Kritik: Yakuza goes Hausmann – Staffel 1

Der Alltag eines Ex-Gangsters
Spoilerfrei!
Lesedauer: 5 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Kritik "Yakuza goes Hausmann"
  • Ein Yakuza der zum Hausmann wird? Das könnt ihr im neuen Netflix-Anime 'Yakuza goes Hausmann' sehen! Auf der Manga-Vorlage von Kousuke Oono beruhend, liefert der Anime einiges an Witz. Ob es außer Lachern sonst noch was zu sehen gibt, erfahrt ihr in unserer Kritik! Wenig Zeit? Zum Fazit! Darum geht’s: Es war einmal ein legendärer Yakuza (Mitglied der japanischem Mafia), der in der Welt des organisierten Verbrechens von allen gefürchtet wurde. Er wurde nur „Der Unsterbliche“ Drache genannt. Eines Tages verschwand er jedoch spurlos und wurde zum Hausmann. Angeblich hat er sogar in einer einzigen Nacht und unbewaffnet zehn Büros seines Feindes aufgeräumt. Tatsu (Kenjiro Tsuda) hat sich jedoch von der Welt der Gewalt und des Drogenhandels abgewandt, um seine berufstätige Frau Miko (Shizuka Ito) zu unterstützen. Im Alltag gerät er jedoch aufgrund seines auffälligen Aussehens und seiner einschüchternden Art immer wieder in die absurdesten Situationen, sei es beim Einkaufen, beim Yoga oder beim Flecken entfernen. Ein (nicht) ganz normaler Hausmann Bevor man sich den Anime anschaut, sollte man klarstellen, dass es sich hier nicht um einen klassischen Anime handelt. Yakuza goes Hausmann lässt sich eher in die Sparte des Motion Manga oder Motion Comic einordnen. Dadurch gibt es keine übergreifende Handlung und keinen zusammenhängenden Plot. Das tut der Story allerdings keinen Abbruch, da es nicht um actiongeladene Kampfszenen geht, sondern um Tatsus Alltag, der in kurzen Geschichten und Clips auf humoristische Art und Weise dargestellt ist. Die Spannung bleibt daher aus. Auch das Setting bleibt unaufgeregt, warmherzig und gemütlich, sodass der Anime statt Hektik und Aufregung eher Leichtigkeit vermittelt. Harte Schale, weicher Kern Der Mangaka Kousuke Oono hat einen überaus coolen Ex-Yakuza geschaffen, der mit allen Konventionen zu brechen scheint. Das Charakter-Design ist fantastisch ausgearbeitet, gerade die Tattoos und Narben von Tatsu gepaart mit dem bedrohlichen Blick, der einschüchternden Körperhaltung und der typischen Kleidung eines Gangsters runden das Bild des Protagonisten ab. Trotz seiner bedrohlichen Erscheinung ist Tatsu ein sanfter und unterstützender Ehemann, der lieber kocht und putzt, als zu töten und auch keine Absichten hegt, in sein altes Business zurückzukehren. Das ist abwechslungsreich und macht den Ex-Yakuza auf Anhieb sympathisch. Auch die Nebencharaktere sind cool gestaltet und bieten einen ausgezeichneten Kontrast zum eher düsteren Tatsu. Auch die Synchronstimmen sind ideal ausgewählt und passen zur äußeren Erscheinung der Charaktere wie die Faust aufs Auge. Der japanische Synchronsprecher und Schauspieler Kenjiro Tsuda, mittlerweile eine namenhafte Größe in der Animewelt und unter anderem bekannt als Stimme von Hannes aus Attack on Titan oder Nanami Kento aus Jujutsu Kaisen, scheint wie gemacht für die Rolle des Tatsu und hat ihn sogar in der Live-Action-Adaption des Anime gespielt. Ein Gangster, der Coupons sammelt Ob im Fitnessstudio, in der Nachbarschaft oder beim Einkaufen: Tatsu gerät immer in die absurdesten Situationen. Da der Ex-Gangster durch seinen Bekanntheitsgrad und sein Auftreten immer wieder auffällt, hat er es im Alltag nicht leicht. Außerdem gerät er – trotz harmloser Hündchen-Schürze – auch mit so manchem ehemaligen Feind aneinander. Aufgrund seines neues Lebensstils vermeidet er aber Eskalationen und löst Konflikte auf seine eigene Art. Dass Tatsu seine Aufgaben im Haus mit Ernsthaftigkeit und alten Marotten erledigt, sorgt ebenfalls für viele Lacher. Auch die Art, wie Tatsu sich in der Nachbarschaft, im Fitnessstudio und bei gemeinnützigen Organisationen engagiert, schafft viele lustige Momente und urkomische Dialoge. Körperhaltung und Mimik des Protagonisten tragen ebenfalls ihren Teil zur Komik des Animes bei. Werbung Stillstand statt Bewegung Eingeordnet in die Sparte der Motion Comics bietet Yakuza goes Housemann nicht die Vielfalt an ausgefeilten Animationen, die die meisten Genre-Fans so schätzen. Statt rasanten Action- oder Kampfszenen bekommen wir die Standbilder des Mangas auf die Mattscheibe. Diese sind zum Beispiel mit Mundbewegungen minimal animiert und mit den Synchronstimmen versetzt. Hier ist es auf jeden Fall Geschmackssache, ob der Stil gefällt oder nicht. Wer jedoch einen voll ausgestatteten Manga mit detaillierten Animationen erwartet, wird wahrscheinlich von der mangelnden Bewegung der Bilder enttäuscht sein.  Nichtsdestotrotz sind die Zeichnungen des Mangas stilgetreu und charmant, der Protagonist bleibt durch sein charakteristisches Äußeres im Gedächtnis und der Humor, der schließlich im Vordergrund steht bleibt nicht auf der Strecke, sondern wird bekräftigt. Auch ohne Animationen gelingt es durch die Bilder des Mangas, die Emotionen und die Situationskomik gelungen herüberzubringen, ohne dabei ins Lächerliche abzugleiten. Fazit: Fazit: Simpel, aber sehenswert! Wer sich mit den richtigen Erwartungen an Yakuza goes Housemann vor den Bildschirm setzt, wird bei dem unkonventionellen Anime auf jeden Fall Spaß haben. Es ist erfrischend, dass der Protagonist Tatsu trotz seiner neuen Beschäftigung mit der gebührenden Seriosität porträtiert wird, anstatt seinen Charakter unnötig ins Lächerliche zu ziehen, da er sich so engagiert und aufopferungsvoll um Frau, Haushalt und Nachbarschaft kümmert.  Der Stil des Motion Comics ist ganz bestimmt gewöhnungsbedürftig oder problematisch für Zuschauer:innen, die den gängigen Anime-Stil gewöhnt sind. Trotzdem bringen die minimalistischen Animationen der Standbilder den Kern und Humor der Story treffend auf den Punkt und sorgen für jede Menge Lacher. Wer sich auf Yakuza goes Hausmann einlässt, wird schnell merken, dass der Anime auf seine ganz eigene Art und Weise charmant ist und gute Stimmung verbreitet.
    Kritik: Yakuza goes Hausmann – Staffel 1
    Handlung
    65%
    Spannung
    50%
    Charaktere
    80%
    Humor
    90%
    Animationen
    70%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 08.04.2021
    Episoden: 5
    FSK: 12
    Genre: , , ,
    Showrunner:
    Besetzung: ,
    Bildrechte: Netflix
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Ordentlich
71%

Ein Yakuza der zum Hausmann wird? Das könnt ihr im neuen Netflix-Anime 'Yakuza goes Hausmann' sehen! Auf der Manga-Vorlage von Kousuke Oono beruhend, liefert der Anime einiges an Witz. Ob es außer Lachern sonst noch was zu sehen gibt, erfahrt ihr in unserer Kritik!

Darum geht’s:

Es war einmal ein legendärer Yakuza (Mitglied der japanischem Mafia), der in der Welt des organisierten Verbrechens von allen gefürchtet wurde. Er wurde nur „Der Unsterbliche Drache genannt. Eines Tages verschwand er jedoch spurlos und wurde zum Hausmann. Angeblich hat er sogar in einer einzigen Nacht und unbewaffnet zehn Büros seines Feindes aufgeräumt.

Tatsu weiß, wie man eine Bento-Box füllt.

Tatsu (Kenjiro Tsuda) hat sich jedoch von der Welt der Gewalt und des Drogenhandels abgewandt, um seine berufstätige Frau Miko (Shizuka Ito) zu unterstützen. Im Alltag gerät er jedoch aufgrund seines auffälligen Aussehens und seiner einschüchternden Art immer wieder in die absurdesten Situationen, sei es beim Einkaufen, beim Yoga oder beim Flecken entfernen.

Ein (nicht) ganz normaler Hausmann

Bevor man sich den Anime anschaut, sollte man klarstellen, dass es sich hier nicht um einen klassischen Anime handelt. Yakuza goes Hausmann lässt sich eher in die Sparte des Motion Manga oder Motion Comic einordnen. Dadurch gibt es keine übergreifende Handlung und keinen zusammenhängenden Plot. Das tut der Story allerdings keinen Abbruch, da es nicht um actiongeladene Kampfszenen geht, sondern um Tatsus Alltag, der in kurzen Geschichten und Clips auf humoristische Art und Weise dargestellt ist.

Bei den Hausfrauen ist Tatsu beliebt.

Die Spannung bleibt daher aus. Auch das Setting bleibt unaufgeregt, warmherzig und gemütlich, sodass der Anime statt Hektik und Aufregung eher Leichtigkeit vermittelt.

Harte Schale, weicher Kern

Der Mangaka Kousuke Oono hat einen überaus coolen Ex-Yakuza geschaffen, der mit allen Konventionen zu brechen scheint. Das Charakter-Design ist fantastisch ausgearbeitet, gerade die Tattoos und Narben von Tatsu gepaart mit dem bedrohlichen Blick, der einschüchternden Körperhaltung und der typischen Kleidung eines Gangsters runden das Bild des Protagonisten ab. Trotz seiner bedrohlichen Erscheinung ist Tatsu ein sanfter und unterstützender Ehemann, der lieber kocht und putzt, als zu töten und auch keine Absichten hegt, in sein altes Business zurückzukehren. Das ist abwechslungsreich und macht den Ex-Yakuza auf Anhieb sympathisch. Auch die Nebencharaktere sind cool gestaltet und bieten einen ausgezeichneten Kontrast zum eher düsteren Tatsu.

Tatsu ist nicht (mehr) so gefährlich, wie er aussieht.

Auch die Synchronstimmen sind ideal ausgewählt und passen zur äußeren Erscheinung der Charaktere wie die Faust aufs Auge. Der japanische Synchronsprecher und Schauspieler Kenjiro Tsuda, mittlerweile eine namenhafte Größe in der Animewelt und unter anderem bekannt als Stimme von Hannes aus Attack on Titan oder Nanami Kento aus Jujutsu Kaisen, scheint wie gemacht für die Rolle des Tatsu und hat ihn sogar in der Live-Action-Adaption des Anime gespielt.

Ein Gangster, der Coupons sammelt

Ob im Fitnessstudio, in der Nachbarschaft oder beim Einkaufen: Tatsu gerät immer in die absurdesten Situationen. Da der Ex-Gangster durch seinen Bekanntheitsgrad und sein Auftreten immer wieder auffällt, hat er es im Alltag nicht leicht. Außerdem gerät er – trotz harmloser Hündchen-Schürze – auch mit so manchem ehemaligen Feind aneinander. Aufgrund seines neues Lebensstils vermeidet er aber Eskalationen und löst Konflikte auf seine eigene Art.

Um seine Frau Miko kümmert Tatsu sich gut.

Dass Tatsu seine Aufgaben im Haus mit Ernsthaftigkeit und alten Marotten erledigt, sorgt ebenfalls für viele Lacher. Auch die Art, wie Tatsu sich in der Nachbarschaft, im Fitnessstudio und bei gemeinnützigen Organisationen engagiert, schafft viele lustige Momente und urkomische Dialoge. Körperhaltung und Mimik des Protagonisten tragen ebenfalls ihren Teil zur Komik des Animes bei.

Werbung



Stillstand statt Bewegung

Eingeordnet in die Sparte der Motion Comics bietet Yakuza goes Housemann nicht die Vielfalt an ausgefeilten Animationen, die die meisten Genre-Fans so schätzen. Statt rasanten Action- oder Kampfszenen bekommen wir die Standbilder des Mangas auf die Mattscheibe. Diese sind zum Beispiel mit Mundbewegungen minimal animiert und mit den Synchronstimmen versetzt. Hier ist es auf jeden Fall Geschmackssache, ob der Stil gefällt oder nicht. Wer jedoch einen voll ausgestatteten Manga mit detaillierten Animationen erwartet, wird wahrscheinlich von der mangelnden Bewegung der Bilder enttäuscht sein. 

So mancher Gangster erkennt den alten Boss.

Nichtsdestotrotz sind die Zeichnungen des Mangas stilgetreu und charmant, der Protagonist bleibt durch sein charakteristisches Äußeres im Gedächtnis und der Humor, der schließlich im Vordergrund steht bleibt nicht auf der Strecke, sondern wird bekräftigt. Auch ohne Animationen gelingt es durch die Bilder des Mangas, die Emotionen und die Situationskomik gelungen herüberzubringen, ohne dabei ins Lächerliche abzugleiten.

Fazit:

Fazit: Simpel, aber sehenswert!

Wer sich mit den richtigen Erwartungen an Yakuza goes Housemann vor den Bildschirm setzt, wird bei dem unkonventionellen Anime auf jeden Fall Spaß haben. Es ist erfrischend, dass der Protagonist Tatsu trotz seiner neuen Beschäftigung mit der gebührenden Seriosität porträtiert wird, anstatt seinen Charakter unnötig ins Lächerliche zu ziehen, da er sich so engagiert und aufopferungsvoll um Frau, Haushalt und Nachbarschaft kümmert. 

Der Stil des Motion Comics ist ganz bestimmt gewöhnungsbedürftig oder problematisch für Zuschauer:innen, die den gängigen Anime-Stil gewöhnt sind. Trotzdem bringen die minimalistischen Animationen der Standbilder den Kern und Humor der Story treffend auf den Punkt und sorgen für jede Menge Lacher. Wer sich auf Yakuza goes Hausmann einlässt, wird schnell merken, dass der Anime auf seine ganz eigene Art und Weise charmant ist und gute Stimmung verbreitet.

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