Kritik: Inside Job – Teil 1

Conspiracy… but make it fun!
Spoilerfrei!
Lesedauer: 4 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Netflix gewährt mit 'Inside Job' einen Einblick in den verrückten Arbeitsalltag eines Verschwörungstheorie produzierenden Unternehmens. Doch ist die animierte Workplace-Comedy so lustig, wie die Prämisse vermuten lässt? Wenig Zeit? Zum Fazit! Die letzten Jahre haben einige tolle Animationsserien hervorgebracht. Allen voran denken hier viele sicherlich an die von Kritiker:innen und Fans gelobt und geliebte Serie Willkommen in Gravity Falls (2012 - 2016) von Alex Hirsch, oder die für ihren derben Erwachsenen-Humor und überraschend tiefsinnige Handlung bekannte Hit-Show Rick and Morty (2013-) von Justin Roiland und Dan Harmon. Was bekommt man also, wenn man mit Shion Takeuchi, Autorin für unter anderem Gravity Falls, Regular Show und Disenchantment, Alex Hirsch als ausführenden Produzenten, den derben Humor á la Rick and Morty mit einer gewaltigen Portion Referenzen und Work-Place-Comedy in einen Mixer packt? Inside Job! Doch geht der Mix auf? Werbung Darum geht’s Flat-Earth, Reptiloide, falsche Mondlandung? All diese Verschwörungstheorien sind wahr und werden von einem mysteriösen Unternehmen namens Cognito Inc. erdacht und gesteuert! Reagan Ridley (Lizzy Caplan/Marieke Oeffinger), ihres Zeichens ein am Rande des Nervenzusammenbruchs stehendes Tech-Genie, ist heiße Anwärterin auf den CEO-Posten der Firma. Einziges Problem: Ihre mehr oder weniger inkompetenten Kolleg:innen, darunter ganz besonders Firmenneuzugang Brett Hand (Clark Duke/Tobias Müller), wollen Reagan von einer eskalierenden Mission in die nächste stürzen. Adult-Comedy at its best! Im weiten Feld der Animation-Comedy, die oftmals eher schlecht als recht funktioniert, reiht sich Inside Job bei den lobenswerten Genrevertretern ein. Wer auf Comedy steht, die gerne mal gerade noch auf die Gürtellinie abzielt und mit popkulturellen Referenzen etwas anfangen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Aber Achtung: Es gibt viele Referenzen, deren Wink man sich an der ein oder anderen Stelle auch hätte sparen können. Die Idee, Verschwörungstheorien auf die Schippe zu nehmen, ist ein ziemlich cleverer Schachzug. Schließlich liefern diese in ihrer Absurdität allein genug Stoff für verrückte und lustige Geschichten, die von Takeuchi und ihrem Team noch mit den uns allen bekannten Irren und Wirren des Arbeitslebens angereichert werden. Zusätzlich ist Inside Job besonders im Fall von Reagan richtig stark, was Character-Driven-Comedy angeht: Viele lustige Situationen in denen sich das Genie mit Aggressionsproblem wiederfindet, ergeben sich eben aus Reagans Persönlichkeit und Eigenheiten – ein angenehmes Gegengewicht zu der derben Hau-Drauf-Comedy, die hier und da auch mal überfordern kann. In diesen Workplace-Buddies steckt doch mehr! Wo wir gerade von Gegengewichten sprechen: Ähnlich wie bei Rick and Morty schafft es Inside Job ebenfalls, Comedy mit emotionalen Momenten anzureichern, die die Serie zu etwas mehr machen als nur zu einer reinen Comedy-Show für Erwachsene. Das ermöglicht beim Zuschauen nicht nur die ein oder andere Atempause, sondern arbeitet Reagan und ihre Kolleg:innen auch ein wenig mehr aus. Doch neben Reagan, ihrem verrückten Vater Randy (Christian Slater/Erich Räuker), der optisch und charakterlich mehr als eine Parallele zu Rick Sanchez hat, und ihrem Best Work Buddy Brett, wirken einige der anderen Charaktere ein wenig blass. Die Geschichten, die Workplace-Dynamik und Comedy funktionieren natürlich trotzdem noch gut. Aber viel über die Nebencharaktere erfährt man nicht, höchstens durch kleine Lines hier und da. Und das ist Schade, sind sie in ihrer Anlage doch alle wirklich lustig und interessant! Für die nächsten Folgen, die 2022 veröffentlicht werden, kann man nur drauf hoffen, dass das Comedy-Potential, dass in Gigi (Tisha Campbell/Jill Schulz), Dr. Andre (Bobby Lee/Rainer Fritzsche) und Co. steckt, mehr genutzt wird.  Den Look kennen wir doch… Optisch kann man die Parallelen zu Rick and Morty auch nicht von der Hand weisen. Der Look der animierten Workplace-Comedy erinnert schon sehr an den leicht kratzigen, erwachseneren Look, der von Justin Roilands und Dan Harmons Serie geprägt wurde. Hier und da erkennt man sogar die ein oder andere Ähnlichkeit zu Gravity Falls, was bei Takeuchis und Hirschs Arbeitshistorie nicht verwunderlich ist. Der Comedy und dem Unterhaltungswert tut das keinen Abbruch und die Animationen sind auf einem sehr hohen Niveau. Den nächsten großen Wurf, auf den die Serie aber fairerweise sowieso nicht abzielt, sollte man sich hier aber nicht erhoffen. Doch wem der etwas raue Rick and Morty Look gefällt, der wird rein optisch mit Inside Job seinen Spaß haben. Fazit: Die wohl lustigste Verschwörungstheorie überhaupt! Inside Job überzeugt mit einer tollen Prämisse und starkem Humor, der die Absurdität rund um Verschwörungstheorien und des Arbeitslebens super miteinander mixt. Herauskommt eine solide Comedy-Animationsserie für Erwachsene, die zu keiner Sekunde langweilt und trotz kleiner Schönheitsfehler Spaß macht. 
    Kritik: Inside Job – Teil 1
    Handlung
    80%
    Animation
    75%
    Humor
    90%
    Charaktere
    75%
    Mindfuck
    75%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 22.10.2021
    Episoden: 10 in 1+ Staffeln
    FSK: 16
    Genre: , , ,
    Showrunner:
    Besetzung: , , , , , , , , , , , , , , ,
    Bildrechte: Netflix
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Gut
79%

Netflix gewährt mit 'Inside Job' einen Einblick in den verrückten Arbeitsalltag eines Verschwörungstheorie produzierenden Unternehmens. Doch ist die animierte Workplace-Comedy so lustig, wie die Prämisse vermuten lässt?

Die letzten Jahre haben einige tolle Animationsserien hervorgebracht. Allen voran denken hier viele sicherlich an die von Kritiker:innen und Fans gelobt und geliebte Serie Willkommen in Gravity Falls (2012 - 2016) von Alex Hirsch, oder die für ihren derben Erwachsenen-Humor und überraschend tiefsinnige Handlung bekannte Hit-Show Rick and Morty (2013-) von Justin Roiland und Dan Harmon.

Was bekommt man also, wenn man mit Shion Takeuchi, Autorin für unter anderem Gravity Falls, Regular Show und Disenchantment, Alex Hirsch als ausführenden Produzenten, den derben Humor á la Rick and Morty mit einer gewaltigen Portion Referenzen und Work-Place-Comedy in einen Mixer packt? Inside Job! Doch geht der Mix auf?

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Darum geht’s

Flat-Earth, Reptiloide, falsche Mondlandung? All diese Verschwörungstheorien sind wahr und werden von einem mysteriösen Unternehmen namens Cognito Inc. erdacht und gesteuert! Reagan Ridley (Lizzy Caplan/Marieke Oeffinger), ihres Zeichens ein am Rande des Nervenzusammenbruchs stehendes Tech-Genie, ist heiße Anwärterin auf den CEO-Posten der Firma. Einziges Problem: Ihre mehr oder weniger inkompetenten Kolleg:innen, darunter ganz besonders Firmenneuzugang Brett Hand (Clark Duke/Tobias Müller), wollen Reagan von einer eskalierenden Mission in die nächste stürzen.

Adult-Comedy at its best!

Im weiten Feld der Animation-Comedy, die oftmals eher schlecht als recht funktioniert, reiht sich Inside Job bei den lobenswerten Genrevertretern ein. Wer auf Comedy steht, die gerne mal gerade noch auf die Gürtellinie abzielt und mit popkulturellen Referenzen etwas anfangen kann, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Aber Achtung: Es gibt viele Referenzen, deren Wink man sich an der ein oder anderen Stelle auch hätte sparen können.

Myc, JR und Gigi in Inside Job.

In 'Inside Job' wimmelt es nur so von großen und kleinen Referenzen.

Die Idee, Verschwörungstheorien auf die Schippe zu nehmen, ist ein ziemlich cleverer Schachzug. Schließlich liefern diese in ihrer Absurdität allein genug Stoff für verrückte und lustige Geschichten, die von Takeuchi und ihrem Team noch mit den uns allen bekannten Irren und Wirren des Arbeitslebens angereichert werden.

Zusätzlich ist Inside Job besonders im Fall von Reagan richtig stark, was Character-Driven-Comedy angeht: Viele lustige Situationen in denen sich das Genie mit Aggressionsproblem wiederfindet, ergeben sich eben aus Reagans Persönlichkeit und Eigenheiten – ein angenehmes Gegengewicht zu der derben Hau-Drauf-Comedy, die hier und da auch mal überfordern kann.

In diesen Workplace-Buddies steckt doch mehr!

Wo wir gerade von Gegengewichten sprechen: Ähnlich wie bei Rick and Morty schafft es Inside Job ebenfalls, Comedy mit emotionalen Momenten anzureichern, die die Serie zu etwas mehr machen als nur zu einer reinen Comedy-Show für Erwachsene. Das ermöglicht beim Zuschauen nicht nur die ein oder andere Atempause, sondern arbeitet Reagan und ihre Kolleg:innen auch ein wenig mehr aus.

Reagan und Brett in Inside Job.

Bis auf Reagan, Brett und Randy (nicht im Bild) sind leider viele Charaktere etwas blass.

Doch neben Reagan, ihrem verrückten Vater Randy (Christian Slater/Erich Räuker), der optisch und charakterlich mehr als eine Parallele zu Rick Sanchez hat, und ihrem Best Work Buddy Brett, wirken einige der anderen Charaktere ein wenig blass. Die Geschichten, die Workplace-Dynamik und Comedy funktionieren natürlich trotzdem noch gut. Aber viel über die Nebencharaktere erfährt man nicht, höchstens durch kleine Lines hier und da.

Und das ist Schade, sind sie in ihrer Anlage doch alle wirklich lustig und interessant! Für die nächsten Folgen, die 2022 veröffentlicht werden, kann man nur drauf hoffen, dass das Comedy-Potential, dass in Gigi (Tisha Campbell/Jill Schulz), Dr. Andre (Bobby Lee/Rainer Fritzsche) und Co. steckt, mehr genutzt wird. 

Den Look kennen wir doch…

Optisch kann man die Parallelen zu Rick and Morty auch nicht von der Hand weisen. Der Look der animierten Workplace-Comedy erinnert schon sehr an den leicht kratzigen, erwachseneren Look, der von Justin Roilands und Dan Harmons Serie geprägt wurde. Hier und da erkennt man sogar die ein oder andere Ähnlichkeit zu Gravity Falls, was bei Takeuchis und Hirschs Arbeitshistorie nicht verwunderlich ist.

Reagan und Randy in Inside Job.

Randy erinnert in mehr als einem Punkt an einen anderen animierten und verrückten Vater/Wissenschaftler mit Alkoholproblem.

Der Comedy und dem Unterhaltungswert tut das keinen Abbruch und die Animationen sind auf einem sehr hohen Niveau. Den nächsten großen Wurf, auf den die Serie aber fairerweise sowieso nicht abzielt, sollte man sich hier aber nicht erhoffen. Doch wem der etwas raue Rick and Morty Look gefällt, der wird rein optisch mit Inside Job seinen Spaß haben.

Fazit:

Die wohl lustigste Verschwörungstheorie überhaupt!

Inside Job überzeugt mit einer tollen Prämisse und starkem Humor, der die Absurdität rund um Verschwörungstheorien und des Arbeitslebens super miteinander mixt. Herauskommt eine solide Comedy-Animationsserie für Erwachsene, die zu keiner Sekunde langweilt und trotz kleiner Schönheitsfehler Spaß macht. 

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