Episodenguide: What if…? – Staffel 1 (Kritik)

Alle neuen Folgen plus Kritik auf einen Blick!
Achtung: Spoiler!
Lesedauer: 14 Mins.
  • Alternative Universen sind in der Film- und Fernsehlandschaft schon immer beliebt gewesen. Jetzt wagen sich auch die Marvel Studios mit 'What if...?' mit ihrer ersten Animationsserie an dieses spannende Konzept. Wie die Episoden abschneiden, erfahrt ihr in der Kritik!  Das Konzept Das Marvel Cinematic Universe hat schon so einige spannende, lustige, herzzerreißende und actiongeladene Geschichten hervorgebracht. Doch was wäre, wenn alles anders gekommen wäre? Was wäre, wenn sich die Ereignisse gar nicht so abgespielt hätten, wie sie es in der erfolgreichen Filmreihe tun? Eine spannende Frage mit schier endlos vielen Antworten. Und genau an diesem Punkt setzt What if...? an. In jeder Folge präsentiert eine mysteriöse Figur namens Watcher (im Original gesprochen von Jeffrey Wright, bekannt aus Westworld) eine Geschichte aus dem MCU, nur das ein entscheidender Baustein verändert wird. Ein Beispiel: In den MCU-Filmen wird Charakter A zu Heldin A und Charakter B zu Schurkin B. In What if...? wird das auf den Kopf gestellt und so wird in der neuen Serie Charakter A zu Schurkin B und Charakter B zu Heldin A. In den knapp 30-minütigen Episoden wird dann diese alternative Geschichte erzählt. Ein spannendes Konzept mit endlos viel Story-Potential! Der Animationsstil Eine Sache wird euch sofort ins Auge springen, wenn ihr es euch mit What if...? auf der Couch gemütlich macht: Diese Serie ist animiert! Für die Marvel-Serie entschied sich Ryan Meinerding, Head of Visual Development bei den Marvel Studios, gemeinsam mit Stephan Franck, Head of Animation für What if...?, für den Cel-Shading-Stil. Dieser Animationsstil wird in Serien, Filmen und Videospielen oft verwendet, wenn der Look des Endproduktes an einen Comic erinnern soll. Passt also perfekt für eine Marvel-Serie! Als Design-Grundlage für die animierten Charaktere wurden die Darsteller:innen aus dem MCU verwendet, das ist dem Team auch recht gut gelungen. Generell lässt sich zu dem Stil und der Animation der Serie bisher nur wenig Negatives sagen. Anders als Pixar-Filme setzt die Serie keine neuen Maßstäbe, aber das will sie ja auch gar nicht. Der tolle Comic-Look,  die schön umgesetzten Animationen und die Liebe zum Detail gefallen und machen What if...? visuell zwar nicht zum Next Big Thing, aber definitiv zu einer echt schönen Serie mit eigenständigem Auftreten. Werbung Folge 1: 'Was wäre, wenn Captain Carter die Erste der Avengers geworden wäre?' Original Titel: What If... Captain Carter Were the First Avenger? Erscheinungsdatum: 11. August 2021   Darum geht's: Nachdem Steve Rogers vor seiner Transformation zu Captain America von einem Hydra-Agenten angeschossen wird und das Projekt zu scheitern droht, muss Peggy Carter in Windeseile eine Entscheidung treffen: Selbst in die Maschine steigen und die erste Super Soldatin werden oder das Projekt untergehen lassen. Logischerweise entscheidet sich Peggy für Option 1, wird zu Captain Carter, Super Soldatin und meldet sich zum Dienst. Doch das gefällt ihrem Vorgesetzten John Flynn überhaupt nicht: Eine Frau an der Front? Das geht nicht in den Kopf des alten, weißen Mannes und so verbietet er ihr den Einsatz im Krieg. Peggy ist ziemlich niedergeschlagen, aber sie hat ihre Rechnung ohne Howard Stark gemacht. Der hat ihr nämlich ein echtes Heldinnen-Kostüm mitsamt Schild gebastelt. So bricht Captain Carter auf, um Hydra den Tesserakt abzunehmen, was ihr im Alleingang gelingt. Mit dem Tesserakt als Energiequelle baut Stark einen mechanischen Anzug, in den er den seit dem Attentat humpelnden Steve Rogers setzt. Fortan kämpft dieser an der Seite von Captain Carter unter dem Namen Hydra Stomper gegen die böse Organisation. Gemeinsam schaffen Carter und Rogers es, Bucky Barnes und weitere Soldaten zu befreien. Nach mehreren erfolgreichen Einsätzen gibt schließlich auch John Flynn endlich Ruhe. Doch dann geht eine Mission schief und Rogers wird mitsamt des Anzuges und des darin enthaltenen Tesseraktes von Hydra entführt. Captain Carter bricht gemeinsam mit Bucky und weiteren Soldaten auf, um Rogers zu befreien. Dabei trifft sie auf Red Skull, der mithilfe des Tesseraktes ein Monster aus einer anderen Welt herbeiholen will und zack, wird der Red Skull von besagtem Monster zerquetscht. Plötzlich steht Captain Carter wieder vor einer ernsten Entscheidung: Flieht sie mitsamt Bucky, Rogers und Co. und lässt das Monster wüten, oder drängt sie es in das Portal zurück, aus dem es stammte? Logischerweise entscheidet sie sich für Option 2 und opfert sich, um die Welt zu retten. 70 Jahre später öffnen Nick Fury und Clint Barton mithilfe des Tesserakts ein Portal, aus dem eine um keinen Tag gealterte Captain Carter mitsamt Monsterüberresten springt und sich nach Steve Rogers erkundigt. Captain Carter, Super Soldatin! Es ist kein Geheimnis, dass Peggy Carter, gespielt von Hayley Atwell, eine wirklich große Fanbase innerhalb der MCU-Fans hat. Und wäre die Rolle der Frau in den 1930ern (Zeit der Handlung) eine andere gewesen, wäre Carter sicherlich eine Top-Kandidatin für die erste Super Soldatin gewesen. Schließlich hat sie die Intelligenz, den Mut und das Mitgefühl, um diese Rolle auszufüllen. Umso schöner, dass die erste Folge von What if...? gleich die Frage beantwortet, was denn gewesen wäre, wenn sie tatsächlich Captain Carter geworden wäre. Doch leider muss man sagen, dass aus diesem spannenden Kniff in der Origin-Story des wohl U.S.-amerikanischsten Helden nur wenig gemacht wurde. Anstatt eine spannende Geschichte über Feminismus und den Kampf für Gleichberechtigung zu erzählen, hält sich die Handlung der ersten Episode doch sehr an die bereits aus den Filmen bekannten Abläufe. Das ist besonders schade, wenn man bedenkt, dass der Figur Peggy Carter eine Geschichte, in der nicht nur in die Hintern von Schurken, sondern auch von frauenfeindlichen Verbündeten getreten wird, besonders gut gestanden hätte und so offensichtlich für sie scheint. Carter selbst fühlt sich in der Episode nicht wirklich an wie Carter. Zu selten zeigt sie, was ihren Charakter wirklich ausmacht. Natürlich haben wir uns auch tierisch darüber gefreut zu sehen, wie Captain Carter Hydra-Soldaten durch die Gegend wirft. Aber es hätte uns noch mehr gefreut, wenn sie öfter mal ihren messerscharfen Verstand mit ihrer neuen Superkraft genutzt hätte. Das hört sich jetzt alles sehr negativ an, aber wir können an dieser Stelle auch Entwarnung geben: Die erste Episode von What if...? ist in keinem Fall schlecht. Ähnlich wie in den bekannten Filmen macht es Spaß zu sehen, wie Captain Carter sich mit sichtlich viel Spaß durch die Maßen schlägt und sich mit ihren verstaubten Vorgesetzten in die Haare kriegt. Neben Captain Carter ist aber auch vor allem Steve Roger aka Hydra Stomper ein echtes Highlight. Wer hätte gedacht, dass Rogers ein riesiger Mecha-Anzug im Stile des Hulk-Busters so gut stehen würde? Oben drauf kommt noch die wuchtige Action, die Captain Carter richtig schön in Szene setzt. Aber trotzdem bleibt am Ende ein bittere Beigeschmack: Bei allem, was gefällt, können wir den Gedanken nicht loswerden, das hier mehr drin gewesen wäre. Folge 2: 'Was wäre, wenn T'Challa zu Star Lord geworden wäre?' Original Titel: What If... T'Challa Became a Star-Lord? Erscheinungsdatum: 18. August 2021 Darum geht's Wakanda, 1988: Der noch junge Prinz T'Challa träumt davon, die Welt außerhalb von Wakanda zu entdecken, was bei seinem äußerst vorsichtigen und beschützerischem Vater König T'Chaka auf nur wenig Gegenliebe stößt. Doch der Traum des Prinzen geht schneller in Erfüllung als gedacht, als er von den Ravagers, die ihn fälschlicherweise für Peter Quill halten (für Aliens sehen nun mal alle Menschen gleich aus), eingesackt wird. Anstatt den aufgeweckten Jungen mit riesigem Entdeckergeist wieder Heim zu bringen, entschließt Yondu sich dazu, T'Challa in die Ränge des Ravagers aufzunehmen. Jahre später findet sich T'Challa, inzwischen in der Galaxie als Star Lord bekannt, neben Yondu an der Spitze der Ravagers wieder. Als eine alte Bekannten ihn um Hilfe bittet, reist Star Lord mit seiner Mannschaft und einem riskanten Plan im Gepäck in eine entfernte Ecke des Weltalls, um sich mit einem ganz besonderen Händler zu treffen. Ein toller letzter Auftritt Die zweite Episode von Marvels neuem Serienprojekt What if...? ist gleich aus zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen hat sie die Aufgabe, den eher ernüchternden Eindruck der Debüt-Folge rund um Captain Carter wieder wett zu machen. Und hier können wir glücklich und erleichtert sagen: Das schafft sie auch! Erzählte Episode 1 noch viel geradliniger und wenig innovativ die Geschichte der neuen Super Soldatin, hält sich Episode 2 in Sachen Kreativität und Mut-zur-Veränderung nicht mehr zurück. Genau das, was von sich von einer Serie mit dem Titel What if...? erhofft! T'Challas Geschichte wird komplett auf den Kopf gestellt und neu gemixt, was erstaunlich gut funktioniert. Besonders schön: Der neue Star Lord fühlt sich in seinem Handeln und Denken immer noch wie T'Challa an und eben nicht wie eine neue Figur, die wenig mit den beiden Vorlagen zu tun hat. Das Ergebnis dieser vielen, gut funktionierenden Bausteine sind unterhaltende und actiongeladene 30 Minuten, in denen sich Marvel-Fans über zahlreiche Einfälle der Drehbuchautorin A.C. Bradley freuen dürften. Mit dieser Geschichte hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht! Zum anderen, und das ist wohl vor allem für die im O-Ton-schauenden Zuschauer:Innen und alle Black-Panther-Fans wichtig, ist What if...? der letzte stimmliche Auftritt des am 28. August 2020 verstorbenen Chadwick Boseman in der Rolle des T'Challa. Und was sollen wir an dieser Stelle anderes sagen außer "Großartig!".  Boseman IST T'Challa und bringt auch in animierter Form die Intelligenz, den Witz und die Integrität des Charakters ideal rüber. Es ist eine bittersüße Freude und ein Glück, im Rahmen von What if...? noch ein paar Male auf Boseman in seiner Paraderolle treffen zu können. Folge 3: 'Was wäre, wenn die Welt ihre mächtigsten Helden verloren hätte?' Original Titel: What If... the World Lost Its Mightiest Heroes? Erscheinungsdatum: 24. August 2021 Darum geht's Es scheint, als sei ein Serienkiller unterwegs. Es fängt alles damit an, dass  Tony Stark durch die Hand von Black Widow stirbt. Nach und nach werden die Avengers eliminiert. Während Nick Fury und Black Widow, die des Mordes an Stark beschuldigt und überall gesucht wird, versuchen, den mysteriösen Morden auf den Grund zu gehen, schaltet sich schließlich auch Loki dazu. Er möchte Rache an der Menschheit für den Tod seines Bruders üben. Glücklicherweise schafft es Fury Loki davon zu überzeugen mit seinem Rachefeldzug noch abzuwarten. Doch nun steht Fury unter besonderem Druck, die Person hinter den Morden ausfindig zu machen. Und wir alle wissen spätestens seit The Avengers, dass Loki auch über Rache hinaus ein besonderes Interesse daran hat, Macht über Midgard zu erlangen... Worst Case Scenario Im Gegensatz zu den Folgen davor wartet Episode drei bis zum Ende, bis herauskommt, was in diesem Universum anders gelaufen ist. Dadurch wird die ganze Folge lang Spannung aufgebaut und mit einer bittersüßen Auflösung zu Ende geführt. Ein weiterer Gegensatz ist das düstere Setting. Geliebte Charaktere hintereinander weg sterben zu sehen, war schon in Infinity War und Endgame schlimm genug! Zwar ist man gerade aufgrund dieser hohen Frequenz und Länge der Folge emotional nicht involviert, doch die ungewohnte Brutalität einiger Morde schockiert allemal. Ich bin mal gespannt, wie viele düstere Universen auf diese Episode folgen werden. Man muss jedoch anmerken, dass hier wenige Mindfuck-Momente oder neue Charakter-Kombinationen zu sehen waren, wie es bei Was wäre, wenn T'Challa zu Star Lord geworden wäre? der Fall war. Dies hätte dazu führen können, dass man als Zuschauer:in eher gelangweilt ist, doch der hohe Spannungsgrad macht diesen Umstand wett. Dennoch führt es dazu, dass man nicht unbedingt mehr von diesem Universum sehen muss. Denn wer will schon eine Welt ohne die goldene Haarpracht von Thor? Folge 4: 'Was wäre, wenn Doctor Strange statt seiner Hände sein Herz verloren hätte?' Original Titel: What If... Doctor Strange Lost His Heart Instead of His Hands? Erscheinungsdatum: 01. September 2021 Darum geht's Auch in diesem Universum war es ein Autounfall, der Dr. Stephen Strange dazu veranlasste, die mystischen Künste bei der Ältesten zu erlernen. Der Unterschied jedoch: Christine  war an diesem Abend auf dem Beifahrersitz und starb noch am Unfallort. Von Kummer zerfressen geht er nach Kamar-Taj, er kommt in Besitz des Infinity Steins, welcher Zeit manipulieren kann, besiegt Dormammu und so weiter und so fort. Alles nahm einen ähnlichen Verlauf, wie auch im Universum des Dr. Strange, welcher seine Hände im Auto zertrümmerte. Der Unterschied: er hat Cathrine nie vergessen und will mithilfe des Infinity Steins die Zeit zurückdrehen. Schnell findet er heraus, dass der Tod von Cathrine in diesem Universum unausweichlich, oder wie die Älteste…
    Episodenguide: What if…? – Staffel 1 (Kritik)
    Episode 1: Captain Carter
    64%
    Episode 2: T'Challa als Star-Lord
    77%
    Episode 3: Tod der Avengers
    76%
    Episode 4: Dr. Strange
    75%
    Episode 5: Zombies
    60%
    Episode 6: Killmonger
    66%
    Episod 7: Thor
    76%
    User Rating: Be the first one !
  • Staffelstart: 11.08.2021
    Episoden: 9 Episoden in 1+ Staffel
    FSK: 12
    Genre: , , , , ,
    Showrunner:
    Besetzung: , , , , , , , , , , , , , , , ,
    Bildrechte: Disney+
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Gesamtbewertung:

Ordentlich
71%

Alternative Universen sind in der Film- und Fernsehlandschaft schon immer beliebt gewesen. Jetzt wagen sich auch die Marvel Studios mit 'What if...?' mit ihrer ersten Animationsserie an dieses spannende Konzept. Wie die Episoden abschneiden, erfahrt ihr in der Kritik! 

Das Konzept

Das Marvel Cinematic Universe hat schon so einige spannende, lustige, herzzerreißende und actiongeladene Geschichten hervorgebracht. Doch was wäre, wenn alles anders gekommen wäre? Was wäre, wenn sich die Ereignisse gar nicht so abgespielt hätten, wie sie es in der erfolgreichen Filmreihe tun? Eine spannende Frage mit schier endlos vielen Antworten. Und genau an diesem Punkt setzt What if...? an.

In jeder Folge präsentiert eine mysteriöse Figur namens Watcher (im Original gesprochen von Jeffrey Wright, bekannt aus Westworld) eine Geschichte aus dem MCU, nur das ein entscheidender Baustein verändert wird. Ein Beispiel: In den MCU-Filmen wird Charakter A zu Heldin A und Charakter B zu Schurkin B. In What if...? wird das auf den Kopf gestellt und so wird in der neuen Serie Charakter A zu Schurkin B und Charakter B zu Heldin A. In den knapp 30-minütigen Episoden wird dann diese alternative Geschichte erzählt. Ein spannendes Konzept mit endlos viel Story-Potential!

Der Animationsstil

Eine Sache wird euch sofort ins Auge springen, wenn ihr es euch mit What if...? auf der Couch gemütlich macht: Diese Serie ist animiert! Für die Marvel-Serie entschied sich Ryan Meinerding, Head of Visual Development bei den Marvel Studios, gemeinsam mit Stephan Franck, Head of Animation für What if...?, für den Cel-Shading-Stil. Dieser Animationsstil wird in Serien, Filmen und Videospielen oft verwendet, wenn der Look des Endproduktes an einen Comic erinnern soll. Passt also perfekt für eine Marvel-Serie!

Als Design-Grundlage für die animierten Charaktere wurden die Darsteller:innen aus dem MCU verwendet, das ist dem Team auch recht gut gelungen. Generell lässt sich zu dem Stil und der Animation der Serie bisher nur wenig Negatives sagen. Anders als Pixar-Filme setzt die Serie keine neuen Maßstäbe, aber das will sie ja auch gar nicht. Der tolle Comic-Look,  die schön umgesetzten Animationen und die Liebe zum Detail gefallen und machen What if...? visuell zwar nicht zum Next Big Thing, aber definitiv zu einer echt schönen Serie mit eigenständigem Auftreten.

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Folge 1: 'Was wäre, wenn Captain Carter die Erste der Avengers geworden wäre?'

Original Titel: What If... Captain Carter Were the First Avenger?

Erscheinungsdatum: 11. August 2021

 

Darum geht's:

Nachdem Steve Rogers vor seiner Transformation zu Captain America von einem Hydra-Agenten angeschossen wird und das Projekt zu scheitern droht, muss Peggy Carter in Windeseile eine Entscheidung treffen: Selbst in die Maschine steigen und die erste Super Soldatin werden oder das Projekt untergehen lassen. Logischerweise entscheidet sich Peggy für Option 1, wird zu Captain Carter, Super Soldatin und meldet sich zum Dienst. Doch das gefällt ihrem Vorgesetzten John Flynn überhaupt nicht: Eine Frau an der Front? Das geht nicht in den Kopf des alten, weißen Mannes und so verbietet er ihr den Einsatz im Krieg.

Peggy ist ziemlich niedergeschlagen, aber sie hat ihre Rechnung ohne Howard Stark gemacht. Der hat ihr nämlich ein echtes Heldinnen-Kostüm mitsamt Schild gebastelt. So bricht Captain Carter auf, um Hydra den Tesserakt abzunehmen, was ihr im Alleingang gelingt. Mit dem Tesserakt als Energiequelle baut Stark einen mechanischen Anzug, in den er den seit dem Attentat humpelnden Steve Rogers setzt. Fortan kämpft dieser an der Seite von Captain Carter unter dem Namen Hydra Stomper gegen die böse Organisation. Gemeinsam schaffen Carter und Rogers es, Bucky Barnes und weitere Soldaten zu befreien. Nach mehreren erfolgreichen Einsätzen gibt schließlich auch John Flynn endlich Ruhe.

Doch dann geht eine Mission schief und Rogers wird mitsamt des Anzuges und des darin enthaltenen Tesseraktes von Hydra entführt. Captain Carter bricht gemeinsam mit Bucky und weiteren Soldaten auf, um Rogers zu befreien. Dabei trifft sie auf Red Skull, der mithilfe des Tesseraktes ein Monster aus einer anderen Welt herbeiholen will und zack, wird der Red Skull von besagtem Monster zerquetscht. Plötzlich steht Captain Carter wieder vor einer ernsten Entscheidung: Flieht sie mitsamt Bucky, Rogers und Co. und lässt das Monster wüten, oder drängt sie es in das Portal zurück, aus dem es stammte? Logischerweise entscheidet sie sich für Option 2 und opfert sich, um die Welt zu retten. 70 Jahre später öffnen Nick Fury und Clint Barton mithilfe des Tesserakts ein Portal, aus dem eine um keinen Tag gealterte Captain Carter mitsamt Monsterüberresten springt und sich nach Steve Rogers erkundigt.

Captain Carter, Super Soldatin!

Es ist kein Geheimnis, dass Peggy Carter, gespielt von Hayley Atwell, eine wirklich große Fanbase innerhalb der MCU-Fans hat. Und wäre die Rolle der Frau in den 1930ern (Zeit der Handlung) eine andere gewesen, wäre Carter sicherlich eine Top-Kandidatin für die erste Super Soldatin gewesen. Schließlich hat sie die Intelligenz, den Mut und das Mitgefühl, um diese Rolle auszufüllen. Umso schöner, dass die erste Folge von What if...? gleich die Frage beantwortet, was denn gewesen wäre, wenn sie tatsächlich Captain Carter geworden wäre. Doch leider muss man sagen, dass aus diesem spannenden Kniff in der Origin-Story des wohl U.S.-amerikanischsten Helden nur wenig gemacht wurde.

Anstatt eine spannende Geschichte über Feminismus und den Kampf für Gleichberechtigung zu erzählen, hält sich die Handlung der ersten Episode doch sehr an die bereits aus den Filmen bekannten Abläufe. Das ist besonders schade, wenn man bedenkt, dass der Figur Peggy Carter eine Geschichte, in der nicht nur in die Hintern von Schurken, sondern auch von frauenfeindlichen Verbündeten getreten wird, besonders gut gestanden hätte und so offensichtlich für sie scheint. Carter selbst fühlt sich in der Episode nicht wirklich an wie Carter. Zu selten zeigt sie, was ihren Charakter wirklich ausmacht. Natürlich haben wir uns auch tierisch darüber gefreut zu sehen, wie Captain Carter Hydra-Soldaten durch die Gegend wirft. Aber es hätte uns noch mehr gefreut, wenn sie öfter mal ihren messerscharfen Verstand mit ihrer neuen Superkraft genutzt hätte.

Das hört sich jetzt alles sehr negativ an, aber wir können an dieser Stelle auch Entwarnung geben: Die erste Episode von What if...? ist in keinem Fall schlecht. Ähnlich wie in den bekannten Filmen macht es Spaß zu sehen, wie Captain Carter sich mit sichtlich viel Spaß durch die Maßen schlägt und sich mit ihren verstaubten Vorgesetzten in die Haare kriegt. Neben Captain Carter ist aber auch vor allem Steve Roger aka Hydra Stomper ein echtes Highlight. Wer hätte gedacht, dass Rogers ein riesiger Mecha-Anzug im Stile des Hulk-Busters so gut stehen würde? Oben drauf kommt noch die wuchtige Action, die Captain Carter richtig schön in Szene setzt. Aber trotzdem bleibt am Ende ein bittere Beigeschmack: Bei allem, was gefällt, können wir den Gedanken nicht loswerden, das hier mehr drin gewesen wäre.

Folge 2: 'Was wäre, wenn T'Challa zu Star Lord geworden wäre?'

Original Titel: What If... T'Challa Became a Star-Lord?

Erscheinungsdatum: 18. August 2021

Darum geht's

Wakanda, 1988: Der noch junge Prinz T'Challa träumt davon, die Welt außerhalb von Wakanda zu entdecken, was bei seinem äußerst vorsichtigen und beschützerischem Vater König T'Chaka auf nur wenig Gegenliebe stößt. Doch der Traum des Prinzen geht schneller in Erfüllung als gedacht, als er von den Ravagers, die ihn fälschlicherweise für Peter Quill halten (für Aliens sehen nun mal alle Menschen gleich aus), eingesackt wird. Anstatt den aufgeweckten Jungen mit riesigem Entdeckergeist wieder Heim zu bringen, entschließt Yondu sich dazu, T'Challa in die Ränge des Ravagers aufzunehmen.

Jahre später findet sich T'Challa, inzwischen in der Galaxie als Star Lord bekannt, neben Yondu an der Spitze der Ravagers wieder. Als eine alte Bekannten ihn um Hilfe bittet, reist Star Lord mit seiner Mannschaft und einem riskanten Plan im Gepäck in eine entfernte Ecke des Weltalls, um sich mit einem ganz besonderen Händler zu treffen.

Ein toller letzter Auftritt

Die zweite Episode von Marvels neuem Serienprojekt What if...? ist gleich aus zweierlei Hinsicht besonders: Zum einen hat sie die Aufgabe, den eher ernüchternden Eindruck der Debüt-Folge rund um Captain Carter wieder wett zu machen. Und hier können wir glücklich und erleichtert sagen: Das schafft sie auch! Erzählte Episode 1 noch viel geradliniger und wenig innovativ die Geschichte der neuen Super Soldatin, hält sich Episode 2 in Sachen Kreativität und Mut-zur-Veränderung nicht mehr zurück. Genau das, was von sich von einer Serie mit dem Titel What if...? erhofft!

T'Challas Geschichte wird komplett auf den Kopf gestellt und neu gemixt, was erstaunlich gut funktioniert. Besonders schön: Der neue Star Lord fühlt sich in seinem Handeln und Denken immer noch wie T'Challa an und eben nicht wie eine neue Figur, die wenig mit den beiden Vorlagen zu tun hat. Das Ergebnis dieser vielen, gut funktionierenden Bausteine sind unterhaltende und actiongeladene 30 Minuten, in denen sich Marvel-Fans über zahlreiche Einfälle der Drehbuchautorin A.C. Bradley freuen dürften. Mit dieser Geschichte hätten wir gerne noch mehr Zeit verbracht!

Zum anderen, und das ist wohl vor allem für die im O-Ton-schauenden Zuschauer:Innen und alle Black-Panther-Fans wichtig, ist What if...? der letzte stimmliche Auftritt des am 28. August 2020 verstorbenen Chadwick Boseman in der Rolle des T'Challa. Und was sollen wir an dieser Stelle anderes sagen außer "Großartig!".  Boseman IST T'Challa und bringt auch in animierter Form die Intelligenz, den Witz und die Integrität des Charakters ideal rüber. Es ist eine bittersüße Freude und ein Glück, im Rahmen von What if...? noch ein paar Male auf Boseman in seiner Paraderolle treffen zu können.

Folge 3: 'Was wäre, wenn die Welt ihre mächtigsten Helden verloren hätte?'

Original Titel: What If... the World Lost Its Mightiest Heroes?

Erscheinungsdatum: 24. August 2021

Darum geht's

Es scheint, als sei ein Serienkiller unterwegs. Es fängt alles damit an, dass  Tony Stark durch die Hand von Black Widow stirbt. Nach und nach werden die Avengers eliminiert. Während Nick Fury und Black Widow, die des Mordes an Stark beschuldigt und überall gesucht wird, versuchen, den mysteriösen Morden auf den Grund zu gehen, schaltet sich schließlich auch Loki dazu. Er möchte Rache an der Menschheit für den Tod seines Bruders üben. Glücklicherweise schafft es Fury Loki davon zu überzeugen mit seinem Rachefeldzug noch abzuwarten. Doch nun steht Fury unter besonderem Druck, die Person hinter den Morden ausfindig zu machen. Und wir alle wissen spätestens seit The Avengers, dass Loki auch über Rache hinaus ein besonderes Interesse daran hat, Macht über Midgard zu erlangen...

Worst Case Scenario

Im Gegensatz zu den Folgen davor wartet Episode drei bis zum Ende, bis herauskommt, was in diesem Universum anders gelaufen ist. Dadurch wird die ganze Folge lang Spannung aufgebaut und mit einer bittersüßen Auflösung zu Ende geführt. Ein weiterer Gegensatz ist das düstere Setting. Geliebte Charaktere hintereinander weg sterben zu sehen, war schon in Infinity War und Endgame schlimm genug! Zwar ist man gerade aufgrund dieser hohen Frequenz und Länge der Folge emotional nicht involviert, doch die ungewohnte Brutalität einiger Morde schockiert allemal. Ich bin mal gespannt, wie viele düstere Universen auf diese Episode folgen werden.

Man muss jedoch anmerken, dass hier wenige Mindfuck-Momente oder neue Charakter-Kombinationen zu sehen waren, wie es bei Was wäre, wenn T'Challa zu Star Lord geworden wäre? der Fall war. Dies hätte dazu führen können, dass man als Zuschauer:in eher gelangweilt ist, doch der hohe Spannungsgrad macht diesen Umstand wett. Dennoch führt es dazu, dass man nicht unbedingt mehr von diesem Universum sehen muss. Denn wer will schon eine Welt ohne die goldene Haarpracht von Thor?

Folge 4: 'Was wäre, wenn Doctor Strange statt seiner Hände sein Herz verloren hätte?'

Original Titel: What If... Doctor Strange Lost His Heart Instead of His Hands?

Erscheinungsdatum: 01. September 2021

Darum geht's

Auch in diesem Universum war es ein Autounfall, der Dr. Stephen Strange dazu veranlasste, die mystischen Künste bei der Ältesten zu erlernen. Der Unterschied jedoch: Christine  war an diesem Abend auf dem Beifahrersitz und starb noch am Unfallort. Von Kummer zerfressen geht er nach Kamar-Taj, er kommt in Besitz des Infinity Steins, welcher Zeit manipulieren kann, besiegt Dormammu und so weiter und so fort. Alles nahm einen ähnlichen Verlauf, wie auch im Universum des Dr. Strange, welcher seine Hände im Auto zertrümmerte. Der Unterschied: er hat Cathrine nie vergessen und will mithilfe des Infinity Steins die Zeit zurückdrehen. Schnell findet er heraus, dass der Tod von Cathrine in diesem Universum unausweichlich, oder wie die Älteste sagt, ein "absoluter Punkt" in der Zeitlinie ist. Dr. Strange jedoch verfällt in eine Manie. Er nährt sich von mystischen Wesen und will damit stark genug werden, um den Tod seiner einstigen Liebe zu verhindern. Was ihm nicht bewusst ist: mit dem Bruch eines "absoluten Punktes" in der Zeitlinie, könnte er sein eigenes Universum vernichten...

Regelwerk der neuen Phase

Das Praktischste an der Folge ist, wenn man denn "praktisch" in diesem Zusammenhang verwenden kann, dass sie unglaublich viel erklärt. Sie zeigt einige Regeln, nach denen die neue Phase und das allumfassende Multiversum spielen wird, beispielsweise wie ein Universum zerstört werden kann. Ich bin gespannt, ob die Serie noch weitere relevante Informationen bringt. Wenn nicht, dann ist diese Folge wohl eine der Wichtigsten der Staffel!

Sonst lässt sich vorab sagen: witzig ist diese Folge nicht. Man sieht wiederholt den Tod von Christine Palmer und den stetigen psychischen Verfall von Dr. Strange. Doch diese Ernsthaftigkeit schadet der Folge an keinem Punkt. Ganz im Gegenteil: Comic Relief hätte einzelnen Stellen wahrscheinlich die Wucht und Intensität geraubt, die allein schon durch die gewaltigen Bilder herübergebracht wurden. Und doch freut man sich am Ende, dass Dr. Strange damals "nur" seine Hände verloren hat...

Folge 5: 'Was wäre, wenn... Zombies!?'

Original Titel: What If... Zombies!?

Erscheinungsdatum: 08. September 2021

Darum geht's

Der von Thanos vermöbelte Hulk/Bruce Banner landet auf der Erde und will seine Kolleg:Innen vor der drohenden Gefahr ausgehend von dem "Mad Titan" warnen. Doch als Bruce die Straßen New Yorks betritt, sind diese vollkommen leer. Als der verdutzte Banner droht, von seinen Verfolgern Ebony Maw und Cull Obsidian besiegt zu werden, erfährt der Avenger, was mit der Menschheit passiert ist: Ein Zombie-Virus ist ausgebrochen und hat nicht nur alle Menschen, sonder auch zahlreiche bekannten Marvel-Held:Innen zu willenlosen Untoten gemacht. Gemeinsam mit einigen übrig gebliebenen Held:Innen macht Banner sich auf die Suche nach einem Heilmittel und weiteren Überlebenden.

08/15 Zombie-Action

Zombie-Apokalypsen sind gefühlt seit Anbeginn der Geschichtenerzählung ein beliebtes Szenario. Und auch in den Marvel Comics gibt es einige Geschichten, die im "Zombie-Universum" auf Erde Nummer 2149 und Nummer 91126 spielen. Daher ist es nur logisch, dass sich What If...? in einer Folge ebenfalls diesem beliebten Thema widmet. Aber mit Erfolg? Eher nicht, denn leider kann sich die fünfte Episode nicht so recht entscheiden, ob sie eine düstere, grimmige Geschichte über den Kampf ums Überleben oder eine lustige, bescheuerte Fahrt durch die Apokalypse á la Zombieland sein will.

Die wankelmütige Tonalität schlägt sich auch im Handeln der Charaktere wieder: So wird zum Beispiel meistens kurz nachdem ein Mitglied der Gruppe von Zombies getötet wird, relativ schnell der nächste Witz gerissen. Coole Zombie-Action und gute Gags können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das toll zusammengewürfelte Set aus Held:Innen gefühlt ohne wirklichen Antrieb von A nach B nach C geschoben wird. Nur in einigen Schlüsselmomenten sind die Charaktere wirklich aktive Parts der Geschichte, vielmehr werden sie einfach mit dem nächsten Zombieangriff konfrontiert. Episode fünf ist kein kompletter Reinfall, aber besonders nach der starken Episode vier fallen die inhaltlichen Schwächen besonders auf.

Folge 6: 'Was wäre, wenn Killmonger Tony Stark gerettet hätte?'

Original Titel:What If... Killmonger Rescued Tony Stark?

Erscheinungsdatum: 15. September 2021

Darum geht's

Wir befinden uns auf der zeitlichen Ebene des ersten Iron Man Filmes. Das Auto wird in der Wüste überfallen, doch bevor Tony Stark entführt werden konnte, rettet ihn Erik Stevens alias Killmonger. So entstand für Tony Stark nie die Notwendigkeit, Iron Man zu werden. Die beiden kehren zurück nach Amerika und Killmonger entlarvt Obadiah Stane als Strickenzieher hinter dem Anschlag. Nun genießt er das volle Vertrauen von Tony Stark und die beiden arbeiten an Drohnen, welche sie aus Vibranium herstellen. Als sie davon mehr brauchen, möchte Tony, dass sich Freund und Kollege Lt. James Rhodes mit Ulysses Klaue in Verbindung setzt. Was sie nicht wissen: Killmonger verfolgt seine eigenen Ziele. Aus dem Hinterhalt ermordet er T'Challa, Rhodes und Ulysses Klaue, beansprucht den Thron Wakandas und provoziert eine militärische Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten. Zwar kann er seine düsteren Ambitionen vor T'Chaka verheimlichen, der sich aufgrund des Mordes an seinem Bruder weiterhin in Killmongers Schuld sieht, doch Shuri ist der Neuling nicht geheuer. Wird sie mithilfe von Pepper Potts es schaffen, den Plan von Killmonger zu durchkreuzen?

Nichts Neues

Zunächst lässt sich sagen, dass mir persönlich Was wäre, wenn Killmonger Tony Stark gerettet hätte? weitaus weniger Spaß gemacht hat, als beispielsweise Was wäre, wenn T’Challa zu Star Lord geworden wäre? oder Was wäre, wenn Doctor Strange statt seiner Hände sein Herz verloren hätte?. Das könnte zum einen daran liegen, dass wenig Neuerungen stattgefunden haben. Einige Plotpoints haben sich wiederholt, sowie gewisse Szenen und Bilder, was der Folge viel an Originalität nahm. Zum anderen fühlen sich viele Teile der Handlung etwas erzwungen an. Hierzu gehört bereits die Tatsache, dass Killmonger genau dort im Einsatz war, wo Tony Stark hätte entführt werden sollen. Auch der Überraschungseffekt musste einbüßen, denn bereits durch Black Panther kannte man die Motivation von Killmonger. Die Folge zeigte dabei lediglich einen alternativen Weg. Zudem wurde hier versucht, in kurzer Zeit viel zu erzählen. Dadurch könnten Zuschauer:innen relativ schnell den Faden verlieren. Etwas Ruhe und mehr Fokus auf einen einzelnen Handlungsstrang hätte der Folge durchaus gut getan. Wie sagt man so schön: Weniger ist manchmal mehr.

Folge 7: 'Was wäre, wenn Thor ein Einzelkind gewesen wäre?'

Original Titel: What If... Thor Were An Only Child?

Erscheinungsdatum: 22. September 2021

Darum geht's

Wir alle kennen Thor. Zu Beginn des MCU noch ein arroganter Prinz, wandelte er sich zu einem noblen und ehrwürdigen Helden. Seinen Humor verlor er dabei nie. Trotzdem lernte er, wie wichtig Verantwortung und Ernsthaftigkeit sind. Aber es hätte auch ganz anders ausgehen können, wie die neuste Folge What If...? zeigt: Aufgewachsen als verwöhntes Einzelkind, dass sich nie vor den Streichen und Listen Lokis schützen musste (der Gute wurde nämlich in dieser Zeitlinie als Baby zu seiner Eisriesen-Familie zurückgebracht), hat dieser Thor nur eins im Sinne: Party, Party und nochmal Party. Der blonde Ase feiert dabei so gerne und so wild, dass er mit seinen Freund:innen gerne mal ganze Planeten zerstört. Klar, dass Jane Foster, Maria Hill und S.H.I.E.L.D. das nicht zulassen können, als der blonde Hüne auf der Erde erscheint. Doch weil der Donnergott nicht auf Worte hören möchte, müssen andere Lösungen her...

Thor, Gott der Partys

Unter den bisherigen Episoden von What If...? ist die siebte mit Sicherheit ein willkommener Ausreißer. In allen Geschichten aus dem Multiversum des MCU wurde es irgendwann doch plötzlich ernst, es ging um Mord, Putsch und so weiter. Und das hat mal besser, mal schlechter funktioniert. Episode sieben aber besinnt sich auf eine der vergangenen Stärken des MCU zurück: Humor. Bisher hat keine Episode aus der Animationsserie so viele Spaß gemacht wie diese, selten wurde unnötiges Sich-Selbst-Zu-Ernst-Nehmen im MCU so konsequent über Bord geworfen wie hier. Das Ergebnis ist eine Episode, die mit einer verrückten und leichtherzigen Story unterhält, ohne dabei einen Hänger zu haben. Besonders schön ist dabei auch, dass diese Version von Thor gar nicht mal so abwegig erscheint, vor allem wenn man sich an das Debüt des Donnergotts zurückerinnert. Obendrauf gibt es noch starke Action und Eastereggs soweit das Auge reicht. Einzig zum Ende hin verliert sich die Episode etwas, die perfekte Landung gelingt hier also nicht. Episode sieben macht trotzdem jede Menge Spaß und beweist mal wieder: Verrückte und spaßige Geschichten stehen dem MCU oft besser, als man glauben mag.

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