7.8/10

Episodenguide: Love, Death & Robots – Staffel 3

DAS NACHSCHLAGEWERK FÜR DIE DRITTE STAFFEL

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Genres: Abenteuer, Action, Animation, Comic, Fantasy, Horror, Komödie, Mystery, Science Fiction, Zombie, Startdatum: 20.05.2022

Interessante Fakten für…

  • Die Serie gewann bislang 11 Primetime Emmys – ob die dritte Staffel nachziehen kann?
  • Zum ersten Mal nahm Co-Showrunner David Fincher auf dem Regiestuhl Platz und inszenierte die zweite Episode.

Die beliebte Animations-Serie geht in die nächste Runde! Namhafte Regisseur:innen versuchen sich an Stoffen rund um Dystopien, Sci-Fi und der Koexistenz von Mensch und Maschine. Nach zwei sehr ambivalenten Staffeln fragen wir uns natürlich: Sind aller guten Dinge wirklich drei? Erfahrt es in unserer Bewertung und Kritik!

micha 1
#NetflixAndChill #Meta #AdvocatusDiaboli

3×01: ‚Drei Roboter: Rückzugsstrategien‘

Die drei Roboter aus Staffel 1 sezieren auch dieses Mal den Untergang der Menschheit.

Love Death Robots Staffel 3 Episode 1

Originaltitel: Three Robots: Exit Strategies

Regisseur: Patrick Osborne

Visueller Stil: CGI

Themen: Postapokalypse

Darum geht’s:
Die drei liebenswerten Roboter aus Staffel 1 sind zurück! Diesmal untersuchen sie die unterschiedlichsten Wirkungsstätten der Menschen, um herauszufinden, wie diese sich auf das Ende der Welt vorbereitet haben: von Prepper-Kolonien bis hin zu Luxus-Bohrinseln.

Bewertung:
Schon die Auftaktfolge damals sorgte im insgesamt sehr düsteren Love, Death & Robots-Kosmos dank der satirischen Seitenhiebe für willkommene Lacher. Diesmal ist es nicht anders: Obwohl jeder Frame mit menschlichen Leichen übersät ist, sorgen die sympathischen Roboter mit ihren augenzwinkernden Analysen für den Comic Relief.

Dabei sind sie allerdings auch in etwa so subtil, wie Adam McKays Apokalypse-Satire Don’t Look Up. Ach, die eigenbrötlerischen Prepper haben nicht überlebt? Tja, Südstaatler, eben. Die Reichen haben Forts gebaut und versucht, sich in der letzten Sekunde auf den Mars zu schießen? Klassiker. Und wenn einer der Roboter zu Captain Obvious wird und feststellt, dass die Menschheit ja eigentlich alles hatte, um dem Weltuntergang entgegenzuwirken, dann ist das irgendwie… nun ja, nicht die revolutionärste Aussage.

Nichtsdestotrotz bietet der Staffel-Auftakt genau das, was wir uns von Love, Death & Robots wünschen. Eine derbe Zukunftsvision, ein paar zünftige Oneliner zum Lachen und drei sympathische Roboter, die wir gerne auch in den nächsten Staffeln sehen würden. Dann darf es aber gerne wieder subtiler sein!

Fazit: 7.5

3×02: ‚Schlechte Reise‘

Torrin und seine Besatzung müssen sich mit einem blutrünstigen Monster das Schiff teilen…

Love Death Robots Staffel 3 Episode 2

Originaltitel: Bad Travelling

Regisseur: David Fincher

Visueller Stil: CGI

Themen: Übernatürlicher Horror, moralische Dilemmas

Darum geht’s:
Eine Schiffscrew hat sich Ungeziefer der anderen Art eingefangen: den Thanapod. Das übergroße Krebstier hat sich in den Bauch des Segelschiffs verschanzt und frisst einen Matrosen nach dem anderen. Der gewiefte Torrin (Stimme: Troy Baker, bekannt aus dem Spiel The Last of Us) geht einen zweifelhaften Deal mit dem Monster ein: Er soll es ans Festland bringen.

Bewertung:
In Schlechte Reise übernimmt Showrunner und Regie-Altmeister David Fincher (Mank) erstmals selbst das Ruder und liefert in jederlei Hinsicht ab! Die Episode sieht nicht nur umwerfend gut aus, sie wartet auch mit einigen sehr heiklen moralischen Dilemmas auf. Es ist beeindruckend, wie viele Wendungen in die knapp zwanzig Minuten passen und wie perfekt Fincher diese an die Schiffswand nagelt.

Dabei sind die moralischen Entscheidungen der Crew tatsächlich ähnlich spannend wie die allgegenwärtige Gefahr unter Deck. Sollte man eine Killer-Krabber an Land lassen und tausende Menschen gefährden, nur um die eigene Haut zu retten? Wie können die demokratischen Entscheidungen so umgemünzt werden, dass doch der Wille eines Einzelnen gilt? Torrin ist mit Abstand die ambivalenteste Figur von Love, Death & Robots und trägt massiv zum Gelingen dieser bombastischen Folge bei.

Und dann wäre da noch der Horror. Fincher kehrt seit seinem Regie-Debüt Alien 3 erstmalig zurück zu gruseligen Tieren und dem Überlebenskampf auf kleinstem Raum. Der Thanapod ist in jederlei Hinsicht widerwärtig – ob nun im Kampf gegen die Seeleute oder wenn er einen zerteilten Matrosen als „Medium“ benutzt, um zu kommunizieren. Die Haare am Nacken werden sich von der ersten Sekunde an aufstellen und bis zum Abspann so bleiben. Schlechte Reise ist die beste Folge der neuen Staffel und sogar die beeindruckendste Episode der gesamten Serie. So funktioniert atmosphärisch dichtes Storytelling!

Fazit: 9.7

3×03: ‚Der Puls der Maschine‘

Martha Kivelson kämpft gegen Halluzinationen – und die Zeit!

Love Death Robots Staffel 3 Episode 3

Originaltitel: The Very Pulse of the Machine

Regisseurin: Emily Dean

Visueller Stil: Cartoon

Themen: Kolonialisierung, künstliche Intelligenz

Darum geht’s:
Bei der Erkundung eines Jupiter-Mondes wird das Raumschiff von Martha Kivelson (Stimme: Mackenzie Davis, Blade Runner 2049) beschädigt und sie stürzt ab. Ihre Co-Pilotin Juliet überlebt den Aufprall nicht. Um Kontakt mit der Raumstation aufnehmen zu können, muss Martha etliche Kilometer zurücklegen. Dann beginnen die Halluzinationen…

Bewertung:
Der Puls der Maschine ist die Verfilmung einer Kurzgeschichte von Michael Swanwick und kommt wie eine Mischung aus Sci-Fi, philosophisch-poetischer Mystik und ordentlich Rätsel-Stoff daher. Vor allem optisch ist die Episode äußerst stark umgesetzt – die verformten Planetenkrater, Lichtschneisen und Wetterleuchten lassen die Grenze von Illusion und Wirklichkeit gekonnt verwischen.

Das inhaltliche Gerüst wirkt hingegen sehr rudimentär, letztlich ist es „nur“ der Weg von Martha von A nach B unter erschwerten Bedingungen. Spannend wird es hier vor allem für Lyrik-Liebhaber:innen, denn ein Großteil der Monologe (Dialoge?) besteht aus Zitaten mehr oder weniger bekannter Gedichte. Und die Namensgebungen in Anlehnung an die griechische Mythologie kommen auch nicht von Ungefähr.

Dennoch bleibt Der Puls der Maschine eher durch seinen optischen Reiz hängen. Der zerfaserte, mystische Plot und das offene Ende stiften am ehesten noch verwirrten Unbehagen, doch haben in sich nichts Substanzielles zu erzählen. Einer der eher schwächeren Beiträge der dritten Staffel.

Fazit: 6.8

3×04: ‚Die Nacht der winzigen Toten‘

Zombie-Wimmelbild: aus der Vogelperspektive verfolgen wir den Untergang der Menschheit.

Love Death Robots Staffel 3 Episode 4

Originaltitel: Night of the Mini Dead

Regisseure: Robert Bisi, Andy Lyon

Visueller Stil: CGI, Stop-Motion

Themen: Zombie-Apokalypse

Darum geht’s:
Ein nächtliches Stelldichein auf einem Friedhof führt ungewollt zur Wiederauferstehung der Toten…

Bewertung:
Die Nacht der winzigen Toten ist eine genauso winzige Episode, hat es aber umso mehr in sich. In wenigen Stationen wird das Ausbrechen der Zombie-Pandemie weltweit mit viel Liebe zum Detail illustriert. Das Zombie-Massaker im Stop-Motion-Stil ist dabei das filmgewordene Wimmelbild: in jeder Szene gibt es unzählige witzige und verstörende Interaktionen zu entdecken, weshalb man sich die Folge getrost ein paar Mal anschauen kann.

Die filmischen Vorbilder sind dabei so offensichtlich wie auch brillant: beginnend bei Die Nacht der lebenden Toten über Dawn of the Dead, Train to Busan, World War Z bis hin zu Mad Max. Da findet Amerika-Kritik ebenso Platz wie eine absurde Szene, in der das Papamobil ballernd auf dem Petersplatz die Zombie-Horden niedermäht. Und mehr braucht man über diese Folge auch nicht sagen: stilsicher, witzig, selbstreferenziell und voll auf die Fresse. Fantastisch!

Welches versteckte Detail habt ihr in der Episode gefunden? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!

Fazit: 8.7

3×05: ‚Tötet es, Team!‘

Wann ist ein Mann ein Mann? Wenn er perverse Witze reißt und rumballert, klar!

Love Death Robots Staffel 3 Episode 5

Originaltitel: Kill Team Kill

Regisseurin: Jennifer Yuh Nelson

Visueller Stil: Cartoon

Themen: Technische Kriegsführung, Künstliche Intelligenz

Darum geht’s:
Ein Team der US Special Forces wurde ausgeschickt, um einen kybernetischen Killer-Bären auszuschalten. Was die Soldaten noch nicht wissen: es handelt sich um ein missglücktes Experiment der CIA.

Bewertung:
Tötet es, Team! hat der Serie wahrlich nichts Neues hinzuzufügen. Eine Gruppe chauvinistischer und nahezu kindlicher Soldaten ballert auf alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Weder der „Plot-Twist“ noch das ultrablutige Gemetzel, das folgt, sind sonderlich kreativ oder unterhaltend umgesetzt.

Besonders sauer stößt der infantile Humor der Figuren auf. Die Folge beginnt damit, dass ein Soldat einen Weitpiss-Rekord aufstellen will, geht weiter mit einem klassischen (*hält Stange an den Schritt*) „Haha, großer Penis!“-Gag und mündet in einem abstrusen Sterbebett-Bekenntnis („Sag meiner Frau, dass ich ihre Schwester gefickt habe. HAHA!“).

Besonders ärgerlich ist das, weil Comedy-Veteranen wie Joel McHale (Community) und Seth Green (Family Guy) mit von der Partie sind und wortwörtlich verheizt werden. Optisch in Ordnung, inhaltlich schwach – der Tiefpunkt der dritten Staffel. Schade!

Fazit: 5.5

3×06: ‚Schwärmer‘

Schwarmintelligenz? Oder doch nur menschliche Gier?

Love Death Robots Staffel 3 Episode 6

Originaltitel: Swarm

Regisseur: Tim Miller

Visueller Stil: CGI

Themen: Schwarmintelligenz, Kolonialisierung, außerirdisches Leben

Darum geht’s:
Die zwei Forscher Dr. Afriel (Jason George) und Dr. Mirny (Rosario Dawson, The Defenders) untersuchen gemeinsam einen außerirdischen, hyperintelligenten Schwarm. Doch als Afriel offenbart, den Schwarm für menschliche Zwecke nutzen zu wollen, eskaliert die Situation.

Bewertung:
Schwärmer gehört inhaltlich zu den spannendsten Folgen der dritten Staffel. Im weitesten Sinne kann die Story als Allegorie auf die menschliche Kolonialisierung verstanden werden: Wir machen uns einen Schwarm Lebewesen untertan, um selbst davon zu profitieren. Nicht zufällig wurden zwei Schwarze Schauspieler:innen für die Rollen gewählt, ein bewusster Positionstausch, wie ihn auch Bright anwandte.

Doch auch jenseits dieser Interpretation lässt sich viel Stoff für mögliche Auslegungen finden. Das Assimilieren einer Lebensform, die bedrohlich wird, ist eines der großen Themen der Folge. Ein wenig erinnert dies inhaltlich an Frank Schätzings Der Schwarm – eine Parallele, die sich auch angesichts des Folgentitels förmlich aufdrängt.

Optisch gibt es nichts zu meckern. Im Gegenteil: die milbenartigen Kreaturen sehen gleichermaßen unheimlich wie zutraulich aus und sorgen dafür, dass man dem Treiben mit gesunder Skepsis folgt. Und so viel sei verraten: Die Skepsis ist mehr als berechtigt!

Fazit: 7.9

3×07: ‚Masons Ratten‘

Diese Ratten sind ein Fall für einen besonderen Kammerjäger!

Love Death Robots Staffel 3 Episode 7

Originaltitel: Mason’s Rats

Regisseur: Carlos Stevens

Visueller Stil: CGI

Themen: Mutationen, automatisierte Werkzeuge

Darum geht’s:
Der schottische Farmer Mason hat ein Problem: Ratten! Aber nicht irgendwelche Ratten, nein. Mutierte Bestien, die sich auch gegen automatisierte Kammerjäger bestens zur Wehr setzen können!

Bewertung:
Eine willkommene Folge inmitten der grimmigen Dystopien von Love, Death & Robots. Hier gibt es zuerst einiges zu schmunzeln, denn sowohl der fluchende Farmer mit dem schottischen Akzent ist unterhaltsam als auch das kleine Völkchen der Ratten, die sich mit Pfeilen und Speeren gegen Eindringlinge wehren.

Wenn man möchte, könnte man hier evolutionsbedingte Mutationen in den sehr überschaubaren Plot hineininterpretieren. Muss man aber nicht. Denn als augenzwinkernder Kleinkrieg zwischen Natur und Technik reicht Masons Ratten vollkommen aus. Nett animiert, witzig inszeniert und mit durchaus blutigen Keilereien.

Das Ende mag ein wenig abrupt kommen und ist nur, wenn man ein Auge zudrückt, wirklich konsequent. Aber gleichzeitig wärmt es auch die Seele – und das ist etwas, was man bei dieser Serie wahrlich mit Handkuss nimmt. Flott, witzig, brutal und doch irgendwie knuffig – ein grundsolider Beitrag zur Reihe!

Fazit: 7.4

3×08: ‚Begraben im Gewölbe‘

In den Bergen Afghanistan lauern nicht nur Terroristen…

Love Death Robots Staffel 3 Episode 8

Originaltitel: In Vaulted Halls Entombed

Regisseur: Jerome Chen

Visueller Stil: CGI

Themen: außerirdische Lebensformen, kosmischer Horror

Darum geht’s:
In den Bergen Afghanistans folgt ein US-amerikanischer Militärtrupp Terroristen, die eine Geisel im Schlepptau haben, in einen Höhlenkomplex. Dort wartet jedoch der blanke Horror!

Bewertung:
Begraben im Gewölbe ist lovecraft’scher Horror in Perfektion. Allein die spinnenartigen Kriechtiere, die einen ausgewachsenen Mann in Sekundenschnelle auf ein Skelett reduzieren können, treiben das Adrenalin in die Höhe. Dass auch noch eines der ikonischen Wesen des Horror-Autors H.P. Lovecraft einen Auftritt hat, wird vor allem Fans seiner Werke entzücken.

Ganz im Geiste der Serie ist auch diese Folge nichts für schwache Nerven. Die Todesszenen sind enorm explizit, brutal und teils verstörend hart anzuschauen. Der bewährt starke CGI-Animationsstil tut sein Übriges, dem Schrecken der Story gerecht zu werden.

Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn Begraben im Gewölbe bietet – selbst im Abspann – noch einiges an Gesprächsstoff. Kosmischer Horror vom Allerfeinsten!

Fazit: 8.4

3×09: ‚Jibaro‘

Die gefährliche Sirene zieht einen ganzen Trupp Soldaten in den Tod…

Love Death Robots Staffel 3 Episode 9

Originaltitel: Jibaro

Regisseur: Alberto Mielgo

Visueller Stil: CGI

Themen: Griechische Mythologie

Darum geht’s:
Eine Gruppe Ritter fällt in die tödlichen Fänge einer Sirene. Außer ein gehörloser Soldat, der ihre Schreie nicht vernehmen kann. Ein gefährlicher Tanz beginnt…

Bewertung:
Jibaro ist vor allem aufgrund ihres hyperrealistischen Animationsstils die Folge, bei denen die Münder durchgehend offenstehen werden. Der Mix aus CGI, Motion Capturing und täuschend echt imitierter Kamera-Effekte ist bahnbrechend! Tatsächlich sieht Jibaro so gut aus, dass die eher detailarmen Gesichter fast schon ein Wehrmutstropfen sind.

Die Story wurde klar aus der griechischen Mythologie geborgt. Die betörende Sirene zieht eine ganze Truppe Männer in ihr brutales Verderben. Gleichzeitig hat es der „immune“ Ritter auf ihr prachtvolles Kleid abgesehen und nutzt seine Fähigkeit, der Sirene nahezukommen.

Hierin liegt die verborgene Kraft der Geschichte. Wie Regisseur Alberto Mielgo schon in Interviews durschimmern ließ, ist die Folge ein Abbild toxischer Beziehungen. Mit diesem Wissen im Hinterkopf entfaltet sich erst der brutale Sog von Jibaro – und entschlüsselt sie gleichzeitig. Eine Episode, die inhaltlich spannend ist, aber vor allem durch ihre optische Wucht noch lange im Gedächtnis bleibt.

Fazit: 8.4

7.8/10
Gut
Community-Rating: (2 Votes)
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Artikel vom 14. Juni 2022

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