Kritik: Titans – Staffel 1

Immer noch Teens, oder doch schon Titans?
Spoilerfrei!
Lesedauer: 5 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Robin (Brenton Thwaites) mit zwei weiteren maskierten Helden im Hintergrund
  • Die 'Titans' sind wieder da - so düster wie nie zuvor. Die Truppe der Nachwuchs-Superhelden wird erstmals als Live-Action-Serie verfilmt und soll den Start für den Streaming-Dienst "DC Universe" einleiten. Ist diese dunkle Interpretation der 'Teen Titans' ein Schritt in die richtige Richtung, oder sollten sie lieber zu ihrer bunten Vorlage zurückkehren? Mehr dazu in der Kritik. Wenig Zeit? Zum Fazit! Nachwuchstitanen Richard "Dick" Grayson (Brenton Thwaites), der für die Polizei in Detroit arbeitet, hat ein Geheimnis: Er ist Robin, der "Boy Wonder", der einst von Batman unter dessen Fittiche genommen wurde. Doch diese Zeit ist längst vorbei. Dick hat…
    tba
    1
    Handlung
    75%
    Spannung
    70%
    Charaktere
    90%
    Action
    75%
    Visuelle Umsetzung
    85%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 11.01.2019
    Episoden: 11 in 1+ Staffel
    FSK: 16
    Genre: , , , , ,
    Showrunner: , ,
    Besetzung: , , , , , , ,
    Bildrechte: © Netflix
  • YouTube

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Gesamtbewertung:

Gut
79%

Die 'Titans' sind wieder da - so düster wie nie zuvor. Die Truppe der Nachwuchs-Superhelden wird erstmals als Live-Action-Serie verfilmt und soll den Start für den Streaming-Dienst "DC Universe" einleiten. Ist diese dunkle Interpretation der 'Teen Titans' ein Schritt in die richtige Richtung, oder sollten sie lieber zu ihrer bunten Vorlage zurückkehren? Mehr dazu in der Kritik.

Nachwuchstitanen

Richard "Dick" Grayson (Brenton Thwaites), der für die Polizei in Detroit arbeitet, hat ein Geheimnis: Er ist Robin, der "Boy Wonder", der einst von Batman unter dessen Fittiche genommen wurde. Doch diese Zeit ist längst vorbei. Dick hat sich von Batman und dessen Methoden getrennt und jagt nun als Robin selbstständig Schurken auf brutalste Weise. Festgefahren auf seine Wut steckt er in einem blutigen Trott fest.

Dies ändert sich jedoch, als ein mysteriöses Mädchen namens Rachel Roth, aka Raven (Teagan Croft), verängstigt im Polizeipräsidium auftaucht. Sie entwickelt dämonische Kräfte und ein Kult hat bei der Jagd nach Raven ihre Mutter getötet. Da niemandem mehr zu trauen ist, nimmt Robin die Beschützerrolle für Rachel ein, während ihre Kräfte immer besorgniserregender werden. Doch das war erst der Anfang des Makabren, denn eine Frau namens Kory Anders aka Starfire (Anna Diop) mit pyromanischen Fähigkeiten hofft durch Rachel ihre verlorenen Erinnerungen wieder zu erlangen. Und dann ist da noch der Junge Gar aka Beast Boy (Ryan Potter), der sich in einen grünen Tiger verwandeln kann...

Ab da wird es nur absurder...

 

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“I was becoming too much like him.” #DCUTITANS premieres October 12th on #DCUniverse!

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Teen Titans No!

Die Geschichte um die Teen Titans ist fast so absurd wie die Comic-Buch-Reihe selbst. Angefangen in den 60er Jahren handelte es sich um ein Team aus Sidekicks bekannter Superhelden. Jahrzehnte später gewann die Reihe an originalen Charakteren, immer komplexeren Handlungssträngen und einer großen Anzahl absurder Settings aus allem, was DC zu bieten hatte. Eine große Popularität erlangte Teen Titans 2003 durch eine Anime inspirierte Animations-Serie, die das Franchise grundlegend prägte. Als im nächsten Jahrzehnt ein scheinbares Reboot namens Teen Titans Go! angekündigt wurde, war die Vorfreude groß – bis sich herausstellte, dass es sich um eine alberne Kinderserie handelte, die abgesehen von den Charakteren nichts mit dem Franchise zu tun hatte.

Als dann plötzlich für den neuen DC-Streamingdienst der Titans-Trailer herauskam und in das andere Extrem – das „Fuck Batman!“-Extrem – abdriftete, waren die Reaktionen alles andere als erfreulich: Zu düster, kitschige Effekte, Starfire sehe aus wie eine Prostituierte… die Beschwerden waren vielfältig.

Doch hier gilt es aufzupassen, denn Titans ist mehr, als es der irreführender Trailer vermuten lässt.

 

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“When I feel the darkness come out, it feels... good.” #DCUTITANS premieres October 12th on #DCUniverse! Join today! (Link in bio)

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Kein Platz für Cyborg

Bei der Beförderung in die Justice League und dem Auftritt im gleichnamigen Film konnte man schon damit rechnen, dass Cyborg bei den Titans nicht dabei ist. Doch er hätte ohnehin in die Fülle an Hauptcharakteren nicht reingepasst. Denn auch ohne seine Anwesenheit bekommen nicht alle Titans dieselbe Aufmerksamkeit. Starfire und Beast Boy werden erst später richtig eingeführt und fühlen sich gelegentlich an wie Nebencharaktere, trotz sehr hohem Potenzials. Der Fokus liegt klar auf Robin und Raven, und sie schaffen es nicht immer, die Aufmerksamkeit zu rechtfertigen.

 

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“There’s a power inside of me. Something I don’t understand...” #DCUTITANS premieres October 12th on #DCUniverse!

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Zwei verrückte Vögel

Zwei Handlungsstränge werden parallel verfolgt. Die Haupthandlung folgt Raven und ihrer Flucht vor einem mächtigen Kult. Anfangs noch wirken diese obskuren Elemente überzeugend, doch mit der Zeit zieht sich dieser Konflikt in die Länge. Hinzu kommt, dass Raven über lange Zeit eine sehr passive Rolle einnimmt, was den Handlungsstrang noch schleppender macht.

Der andere Handlungsstrang folgt Robin und dem Umgang mit seiner düsteren Vergangenheit. Die Ereignisse um Robin sind eine interessante Geschichte - wäre sie nicht so losgelöst von der übergreifenden Story. An bestimmten Stellen kommt die Haupthandlung zu einem Stopp, Robin trennt sich von der Truppe und zieht sein eigenes Ding durch. Das wirkt oft befremdlich und "unrund". Zwar werden beide Handlungsstränge am Ende miteinander verbunden, dennoch wirken die Verbindungen noch zu lose. Zum Glück hat man sich nicht zu doppelt so vielen Episoden für die erste Staffel entschieden.

 

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Sidekicks oder Side-Charaktere?

Ironischerweise sind die Charaktere am stärksten, die nicht Teil des Titans-Teams sind. Eine umfassende Variation an bunten Charakteren läuft den jungen Titanen über den Weg, ob nun freundlich, oder feindlich gesinnt. Seien es beispielsweise das kämpferische Pärchen Hawk (Alan Ritchson) und Dawn (Minka Kelly) oder Batmans neuer Robin, der heißblütige Jason Todd (Curran Walters). Ich hätte gerne mehr von diesen Charakteren gesehen - solange sie der Story dienen und nicht dem Selbstzweck verkommen.

Ein besonderes Lob gilt hier vor allem der Doom Patrol. Die Truppe schräger Außenseiter, bestehend aus einem menschlichen Roboter, einem bandagierten Mann, einer schmelzenden Frau und einem dubiosen Wissenschaftler als Anführer, ist so absurd, dass sie wieder genial ist. Zwar kommen sie nur in einer Episode vor, doch gehört diese zu den prägendsten Episoden der Staffel.

Kein Wunder, dass Doom Patrol eine Spin-Off Serie bekommt.

 

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“Tigers have always been my favorite!!” #DCUTITANS premieres October 12th on #DCUniverse! Join today! (Link in bio)

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Realismus, aber doch nicht

Bereits der Trailer implizierte deutlich, dass Titans in die Fußstapfen des vergangenen DCEU-Trends treten würde: düster und grau. Glücklicherweise zeigt sich die Serie hierbei um einiges aufgeschlossener und innovativer. Zwar ist Titans düsterer und brutaler als man es gewohnt ist, doch genauso gut kann die Serie ins surreale, okkulte, psychedelische, außerirdische und sogar klassisch-heroische springen, ohne dass es widersprüchlich oder albern wirkt. Die Serie setzt auf einen extremen Genre-Mix, der sonst nur in einem Comic-Buch funktionieren würde. Selbst der skeptischste Zuschauer wird eines besseren belehrt, sobald er in die Absurditäten der Doom Patrol eingeführt wird.

Es ist erfreulich, dass sich Comic-Adaptionen immer mehr trauen, die absurderen Elemente von den Comic-Büchern direkt zu übernehmen, statt sich mit pseudowissenschaftlichen Erklärungen zu rechtfertigen.

Fazit:

'Titansist endlich erwachsen geworden

Titans war ein Risiko ohnegleichen. Doch entgegen aller Erwartungen schafft es die Serie, die jungen Titanen neu wieder zu beleben. Trotz des düsteren und realistischeren Flairs, scheut sich die Serie nicht vor den absurderen Elementen. Die Serie lebt vor allem von einem stets variierenden Genre-Mix und exzentrischen Charakteren, die trotz allem in einem authentischen Setting agieren. Die Handlung mag zwar nicht immer wissen, welche Geschichte sie genau erzählen und auf welche Charaktere sie sich fokussieren will, dennoch bietet Titans eine mehr als gelungene Interpretation des Franchises. Die Titans haben noch eine epische Geschichte zu erzählen, bevor sie zu vollwertigen Helden werden.

Da bleibt nur zu sagen: TITANS GO!

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