Kritik: The Suicide Squad

Jetzt geht's mal wieder um die Super-Schurken
Spoilerfrei!
Lesedauer: 6 Mins.
Jugendgefährdende Inhalte
  • Titelbild zur Kritik: "The Suicide Squad"
    © Warner Bros. Pictures Germany (2021)
  • James Gunn persönlich wurde diesmal von DC angeheuert, um es mit 'The Suicide Squad' nochmal zu probieren. Alles muss stimmen: Es muss neuer, origineller, strukturierter, abgedrehter und vor allem besser werden. Kann das Schurken-Team diesmal bestehen oder ist das alles doch ein Selbstmordkommando? Wenig Zeit? Zum Fazit! Keine Arbeit für Superhelden Die fiktionale südamerkanische Stadt Corto Maltese birgt ein furchtbares Geheimnis: In einem Laboratorium namens Jötunheim werden Gefangene für bizarre Experimente missbraucht. Alles für ein mysteriöses Projekt namens "Projekt Starfish". Da ein offenes Vorgehen der USA keine Option ist, schickt die skrupellose Befehlshaberin Amanda Waller (Viola Davis) heimlich die Task Force X los, auch bekannt unter dem weniger schönen Namen "Suicide Squad". Das Bizarre an dem Team – es besteht aus Superschurken, die für ihre Freiheit gefährliche Aufträge erfüllen. Wenn einer aus der Reihe tanzt, wird er durch einen Sprengsatz im Kopf unschädlich gemacht. Der Plan sieht wie folgt aus: Während das erste Team, unter anderem bestehend aus bekannteren Charakteren wie Harley Quinn (Margot Robbie), Captain Boomerang (Jai Courtney) und Anführer Rick Flag (Joel Kinnaman) vorne eintritt, schleicht sich das zweite Team hinten an. Dieses besteht aus dem Auftragskiller Bloodsport (Idris Elba), dem Extremisten Peacemaker (John Cena), dem bizarren Polka-Dot Man (David Dastmalchian), der ratten-beschwörenden Ratcatcher 2 (Daniela Melchior) und dem stets hungrigen Hai-Menschen Nanaue aka King Shark (Stimme: Sylvester Stallone). Sie alle müssen nun aufbrechen, um die Geheimbasis zu zerstören – und das am besten ohne sich davor gegenseitig umzubringen. 'Suicide Squad' und diesmal mit einem 'The' Wir erinnern uns: Vor fünf Jahren veröffentlichte DC schon einmal einen Film über das chaotische Superschurken-Team unter dem bescheidenen Namen Suicide Squad. Damals sollte es als Teil des DCEU-Experiments dem bunten MCU-Pendanten Konkurrenz machen. Doch die Rechnung ging nicht auf. Es gab kreative Unstimmigkeiten und Planänderungen, die stark die Qualität des Filmes beeinträchtigten. Daraus folgte ein sehr ungleichmäßiger Ton, eine unausgereifte Handlung, sehr viel Exposition und das Schlimmste: Jared Leto versucht sich als Joker. Doch diesmal läuft es anders: Niemand anderes als der ehemalige Marvel Regisseur James Gunn wurde für diese Monster-Aufgabe eingestellt. Dieser bewies bereits mit Guardians of the Galaxy, dass er auf Risiko setzen und selbst mit unbekannten Comic-Charakteren erfolgreiche Filme drehen kann. Doch auch wenn die Guardians-Filme voller Kreativität und chaotischer Ideen strotzte, unter Disney konnte Gunn sich nie komplett entfalten. Das soll sich jetzt jedoch ändern. Mit The Sucicide Squad hat er die vollkommene Freiheit, ungeniert alles zu bringen, was er will. Und bei diesen Anti-Helden kann sich Gunn einiges erlauben: Werbung A steht für Anti-Held Bereits der Anfang des Filmes zeigt uns aufs Heftigste, welche Art von Film uns erwartet. Ohne zu spoilern: Es ist brutal, böse und wird dem Zuschauer mehrere WTFs entreißen. Denn Gunn erinnert uns nochmal genau, was das Wort Anti-Held bedeutet. Nicht die aufgeweichte Adaption vieler Film, damit wir den Helden ja nicht unsympatisch finden. Man erinnert uns eiskalt daran, dass es sich hierbei um Schurken handelt, die auf fragwürdige Missionen geschickt werden – sehr entbehrlichen Schurken. So überrascht es nicht, wenn Bloodsport und Peacemaker um die Wette kämpfen, wer bei einer Infiltrierung die meisten Menschen auf die kreativste Weise töten kann. Nicht umsonst fragt man sich nach einer Weile, auf welcher Seite man steht. Dennoch schaffen sie es, noch Sympathiepunkte für sich zu gewinnen. Das passiert nicht zuletzt durch eine starke Team-Dynamik, da man ihnen diesmal die Zeit gibt, sich aneinander zu gewöhnen. Das merkt man auch an der Exposition: Anders als im Vorgänger wird hier auf eine überzogene Charakter-Vorstellung verzichtet. Stattdessen bekommt der Main-Cast die Chance, seine Leidensgeschichte selbst zu erzählen. Das trägt zum Team-Building bei und sorgt dafür, dass die Handlung fokussiert bleibt. Für diese Art von Missionen braucht man genau so eine Art von Team: Brutal, gestört und absolut gemeingefährlich! Obskure, obskurer, am Obskursten Viele DC-Fans werden wissen, was Project-Starfish ist, doch wie sieht es mit den anderen Charakteren aus? Sagt jemandem Bloodsport etwas? Oder Peacemaker? Oder Polka-Dot Man? Gut, Letzterer war eher bekannt als Witz-Schurke aus einer früheren Era der Comicbücher, doch als Teil des Main-Casts hätte man ihn bestimmt nicht erwartet, oder? Und genau hier zeigt sich James Gunns Genie. Wie bereits bei Guardians of the Galaxy greift er auf Charaktere zurück, von denen nur Wenige gehört haben. Denn mit diesen kann er tun und lassen, was er möchte. Und für The Suicide Squad greift Gunn ganz tief in die DC-Comic-Kiste. Doch das war es wert, denn dadurch wird uns ein ein sehr ungewöhnliches Team präsentiert, welches fantastisch miteinander agiert. So hat der taffe Bloodsport Angst vor Ratten, die er mit Hilfe von Ratcatcher 2 überwinden muss. Oder King Shark, der einfach nur Freunde haben möchte – zumindest die, die er noch nicht gefressen hat. Genauso schräg ist Polka-Dot Man mit seinem Mutter-Komplex, der bunte Punkte sowohl als Waffe verschießt als auch in regelmäßiger Basis auskotzen muss. Verrückt trifft das noch nicht mal ansatzweise. Und wir sind da noch nicht einmal zu den ganzen Cameos und Easter Eggs gekommen. Und Harley Quinn ist auch mit dabei War da nicht noch etwas ganz am Anfang? Ach ja, Harley Quinn darf natürlich in diesem Suicide Squad auch nicht fehlen. Und hier hat man sie sehr gut eingeführt: Im Gegensatz zu Harley Quinn: Birds of Prey, bei dem man alle restlichen Charaktere vernachlässigt hat, liegt hier der Fokus klar bei den Neuzugängen. Harley verfolgt währenddessen ihren eigenen Handlungsstrang. Dieser trägt lustigerweise mehr zu ihrer Emanzipation bei, als es noch ihr letzter Film getan hat. Natürlich gesellt sie sich später zu den anderen hinzu, doch bis dahin muss sie sich selbstständig durchkämpfen. Nun könnte man vorwerfen, dass die Harley-Szenen etwas länger dauern und den Film in der Mitte etwas in die Länge ziehen. Doch das sei ihr vergeben, zumal sie für eines der besten und visuell eindrucksvollsten Actionszenen des Filmes verantwortlich ist. Eine Actionsszene, die uns an folgende Tatsache erinnert: Harley ist im wahrsten Sinne des Wortes verrückt! Schwarzer, schwarzer Humor Der Anfang zeigt hervorragend, auf welche Art von Humor man sich hier einlassen kann und subtiler wird es garantiert nicht. Dabei agiert der Humor meist in Begleitung mit der Brutalität, was die jeweiligen Szenen noch viel überzogener macht. Das resultiert in ein paar sauwitzigen Actionszenen mit bitterbösem Humor und auch einem grandiosen Finale, das deutlich bizarrer wurde, als man es sich jemals hätte denken können. Doch der Humor ist noch vielfältiger. Sehr gerne werden hier Erwartungen und bekannte Konventionen einfach über Bord geworfen. Kleines Beispiel: Hat da Bloodsport ein herzerwärmendes Telefonat mit seiner Tochter? Nope. Stattdessen bekommen wir heftige Geschreie und Geflüche zu hören. Familienfrieden sieht anders aus. Genauso genial sind die clever verteilten Chekov Guns. Nahezu alles, was nebenher erwähnt wurde, gewinnt später an Bedeutung. Und man darf nicht nur auf Gegenstände achten. Bereits jeder Satz, jeder unscheibare Gag-Dialog kann später von größter Bedeutung sein. Der Humor von The Suicide Squad ist nicht nur düster, er ist auch erstaunlich clever. Fazit: Brutal, bizarr, bombastisch und einfach nur brilliant! Diese indirekte Fortsetzung zeigt eindeutig was passiert, wenn James Gunn komplette Handlungsfreiheit hat. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. The Suicide Squad ist eine bitterböses und herrlich überdrehtes Actionspektakel, dass ständig nach neuen Möglichkeiten sucht, mit Gewohnheiten zu brechen. Die absurdesten Charaktere aus den bizarrsten Ecken älterer Comicbücher sind erstaunlich originalgetreu übernommen worden und auf jedem Fall einprägsam. Genauso wie der abgedrehte und garantiert nicht subtile Humor. Das gesamte Konzept ist so abgrundtief lächerlich, dass es einfach nur funktionieren muss. Und das tut es! Hier kann man getrost sagen: The Suicide Squad ist James Gunns perfekte Rache an Marvel für seinen Rauswurf!
    Kritik: The Suicide Squad
    Handlung
    80%
    Charaktere
    90%
    Action
    85%
    Humor
    90%
    Visuelle Umsetzung
    85%
    User Rating: Be the first one !
  • Erscheinungsdatum: 05.08.2021
    Filmlänge: 132 Minuten
    FSK: 16
    Genre: , , , ,
    Regisseur:
    Besetzung: , , , , , , , , , ,
    Bildrechte: Warner Bros. Pictures Germany (2021)
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Gesamtbewertung:

Sehr gut
86%

James Gunn persönlich wurde diesmal von DC angeheuert, um es mit 'The Suicide Squad' nochmal zu probieren. Alles muss stimmen: Es muss neuer, origineller, strukturierter, abgedrehter und vor allem besser werden. Kann das Schurken-Team diesmal bestehen oder ist das alles doch ein Selbstmordkommando?

Keine Arbeit für Superhelden

Die fiktionale südamerkanische Stadt Corto Maltese birgt ein furchtbares Geheimnis: In einem Laboratorium namens Jötunheim werden Gefangene für bizarre Experimente missbraucht. Alles für ein mysteriöses Projekt namens "Projekt Starfish". Da ein offenes Vorgehen der USA keine Option ist, schickt die skrupellose Befehlshaberin Amanda Waller (Viola Davis) heimlich die Task Force X los, auch bekannt unter dem weniger schönen Namen "Suicide Squad". Das Bizarre an dem Team – es besteht aus Superschurken, die für ihre Freiheit gefährliche Aufträge erfüllen. Wenn einer aus der Reihe tanzt, wird er durch einen Sprengsatz im Kopf unschädlich gemacht.

Der Plan sieht wie folgt aus: Während das erste Team, unter anderem bestehend aus bekannteren Charakteren wie Harley Quinn (Margot Robbie), Captain Boomerang (Jai Courtney) und Anführer Rick Flag (Joel Kinnaman) vorne eintritt, schleicht sich das zweite Team hinten an. Dieses besteht aus dem Auftragskiller Bloodsport (Idris Elba), dem Extremisten Peacemaker (John Cena), dem bizarren Polka-Dot Man (David Dastmalchian), der ratten-beschwörenden Ratcatcher 2 (Daniela Melchior) und dem stets hungrigen Hai-Menschen Nanaue aka King Shark (Stimme: Sylvester Stallone). Sie alle müssen nun aufbrechen, um die Geheimbasis zu zerstören – und das am besten ohne sich davor gegenseitig umzubringen.

'Suicide Squad' und diesmal mit einem 'The'

Wir erinnern uns: Vor fünf Jahren veröffentlichte DC schon einmal einen Film über das chaotische Superschurken-Team unter dem bescheidenen Namen Suicide Squad. Damals sollte es als Teil des DCEU-Experiments dem bunten MCU-Pendanten Konkurrenz machen. Doch die Rechnung ging nicht auf. Es gab kreative Unstimmigkeiten und Planänderungen, die stark die Qualität des Filmes beeinträchtigten. Daraus folgte ein sehr ungleichmäßiger Ton, eine unausgereifte Handlung, sehr viel Exposition und das Schlimmste: Jared Leto versucht sich als Joker.

Doch diesmal läuft es anders: Niemand anderes als der ehemalige Marvel Regisseur James Gunn wurde für diese Monster-Aufgabe eingestellt. Dieser bewies bereits mit Guardians of the Galaxy, dass er auf Risiko setzen und selbst mit unbekannten Comic-Charakteren erfolgreiche Filme drehen kann. Doch auch wenn die Guardians-Filme voller Kreativität und chaotischer Ideen strotzte, unter Disney konnte Gunn sich nie komplett entfalten.

Das soll sich jetzt jedoch ändern. Mit The Sucicide Squad hat er die vollkommene Freiheit, ungeniert alles zu bringen, was er will.

Amanda Waller (Viola Davis) mit den Häftlingen der Suicide Squad.

Amanda Waller (Viola Davis) und ihr sehr entbehrliches Team.

Und bei diesen Anti-Helden kann sich Gunn einiges erlauben:

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A steht für Anti-Held

Bereits der Anfang des Filmes zeigt uns aufs Heftigste, welche Art von Film uns erwartet. Ohne zu spoilern: Es ist brutal, böse und wird dem Zuschauer mehrere WTFs entreißen. Denn Gunn erinnert uns nochmal genau, was das Wort Anti-Held bedeutet. Nicht die aufgeweichte Adaption vieler Film, damit wir den Helden ja nicht unsympatisch finden. Man erinnert uns eiskalt daran, dass es sich hierbei um Schurken handelt, die auf fragwürdige Missionen geschickt werden – sehr entbehrlichen Schurken. So überrascht es nicht, wenn Bloodsport und Peacemaker um die Wette kämpfen, wer bei einer Infiltrierung die meisten Menschen auf die kreativste Weise töten kann. Nicht umsonst fragt man sich nach einer Weile, auf welcher Seite man steht.

Dennoch schaffen sie es, noch Sympathiepunkte für sich zu gewinnen. Das passiert nicht zuletzt durch eine starke Team-Dynamik, da man ihnen diesmal die Zeit gibt, sich aneinander zu gewöhnen. Das merkt man auch an der Exposition: Anders als im Vorgänger wird hier auf eine überzogene Charakter-Vorstellung verzichtet. Stattdessen bekommt der Main-Cast die Chance, seine Leidensgeschichte selbst zu erzählen. Das trägt zum Team-Building bei und sorgt dafür, dass die Handlung fokussiert bleibt.

Für diese Art von Missionen braucht man genau so eine Art von Team: Brutal, gestört und absolut gemeingefährlich!

Obskure, obskurer, am Obskursten

Viele DC-Fans werden wissen, was Project-Starfish ist, doch wie sieht es mit den anderen Charakteren aus? Sagt jemandem Bloodsport etwas? Oder Peacemaker? Oder Polka-Dot Man? Gut, Letzterer war eher bekannt als Witz-Schurke aus einer früheren Era der Comicbücher, doch als Teil des Main-Casts hätte man ihn bestimmt nicht erwartet, oder?

Und genau hier zeigt sich James Gunns Genie. Wie bereits bei Guardians of the Galaxy greift er auf Charaktere zurück, von denen nur Wenige gehört haben. Denn mit diesen kann er tun und lassen, was er möchte. Und für The Suicide Squad greift Gunn ganz tief in die DC-Comic-Kiste.

Peacemaker (John Cena), Bloodsport (Idris Elba) und weitere Mitglieder der Suicide Squad.

Peacemaker (John Cena), Bloodsport (Idris Elba) und weitere Super-Schurken, von denen die meisten wahrscheinlich noch nie gehört haben.

Doch das war es wert, denn dadurch wird uns ein ein sehr ungewöhnliches Team präsentiert, welches fantastisch miteinander agiert. So hat der taffe Bloodsport Angst vor Ratten, die er mit Hilfe von Ratcatcher 2 überwinden muss. Oder King Shark, der einfach nur Freunde haben möchte – zumindest die, die er noch nicht gefressen hat. Genauso schräg ist Polka-Dot Man mit seinem Mutter-Komplex, der bunte Punkte sowohl als Waffe verschießt als auch in regelmäßiger Basis auskotzen muss. Verrückt trifft das noch nicht mal ansatzweise.

Und wir sind da noch nicht einmal zu den ganzen Cameos und Easter Eggs gekommen.

Und Harley Quinn ist auch mit dabei

War da nicht noch etwas ganz am Anfang? Ach ja, Harley Quinn darf natürlich in diesem Suicide Squad auch nicht fehlen. Und hier hat man sie sehr gut eingeführt: Im Gegensatz zu Harley Quinn: Birds of Prey, bei dem man alle restlichen Charaktere vernachlässigt hat, liegt hier der Fokus klar bei den Neuzugängen. Harley verfolgt währenddessen ihren eigenen Handlungsstrang. Dieser trägt lustigerweise mehr zu ihrer Emanzipation bei, als es noch ihr letzter Film getan hat.

Harley Quinn (Margot Robbie) schießt sich durch.

Harley Quinn (Margot Robbie) ist noch auf Selbstfindung.

Natürlich gesellt sie sich später zu den anderen hinzu, doch bis dahin muss sie sich selbstständig durchkämpfen. Nun könnte man vorwerfen, dass die Harley-Szenen etwas länger dauern und den Film in der Mitte etwas in die Länge ziehen. Doch das sei ihr vergeben, zumal sie für eines der besten und visuell eindrucksvollsten Actionszenen des Filmes verantwortlich ist. Eine Actionsszene, die uns an folgende Tatsache erinnert: Harley ist im wahrsten Sinne des Wortes verrückt!

Schwarzer, schwarzer Humor

Der Anfang zeigt hervorragend, auf welche Art von Humor man sich hier einlassen kann und subtiler wird es garantiert nicht. Dabei agiert der Humor meist in Begleitung mit der Brutalität, was die jeweiligen Szenen noch viel überzogener macht. Das resultiert in ein paar sauwitzigen Actionszenen mit bitterbösem Humor und auch einem grandiosen Finale, das deutlich bizarrer wurde, als man es sich jemals hätte denken können.

King Shark (Stimme: Sylvester Stallone) frisst einen Mann.

King Shark (Stimme: Sylvester Stallone) achtet sehr stark auf seine Ernährung.

Doch der Humor ist noch vielfältiger. Sehr gerne werden hier Erwartungen und bekannte Konventionen einfach über Bord geworfen. Kleines Beispiel: Hat da Bloodsport ein herzerwärmendes Telefonat mit seiner Tochter? Nope. Stattdessen bekommen wir heftige Geschreie und Geflüche zu hören. Familienfrieden sieht anders aus.

Genauso genial sind die clever verteilten Chekov Guns. Nahezu alles, was nebenher erwähnt wurde, gewinnt später an Bedeutung. Und man darf nicht nur auf Gegenstände achten. Bereits jeder Satz, jeder unscheibare Gag-Dialog kann später von größter Bedeutung sein. Der Humor von The Suicide Squad ist nicht nur düster, er ist auch erstaunlich clever.

Fazit:

Brutal, bizarr, bombastisch und einfach nur brilliant!

Diese indirekte Fortsetzung zeigt eindeutig was passiert, wenn James Gunn komplette Handlungsfreiheit hat. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. The Suicide Squad ist eine bitterböses und herrlich überdrehtes Actionspektakel, dass ständig nach neuen Möglichkeiten sucht, mit Gewohnheiten zu brechen. Die absurdesten Charaktere aus den bizarrsten Ecken älterer Comicbücher sind erstaunlich originalgetreu übernommen worden und auf jedem Fall einprägsam. Genauso wie der abgedrehte und garantiert nicht subtile Humor. Das gesamte Konzept ist so abgrundtief lächerlich, dass es einfach nur funktionieren muss. Und das tut es! Hier kann man getrost sagen: The Suicide Squad ist James Gunns perfekte Rache an Marvel für seinen Rauswurf!

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