8.2/10

Episodenguide: Moon Knight – Staffel 1 (Kritik)

EINZELKRITIKEN ALS TEXT UND PODCAST

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Genres: Action, Comic, Startdatum: 30.03.2022

Interessante Fakten für…

  • Sowohl für Oscar Isaac als auch für Ethan Hawke war die Tatsache, dass es sich bei ‚Moon Knight‘ um ein Standalone-Projekt innerhalb des MCUs handelte, ein Hauptargument für ihre Teilnahme.
  • Für die Produzent:innen waren Thriller wie ‚Memento‘ zentrale Inspirationsquellen für die Serie.

Mit ‚Moon Knight‘ bekommt einer der weniger bekannten Helden des Marvel-Kosmos seine erste eigene Serie. Aber kann die Serie über den besonderen Helden genauso überzeugen wie ‚WandaVision‘ oder ‚Loki‘?

Dieser Artikel wurde in Ko-Produktion durch folgende Autoren erstellt:

Folge 1: ‚Das Goldfisch-Problem‘

Original Titel: The Goldfish-Problem

Erscheinungsdatum: 30.03.2022

Darum geht’s

Das Leben von Steve Grant (Oscar Isaac) scheint durch und durch unspektakulär: Der unscheinbare, etwas schusselige Mann arbeitet als Verkäufer in einem Londoner Museumsshop, wird von seinem Umfeld eher belächelt als ernstgenommen und… kettet sich Nachts mit einer Fußfessel an sein Bett? Ganz richtig, denn Steve leidet unter Schlafstörungen und Halluzinationen und um sich von nächtlichen Ausflügen abzuhalten, hat der Gute allerlei Vorkehrungen getroffen.

Doch das alles scheint ihm nichts zu bringen, als er plötzlich in einem kleinen Dorf in den Alpen aufwacht, in dem er scheinbar einen Kult der ägyptischen Göttin Ammit mitsamt dessen Anführer Arthur Harrow (Ethan Hawke) gegen sich aufgebracht zu haben scheint. Nur mithilfe von Marc Spector, einer weiteren Persönlichkeit, die in Steve zu schlummern scheint, kann er entkommen. Doch der Kult ist Steve schon auf den Fersen.

Eine Reise ins Ungewisse

Marvels Moon Knight soll etwas Neues, etwas Düsteres werden. Eine Geschichte, die sich zumindest in Teilen vom Rest des MCU abgrenzen und auf eigenen Füßen stehen soll. Und bisher scheint das auch ganz gut zu funktionieren! Anders als andere MCU-Filme und -Serien, die zunehmend in selbstreferenziellen Momenten zu versinken drohen, hat Moon Knight eine ganz eigene Atmosphäre an sich, die die Serie angenehm vom Rest des Marvel-Kosmos abzuheben scheint. Bleibt nur abzuwarten, ob die restlichen Folgen dem vielversprechenden Start auch gerecht werden.

Die besondere Atmosphäre der Serie liegt natürlich zu großen Teilen an der titelgebenden Figur Moon Knight, oft auch als der Batman von Marvel bezeichnet, und seinen Alter Egos Steven Grant/Marc Spector, der mit seiner düsteren, undurchsichtigen Art und seinen Wurzeln in der ägyptischen Mythologie schon ganz anders wirkt als Spider-Man, Iron Man und Co. Die tolle Schauspielleistung von Oscar Isaac tut hier ihr Übriges und wir dürfen gespannt darauf sein, wie der begabte Schauspieler die besondere Psyche des Charakters interpretieren wird und dabei hoffentlich nicht in problematische Fettnäpfchen tritt. Und auch wenn Ethan Hawkes Arthur Harrow erstmal wie ein klassischer Antagonist wirkt, den man so oder so ähnlich schon öfter mal im MCU gesehen hat, sind wir auch hier gespannt, welche moralischen Abgründe Hawke hier noch zutage bringen wird.

Bewertung: 7.6

Podcast zu Folge 1

Bei „Flix & Fertig!“ gibt es jetzt ein neues Format! Wir präsentieren: „Step by Step“ mit Daniel und Sophie. Wir exerzieren mit euch Folge für Folge einer Serie durch.

Wofür steht das Tattoo von Arthur Harrow (Ethan Hawke)? Wer sind die ägyptischen Avengers? Das und viel mehr besprechen wir heute in der ersten Folge über Moon Knight – „Das Goldfischproblem“.

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Das Goldfischproblem“:

 

Folge 2: ‚Beschwöre den Anzug‘

Original Titel: Summon the Suit

Erscheinungsdatum: 06.04.2022

Darum geht’s

Der nächtliche Showdown mit dem ägyptischen Schakal blieb nicht unbeobachtet. Auf den Überwachungskameras wurde das Wesen nicht sichtbar und so wurde Steven mit einer erdrückenden Beweislage wegen Verwüstung des Museums gefeuert. Nachdem er zuvor in seiner Wohnung einen Schlüssel zu einem Lagerraum entdeckt hat, macht er sich direkt auf den Weg dorthin. Angekommen findet er mehrere gefälschte Pässe und Waffen. Im Spiegel konfrontiert ihn sein Alter Ego Marc, ihm die Kontrolle über ihren Körper wieder zu geben. Zudem erklärt er, dass sie ein Avatar für den Mondgott Khonshu ist, der die Wehrlosen der Gesellschaft beschützt. Steven möchte nichts mit den augenscheinlich kriminellen Machenschaften Marcs zu tun haben, weigert sich und will gehen. Auf dem Weg begegnet er der Gestalt Khonshus, schafft es aber zu fliehen.

Schließlich begegnet er Layla El-Faouly (May Calamawy), die sich als Marcs Frau ausgibt. Steven ist zunehmend verwirrt, was Layla ihm jedoch nicht abkauft. In seiner Wohnung zeigt Steven Layla den Sarkabäus aus der Folge zuvor, den augenscheinlich Marc und Layla gemeinsam gestohlen haben. Außerdem stellt sich heraus, dass Marc sich wohl von Layla trennen wollte. Steven kann ihr seine Seite der Geschichte nicht mehr klar machen, da er entführt und in ein Wohnviertel/ eine Kommune des Sektenführers Arthur Harrow gebracht wird. Er eröffnet Steven, dass er den Skarabäus braucht, um Gerechtigkeit durch die Göttin Ammit auf der Welt zu schaffen. Schlussendlich weigert Steven sich und er muss sich erneut einem heraufbeschworenen Schakal entgegenstellen. Diesmal schafft er es in seiner Steven-Persona einen Anzug heraufzubeschwören. Als sogenannter „Mr. Knight“ scheitert er aber und überlässt schlussendlich Marc das Feld, der als Moon Knight es zwar schafft das Tier zu erlegen, aber dennoch den Skarabäus verliert… der schließlich Harrow in die Hände fällt.

Wer ist Marc Spector?

Langsam fügen sich die Puzzlestücke. Steven erfährt zusammen mit uns als Zuschauer:innen immer mehr über Marcs Leben. Doch sobald dieser Vorhang sich öffnet, erscheint ein ganz neues Problem: was ist Wirklichkeit und was ist Einbildung? Was ist Mystisch und was gehört zu seiner Multiplen Persönlichkeitsstörung? Eben dieses Hin und Her etabliert sich immer mehr und setzt die Atmosphäre der Serie. Selbst die Outfits von Stevens Mr. Knight und Marcs Moon Knight sind spannend gewählt und heben die unterschiedlichen Persönlichkeiten sehr pointiert hervor. Doch besonders hat es mich gefreut, dass mit dem Ende der Folge endlich Marc Spencer den Körper übernommen hat. Inhaltlich wurde es clever gelöst, mit dem Alter Ego Steven in die Handlung einzusteigen. Steven weiß genauso wenig über Moon Knight wie wir als Zuschauer:innen, wodurch man sich nicht in einen bereits komplett etablierten Superhelden einarbeiten und auch keine hundertste Origin-Story anschauen muss. Jetzt kann und wird die nächste Folge hoffentlich mehr Fokus auf Marc und seine Persönlichkeit legen. Dabei bin ich gespannt, inwiefern der aggressive Marc aus den Comics umgesetzt wurde, denn in seinem Moon Knight Outfit kam das schon ein wenig raus.

Hinsichtlich der Interaktion zwischen Marc und Steven nahm diese zwar in dieser Folge zu, doch die Dynamik bietet noch Luft nach oben. Es bleibt spannend, wie sich diese noch entwickeln wird, da bisher beide Alter Egos primär genervt voneinander sind. Das sorgt zwar teilweise für einen angenehmen Comic Relief im düsteren Setting, aber kratzt emotional noch sehr an der Oberfläche.

Bewertung: 8.1

Podcast zu Folge 2

Warum bringt ein Mistkäfer Glück? Neben diesem spannenden Thema haben wir in dieser Folge auch wieder ein paar Comic und Ägypten-Facts ausgepackt. Viel Spaß beim Zuhören!

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Beschwöre den Anzug“:

 

Folge 3: ‚Von der netten Sorte‘

Original Titel: The Friendly Type

Erscheinungsdatum: 13.04.2022

Darum geht’s

Mithilfe des Skarabäus lokalisiert Arthur Harrow in der Nähe von Kairo die Grabstätte Ammits und ist seinem Ziel, die Göttin wiederauferstehen zu lassen, näher als nie zuvor. Doch auch Marc, der die Kontrolle über seinen und Stevens Körper übernommen hat, ist inzwischen in Kairo angelangt und versucht die Grabstätte und den finsteren Sektenführer ausfindig zu machen. Bei einer Auseinandersetzung mit Kriminellen findet Marc diese nach einem Aussetzer ermordet wieder, doch weder er noch Steven will etwas damit zu tun gehabt haben.

Nachdem auch eine Audienz bei den ägyptischen Gottheiten nicht dazu führt, dass Harrows Machenschaften aufgedeckt werden, erhalten Marc/Steven/Khonshu von der Avatrin Yatzil einen entscheidenden Hinweis für den Aufenthaltsort der Grabstätte: Der Sarkophag eines Medjay soll die Koordinaten enthalten. Glücklicherweise hat Layla, die inzwischen auch in Kairo angekommen ist, da noch einen alten Kontakt, der genau im Besitz dieses Sarkophags ist.

Bei dem reichen Kriminellen Anton Mogart (Gaspard Ulliel) angekommen überschlagen sich die Ereignisse und der Sarkophag wird von Harrow zerstört. Im darauf ausbrechenden Kampf schafft es Marc als Moon Knight Anton und seine Gefolgsleute zu besiegen und mit Layla und den wenigen Hinweisen aus dem zerstörten Sarkophag in die Wüste zu flüchten. Marc lässt sich schließlich davon überzeugen, Steven, einem wahren Experten in Ägyptologie, die Kontrolle über den Körper zu übergeben. Dieser schafft es mit Khonshu, der gemeinsam mit ihm den Nachthimmel in der Zeit zurückdreht, die Hinweise zu entschlüsseln und so die Grabstätte ausfindig zu machen. Doch für diese verbotene Tat zahlt der Gott des Mondes einen hohen Preis und wird von den anderen ägyptischen Gottheiten in Stein versiegelt. Marc/Steven, die bewusstlos in der Wüste zusammengebrochen sind, und Layla sind von jetzt an auf sich alleine gestellt.

Indiana Moon Knight

Mit Von der netten Sorte tritt Moon Knight ordentlich auf das Gaspedal und wandelt sich von einem dunklen Action-Thriller in den Straßen Londons zu einem mystischen und düsteren Abenteuer in Kairo, das im besten Sinne in den Fußstapfen von Indiana Jones wandelt. Sei es das Setting, die Suche nach alten Artefakten, die Auseinandersetzungen mit zwielichtigen Kriminellen: An jeder Ecke erinnert Episode 3 an eine der größten und einflussreichsten Abenteuerfilmreihen aller Zeiten, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren. Trotz der zahlreichen Indy-Einflüsse fühlt sich Moon Knight noch an wie Moon Knight und das bedeutet in erster Linie, dass der düstere Ton und die mystische Atmosphäre weiter bestehen und teilweise sogar noch stärker in den Fokus gerückt wird. Das kommt vor allem in der Anhörung der ägyptischen Gottheiten zu tragen, auch wenn diese rein inhaltlich eine nicht nachvollziehbare Wendung nimmt.

Ein besonderes Highlight neben den Indy-Anleihen ist dabei die Dynamik zwischen Marc, Steven und Konshu. In Episode 1 und 2 mussten die drei mehr als unterschiedlichen Charaktere sich noch an ihre Situation gewöhnen, was zu der ein oder anderen brenzligen Situation und Streiterei geführt hat. In Episode 3 aber scheinen die drei sich, trotz sehr präsent ausgetragener Meinungsverschiedenheiten, langsam mit ihrer Situation anzufreunden und aufeinander zu vertrauen, was zu dem ein oder anderen schönen und lustigen Moment zwischen Marc und Steven führt. Aber besonders die Interaktion der Khonshu, der auch mal seine nette Seite an den Tag legt, und dem nerdigen Steven sind teilweise überraschend rührend und visuell beeindruckend, was die Verbannung des Gottes in Stein nochmal besonders hart macht. Zum Glück bleiben Charaktere in Comics ja nie wirklich lange tot oder verbannt! An dieser Stelle muss nochmal ein besonderes Lob an Oscar Isaac ausgesprochen werden, der Marc und Steven so gut spielt, das man schon anhand der kleinsten Regung merkt, wer gerade am Drücker ist. 

Und was die nächsten Folgen angeht: Da wären ja noch diese Aussetzer, die sich weder Marc noch Steven erklären können und die meistens mehrere brutal ermordete Menschen zurücklassen. Wer sich mit der Comic-Geschichte Moon Knights auskennt weiß, dass da vielleicht noch eine dritte Persönlichkeit schlummert, die weder Marc noch Steven so richtig auf dem Schirm haben. Es bleibt also spannend!

Bewertung: 8.3

Podcast zu Folge 3

In dieser Folge reden wir darüber, wie viele Alters in unserem Protagonisten wohnen, wer die Ägypten-Avengers sind und welche Comics vielleicht die wertvollsten Hinweise für die weitere Geschichte geben.

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Von der netten Sorte“:

 

Folge 4: ‚Das Grab‘

Original Titel: The Tomb

Erscheinungsdatum: 20.04.2022

Darum geht’s

Steven und Layla werden, kurz nachdem sie die Position von Ammits Grab ermittelt haben, von Harrows Gefolgsleuten angegriffen. Sie können entkommen und begeben sich auf den Weg zur Grabstätte. Dort angekommen weigert sich Steven, Marc den Körper zu überlassen, was mitunter auch daran liegt, dass auch er Gefühle für Layla hegt. Entgegen der Drohungen von Marc nähert sich Steven Layla romantisch. Sie begehen die Grabstätte, wo sie von untoten Priestern verfolgt werden, die bereits einige von Harrows Leuten getötet und seziert haben. Layla und Steven trennen sich. Harrow findet Layla und erzählt ihr, Marc hätte etwas mit dem Tod ihres Vaters, Abdallah El-Faouly, zu tun. Derweil findet Steven/Marc das Grab, welches sich als das von Alexander dem Großen herausstellt. Innerhalb der Mumie findet sich der Schabti, worin sich Ammit befindet. Layla kommt in den Raum und konfrontiert wütend Marc. Kurze Zeit später kommen Harrow und seine Leute dazu und erschießen Steven/Marc.

Marc wacht in einer psychatrischen Anstalt auf, worin Layla eine Mitpatientin ist und Harrow sein Therapeut. Zuvor an einen Rollstuhl gefesselt, gelingt Marc die Flucht und findet in einem Sarkophag Steven. Die beiden wollen zu zweit einen Weg nach draußen finden, kommen an einem dritten Sarkophag vorbei und treffen schließlich auf eine Gestalt mit einem Hippokopf, welche wahrscheinlich die Göttin der Schwangerschaft, Taweret, darstellen soll.

Atmosphärische 180 Grad Wende

Das Grab ist wahrscheinlich die turbulenteste Episode bis jetzt. Mit Horrorelementen, viel Spannung und dann einem kompletten, atmosphärischen Wechsel, bleiben viele WTF Momente und Denkstoff. Ist die Psychiatrie real? Ist Marc/Steven tot? Ist Jake Lockely im dritten Sarkrophag? Warum zur Hölle steht da ein freundliches, hippoköpfiges Wesen? Dass sich die letzte Szenerie in Marc/Stevens Kopf abspielt ist zwar sehr wahrscheinlich und doch fragt man sich, wie er diesen fatalen Schuss Harrows noch überleben soll. Spannung bleibt bis über die Folge hinaus.

Zudem ist es schön zu sehen, das Layla ihre wohlverdiente Charakterentwicklung bekommt. Der Fokus liegt sehr oft auf ihr und sie wird immer nahbarer, nachdem sie die Folgen davor eher wie ein Mittel zum Zweck wirkte. Auch die Beziehung zwischen Steven und Layla ist, so unbeholfen Steven auch dabei wirkt, unterhaltsam und gleichzeitig schön anzusehen. Dabei bleibt leider Arthur Harrow als Bösewicht sehr eindimensional. Er dient lediglich dazu, Unruhe in die Beziehung zwischen Layla und Marc zu bringen.

Doch alles in allem ist diese vierte, starke Folge voller Humor, Spannung und Charakterentwicklung, sowie einen unvorhersehbaren Twist am Ende. Wir bleiben gespannt wie es nächste Woche weitergeht!

Bewertung: 8.5

Podcast zu Folge 4

In der Podcastepisode erfahrt ihr, wie groß Daniels und Sophies Liebe für Steven wirklich ist, wie viele Gräber es in der Folge gibt und welche unserer Theorien tatsächlich richtig sind. Und natürlich sprechen wir auch hier über das große Mindfuck-Ende der Episode und versuchen gemeinsam Licht in die Dunkelheit des Grabes zu bringen.

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Das Grab“:

 

Folge 5: ‚Die Psychiatrie‘

Original Titel: Asylum

Erscheinungsdatum: 27.04.2022

Darum geht’s

Die Psychiatrie stellt die Welt von Marc und Steven gewaltig auf den Kopf: Während Marc im einen Moment noch vor dem angeblichen Doktor Harrow sitzt, der mit ihm in einer Therapiestunde den Ursprung seiner psychischen Probleme und vermeintlichen Wahnvorstellungen zu ergründen versucht, sehen Steven und Marc sich im nächsten Moment mit der Gottheit Taweret konfrontiert.

Doch der Plausch mit der netten Göttin wärt nicht lange: Taweret erklärt den beiden, dass sie tatsächlich erschossen wurden und nun ihre Herzen beim ägyptischen Totengericht gegen die Feder der Maat aufgewogen werden müssen: Balanciert sich die Waage aus, sind ihre Herzen rein und Marc und Steven dürfen ins Jenseits übergehen. Sollten die Herzen jedoch schwerer wiegen, werden beide im Duat genannten Totenreich einen endgültigen Tod sterben.

Als eher letzteres einzutreten scheint, empfiehlt Taweret den beiden herauszufinden, was in ihrer Vergangenheit für die fehlende Balance sorgen könnte und damit ins Reine zu kommen, um nicht im Totenreich zu landen. Eine Aufgabe, die sich für Marc und Steven als besonders schwierig und schmerzhaft herausstellen wird.

Eine Reise in die Tiefen der Psyche

Erinnert ihr euch noch daran, als Moon Knight vor knapp einem Monat als mysteriöse Superhelden-Serie gestartet ist? Das waren noch Zeiten, denn davon ist in Die Psychiatrie im besten Sinne nur noch wenig zu spüren. Mit der fünften Folge taucht die Marvel-Serie vor dem Hintergrund des ägyptischen Jenseits tief in die Psyche seiner Protagonisten ein und versucht die Frage zu ergründen, was Traumata in Menschen auslösen können. 

Das Resultat ist eine Folge, die zwar wenig Superhelden-Action, dafür aber zahlreiche emotionale Pay-Offs und Offenbarungen bereithält. Und das war genau die richtige Entscheidung, schafft es Moon Knight doch so zu mehr zu werden als „nur“ der nächsten Serie im Marvel-Kosmos, die man morgen schon wieder vergessen hat. Im Zentrum stehen dabei wie sollte es auch sonst sein Steven und Marc, deren Verhältnis und unterschiedliche Persönlichkeiten hier eine ganz neue Dimension bekommt und für den ein oder anderen Kloß im Hals sorgt. An dieser Stelle kommt man auch nicht drum herum, nochmals das Schauspiel von Oscar Isaac zu loben, der die Gedanken- und Gefühlswelt von Marc und Steven mit unglaublichem Feingefühl und Können umsetzt.

Einziger Wermutstropfen der Folge und inzwischen auch der Serie bleibt Harrow. Ethan Hawke leistet als fanatischer Kult-Anführer bzw. als Marcs Therapeut tolle Arbeit, bleibt aber leider in seiner Charakterzeichnung bis auf das Motiv Rache relativ blass. Hier bleibt abzuwarten, ob sich die sechste und leider schon letzte Episode der Serie noch was einfallen lässt und Harrow so zu einem etwas spannenderem Antagonisten macht. Nichtsdestotrotz bleibt Moon Knight ein unglaublich starkes Serienprojekt, das sich mit Die Psychiatrie von der regulären Marvel-Formel abwendet und dem Publikum so ein emotionales und dramatisches Festmahl auftischt.

Bewertung: 8.6

Podcast zu Folge 5

Wie kann es nach dem Twist-Ende der vorherigen Episode weitergehen? Was ist Traum und was ist Realität und wie sieht die Hintergrundgeschichte von Marc Spector wirklich aus? Die vorletzte Folge hat einige überraschende Asse im Ärmel und hat uns staunend und berührt zurückgelassen.

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Die Psychiatrie“:

 

Folge 6: ‚Götter und Monster‘

Original Titel: Gods and Monsters

Erscheinungsdatum: 04.05.2022

Darum geht’s

Marc ist zwar im „Field of Reeds“ angekommen, kann sich jedoch nicht damit abfinden, Steven zurückgelassen zu haben. Er entschließt sich zurückzugehen und ihn zu retten. Er findet ihn und sie durchschreiten mithilfe von Taweret die Tore von Osiris, um schließlich durch die heilenden Kräfte von Khonshu wieder zum Leben erweckt zu werden.

Taweret schafft es, Kontakt zu Layla aufzubauen. Sie gibt ihr den Auftrag Khonshu zu befreien, sodass Marc/Steven gerettet werden kann. Als das gelingt, scheint Khonshu alleine ersteinmal Ammit unterlegen, doch als er die Kräfte Moon Knights wieder herstellt deutet sich das Blatt an zu wenden. Steven hat zuvor verhandelt, nach dem Kampf nicht mehr der Avatar Khonshus zu sein. Layla erkennt, dass Moon Knight/ Mr. Knight Hilfe braucht und wird Avatar von Taweret. Sie verwandelt sich in Scarlet Scarab und kämpft an der Seite Moon Knights.

Als es jedoch aussieht, als würde Moon Knight von Ammit umgebracht, erfährt er einen Blackout. Als er wieder bei Bewusstsein ist, hat jemand – weder Steven noch Marc – Harrows Leute umgebracht und war kurz davor gleiches mit Harrow zu tun.

Schließlich schließen sie Ammit in Harrows Körper ein, doch als Khonshu fordert, diesen umzubringen, weigern sich Marc/Steven. In der Post-Credit-Szene sehen wir Harrow in einer psychiatrischen Anstalt, wo er von einer fremden Person in eine Limousine gebracht wird. Khonshu befindet sich darin und wir finden die dritte Persönlichkeit Marc/Stevens heraus: Jake Lockley. Jake bleibt nach wie vor Avatar von Khonshu und bringt Harrow mit mehreren Schüssen um.

Schlacht der Götter à la Marvel

Leider gehört auch hier, wie bereits in WandaVision (2020), das Staffelfinale zu den schwächeren Folgen der Staffel. Die Auflösung beinhaltet keine großartig neuen Erkenntnisse und Handlung weicht vor Action. Dabei muss man jedoch sagen, dass eben diese Actionsequenzen wie immer unglaublich gut gemacht sind. Auch das Outfit von der Scarlet Scarab ist wunderschön anzusehen und der stete Switch zwischen Mr. Knight und Moon Knight ist flüssig und es macht viel Spaß anzuschauen. Allgemein ist die Dynamik zwischen Marc und Steven jetzt an einem Punkt, der gut funktioniert. Ob die Romantisierung der Beziehung zweier Alters gut oder schlecht ist, kann als Person die nicht an einer multiplen Persönlichkeitsstörung leidet, an diesem Punkt leider nicht ausreichend beurteilt werden.

Die Post-Credit-Szene zählt dabei zum Highlight der Folge. Wir bekommen endlich einen kurzen Blick auf den mysteriösen dritten Alter, der wohl eine Art brutalen Hitman von Khonshu darstellt. Dazu kommt, das der Schriftzug des Nummernschildes der Limousine wahrscheinlich für „Specter“ steht. Da Marc/ Steven/ Jake in den Comics sehr wohlhabend sind – denn Steven Grant ist eigentlich ein einflussreicher Milliardär – könnte das ein Verweis darauf sein.

An sich die Serie gut abgerundet, es bleiben keine großen Fragen und doch kann man sich auf eine hoffentlich zweite Staffel freuen.

Bewertung: 7.9

Podcast zu Folge 6

Finale! Oder besser gesagt das Staffelfinale von Moon Knight – Um die actiongeladene Folge auszugleichen, sind wir heute besonders entspannt. Lehnt euch zurück, schließt die Augen und findet heraus, warum für Sophie und Daniel diese letzte Folge eher zu den Schwächeren zählt und was die korrekte Übersetzung von „Field of Reeds“ ist.

Auch hier findet ihr die Podcastfolge zu „Götter und Monster“:

 
8.2/10
Stark
Community-Rating:
Episode 1 7.6/10
Episode 2 8.1/10
Episode 3 8.3/10
Episode 4 8.5/10
Episode 5 8.6/10
Episode 6 7.9/10
Details:

Artikel vom 10. Mai 2022

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