7.8/10

Kritik: Our Flag Means Death – Staffel 2

DIE REVENGE STICHT WIEDER IN SEE

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Genres: Abenteuer, Komödie, Startdatum: 05.10.2023

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Nach dem überraschenden Erfolg der Comedy Show über die Beziehung zwischen dem Piraten Edward „Ed“ Teach aka Blackbeard und dem Gentlemanpiraten Stede Bonnet hat HBO Max die Show um eine weitere Staffel verlängert. Kann auch die zweiten Staffel mit genau so viel Humor, Herzblut und Emotionen überzeugen?

Darum geht’s

Stede Bonnet (Rhys Darby) hat dem Aristokratenleben ein für alle Mal den Rücken zugekehrt. Er hat seine Frau und Kinder zurückgelassen und weiß endlich was er will: den gefürchteten Piraten Blackbeard (Taika Waititi) zu seinem Partner machen und gemeinsam die Weltmeere besegeln. Blöd nur, dass Blackbeard davon nichts weiß, sondern immer noch in dem Glauben lebt, Stede hätte ihn sitzengelassen und möchte nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Seinen Herzschmerz über diesen Verrat muss der Teil der Crew, der mit Blackbeard auf der “Revenge” bleiben durfte aus nächster Nähe ausbaden. Denn Blackbeard macht es sich zum Ziel seinen Ruf als gefürchtetster Pirat der Karibik aufrechtzuerhalten und lässt seine Crew gnadenlos plündern und morden. Dies macht vor allem seinem ersten Maat Izzy (Con O’Neill) zu schaffen, der bei jeglichem Widerspruch immer mehr Zehen verliert.

Währenddessen versucht Stede mit dem übriggebliebenen Rest seiner Crew in der „Republik der Piraten“ Geld zu verdienen, um wieder an ein Schiff zu kommen und die “Revenge” zu suchen. So landen sie mal wieder in der Bar von Spanish Jackie (Leslie Jones), die die Crew nach einiger Überzeugung bei sich einstellt.

Zurück auf hoher See

Die Crew der “Revenge” sticht wieder in See, wenn auch zunächst in reduzierter Besetzung. Nachdem sich Ed und Stede im Finale der ersten Staffel ihre Gefühle zueinander gestanden hatten, nur um dann doch getrennter Wege zu gehen, haben Fans sehnsüchtig die Fortsetzung der Show erwartet und sich gefragt ob die beiden Piraten wieder zueinander finden werden.

Und genauso absurd und gefühlvoll, wie die erste Staffel aufgehört hat, macht Our Flag Means Death mit der zweiten Staffel weiter. Das merkt man schon in der ersten Szene, als Stede und Ed sich in Stedes Traum in Slow Motion zu Nina Simone am Strand entgegenrennen, in die Arme fallen und alles vergeben und vergessen ist.

Stede (Rhys Darby) schüttet sein Herz in Form einer Flaschenpost aus.

Our Flag Means Death Staffel 2 Kritik Beitragsbild 2

Aber auch in den folgenden Episoden wird schnell klar, dass alle Beteiligten mit genau so viel Herzblut dabei sind, wie schon in Staffel 1. Das fängt beim Kostüm an, das die bunte Absurdität der Show unterstützt und hört bei den Schauspielenden auf, die, auch wenn sie nur im Hintergrund zu sehen sind, immer on Point sind. Die Liebe zum Detail macht die Show zu dem was sie ist.

Charaktere die ans Herz wachsen

Und zu dieser Liebe zum Detail gehören vor allem wieder die Charaktere. Mit all ihren Eigenarten sind diese wieder so absurd und charmant gezeichnet wie in Staffel 1. Zu den alt bekannten Lieblingen sind aber auch neue Charaktere hinzugekommen, die auch zeigen, dass die Showrunner auf die Kritik der fehlenden weibliche Figuren eingegangen sind. So sind in Staffel 2 auch drei weibliche Piratinnen zu sehen, die alle auch auf den jeweiligen historischen Vorbildern basieren: Anne Bonny, Mary Read und Zheng Yi Sao.

Während Staffel 1 den Fokus auf Stede und seinen Weg in die Piraterie gelegt hat, fokussiert sich Staffel 2 auf die Beziehung zwischen ihm und Ed. Ein Charakter der außerdem viel Aufmerksamkeit bekommt ist Fan Favorit Israel „Izzy“ Hands, der in dieser Staffel eine Reise zu sich selbst durchläuft und dadurch nur noch stärker in die Herzen der Fans wächst.

Durch den stärkeren Fokus auf diese drei Charaktere und den Zuwachs zu dem ohnehin schon großen Cast, kommen manch andere Charaktere allerdings etwas zu kurz. So ist beispielsweise Jim (Vico Ortiz), deren Storyline in Staffel 1 eine große Rolle gespielt hat, sehr in den Hintergrund gerückt. Auch andere Favoriten wie der freche Lucius sind zwar in Momenten in denen sie auftauchen noch genauso stark wie in Staffel 1, doch werden diese Momente immer weniger und scheinen teilweise unmotiviert und beiläufig.

Dramaturgie die zum Kentern verurteilt ist?

Diese Problem zeigt sich auch in der generellen Dramaturgie der Staffel. Our Flag Means Death wurde in Staffel 2 um zwei Folgen gekürzt und das hat man vor allem der zweiten Hälfte der Staffel angemerkt. Während die ersten vier Folgen vom Erzähltempo noch angenehm und nachvollziehbar war, hab ich mich in der zweiten Hälfte das ein oder andere Mal dabei erwischt mich zu fragen, wie das alles noch angemessen fertig erzählt werden soll. So gab es auch viele Storylines, vor allem bei den Nebencharakteren, die aufgemacht und dann erst viel später kurz angesprochen werden ohne konsequent durcherzählt zu werden.

Gleichzeitig fehlt ein bisschen der Fokus. In Staffel 1 hatte man mit der britischen Royal Navy einen klaren Antagonismus und mit Stedes Eingewöhnung an die Piraterie eine treibende Kraft, die die Story klar in eine Richtung gelenkt hat. Staffel 2 fokussierte sich zwar zu großen Teilen auf die Beziehung zwischen Ed und Stede, gleichzeitig gab es aber keinen richtigen roten Faden der sich durchzieht. Für eine Staffel mit nur acht Folgen á 30 Minuten, gab es zu viele Antagonismen, die für meinen Geschmack auch nicht konsequent durcherzählt wurden oder erst zu spät im Verlauf der Staffel eingeführt wurden um zu einer wirklich ernstzunehmenden Bedrohung zu werden.

Repräsentation als Selbstverständnis

Nichtsdestotrotz schaffte Our Flag Means Death es auch in Staffel 2 mich köstlich zu unterhalten und gleichzeitig wieder tiefergehende Themen, wie zum Beispiel Traumata und posttraumatische Belastungsstörung, mit Humor zu behandeln.

Außerdem wurde wieder viel Sichtbarkeit für Personengruppen geschaffen, die sonst gerne in den Hintergrund rücken und das wieder auf eine Art, die ganz natürlich in die Geschichte eingewoben wird, ohne mit dem Finger darauf zu zeigen. Ob das nun Jim als nichtbinäre Person war, deren Pronomen unkommentiert und ohne viel Drama durchgezogen wurden, Piraten in Drag, gleichgeschlechtliche oder polyamore Beziehungen oder Menschen mit Amputationen und Prothesen – alle werden mit Respekt behandelt und das tut in einer Welt in der gerade so viel Hass herrscht einfach gut.

Fazit

7.8/10
Gut
Community-Rating:
Humor 9/10
Charaktere 7.5/10
Handlung 6/10
Dialoge 8.5/10
Emotionen 8/10
Details:
Showrunner: David Jenkins,
FSK: noch nicht bekannt Epiosden: 8
Besetzung: Con O'Neill, Kristian Nairn, Rhys Darby, Taika Waititi, Vico Ortiz,

Our Flag Means Death ist auch in der zweiten Staffel noch eine super Show die unterhält und gleichzeitig ans Herz geht. Es ist immer schwierig an einen überraschenden Erfolg bei dem es keine Erwartungen gab anzuknüpfen und den dann umso höheren Erwartungen gerecht zu werden. Bedenkt man dann noch, dass die Staffel mit zwei Folgen weniger ihren Handlungsbogen schlagen musste, wurde meiner Meinung nach das Beste aus der Show herausgeholt.

Es gibt zwar genug Spielraum für eine potentielle dritte Staffel, doch da das Ende überraschend abgerundet war, bleibt es spannend, ob die Show für eine weitere Staffel erneuert wird oder nicht.

Artikel vom 22. November 2023

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