Top 10: Die besten Filme mit Brad Pitt

Mehr als Hollywoods Sonnyboy
Spoilerfrei!
Lesedauer: 8 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte

Gut, Böse, Halb-Halb – Brad Pitt hat sie alle gespielt. Auch mit 58 Jahren zeigt der Mann mit dem unverwüstlichen Schmunzeln keine Alterserscheinungen, sondern läuft nach wie vor auf Hochtouren. Wir halten kurz inne und präsentieren euch unsere Top 10 der besten Filme mit Brad Pitt.

Zur Person

Am 18.12.1963 in Shawnee, Oklahoma geboren, zog es den jungen Brad in den 1980er Jahren nach Los Angeles, ein Ort an dem schon mancher Traum vom Rampenlicht zerbrochen ist. Pitt machte den Sprung ins kalte Wasser und hielt sich zunächst mit Werbespots an der Oberfläche. 1987 ergatterte er eine Rolle in der legendären Fernsehserie Dallas. Zwar war diese damals bereits mit Quoten im Sinkflug, doch der erste Eindruck vor landesweitem Publikum war gemacht. Weitere Fernsehauftritte folgten – wie für Jungstars der 1980er üblich, führte auch für Pitt kein Weg um ein Slasher B-Movie herum. Mit Thelma & Louise (1991) trat er dann für Ridley Scott vor die Kamera und teilte die Leinwand mit Geena Davis. Der Film sollte ein weiter Baustein in der Karriere werden und ein wichtiges Jahrzehnt einläuten.

Die Liste seiner Dreh-Kolleg:innen ist lang und vermutlich gibt es nur wenige Topstars der 1990er, die nicht auf einer Filmpremiere mit Pitt auf dem roten Teppich posierten. Von Dramen über Sci-Fi bis zu Thrillern gab es kein Genre, welches Pitt in den 1990ern nicht beackert hat, er hatte weder Berührungsängste mit Altstars noch Sorgen um Flops, die manchen Newcomer schnell den Hals kosten können. 2001, schon längst im Olymp angekommen, wagte er sogar einen kurzen Ausflug zurück ins Fernsehen, quasi um der alten Zeiten willen: In Friends besuchte er zu Thanksgiving seine damalige Ehefrau Jennifer Aniston. Zum Millenium gab es wohl kaum jemanden, dem das Lausebengel-Gesicht Pitts nicht geläufig war und in Deutschland berichteten die Nachmittags-Magazine des Privatfernsehens fleißig über das Power Couple Bennifer.

Die Erfolgssträhne riss nicht ab und Pitt lieferte ikonische Auftritte und Filmhits am Fließband. Ein besonderer Ausreißer auf dem deutschen Markt war Troja (2004), in dem Pitts markante Synchronstimme gewechselt wurde. Trotz unvergesslichen Einsatzes („HEKTOR!!!“) war es doch beruhigend, als danach wieder Synchronsprecher Tobias Meister ans Mikro trat – bis heute.

Die Boulevardpresse ernährte sich sein Leben lang von Pitts Privatleben, doch größere Skandale blieben aus. Auf seinem Kaminsims tummeln sich unter anderem zwei Oscars und zwei Golden Globes, nicht nur für seine Arbeit vor der Kamera wurde Pitt geehrt, als Produzent realisierte er viele Filmhits und Herzensprojekte.

Brad Pitt ist ein Ausnahmeschauspieler und Teamplayer, der selten die einsame Hauptrolle spielt. Was ich damit meine?

Nenne mir einen Film, auf dessen Plakat Pitt alleine zu sehen ist. Na? Schwierig?

Während das für einige One-Man-Shows wie Tom Cruise, Tom Hanks oder Liam Neeson kein Problem ist, gibt es wenige Filme, in denen Brad Pitt eine Soloperformance abliefert. Er ist der Co-Star, der seinen Kolleg:innen den Rücken freihält, ihnen die Vorlagen gibt und sie strahlen lässt. Ein Kollege auf dessen tadellose Arbeit man sich beruhigt verlassen kann, egal ob als Regisseur:in, Spielpartner:in oder Zuschauer:in.

Platz 10: Babel (2006)

Regie: Alejandro González Iñárritu

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Rolle: Richard

Teaser: In drei Episoden erzählt der Film von absurder Tragik, Zufällen mit dramatischen Folgen und der Ohnmacht des Menschen gegenüber den Vorgängen des Schicksals. Die Wege der Welt sind geheimnisvoll und über tausende Kilometer hinweg scheint ein Band zwischen den Figuren zu bestehen.

Pitt-Fact: Der 2006er Arthouse-Hit ist einer der (zahlreichen) Wendepunkte in Pitts Karriere. Das anspruchsvolle Drama zeigt den sonstigen Sonnyboy mit Mut zum unrasierten Look eines Jedermanns in der Ehekrise.


Platz 9: Aus der Mitte entspringt ein Fluß (1992)

Originaltitel: A River Runs Through It

Regie: Robert Redford

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Rolle: Paul Maclean

Teaser: Die Pfarrerssöhne Norman (Craig Sheffer) und Paul wachsen behütet im idyllischen Montana auf und verbringen ihre Zeit mit dem Fliegenfischen und Naturphilosophie. Doch als junge Männer entfremden sie sich zunehmend voneinander – das spirituelle Band der beiden zerfasert von Jahr zu Jahr mehr.

Pitt-Fact: In Pitts Frühwerk gibt es viele erinnerungswürdige Auftritte (z.B. als grungiger Stoner in True Romance oder schlitzohriger Verführer in Thelma & Louise) aber dieser zeigt sein schauspielerisches Potential, welches in den kommenden Jahren etwas unter der Lawine des Posterboy-Hypes verschüttet wurde.


Platz 8: Snatch – Schweine und Diamanten (2000)

Originaltitel: Snatch

Regie: Guy Ritchie

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Rolle: Mickey O'Neil

Teaser: Ein Diamantencoup, abgekartete Untergrund-Boxkämpfe, die Russenmafia und vieles mehr – alle kreuz und quer durcheinander und gleichzeitig. Zusammengehalten von einem strammen Skript, entführt uns Snatch auf die Straßen Englands, in denen es schneller Stress gibt, als du „Oi, Mate!“ sagen kannst.

Pitt-Fact:Wie kam der Brad Pitt an die Rolle des irischen Boxers Mickey? Ganz einfach: Pitt konnte keinen Londoner Akzent imitieren. Regisseur Guy Ritchie besetzte ihn als Mickey und ließ ihn derart nuscheln, dass sein Tinker-Kauderwelsch so unverständlich war, dass es schon wieder glaubwürdig ist. Also dran denken, wenn Mickey die Bühne betritt: Untertitel an.


Platz 7: Once Upon a Time in Hollywood (2019)

Regie: Quentin Tarantino

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Rolle: Cliff Booth

Teaser: In den magischen Aufbrauchsjahren von New Hollywood tingelt der sinkende Star Rick Dalton (Leonardo DiCaprio) durch Los Angeles, stets begleitet von seinem Stuntdouble Cliff Booth. Die beiden kämpfen um Daltons Chance, sich im Film-Biz über Wasser zu halten, während sie Filmlegenden und der Manson-Family über den Weg laufen. (Hier gehts zu unserer Kritik...)

Pitt-Fact: Stolze 55 Jahre Lebenserfahrung brachte Pitt mit, als er das zweite mal von Quentin Tarantino vor die Kamera gebeten wurde. Durchtrainiert wie ein 20-Jähriger, als sei er frisch aus einer Zeitmaschine geklettert, absolvierte der Megastar eine Prügelei mit niemand geringerem als Bruce Lee und bewies, dass auch Mann und Hund ein Traumpaar sein können.

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Platz 6: Interview mit einem Vampir (1994)

Originaltitel: Interview with the Vampire

Regie: Neil Jordan

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Rolle: Louis de Pointe du Lac

Teaser: Der Vampir Louis erzählt dem gebannten Journalisten Daniel seine Lebensgeschichte: Wie er sich als verzweifelter Jungwitwer vom Vampir Lestat (Tom Cruise) zum unsterblichen Blutsauger machen ließ und seit 200 Jahren melancholisch auf der Erde wandelt, getrieben von dem Begehren nach Blut, der quälenden Freundschaft zu Lestat, den aufkeimenden Gefühlen der Liebe und dem unerfüllbaren Wunsch, noch einmal die Sonne aufgehen zu sehen.

Pitt-Fact: Das Make-Up, die Frisur und die Kontaktlinsen lassen Louis rückblickend als eine der seltsamsten Rollen in Pitts Karriere erscheinen. Doch wirkt sie auch symbolisch für den Jungstar: Ein junger Beau, der einen Pakt für die Unsterblichkeit besiegelt. Wie passend für den Star, der mit diesem Film endgültig den Karriere-Turbo zündete. Der Film ist etwas kitschig und doch ungemein berührend, im Spiel mit seinem Filmmentor Tom Cruise wirkt es, als gäbe ein Superstar den Staffelstab an die nächste Generation weiter.


Platz 5: Der seltsame Fall des Benjamin Button (2008)

Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button

Regie: David Fincher

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Rolle: Benjamin Button

Teaser: Im Jahr 1918 wird der junge Benjamin geboren – im Körper eines alten Mannes. Mit jedem Jahr reift der Knabe, sein Körper wird jedoch immer jünger, bis er schließlich als alter Mann im Körper eines Neugeborenen stirbt. Dass dieses ungewöhnliche Leben viele Komplikationen mit sich bringt ist selbstverständlich, doch es verändert auch unsere Perspektive auf das Altern, die Liebe und das Leben.

Pitt-Fact: Ein oscarprämiertes Makeup reicht noch nicht, um uns glaubhaft zu machen, dass hier ein Mensch mit jedem verstreichenden Tag jünger wird. Erst durch Pitts geniales Spiel wird die Transformation überzeugend. Vom gebrochenen Gang eines alten Mannes bis zum federleichten Tänzeln eines Jungen, jede Bewegung überzeugt.


Platz 4: 12 Monkeys (1995)

Originaltitel: Twelve Monkeys

Regie: Terry Gilliam

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Rolle: Jeffrey Goines

Teaser: Häftling James Cole (Bruce Willis) wird im Jahr 2035 in der Zeit zurückgeschickt, um den Ausbruch des Virus zu verhindern, welcher die Menschheit an den Rand der Auslöschung gebracht hat. Zurück in den frühen 1990ern versucht er, den Ursprung des Virus zu finden und die Ausbreitung zu verhindern. Der chaotische psychiatrische Patient und Öko-Aktivist Jeffrey hilft ihm zunächst, dann aber tritt die „Armee der 12 Monkeys“ auf den Plan und Cole kommt der Lösung des Rätsels näher, als ihm lieb ist.

Pitt-Fact: Heath Ledgers Darstellung des Joker in allen Ehren, aber so ganz neu war das nicht: dieser nervös umherwandernde Blick, gemischt mit wilder Gestik und orchestriert von Dialogen, die halb fließend, halb stotternd daherkamen, als würden Gedanken und gesprochenes Wort im Konflikt liegen. Brad Pitt brillierte schon in 12 Monkeys mit dieser Art von psychisch angeknackstem Schauspiel, welches den Zuschauer fesselt. Sein liebevoll gespielter Jeffrey Goines ist total neben der Spur – aber meine Güte, ist es faszinierend ihn zu beobachten.


Platz 3: Inglorious Basterds (2009)

Regie: Quentin Tarantino

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Rolle: Lieutenant Aldo Raine

Teaser: Lieutenant Aldo Raine und seine „Basterds“ sind im besetzen Frankreich auf Nazi-Jagd. Die Partisanen spüren abseits der Kriegsschauplätze deutschen Soldaten auf und richten sie im kurzen Prozess hin. Da kommt es ihnen wie gerufen, dass sich bei der Premiere eines Propaganda-Streifens hochrangige Repräsentanten des NS-Staates in einem Kino tummeln werden. Raine und seine Kameraden machen sich auf, ihr blutiges Meisterwerk zu inszenieren.

Pitt-Fact: Kaum wiederzuerkennen und doch unverwechselbar Pitt: Lt. Aldo Raine ist ein harter Hund mit einem Kinn, das niemals vor Angst zittert und einer Narbe, nach der man besser nicht fragt. In jeder Minute spürt man die Freude, die es dem Schauspieler macht, einen Helden zu mimen, der derart tough, aber nie übertrieben ist. Und wenn er sein grottenschlechtes Italienisch zum Besten gibt, beweist er ein aus dem Ärmel geschütteltes komödiantisches Talent, für das andere Schauspieler Nachhilfestunden bräuchten.

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Platz 2: Ocean's Eleven (2001)

Regie: Steven Sonderbergh

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Rolle: Rusty Ryan

Teaser: Frisch aus der Haft entlassen, plant der sympathische Meisterdieb Danny Ocean (George Clooney) bereits den nächsten Coup. Gemeinsam mit seinem Freund Rusty schart er ein Team an unkonventionellen Profis um sich, um seinen lang gehegten Masterplan in die Tat umzusetzen: ein Raubzug direkt in den Hochsicherheits-Tresorraum des Bellagio-Casinos in Las Vegas.

Pitt-Fact: In diesem Remake treten Clooney und Pitt mit einem Starensemble in die Fußstapfen des legendären Ratpack und man spürt in jeder Szene, wie wohl sie sich in ihren Rollen fühlen. Pitt ist der freche Charmeur in Reinform, der nicht für den Gewinn, sondern den Kick raubt. Er will nur sehen, ob er es drauf hat. Rusty ist 80% Coolness und 20% Selbstüberschätzung, die ihn manches mal in die Bredouille bringt, doch jeder Fehler wird weggelächelt, dass man ihn einfach gern haben muss. Von Junk Food kann er genausowenig die Finger lassen wie von Casino-Tresoren und statt Inkognito-Outfit wählt er ein Hemd mit Schlangenleder-Print.


Platz 1: Fight Club (1999)

Regie: David Fincher

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Rolle: Tyler Durden

Teaser: Der namenlose Bürohengst und Held des Films (Edward Norton) verbringt ein unscheinbares Leben zwischen Schreibtisch, Geschäftsreisen und Ikea-Katalog. Bis er auf Tyler Durden trifft, der ihn mit einer vollkommen anderen Vorstellung vom Leben konfrontiert: Übermut, Chaos, Seife. Völlig fasziniert begibt er sich auf Reise mit Tyler, doch fühlt sich immer mehr in der Rolle der Motte wieder, die fasziniert vom Licht angezogen wird, aber spürt, dass es immer heißer wird.

Pitt-Fact: Tyler Durden ist der Freund, vor dem deine Eltern dich gewarnt haben. Er ist gefährlich, hat nichts als Flausen im Kopf, lebt ungesund, wird eines Tages im Knast enden, und doch: Tyler ist lässig, authentisch, blickt über den eigenen Tellerrand und fordert dich heraus. Er ist alles, was deine „guten“ Freunde nicht sind. Brad Pitt ist hier nach 12 Monkeys mal wieder der Bösewicht, der eigentlich keiner ist. Die unheimliche Dualität von guten Intentionen und wahnsinniger Umsetzung ist hier wieder präsent, doch mit der verboten-coolen Attitüde eines großen Bruders. Wenn es da draußen Menschen gibt, die die Welt  brennen sehen wollen, ist Tyler der Typ, der sich am Feuer eine Kippe ansteckt.

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