anfühlen. So entsteht gleichzeitig eine große Diskrepanz zwischen den Handlungsebenen, wie auch zwischen den Figuren und ihren Darsteller:innen: während Anya Taylor Joy als Sandy pausenlos faszinieren kann und selbstsicher von Bühne zu Bühne schwebt, bleibt Thomasin McKenzie als naiv nostalgische Ellie eher der uninteressant staunende Fish out of Water zwischen den Zeiten. 

In der Gegenwart nichts Neues

Diese Unausgeglichenheit beider Geschichten macht es letztendlich auch weniger verwunderlich, dass der Film am organischen Zusammenführen der Handlungsstränge scheitert. Plötzlich weiß Last Night in Soho nicht mehr, wo es nach dem genialen Set-up der ersten Hälfte hingehen soll. Handlungsstränge führen ins Nichts, Nebenfiguren wie der von Matt Smith gespielte Jack werden blass und einseitig und das Genre verschiebt sich von einer vieldeutigen Mysterie zu flachen Horror-Schockmomenten.

Visuell immer noch beeindruckend, aber inhaltlich dünn. Die zweite Hälfte von Last Night in Soho kommt trotz (oder gerade wegen) vieler Horrorelemente nicht mehr in Fahrt.

Ein Grund dafür liegt neben den bereits erwähnten Schwächen im Drehbuch bei Wrights Unerfahrenheit mit dem Horror-Genre. Für weite Teile des letzten Akts setzt der Film auf kaum einfallsreiche Horror-Formeln und austauschbare Effekte. So wird Ellie beispielsweise von Schemen-artigen Gestalten heimgesucht, die schon bei ihrem ersten Auftreten kaum für Gänsehaut sorgen und dennoch für weite Strecken die Spannung aufrecht halten sollen. Während Thomasin McKenzie also mit vor Angst aufgerissenen Augen von Szenerie zu Szenerie flieht, geht das riesige Potenzial der ersten Hälfte mit jedem panischen Schritt etwas mehr verloren. Zwar blitzen hier und da vielversprechende Momente auf, doch Last Night in Soho gelingt es nie, sich für eine Identität zu entscheiden: die vielschichtige Nostalgie-Dekonstruktion oder der adrenalinreiche Horror-Thriller, beides zusammen funktioniert hier leider nicht.

Fazit:

Zwei Filme in zwei Zeiten

Mit Last Night in Soho wagt Edgar Wright seine ersten Schritte aus dem Comedy-Genre und verbindet seine Stilsicherheit und Kreativität mit einem Horror-Thriller. Optisch funktioniert dies brillant. Das Setting der 1960er ist detailverliebt, lebendig und atemberaubend in Szene gesetzt. Inhaltlich gerät der Film nach einer genialen ersten Hälfte jedoch ins Taumeln. Genau wie seine Handlung ist Last Night in Soho so sehr zwischen zwei Zeiten und damit zwei Filmen hin- und hergerissen, dass die Balance beider Elemente schließlich in einem tonalen Chaos endet. Die fantastische erste Stunde des Filmes und die beinahe hypnotische Inszenierung machen den nostalgischen Trip in die 60er dennoch zu einem sehenswerten Film, den man sich besonders als Edgar Wright Fan ansehen sollte.

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