7.3/10

Kritik: The House

EIN GANZ BESONDERES HAUS

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Genres: Animation, Drama, Horror, Komödie, Startdatum: 14.01.2022

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Abseits von Pixar, Illumination und Co. veröffentlicht Netflix mit ‚The House‘ eine ganz besondere Stop-Motion-Animationsperle. Doch kann der Film neben tollen Animationen auch mit einer starken Handlung überzeugen?

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#ComingOfAge #Dramedy #BesterHobbyKoch

Darum geht’s

Ein großes, schönes Haus ist wohl der Traum von vielen Menschen. Und wenn einem dann völlig kostenfrei so ein großes, schönes Haus vor die Füße gesetzt wird, sagt man natürlich nicht nein. Doch dass so ein tolles Haus auch seinen Preis hat, den man im ersten Moment vielleicht noch gar nicht erahnen kann, müssen eine Menschen-Familie, ein ehrgeiziger Mäuse-Bauarbeiter und eine fleißige Katzen-Vermieterin am eigenen Leib erfahren.

Drei Geschichten, drei Genres

The House erzählt in drei Kurzgeschichten von den Schicksalen verschiedener Charaktere, die im Laufe ihres Lebens in unterschiedlichen Epochen in den Besitz eines mysteriösen Hauses geraten. Allen voran sei gesagt: Lasst euch nicht von Netflix’ Genreeinschätzung „Komödie“ täuschen. The House ist unkonventionell, satirisch und stellenweise gruselig, eine reine Komödie, bei der ihr vor Lachen vom Sofa fallt, aber ganz sicher nicht.

Die Geschichten reichen von mysteriösem Horror bis hin zu grotesken Dramen und schlagen zum Ende der etwas mehr als 90-Minuten einen schon fast positiven Ton an. Aber tatsächlich funktioniert The House am besten, wenn es sich komplett seinen grotesken und gruseligen Tendenzen hingibt. In Kombination mit der Stop-Motion-Animation, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen, ergibt sich dann ein spannendes und unkonventionelles Gesamtkunstwerk, das einem so nicht allzu häufig begegnet.

Demnach ist Geschichte I „And heard within, a lie is spun“ auch die stärkste der Sammlung. Hier greifen die unangenehme, gruselige Atmosphäre, die starken, detailreichen Animationen und die zugegeben etwas vorhersehbare Story rund um eine vierköpfige Familie, die in das nur auf den ersten Blick wunderbare neue Heim geladen wird, perfekt ineinander.

Geschichte II „The lost is truth that can’t be won“ ist zwar dank all ihrer Tragik und Groteske rund um den verzweifelten Mäuse-Bauarbeiter spannend und hat wohl die tollste und zugleich merkwürdigste Sequenz des gesamten Filmes, aber hier schleichen sich schon erste Längen ein.

Diese finden dann leider in Geschichte III „Listen again and seek the sun“ ihren Höhepunkt. Auch wenn die Geschichte um die fleißige Katzen-Vermieterin unterhält und eher lustige, leichtherzigere Töne anschlägt, ist sie ohne Zweifel die Konventionellste und Schwächste, was die Story angeht.

Keine der Geschichten, aus denen The House besteht, ist eine Enttäuschung, allen kann man etwas abgewinnen. Im direkten Vergleich, in den man sie als Bestandteile eines Filmes stellt, können Geschichte II und III allerdings nicht mit Geschichte I mithalten.

Herrlich schaurige Horror-Puppen

Natürlich müssen wir auch noch ein paar Worte über die Animationen verlieren, diese sind nämlich fantastisch. Stop-Motion-Animationen so atmosphärisch und lebendig umzusetzen, wie es bei The House getan wurde, ist ein derart schwieriges Unterfangen, dass man vor Nexus Studios Animationdepartment rund um die Animationsregie von Chris Tichborne und Tobias Fouracre nur den Hut ziehen kann. Selten haben Filzpuppen so detailreich ausgesehen und sich so echt angefühlt wie hier.

An dieser Stelle merkt man auch: Horror beziehungsweise groteske Geschichten funktionieren in Stop-Motion-Animationsform extrem gut. Stop-Motion dürfte den meisten aus leichtherzigen Kinderfilmen wie Wallace & Gromit oder Shaun das Schaf bekannt sein. Aber die uralte Animationstechnik funktioniert eben nicht nur für Kinder!

Wenn man kleine, liebevoll gestaltete Puppen, die an sich ja schon etwas gruseliges an sich haben, in ein Horror-Setting setzt und das Ganze auch noch mit einem herrlich schaurigen Score wie den von Gustavo Santaolalla untermalt, merkt man schnell: Das ist ein Match, der wegen der eigentlichen Gegensätzlichkeit (Puppen = kindlich, gut und Horror = erwachsen, böse) richtig gut aufgeht.

Platz für Nische

Mit The House zeigt sich wieder, warum Netflix und Co. trotz aller berechtigter Kritik (Stichwörter Fließbandproduktion und Kinosterben) auch einige echt gute Seiten haben. Ein Film wie The House hätte es aufgrund der spitzen Zielgruppe und Thematik wohl schwer gehabt, ins Fernsehen oder ins Kino zu kommen. Streamer bieten Platz für Nische und machen solche Werke einem breiten Publikum zugänglich.

Fazit

7.3/10
Ordentlich
Community-Rating: (2 Votes)
Handlung 6.5/10
Horror 6.5/10
Spannung 6/10
Animation 9/10
Visuelle Umsetzung 8.5/10

Starke Animationen mit inhaltlichen Schwächen

The House ist aus reiner Animationsperspektive eine echte Perle, selten hat Stop-Motion so gut ausgesehen und gewirkt wie hier. Schlussendlich täuscht die optische Stärke aber nicht über die inhaltlichen Schwächen hinweg. Unterm Strich bleibt The House deshalb zwar gut, aber eben auch nicht mehr.

Artikel vom 21. Januar 2022

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