5.5/10

Kritik: Shazam! Fury of the Gods

SHAZAM TRIFFT NICHT ZWEIMAL

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Genres: Action, Comic, Familie, Startdatum: 17.03.2023

Interessante Fakten für…

  • Die Annabelle-Puppe aus aus dem Film Annabelle 2 (2017), der ebenfalls vom Regisseur David F. Sandbergs gedreht wurde, ist auf einem Stuhl in der Kinderarztpraxis zu sehen. In beiden Filmen spielt die Schauspielerin Grace Caroline Currey mit.
  • Die Töchter von Atlas kommen nicht in den Comics vor. Sie wurden zum ersten Mal für den Film geschaffen.

In “Shazam! Fury of the Gods” von Regisseur David F. Sandberg verkörpert Zachary Levi erneut den Superhelden mit dem Verstand eines Jungen. Wieso Levi lieber wieder richtige Erwachsenenrollen annehmen sollte, erfahren Sie hier.

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#FantasyFanatic #Comicserien #AfterCredit

Darum geht’s

Selbst göttliche Mächte können Billy Batson (Zachary Levi) nicht davor hinwegtäuschen, dass er nur ein Junge (Asher Angel) mit geliehenen Fähigkeiten ist. Das resultiert in einem Hochstapler-Syndrom, dass er zu überwinden versucht. Seine Shazam-Familie jedoch scheint diese Probleme nicht zu haben. Diese stürzen sich übermütig in Rettungsaktionen und vergessen dabei, dass auch sie nur Teenager sind, die keine Heldenerfahrungen haben. Da ist Kollateralschaden natürlich vorprogrammiert. Dennoch wollen sie ihr eigenes Ding drehen. Vor allem Freddy Freeman (Jack Dylan Grazer) sucht nach stärkerer Unabhängigkeit, sei es Superheldenaction oder erste Liebschaften. Da hat Batson alle Hände voll zu tun, die Familie zusammenhalten.

Doch er muss sich beeilen. Nach der Zerstörung des magischen Stabes, der den Protagonisten ihre Fähigkeiten verlieh, sind auch deren ehemaligen Besitzer entfesselt worden. Nun streifen die Töchter des Atlas, darunter Hesphera (Helen Mirren) und Kalypso (Lucy Liu) durch die Welt der Sterblichen – Und sie wollen die Kräfte ihrer Familie zurück…

Clash of Titans 2: Electric Shazam-oo

Das DCEU war seit Beginn an chaotisch. Von den Versuchen, schnell mal das MCU zu kopieren, über alleinstehende Comicverfilmungen, bis hin zu gravierenden Änderungen in den letzten Minuten – Die DC-Filme hatten extreme Höhen und Tiefen. Und in all dem Chaos befindet sich die Fortsetzung zu Shazam!.

Bis jetzt hat sich Shazam! gut gehalten. Ein lockerer Film, der genauso gut unabhängig vom verwirrenden DC-Multiversum hätte sein können. Doch irgendwie musste man ja eine Verbindung einfügen. Also versuchte man es mehr oder weniger organisch, indem man Shazams Gegenspieler Black Adam mit Dwayne “the Rock” Johnson mit einem Spin-Off-Film aufbaut. Doch dann hieß es plötzlich, Black Adam würde zum Gegenspieler von Henry Cavills Superman und damit einem Wiederaufleben vom Snyderverse – Bis Letzterer kurz darauf gefeuert wurde und das alles wieder verflog.

Doch all das spielt ohnehin keine Rolle, denn der kommende Flash-Film mit Ezra Miller wird das gesamte DC-Universum rebooten, also ist es egal, was in den aktuellen Filmen passiert.

Zu kompliziert? Pech gehabt! Denn genau in diese Vollkatastrophe wird Shazam: Fury of the Gods reingeworfen! Das Ergebnis kann man sich denken…

Vier Jahre, immer noch kein Name

Selbst vier Jahre nach dem ersten Teil hat die Shazam-Familie es nicht geschafft, sich auf einen gemeinsamen Superheldennamen zu einigen. Und das ist auch eine gute Metapher für einen großen Problem des Filmes: Man sieht kaum einen Fortschritt! Zwar erweckt es anfangs den Eindruck als würden die Charaktere eine Entwicklung erleben. So versucht Billy Batson verzweifelt die Familie zusammenzuhalten, während diese tollpatschig und unkoordiniert Heldentaten vollbringt. Gleichzeitig will Freddy eine Solonummer als Superheld durchführen und gleichzeitig eine Schulromanze starten. Auch die Schurkinnen implizieren interne Konflikte: Sollen sie nur ihre Heimat wiederherstellen oder sich auch an den Menschen rächen?

Das alles sind interessante Themen, die gerne näher beleuchtet werden könnten.

Doch leider kommt keines der Themen sonderlich zur Geltung. Die Charaktere befassen sich nur oberflächlich damit und die etablierte Shazam-Familie aus dem letzten Teil hat kaum die Chance, gemeinsam zu glänzen. Dafür wird ihnen die Macht zu oft weggenommen und wiedergegeben. Und die angeblich emotionalen Momente haben keine wirkliche Tiefe. Auch die Antagonistinnen wirken hölzern, so als wären sie Comicschurken aus dem letzten Jahrzehnt.

Und selbst interessante Charaktere heben sich nicht hervor. So auch der frustrierte Zauberer (Djimon Hounsou), der endlich mehr Bildschirmzeit hat, jedoch nicht viel daraus macht.

Und woran liegt das?

Lachen bis der Psychiater kommt

Sowohl Marvel als auch DC haben stets Humor in die meisten Ihrer Comicadaptionen eingepflegt, auch wenn es nicht immer passend war. Doch hin und wieder hat man es damit gehörig übertrieben. So hat man es beispielsweise bei Thor: Love and Thunder mit dem Humor so sehr übertrieben, dass es schlussendlich dem Hauptcharakter selbst geschadet hat. Doch zumindest ein Film wie Shazam, dessen Prämisse die Lockerste im gesamten DCEU ist, sollte eigentlich mit einer ordentlichen Portion Humor umgehen können.

Doch leider wurde hier auch übertrieben. Vor allem Zachary Levi, der immer noch seine Interpretation eines Teenagers zum Besten gibt, feuert einen Spruch nach dem anderen ab. Dabei wirkt er weniger wie ein junger Mann, der sich dem Erwachsenenalter annähert, sondern eher wie ein Zehnjähriger mit einem Zuckerschock.

Trotz allem hat der Film seine komischen Momente. So wäre da beispielsweise Steve, der magische Füller, der als antiker ChatGPT-Ersatz alles aufschreibt, was man ihm aufträgt. Da sind Probleme vorprogrammiert. Auch so hat hat der Film seine lustigen Momente – Wenn diese nur nicht zwischen all dem Gefasel untergehen würden…

Sha-Lahm!

Das größte Problem von Shazam! Fury of Gods ist, dass es sich mit nichts hervorhebt. Man könnte meinen, dass Teenager, die sich in Superhelden verwandeln können und gegen buchstäbliche Götter kämpfen nicht so generisch sein kann. Doch zwischen den CGI-triefenden Actionszenen, den Verfolgungsjagden und einer abgrundtief dämlichen Wendung am Schluss gibt es kaum etwas, was den Film besonders macht. Es fühlt sich an als wollte man mit dem Film auf Nummer sicher gehen, statt irgendwas besonderes zu generieren.

Selbst andere enttäuschende Comicverfilmungen wie das bereits erwähnte Thor: Love and Thunder haben zumindest einen eigenen Stil und einprägsame Figuren. Davon mangelt es hier in Shazam! 2 gehörig. Neben den einfach gestrickten Charakteren und einer uninspirierten computergenerierten Kulisse gibt es da kaum etwas, was in Erinnerung bleibt. Es fühlt sich eher wie eine Comicverfilmung von vor zehn Jahren an, als man mit simplen Schurken und einem Übermaß an CGI punkten wollte. Nach dieser Betrachtungsweise ist der zweite Teil nicht schlecht, er ist einfach nur gewöhnlich – was vielleicht sogar schlimmer ist.

Fazit

5.5/10
Enttäuschend
Community-Rating:
Handlung 4.5/10
Action 6/10
Charaktere 5.5/10
Humor 6/10
Visuelle Umsetzung 5.5/10
Details:
Regisseur: David F. Sandberg,
FSK: 12 Filmlänge: 130 Min.
Besetzung: Asher Angel, Djimon Hounsou, Grace Caroline Currey, Helen Mirren, Jack Dylan Grazer, Lucy Liu, Rachel Zegler, Zachary Levi,

Was gibt es zu Shazam! Fury of the Gods schon großartig zu sagen? Es reiht sich geschmeidig in die Reihe der lieblosen Comicsequels ein. Die Charaktere werden nicht durchleuchtet, die Schurken hinterlassen keinen Eindruck und der Film versucht auf Teufel komm raus witzig zu sein.

Und obwohl es standardmäßiges Superhelden-Actionkino mit amüsanten Momenten ist, bleibt er nicht lange in Erinnerung, um seine Existenz zu rechtfertigen.

Es wird wohl doch eine kosmische Umstrukturierung des DC-Universums erfordern, um Shazam wieder auf Kurs zu bringen..

Artikel vom 29. März 2023

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